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Die Evolution der Informationstechnologie als Initiator gesellschaftlicher Transformation: Paradigmenwechsel von der Produktions- zur Wissensgesellschaft

Thesis (M.A.), 2004, 159 Pages
Author: Michael Daum
Subject: Politics - Miscellaneous

Details

Category: Thesis (M.A.)
Year: 2004
Pages: 159
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 240  Entries
Language: German
Archive No.: V42394
ISBN (E-book): 978-3-638-40433-4
ISBN (Book): 978-3-638-70680-3
File size: 1812 KB
Notes :



Abstract

Diese Magisterarbeit verfolgt ein politikwissenschaftliches Interesse: die Transformation der Lebens und Arbeitswelt sowie der humanen Soziosphäre, durch den Einfluss von IuK Technologie sowie deren Implikationen. Im Fokus steht ein interdisziplinärer Ansatz. Es werden technische Fakten diskutiert, psychologische Aspekte beleuchtet sowie Exkurse in die Ökonomie, die Quantenphysik und Superstringtheorie vorgestellt. Die Fülle an Argumenten zielt darauf die Kernthese zu plausibilisieren – es steht eine neue wissenschaftliche und kulturelle Revolution kurz bevor.


Excerpt (computer-generated)

Ludwig-Maximilians-Universität München
Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaft
Magisterarbeit

Die Evolution der Informationstechnologie als Initiator gesellschaftlicher Transformation:
Paradigmenwechsel von der Produktions- zur Wissensgesellschaft

eingereicht von:
Michael Daum

Wintersemester 2003/2004

0. Gliederung:
0.1. Einleitung ... 4
0.2. Vorgehensweise und Begriffsbestimmungen ... 6
0.3. Anmerkungen zur Rezitierung ... 7

1.0 Informationstechnologie, Industrie und Finanzmärkte
1.0. Das rasante Wachstum des Internet sowie der Informations- u. Kommunikations Technologie - technische und ökonomische Grundlagen.
1.1.1 Die Geburtsstunde des Internet – das „Apranet“ ... 8
1.1.2 Analyse der hohen Verbreitungsgeschwindigkeit des Internet in der Gesellschaft, sowie „Vorbilder“ der Technologie in der Natur ... 11
1.1.3 Die Ökonomische Bedeutung des Internet und die Euphorie der New Economy ... 19
1.2.0. Der„Internetboom“ als der „fünfte Kondratieff Zyklus“ - die Theorie der langen konjunkturellen „Wellen“
1.2.1. Die Anfänge der Ökonomie – Vom Goldstandard zu elektronischen Börsenplätzen ... 23
1.2.2. Analyse der Entwicklung der Ökonomie nach philosophischen, physikalischen und mathematischen Mustern und Homologen ... 25
1.2.3. Der Internetboom war ein prognostizierbares Ereignis – technologisch induziert und mit enormen kulturellen Auswirkungen ... 35
1.3.0. Der internationale „Börsencrash“ als Folge der „E-Commerce Euphorie“ - Börsenpsychologie und Standortfaktoren in exemplarischer Analyse
1.3.1. Die psychologischen Hintergründe der „DOT COM“ Spekulationsblase ... 40
1.3.2. Der „Shareholder Value“ als inflationäre Mentalität und der Europäische „Kopierversuch“ der Erfolgsstory des NASDAQ ... 47
1.3.3. Der „Wintelismus“ als Leitbild für eine neue Marktkultur? – versus Ökonomische Standortfaktoren in exemplarischer Analyse ... 53

2. Politischer Stellenwert und gesellschaftlich transformatives Potential der Informations- und Kommunikationstechnologie.
2.1.1 Aspekte der Entmaterialisierung der heutigen Arbeits- und Lebenswelt ... 61
2.1.2 Exemplarische Implikationen der Tendenz der Virtualisierung und das Entstehen einer neuen Kulturtechnik ... 65
2.1.3 Perspektiven theoretisch unbegrenzten wirtschaftlichen Wachstums ... 70
2.2 Neue Arbeitswelt auf dem Hintergrund technologischer Innovationen
2.2.1 Systemtheoretische Aspekte der Transformation von Gesellschaft durch Technologie auf dem Hintergrund ausgewählter gesellschaftlicher Funktionen ... 77
2.2.2 Arbeitsmarktpolitik und Aspekte des „Mythos“ der Vollbeschäftigung ... 82
2.2.3 Die digitale Kluft und deren mögliche Überwindung durch eine moderne Variante des „Marshall Plans“ ... 88

3. Der Paradigmenwechsel von der Produktions- zur Wissensgesellschaft - ausgewählte Bewegungen
3.1.1 Aufbruch in die Wissensgesellschaft, Adaption „technischer Vorbilder“ der Natur und der „Globale Netzwerk Leviathan“ als Metapher der Moderne ... 95
3.1.2 „ Ausblick auf Technologie von Morgen –Neuronale Netze und Künstliche Intelligenz ... 104
3.1.3 Technologie und Transzendenz – die Bewegung der „Extropianer“ ... 112
3.2.0. Analyse des transformativen Potentials emergierender Basistechnologien
3.2.1 Nanotechnologie in ihrem Potential und konkreten Anwendungsbeispielen ... 117
3.2.2 Globale Perspektiven exponentiell expandierender IT Ressourcen ... 123
3.2.3 Konvergenz der wissenschaftlichen Disziplinen am Beispiel fortgeschrittener Rechenmaschinen ... 129
3.3.2 Exkurs über die Funktionsweise eines Quantencomputers ... 136
3.3.3 Quo Vadis Homo S@piens ? - Philosophische Schlussbetrachtungen und Ergebnis ... 140

4.1. Glossar ... 145
4.2. Literaturverzeichnis (Monogafien, Periodika und „Hyperlinks“) ... 146

 

0.1.Einleitung


„Im unendlichen Raum schweben zahllose leuchtende Kugeln, um jede von welchen etwa ein Dutzend kleinerer beleuchteter sich wälzt, die, inwendig heiß, mit erstarrter, kalter Rinde überzogen sind, auf der ein Schimmelüberzug lebende und erkennende Wesen erzeugt hat – dies ist die empirische Wahrheit, das Reale, die Welt.“ 1

Arthur Schopenhauer

Das Interesse dieser Arbeit gilt der modernen Technologie und ihrem Einfluss auf die Gesellschaft. Diese Thematik ist in der heutigen Zeit des anbrechenden 3. Jahrtausends besonders relevant, weil die Transformation der Gesellschaft, die sich auf diversen ihrer Ebenen zunehmend exponentiell beschleunigt, ihre Dynamik und Inhalte zu einem eminent wichtigen Anteil, aus den Kräften einer sich evolutionär entwickelnden Technologie ableitet, heute insbesondere der Informations- und Kommunikationstechnologie (IuK bzw. IT). Die Belegung der These, dass die Evolution der Informations- bzw. IuK Technologie als (Kern-) Initiator der beobachtbaren Transformation der Gesellschaft interpretiert werden kann, soll den Leitfaden der Argumentationsstruktur dieser Arbeit bilden.

Im Aufbau der Analyse, wird der Zusammenhang von Informationstechnologie, Industrie und Finanzmärkten den Auftakt bilden. Eine deutliche Gliederung der gesamten Arbeit in drei Hauptteile wird die Struktur klar und übersichtlich halten, dabei werden die Argumente oft bewusst assoziativ aneinander gereiht werden. Dies ist hier als Stil- und Ausdrucksmittel einzuwerten, dass den „Charakter“ der zentralen Begriffe Information, Evolution und Transformation verdeutlichen und plastisch wahrnehmbar gestalten soll.

Der mittlere Part beschäftigt sich dann anhand ausgewählter Beispiele mit der politischen Bedeutung von gesellschaftlicher Transformation, während der dritte und abschließende Part die Technologie vollends in den Mittelpunkt der Untersuchungen rückt, und die spezifischen Implikationen ihrer Entwicklung auch in die künftigen teilweise abstrakten technischen Entwicklungen hinein exemplarisch beleuchtet.

