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Warum konnte Rom die Parther nicht besiegen?

Termpaper, 2005, 13 Pages
Author: Christian David Köbel
Subject: History - Early and Ancient History

Details

Event: Perser, Griechen, Rom: das 4. Jh. v. Chr
Institution/College: University of Duisburg-Essen
Tags: Warum, Parther, Perser, Griechen
Category: Termpaper
Year: 2005
Pages: 13
Grade: 2+
Bibliography: ~ 9  Entries
Language: German
Archive No.: V42149
ISBN (E-book): 978-3-638-40252-1
ISBN (Book): 978-3-638-75005-9
File size: 233 KB
Notes :



Abstract

Warum gelang Rom über Jahrhunderte nicht, was Alexander d. Große in wenigen Jahren erreichte? Mit den Parthern begegnete Rom in der Mitte des 1. Jh. v. Chr. erstmalig einem Gegner, dessen Militär den Truppen der späten römischen Republik und später auch der frühen Kaiserzeit in der offenen Feldschlacht nicht nur ebenbürtig, sondern - zumindest zeitweilig - überlegen war. Die folgende Abhandlung befaßt sich mit der Fragestellung, aus welchen Elementen sich diese Überlegenheit zusammensetzte. Was waren die entscheidenden Faktoren der Kriegführung der Asarkiden, die eine derartige Schlagkraft – besonders im Vergleich zu den persischen Truppen denen sich Alexander der Große gegenüber sah – bewirkten? Wie reagierte Rom auf die Probleme im Kampf gegen die Parther und warum gelang es letztlich bis zum Ende der Asarkidenherrschaft keiner der beiden Seiten, über den Euphrat hinaus langfristige Geländegewinne zu erzielen?


Excerpt (computer-generated)

Warum konnte Rom die Parther nicht besiegen?

von: Christian Köbel

1. Semester

 


INHALT

I. Einleitung

1. Warum gelang Rom über Jahrhunderte nicht, was Alexander der Große in wenigen Jahren erreichte? 3
2. Quellen und Methode 3

II. Hauptteil

1. Die ersten Begegnungen zwischen Rom und den Parthern 4
2. Das römische Desaster von Karrhai (53 v. Chr.): Verlauf der Schlacht 5
3. Spätere Entwicklungen im Verhältnis zwischen Rom und den Parthern: Der Status Quo zwischen den Weltmächten 8
4. Der Kampf Roms gegen die Parther im Vergleich zum Kampf Alexanders des Großen gegen die Achaemeniden 10

III. Ergebnisse 11

IV. Bibliographie 13

 


 

I. Einleitung

1. Warum gelang Rom über Jahrhunderte nicht, was Alexander d. Große in wenigen Jahren erreichte?

Mit den Parthern begegnete Rom in der Mitte des 1. Jh. v. Chr. erstmalig einem Gegner, dessen Militär den Truppen der späten römischen Republik und später auch der frühen Kaiserzeit in der offenen Feldschlacht nicht nur ebenbürtig, sondern - zumindest zeitweilig - überlegen war. Die folgende Abhandlung befaßt sich mit der Fragestellung, aus welchen Elementen sich diese Überlegenheit zusammensetzte. Was waren die entscheidenden Faktoren der Kriegführung der Asarkiden, die eine derartige Schlagkraft – besonders im Vergleich zu den persischen Truppen denen sich Alexander der Große gegenüber sah – bewirkten? Wie reagierte Rom auf die Probleme im Kampf gegen die Parther und warum gelang es letztlich bis zum Ende der Asarkidenherrschaft keiner der beiden Seiten, über den Euphrat hinaus langfristige Geländegewinne zu erzielen?

2. Quellen und Methode

Hierbei soll vor allem auf die militärischen Aspekte der Thematik eingegangen werden. Als antike Quelle für Beschreibungen des Kampfes zwischen Römern und Parthern sollen für diese Arbeit die Aufzeichnungen in Buch 40 des Cassius Dio über die römische Geschichte dienen, wobei maßgebliches Augenmerk auf den Verlauf der Schlacht von Karrhai im Jahre 53. v. Chr. gelegt werden wird, da sie wohl als exemplarisch für den Konflikt gelten kann. Weitergehende Informationen über die Asarkiden, Achaemeniden und ihr Heer werden aus dem bekannten Werk von Josef Wiesehöfer über die „Geschichte Persiens“, dem Buch „Grundzüge der parthischen Geschichte“ von Klaus Schippmann und den Internetseiten „http://www.parthia.com/ parthia_horses_burris.htm“ und „http://www.iranchamber.com/history/surena/surena.php“ entnommen werden. Details über die römische Kriegführung soll das Werk „The Grand Strategy of the Roman Empire – From the First Century A.D. to the Third“ von N. Lutwalk liefern. Die Kriegführung der Achaemeniden gegen die Makedonen soll durch Hinzunahme des Standardwerks „From Cyrus to Alexander“ von Pierre Briant beleuchtet werden. Hierbei sind besonders die Unterschiede zwischen den verschiedenen Heeren von Interesse. Das politische Verhältnis zwischen Rom und den Parthern bis zum Ende der asarkidischen Herrschaft soll durch das Werk „Rom und das Perserreich – zwei Weltmächte zwischen Konfrontation und Koexistenz“ erhellt werden. Nachdem die wichtigsten Elemente der Konfrontation gesichtet und analysiert wurden, sollen die wesentlichen Aspekte benannt werden, die aus der Distanz ersichtlich machen, warum keine der beiden Seiten einen absolut entscheidenden Sieg über die andere erringen konnte.

