Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Autor: Heimir Steinarsson
Fach: Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Details
Tags: Erzählhaltung, Erzählstruktur, Erzählperspektive, Judenbuche, Annette, Droste-Hülshoff
Jahr: 2004
Seiten: 25
Note: 1.0
Literaturverzeichnis: ~ 3 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 246 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-40242-2
Textauszug (computergeneriert)
Háskóli Íslands
Universität von Island
Sommersemester 2004
Germanistik
Literatur des 19. Jahrhunderts
Erzählhaltung, Erzählstruktur
und Erzählperspektive in der Judenbuche von
Annette von Droste-Hülshoff
Vorgelegt von:
Heimir Steinarsson
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Handlung 3
3. Wechsel von epischen und dialogischen Abschnitten 4
3.1. Aufbauplan 5
3.1.1. Epische Abschnitte 5
3.1.2. Dialogische Szenen 6
4. Zeitbehandlung 6
4.1. Zeitangaben 7
4.2. ‘Zeitraffung und Zeitdehnung’ 8
4.3. Vorgriffe und Rückblenden 8
5. Einstellung des Erzählers zum Erzählten 9
5.1. Erzählperspektive 9
5.2. Auktorialer Erzähler 10
5.3. Anonyme Zeugen 10
6. Stil 11
6.1. ‘Gipfelstil’ 12
6.2. ‘Unterirdischer Erzählfluss’ 12
6.3. Filmische Erzählweise 13
6.4. Enthüllungen und Verrätselungen 14
6.5. Sprache 14
7. Gattung 15
7.1. ‘Eine unerhörte Begebenheit’ 15
7.2. Die Geschichte eines Mordes 16
7.3. Die Kriminalgeschichte 16
7.4. Ein Seelendrama 19
7.5. Die Entwicklung eines Mörders 19
8. Schlusswort 21
9. Literaturverzeichnis 23
1. Einleitung
Die Judenbuche von Annette von Droste Hülshoff ist eine der bekanntesten deutschen Erzählungen. Die Novelle, im 19. Jahrhundert geschrieben, ist seitdem immer wieder untersucht worden und ist auf verschiedenste Weise interpretiert worden.
Der Stoff beruht auf einer wahren Begebenheit. Der Knecht Johann Georg Winkelhagen erschlug den Juden Soestmann-Behrens, floh vor der Verhaftung und geriet in algerische Sklaverei. 22 Jahre später kehrte er in die Heimat zurück und erhängte sich bald darauf am Ort des Verbrechens. 1818 wurde die Angelegenheit von August von Haxthausen 1818 als Geschichte eines Algierer-Sklaven veröffentlicht und sie hat der Dichterin als Quelle und Vorlage für ihre Novelle gedient.
Dieser Arbeit wird sich mit dem Aufbau der Novelle beschäftigen, mit der Erzählstruktur und der Perspektive, aus der die Erzählerin die Geschehnisse betrachtet. Außerdem wird die Zeitbehandlung in der Novelle analysie rt und Fragen hinsichtlich des Stils und der Gattung behandelt.
Die literaturwissenschaftliche Forschung hat sich intensiv mit der Judenbuche auseinandergesetzt und vieles ist darüber geschrieben worden. In dieser Arbeit stütze ich mich auf zwei Analysen, zum einen die von Karl Philipp Moritz und zum anderen die in der Reihe Oldenbourg Interpretationen erschienene Untersuchung von Heinz Rölleke.
2. Handlung
In der Judenbuche wird das Leben Friedrichs Mergels erzählt, von seiner Geburt bis zu seinem Tod. Es ist die Geschichte einer gescheiterten Existenz. Friedrich Mergel wird als Sohn eines chronischen Säufers in einem abgeschiedenen Dorf in Westfalen geboren in dem ‘Holz- und Jagdfrevel an der Tagesordnung waren’. Der Vater stirbt unter mysteriösen Umständen als Friedrich noch ein Kind ist, und von da an entwickelt sich der Junge zu einem verschlossenen Außenseiter der mit den anderen Kindern im Dorf nichts gemeinsam hat.
Erst als Friedrichs Onkel Simon den Knaben an sich nimmt wird er wieder selbstbewusster und fängt an mehr ‘auf sein Äußeres zu achten’. Bei seinem Onkel trifft Friedrich den verwahrlosten Johannes Niemand, der von da an sein Gefährte und ständiger Begleiter wird. Simons Einfluss auf den Jungen ist negativ. Durch Simons Anleitung wird Friedrich immer stolzer und hochmütiger und kümmert sich immer weniger um seine verwitwete Mutter. Auch seine Achtung vor dem Gesetz schwindet immer mehr. So schickt er einen Förster in den offenen Tod, als dieser einer Bande von Holzfrevlern auf der Spur ist, verschweigt dem Untersuchungsgericht seine Kenntnis vom Mörder und versäumt es schließlich, sein Gewissen in der Beichte zu erleichtern.
Vier Jahre später wird der Jude Aaron erschlagen, nachdem er Friedrich bei einer Hochzeit öffentlich bloßgestellt hatte. Friedrich, von dem vermutet wird, dass er der Mörder sei, flieht mit seinem Gefährten Johannes Niemand und entkommt dem Gesetz. Die Juden in der Umgebung aber ritzen eine geheimnisvolle Inschrift in den Stamm der Buche, bei der der Ermordete gefunden wurde.
Nach 28 Jahren kehrt schließlich ein gebrochener Mann in das Dorf zurück, der von ‘einer alten Frau’ als der verschollene Johannes Niemand erkannt wird. Er erzählt, dass er fast die ganze Zeit in türkischer Sklaverei verbracht habe und nun ins Heimatdorf zurückgekehrt sei, um ‘wenigstens auf einem katholischen Kirchhofe’ begraben zu werden. Doch der Mann findet sich im Leben nicht mehr zurecht und wenige Monate nach seiner Heimkehr erhängt er sich in der Buche, bei der damals der Jude ermordet wurde . Der Erhängte wird nun aufgrund einer Narbe als Friedrich Mergel erkannt. Mit seinem Selbstmord erfüllt sich der Spruch, den die Glaubensgenossen des ermordeten Juden damals in den Stamm eingeritzt hatten: „Wenn du dich diesem Orte nahest, so wird es dir ergehen, wie du mir getan hast“ (59).
3. Wechsel von epischen und dialogischen Abschnitten
Ein besonderes Merkmal der Erzähltechnik ist der ständige Wechsel von epischen Erzählabschnitten und dialogischen Szenen.
[...]
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: