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ADHS im Deutschunterricht

Hauptseminararbeit, 2005, 14 Seiten
Autor: Nadja Czymek
Fach: Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwiss.

Details

Veranstaltung: ADHS
Institution/Hochschule: Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
Tags: ADHS, Deutschunterricht, ADHS
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 14
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 12  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V42324
ISBN (E-Book): 978-3-638-40381-8

Dateigröße: 156 KB
Anmerkungen :
Beim praktischen Teil hatte ich ursprünglich noch drei Aufgaben mehr dabei. Da ich diese aber hätte einscannen müssen, habe ich sie jetzt rausgenommen.



Textauszug (computergeneriert)

 

PH Ludwigsburg
 Fakultät für Sonderpädagogik, Reutlingen

Seminar: ADHS

WS 20004/05

Deutschunterricht mit

ADHS-Kindern

von
Nadja Czymek

 

 

Inhalt:


1. Einleitung S. 3

2. Was ist ADHS? S. 3

3. Deutschunterricht mit ADHS-Kindern S. 4

3.1 Allgemeines für den Unterricht mit ADHS-Kindern S. 4
3.2 Unterrichtseinheit zur Konsonantenverdoppelung S. 7

4. Reflexion S. 13

5. Literaturverzeichnis S. 14

 

 

1. Einleitung

Heutzutage bekommen sehr viele Kinder die Diagnose ADHS1 gestellt, und ungeachtet dessen, ob diese Diagnose stimmt oder nicht, muss man als Lehrer2 damit rechnen, hyperaktive, aufmerksamkeitsgestörte Kinder im Unterricht zu haben. Daher spielt die Beschäftigung mit dem Thema ADHS für alle Lehrer eine große Rolle, um möglichst gut auf Konfliktsituationen vorbereitet zu sein.

Ich werde mich im Rahmen dieser Hausarbeit damit auseinandersetzen und einige wichtige Aspekte herausarbeiten:

Zum besseren Verständnis der Seminararbeit und um mir selbst darüber klar zu werden, von was ich ausgehen werde, gehe ich kurz darauf ein, was ADHS überhaupt ist.

Dann folgt das Kernstück dieser Arbeit: Der Deutschunterricht mit ADHS-Kindern. Hier werde ich zuerst allgemein wichtige Punkte für den Unterricht mit ADHS -Kindern ansprechen, bevor ich dies an einem konkreten Beispiel zeige – der Konsonantenverdoppelung. Es folgt eine Fülle von Material, das aber nur zur Auswahl gedacht ist.

2. Was ist ADHS?

ADHS kann in allen Schulformen und in allen Altersgruppen auftreten. Möchte man genaue Prozentzahlen angeben, kommt man schnell in Schwierigkeiten, weil die ADHS-Quote von Land zu Land und sogar von Schule zu Schule unterschiedlich sein kann. Es gibt Autoren, die behaupten, dass es eine neurobiologische Krankheit namens ADHS nur selten gibt und sie stattdessen meistens gesellschaftsbedingt ist (z. B. Richard Degrandpre).3

Jeffrey Freed, einer der gefragtesten Kindertherapeuten in den USA, behauptet, dass ca. 2-3% der Bevölkerung ADHS haben.4


Zur Beschreibung von ADHS-Kindern werden meist drei Kern-Symptome herangezogen, die auch in der neueren Forschung viel Beachtung finden:
  • Aufmerksamkeit

  • Motorik

  • Impulsivität5

Freed kann aufgrund seiner jahrelangen praktischen Erfahrung mit ADHS-Kindern folgende Merkmale aufstellen:
  • Hyperimpulsiv