II. Hauptteil

1. Die ersten Begegnungen zwischen Rom und den Parthern

Zum ersten offiziellen Kontakt kam es im Jahre 96 v. Chr. Hier empfing Sulla am Westufer des Euphrats den parthischen Gesandten Orobazos. 1 Es war offensichtliches Bestreben der Parther, mit den sich immer stärker im Osten ausbreitenden Römern friedlich zu koexistieren und die jeweiligen Interessengebiete klar abzugrenzen. Infolge des Zusammentreffens kam es zu einer amicitia (Freundschaftsvertrag) zwischen Rom und den Parthern. Allerdings zeigte sich schon hier, daß das Verhältnis zwischen den beiden Mächten nicht ohne Spannungen war. So wird in Plutarchs Überlieferung des diplomatischen Protokolls des Ereignisses gesagt, daß Sulla in der Mitte des Verhandlungstisches gesessen habe und somit einen Ehrenplatz beanspruchte. Zudem saß Orobazes der kappadokische König Ariobarzanes gegenüber, der ein von Rom abhängiger Günstling war. Hierdurch mit diesem auf eine Stufe gestellt, mußte sich Orobazes gedemütigt fühlen. Der Hinnahme dieses Verfahrens durch Orobazes folgte schließlich seine Hinrichtung, nachdem er in das Partherreich zurückgekehrt war 2.3 Dennoch war nach diesem Zusammentreffen der Euphrat als Grenze zwischen den beiden Reichen anerkannt. Diese Grenze erwies sich zunächst als stabil. In Rom gab es zu dieser Zeit kaum Vorstellungen über das Reich der Parther und dessen tatsächliche Macht. In den Jahren 69 und 66 v. Chr. kam es jeweils zum Abschluß eines foedus (ausdrücklicher Vertrag), jedoch begann Pompeius schon kurz nach Abschluß des letzten Vertrages gegen diesen zu verstoßen, nachdem die römischen Interessen in Armenien gesichert und die Parther offensichtlich nicht mehr als nützliche Verbündete betrachtet wurden. Römische Truppen stießen wiederholt auf parthisches Gebiet vor, offensichtlich ein erneuter Akt der Beleidigung und Provokation. Beschwerden seitens Phraates III. wies Pompeius mit der Bemerkung zurück, daß nur Waffengewalt das Recht verschaffe4. Das römische Verhalten gegenüber den Parthern ist somit als ausschließliches Taktieren zu betrachten, daß den potentiellen Gegner - der scheinbar als keine ernst zu nehmende Gefahr für Rom angesehen und in der Diplomatie sichtlich respektlos behandelt wurde - solange in Sicherheit wiegen sollte, bis die eigene Macht in der Region ausreichend für einen Angriff auf diesen ausgebaut worden war. Im Jahre 53 v. Chr. schließlich sollte es zur ersten großen Schlacht zwischen den Weltmächten Rom und Parthien kommen.

2. Das römische Desaster von Karrhae (53 v. Chr.): Verlauf der Schlacht

5Im Jahre 54 v. Chr. überschritt M. Licinius Crassus Dives, zum Zeitpunkt des Geschehens ca. 60 Jahre alt, einer der drei Triumviren und Proconsul der Provinz Syria ohne vorherige Kriegserklärung mit seinem Heer die mit Parthien festgesetzte Grenze des Euphrat. Als Motiv dafür wird von Cassius Dio Ruhmsucht und Gewinnstreben angegeben6: „Crassus wollte nun auch seinerseits eine zugleich ruhm- wie gewinnbringende Leistung vollführen [......] So zog er gegen die Parther. Er konnte zwar keine Klage gegen sie vorbringen und war auch nicht mit der Kriegführung beauftragt, doch hörte er von ihrem ungeheuren Reichtum und rechnete außerdem damit, daß ihr König Orodes, da erst jüngst zur Herrschaft gelangt, leicht zu fassen sei.“

[...]


1 Winter & Dignas, 2001, 26f

2 Winter & Dignas, 2001, 26f

3 Schippmann, 1980, 31ff

4 Winter & Dignas, 2001, 28f

5 Schippmann, 1980, 37f

6 Dio, 40, 12, 1f


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