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Analyse der Beziehung zwischen Unternehmenskultur und Unternehmensstruktur

Scholarly Research Paper, 1999, 36 Pages
Author: Antje Lattermann
Subject: Economics / Business: Business Management, Corporate Governance

Details

Category: Scholarly Research Paper
Year: 1999
Pages: 36
Grade: 2,1
Language: German
Archive No.: V4218
ISBN (E-book): 978-3-638-12614-4

File size: 126 KB
Notes :




Excerpt (computer-generated)

 

Analyse der Beziehung zwischen
Unternehmenskultur und Unternehmensstruktur

Studienarbeit

vorgelegt am 6. Dezember 1999

Ausbildungsbereich: Wirtschaft

Fachrichtung: Handwerk

Studienfach: Allgemeine Betriebswirtschaftslehre

von
Antje Lattermann

Ausbildungsstätte: Malerwerkstätten
Heinrich Schmid GmbH & CO
Ludwigsburg

Betreuender Dozent: Prof. Dr. Wolf-Florian Sommer

INHALTSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG ... 1

2. DIE ROLLE VON KULTUR UND STRUKTUR IN DER ORGANISATION ... 1
    2.1 Stellung von Struktur und Kultur nach instrumentaler Auffassung ... 1
    2.2 Stellung von Struktur und Kultur nach institutionaler Auffassung ... 2

3. BEGRIFF DER UNTERNEHMENSKULTUR ... 3
    3.1 Auffassungen über das Wesen der Unternehmenskultur ... 4
        3.1.1 Unternehmenskultur als Variable, Metapher oder dynamisches Konstrukt ... 4
        3.1.2 Unternehmenskultur als Merkmal oder Phänomen ... 5
    3.2 Entstehung der Unternehmenskultur ... 6
        3.2.1 Definition der Unternehmenskultur ... 6
        3.2.2 Bildung und Aufbau der Unternehmenskultur ... 7
    3.3 Funktionen der Unternehmenskultur ... 7
        3.3.1 Originäre Funktionen der Unternehmenskultur ... 7
        3.3.2 Derivate Funktionen der Unternehmenskultur ... 10

4. BEGRIFF DER UNTERNEHMENSSTRUKTUR ... 11
    4.1 Organisationstheoretische Einordnung der Unternehmensstruktur ... 11
        4.1.1 Ansätze zur Untersuchung der Unternehmensstruktur ... 11
        4.1.2 Der entscheidungstheorethische Ansatz ... 12
    4.2. Gestaltungsinstrumente der Unternehmensstruktur ... 13
        4.2.1 Zentralisation/Dezentralisation ... 13
        4.2.2 Funktionalisierung (Strukturtypen) ... 14
        4.2.3 Delegation ... 15
        4.2.4 Partizipation ... 15
        4.2.5 Standardisierung ... 16
        4.2.6 Arbeitszerlegung ... 17

5. BEZIEHUNG ZWISCHEN UNTERNEHMENSKULTUR UND -STRUKTUR ... 18
    5.1 Unternehmenskultur versus Unternehmensstruktur ... 18
        5.1.1 Unterschiede zwischen Unternehmenskultur und Unternehmensstruktur ... 18
        5.1.2 Gemeinsamkeiten von Unternehmenskultur und Unternehmensstruktur ... 19
    5.2 Interdependenz zwischen Unternehmenskultur und Unternehmensstruktur ... 19
        5.2.1 Wandel der Unternehmenskultur durch Änderung der Unternehmensstruktur ... 20
        5.2.2 Einfluß der Unternehmenskultur auf die Unternehmensstruktur ... 21

6. SCHLUßBETRACHTUNG ... 22

ANHANG ... 24

LITERATURVERZEICHNIS ... 31

1. EINLEITUNG

Ziel dieser Studienarbeit ist es, Unternehmenskultur und Unternehmensstruktur als Instrumente im organisatorischen Gestaltungsprozeß zu würdigen und den Charakter ihrer Beziehung zu analysieren.
Da sowohl der instrumentale als auch der institutionale Organisationsbegriff die soziale Komponente sowie Zielgerichtetheit und Zweckbezogenheit beinhalten, wird in den weiteren Ausführungen beiden Auffassungen Rechnung getragen.
Dabei wird zunächst nach dem instrumentalen Paradigma das Unternehmen den organisierten sozialen Systemen zugeordnet. Kultur und Struktur sind Maßnahmen zur Zielerreichung, die beide in unterschiedlicher Weise Einfluß auf die Systemmitglieder nehmen. Der institutionale Organisationsbegriff umschreibt das Unternehmen als soziales Gebilde mit formalen (Unternehmensstruktur) und informalen Strukturen (Unternehmenskultur).
Um Unternehmenskultur und Unternehmensstruktur in Beziehung setzen zu können, wird im weiteren ihre Stellung und Bedeutung im Unternehmen genauer beleuchtet. Dazu ist es notwendig, beide Begriffe im Hinblick auf Wesen und Funktion zu charakterisieren, denn nur wenn die Wirkungsweisen von Unternehmenskultur und -struktur bekannt sind, lassen sich auch Aussagen zum Einsatz dieser Systemkomponenten im organisatorischen Gestaltungsprozeß treffen. Abschließend wird aufgezeigt, daß Unternehmenskultur und Unternehmensstruktur einander bedingen und sich gegenseitig beeinflussen.

