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Gesellschaftstheorien: Über die Entstehung des modernen Staates

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 10 Pages
Author: Dr. Christoph Themel
Subject: Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2005
Pages: 10
Grade: 1
Bibliography: ~ 9  Entries
Language: German
Archive No.: V42378
ISBN (E-book): 978-3-638-40420-4
ISBN (Book): 978-3-638-77896-1
File size: 87 KB

Abstract

Der Autor dieser Arbeit wird sich mit dem Kapitel 9 aus dem Buch „Evolution der Politik – Von der Stammesgesellschaft zur modernen Demokratie“ beschäftigen. Dieses Kapitel wird nach Wimmer in drei Unterkapitel eingeteilt: • Theorien zur Entstehung des modernen Staates • Theorie der Evolution der modernen Gesellschaft • Verfassungen als evolutionäre Errungenschaft (Vgl. Luhmann) Für Marx ist „[...] das Moderne an der modernen Gesellschaft nicht mit dem Staat, sondern mit der kapitalistischen Wirtschaft identifiziert, welche die feudale Produktionsweise abgelöst habe.“ Engels wiederum sieht „[den] Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates“ und so „den Akzent auf die Klassenstruktur der Gesellschaft: war der feudale Staat identisch mit der Herrschaft der grundbesitzenden Kriegeraristokratie über eine in Leibeigenschaft gehaltene Bauernschaft gewesen, so entsteht mit den Städten eine neue bürgerliche Mittelklasse, welche die Monarchie nur benutzt, um die anderen beiden Klassen machtpolitisch auszubalancieren. Ausnahmsweise gewinnt so der absolutistische Staat eine gewisse Autonomie gegenüber der Klassenstruktur.“


Excerpt (computer-generated)

Gesellschaftstheorien

von: Christoph Themel, Mag.

 


Inhaltsverzeichnis

1 Die Entstehung des modernen Staates 3

1.2. Reformation und Staatsbildung  5
1.3 Sozialdisziplinierung  6
1.4 Funktionale Differenzierung der Gesellschaft  6
1.5 Staat und Souveränität  7
1.6 Verfassungen  9

2. Literaturverzeichnis  10

2.1 Primärliteratur:  10
2.2 Sekundärliteratur  10


 

1 „Die Entstehung des modernen Staates“

Der Autor dieser Arbeit wird sich mit dem Kapitel 9 aus dem Buch „Evolution der Politik – Von der Stammesgesellschaft zur modernen Demokratie“1 beschäftigen. Dieses Kapitel wird nach Wimmer2 in drei Unterkapitel eingeteilt:

• Theorien zur Entstehung des modernen Staates
• Theorie der Evolution der modernen Gesellschaft
• Verfassungen als evolutionäre Errungenschaft (Vgl. Luhmann)

Für Marx ist „[...] das Moderne an der modernen Gesellschaft nicht mit dem Staat, sondern mit der kapitalistischen Wirtschaft identifiziert, welche die feudale Produktionsweise abgelöst habe.“3 Engels wiederum sieht „[den] Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates“4 und so „den Akzent auf die Klassenstruktur der Gesellschaft: war der feudale Staat identisch mit der Herrschaft der grundbesitzenden Kriegeraristokratie über eine in Leibeigenschaft gehaltene Bauernschaft gewesen, so entsteht mit den Städten eine neue bürgerliche Mittelklasse, welche die Monarchie nur benutzt, um die anderen beiden Klassen machtpolitisch auszubalancieren. Ausnahmsweise gewinnt so der absolutistische Staat eine gewisse Autonomie gegenüber der Klassenstruktur.“5

Perry Andersen6 wiederum versteht sich zwar auch als Marxist, kritisiert aber den ökonomischen Determinismus des Marxismus scharf: „Japan hatte dem europäischen Feudalismus des Mittelalters durchaus vergleichbare ökonomische Strukturen entwickelt, und dennoch gelang nur in Europa der Durchbruch zur modernen kapitalistischen Gesellschaft. Folglich könne die völlig unterschiedliche Entwicklung nicht aus den ökonomischen Basisstrukturen erklärt werden [...]“7 Max Weber8 hat eine Theorie der Entstehung des modernen Staates eigentlich nicht vorgelegt. Dennoch analysiert er im wesentlichen aus militärischen Gründen gelingt es dem Fürsten, extrapatrimoniale Gebiete seiner Herrschaftsgewalt so zu unterstellen, als gehörten sie zu seinen Domänen. Innerhalb dieser Struktur ergaben sich immer neue Verwaltungsaufgaben (z.B. durch das neu eingeführte stehende Heer), die schließlich die fürstliche Bürokratie hervorbringen und die engen Grenzen des Ständestaates sprengen. Webers Theorie des Patrimonialstaates ist kritisiert worden, denn einerseits ist sie stark an der Entwicklung Preußens orientiert, andererseits ist für die moderne Bürokratie die Einbeziehung der Städte relevant; was wiederum die Durchsetzung der Steuerpflicht bedingt. Gerhard Oestreich9 unterscheidet bei der Entstehung und Entwicklung des „frühneuzeitlichen Staates“ drei Phasen.

• Bildung eines dualistischen politischen Verbandes mit geringer zentraler Gewalt im 14./15. Jahrhundert.
Dies war noch kein „Staat“. Nach dem Westfälischen Frieden wurden die föderativen Elemente noch mehr gestärkt.
• Ausbildung des Finanzstaates.
Steuern wurden durchgesetzt und eine Finanzverwaltung aufgebaut.
• Der absolutistische Staat. Stehende Heere wurden aufgebaut.

1.2. Reformation und Staatsbildung

[...]


1 WIMMER, H.: Evolution der Politik. Von der Stammesgesellschaft zur modernen Demokratie.- Wien, WUV-Universitätsverlag, 1996, S. 359 ff

2 ebendieser

3 ebendieser S. 360

4 ENGELS, F.: Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates.- Berlin, MEW, Bd. 21, Dietz Verlag, 1984

5 WIMMER, H.: Evolution der Politik. Von der Stammesgesellschaft zur modernen Demokratie.- Wien, WUV-Universitätsverlag, 1996, S. 361

6 ANDERSON, P.: Die Entstehung des absolutistischen Staates.- Frankfurt, Suhrkamp, 1979

7 WIMMER, H.: Evolution der Politik. Von der Stammesgesellschaft zur modernen Demokratie.- Wien, WUV-Universitätsverlag, 1996, S. 362

8 WEBER, M.: Wirtschaft und Gesellschaft.- Tübingen, Mohr, 1985

9 OESTREICH, G.: Ständetum und Staatsbildung in Deutschland. In: Geist und Gestalt des frühmodernen Staates.- Berlin, Duncker und Humboldt, 1969, S. 277-289


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