  • Hypersensorisch

  • Hypersensitiv

  • Hypervisuell

  • Hyperablenkbar

Und in den meisten Fällen hyperaktiv.6

Manche ADHS-Kinder werden von ihrer rechten Gehirnhälfte dominiert, d.h. sie können ihre linke Gehirnhälfte nicht entsprechend einsetzen. In der Schule wird aber die Verbindung von rechts- und linkshemisphärischem oder nur linkshemisphärisches Denken verlangt. Linkshemisphärisch dominante Menschen gehen vom Detail aus und lernen vom Detail zum Ganzen während rechtshemisphärisch dominante Menschen zuerst das Ganze im Kopf haben müssen bevor sie zum Detail kommen können. Sie haben ein sehr gutes visuelles Gedächtnis und lernen etwas, „indem sie sich an das Aussehen von Dingen erinnern und Worte in geistige Bilder verwandeln“ 7

Das zeigt sich auch darin, dass einige ADHS-Schüler im Unterricht eher auf visuelle Anweisungen reagieren anstatt auf verbale (z.B. wenn der Lehrer das Buch deutlich hochhält anstatt nur zu sagen, dass die Schüler das Buch herausholen sollen) .8

3. Deutschunterricht mit ADHS-Kindern

3.1 Allgemeines für den Unterricht mit ADHS-Kindern

Lehrer sollen zwar keine Therapie mit dem betroffenen Schüler durchführen, aber sie sollen im Stande sein, didaktische und einfache pädagogisch-therapeutische Maßnahmen durchführen zu können (z. B. Verstärkersysteme) und zum Gelingen der „tragfähigen Kooperation zwischen Elternhaus, Schule und Therapeuten“ ihren Teil beizutragen.9

Um dem Kind mit ADHS keine Sonderbehandlung innerhalb der Klasse zukommen zu lassen, die von den Schülern sowohl positiv als auch negativ aufgefasst werden könnte, bieten sich für den Unterricht solche Maßnahmen an, die für alle Schüler gelten und es trotzdem erlauben, gezielt auf das Kind mit ADHS einzugehen und ihm Fortschritte in den verschiedenen Bereichen zu ermöglichen (z. B. Ausdauer - und Konzentrationsfähigkeit, Selbstmanagement). Oft helfen diese Maßnahmen auch weniger auffälligen Kindern.

Frölich, Döpfner u. a. haben folgende 10 „didaktische Leitsätze zum Unterricht mit hyperkinetischen Schülern im Unterricht“10 entwickelt, auf die ich mich im weiteren Verlauf beziehen werde:

Didaktische Leitsätze zum Unterricht mit hyperkinetischen Schülern im Unterricht:

[...]


1 Zur besseren Lesbarkeit impliziert ADHS auch immer ADS, bzw. den Terminus „hyperkinetische Störung“.

2 Ebenfalls zur besseren Lesbarkeit verzichte ich auf die weiblichen Formen von Lehrer und Schüler.

3 Vgl. DeGrandpre, R.: Die Ritalin-Gesellschaft. Weinheim und Basel: Beltz Verlag 2002.

4 Vgl. Freed, J./Parsons, L.: Zappelphilipp und Störenfrida lernen anders. Weinheim und Basel: Beltz Verlag 2001, S. 32.

5 Vgl. Döpfner, M./Frölich, J. u. a.: Hyperkinetische Störungen. Göttingen: Hogrefe 2000, S. 1.

6 Vgl. Freed, J./Parsons, L. 2001, S. 32.

7 Vgl. ebd., S. 22f.

8 Vgl. Henle, K./Funsch, K./Lang, M.: Förderung von Kindern mit Aufmerksamkeitsstörungen durch strukturiertes Unterrichten nach dem TEACCH -Ansatz. In: Zeitschrift für Heilpädagogik 8 (2004), S. 373.

9 Vgl. Frölich, J./Döpfner, M. u.a.: Praxis des pädagogischen Umgangs von Lehrern mit hyperkinetisch - aufmerksamkeitsgestörten Kindern im Schulunterricht. In: Praxis Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie 51 (2002) S. 498.

10 Ebd., S. 501f.


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