2. DIE ROLLE VON KULTUR UND STRUKTUR IN DER ORGANISATION

Der Begriff der Organisation ist nicht eindeutig definierbar und wird daher in der Organisationslehre als Institution, als Instrument der Verhaltenssteuerung und als Gestaltungsmaßnahme in recht unterschiedlicher Weise verwendet.

2.1 Stellung von Kultur und Struktur nach instrumentaler Auffassung

Hill/Fehlbaum/Ulrich charakterisieren soziale Systeme unter Verwendung des instrumentalen Organisationsbegriffes nach folgenden Kriterien:
(1) Soziale Systeme weisen bestimmte grundlegende Systemeigenschaften auf.
(2) Sie gehören dem sozialen Bereich an.
(3) Sie sind zweck- und zielorientiert.
(4) Soziale Systeme haben einen spezifisch organisatorischen Charakter.
Ein Unternehmen wird hier als organisiertes soziales System begriffen. Organisation dient als Maßnahme zur Erreichung von Zwecken und Zielen, "durch die
- ein soziales System arbeitsteilig strukturiert wird und
- die Aktivitäten der zum System gehörenden Menschen, der Einsatz von Mitteln und die Verarbeitung von Informationen geordnet werden."
Danach wird das System definiert als "eine geordnete Gesamtheit von Elementen mit Beziehungen zwischen diesen Elementen" , d.h. die Strukturierung der Systemelemente folgt gewissen Regeln. Bestimmte Elemente, die untereinander eine hohe Beziehungsintensität aufweisen, bilden sogenannte Subsysteme. Ein Gesamtsystem besteht daher aus verschiedenen Subsystemen, die wiederum aus Teilsystemen zusammengesetzt sein können und sich bis in die kleinsten Einheiten eines Systems, die Elemente, hierarchisch aufgliedern lassen.
Die Organisationsmitglieder arbeiten zweck- und zielorientiert und erfüllen bestimmte Verhaltenserwartungen. Diese Erwartungshaltungen können durch Struktur oder Kultur formalisiert, d.h. gefestigt werden.
Wichtig für die Untersuchung der Beziehung von Unternehmenskultur und -struktur ist der soziale Charakter eines Systems. Die instrumentale Auffassung trifft dazu folgende Aussage: "Im Unterschied zu technischen und biologischen Systemen ist in organisierten Systemen der Mensch das wesentliche und zentrale Element. Das Verhalten des Individuums in einem sozialen System weist bestimmte systembedingte Regelmäßigkeiten auf: einerseits steht das Individuum in relativ stabilen Interaktionsbeziehungen zu anderen Systemmitgliedern (Systemstruktur), andererseits teilt es mit diesen gewisse Wertorientierungen, die sein Verhalten beeinflussen (Systemkultur)."

2.2 Stellung von Struktur und Kultur nach institutionaler Auffassung

Nach dem institutionalen Organisationsbegriff sind Organisationen "soziale Gebilde, die
- dauerhaft ein Ziel verfolgen und
- eine formale Struktur aufweisen, mit deren Hilfe Aktivitäten der Mitglieder auf das verfolgte Ziel ausgerichtet werden sollen."
Das Zusammenwirken der Systemmitglieder orientiert sich am Ziel der Organisation. Handelt es sich um ein Ziel, das von allen Mitgliedern gleichermaßen verfolgt wird, spricht man von einem dauerhaften Ziel. Die Organisationsstruktur unterstützt die Ausrichtung der Systemmitglieder auf das Systemziel. Dabei steuert sie das Verhalten der Mitglieder und überträgt das Ziel auf konkrete Verhaltenserwartungen.
"Die Organisationsstruktur ist diejenige Struktur, die einem organisierten Sozialsystem aus den organisatorischen Regeln erwächst."
Nicht alle soziotechnischen Systeme sind natürlich gewachsen. Die meisten dieser Systeme wurden durch dazu legitimierte Personen, wie z.B. die Unternehmensleitung aktiv gestaltet und dahingehend gegliedert, daß Zwecke und Ziele des Systems erreicht werden. Ein anderer Aspekt der Gestaltung ist es, die Effizienz der Unternehmung zu gewährleisten und die eigene Führungsposition zu sichern.
Die formale Struktur einer Organisation stellt ein Regelungssystem zur Verhaltens- und Leistungssteuerung der Organisationsmitglieder dar. Ein organisiertes Sozialsystem fordert von seinen Mitgliedern ausdrücklich bestimmte Handlungsweisen. Es wird dabei von Formalisierung gesprochen. Zur Formalisierung dienen organisatorische Regelungen, die in die Organisationsstruktur einfließen.
Die Interaktionen zwischen den Systemmitgliedern und die damit verbundenen Erwartungen bilden die Kultur des Systems. Systemkultur wird von gruppendynamischen Regelungen, Traditionen und individueller Steuerung des Verhaltens geprägt, die Struktur hingegen durch formale Regelungen.
Die Interaktionen der Organisationsmitglieder können daher durch bewußt aufgestellte (Organisationsstuktur) oder bereits unbewußt verinnerlichte Regeln (Organisationskultur) beeinflußt werden.

[...]


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