Die Dreiteilung ist insofern auch zeitlich in einer logischen Folge, als das im ersten Part vorwiegend Aspekte der Vergangenheit technologischer Entwicklung thematisiert werden, im mittleren Part Aspekte der Gegenwart und im dritten Teil schließlich Aspekte der künftigen Entwicklung, die bereits heute ihre Schatten spürbar voraus wirft, um bildhaft zu sprechen. Neben der reinen Kraft empirischer Belege, sowie der geeigneten Auswahl von pointierten Argumenten, Zitaten und Belegen, werden auch weitere Thesen aufgestellt und erörtert, um den Verlauf der Untersuchung zu unterstützen und zu visualisieren.

Die Mittel der logischen Schlussfolgerung nach Art der Aristotelischen Syllogismen steht der Arbeitsweise dabei generell Pate, an ausgewählten Stellen, insbesondere im mittleren Part der Arbeit, wird zusätzlich ausgeprägt von dem Mittel der Systemtheorie Gebrauch gemacht, die nach der Lesart und Couleur Niklas Luhmanns interpretiert und angewendet wird.

Generell ist der Ansatz der Arbeitsweise neben ihrem Focus auf die Belange der Politikwissenschaft auch interdisziplinär orientiert. Exkurse in Themenbereiche der Informatik, der Physik und der Mathematik werden, wo angebracht, genauso Eingang in die Kombination der Argumentationslinie finden, wie die vorwiegend verwendeten politikwissenschaftlichen, soziologischen und philosophischen Argumente.

Aufgrund der Komplexität der Thematik, ist der interdisziplinäre Ansatz als einziger wirklich geeignet, wie ich nicht ermüden werde zu betonen, ein Bild der zentralen Tendenzen der beschriebenen Vorgänge zu veranschaulichen, dass weder durch fachliche Einseitigkeit geprägt ist, noch Gefahr läuft in generalisierenden Allgemeinplätzen zu verbleiben.

Es soll vielmehr, trotz des vermeintlich überzeichneten Anspruchs der These, für den knappen Raum einer Magisterarbeit, eine übersichtlicher Abriss der kumulierten interdisziplinären Foci der Transformation der Gesellschaft durch IuK Technologie geleistet werden, der schließlich klare Tendenzen und Grundströmungen herauskristallisiert, die als Arbeitshypothesen für politische konkrete Handlungsempfehlungen dienen können. So wird in der Abfolge von Belegen und Zahlenmaterial, welche stets nur exemplarischen Anspruch zu erheben beansprucht, einen ausgesuchten aber zentralen Zusammenhang zu beleuchten, immer wieder die „Metaebene“ der Beobachtung bezogen. Von dieser aus wird mit philosophischen Abstraktionsmethoden, mathematischen und physikalischen Definitionen, sowie mit politischem Weitblick der Korridor abgesteckt, entlang dem sich die bisherige Evolution der Technologie vollzog. Von der Entstehungsgeschichte des Internet aus seinem militärisch inspirierten Vorläufer des „Apranet“, über die Gepflogenheiten eines voll elektronisierten globalen neoliberalen „Online – Börsen – Marktes“, werden die Beobachtungen, Schlüsse und Extrapolationen es gestatten, durch die Gegenwart der Transformation von Arbeits- und Lebenswelt, über die IuK Technologie, bis zu deren vorläufiger Spitze der Evolution zu leiten – zur Genese einer ubiquitären intelligenten technisierten Umwelt. Wobei stets bedacht wird, alle beschriebenen Tendenzen auch kritisch zu hinterfragen, um um auch die bestehenden Kontroversen zu beleuchten.

0.2. Vorgehensweise und Begriffsbestimmungen:

Die Herangehensweise dieser Arbeit ist zunächst primär auf die klare Verfolgung der Kernthese, „Die Evolution der Informationstechnologie ist Initiator gesellschaftlicher Transformation“, ausgerichtet. Diese These wird an geeigneter Stelle in feiner gegliederte Unterthesen differenziert, die jeweils direkt bzw. in den Fußnoten als Thesen des Verfassers kenntlich gemacht sind. Zum Ende der Arbeit werden diese Thesen zusammengeführt, um die Ordnung der Argumentationslinie in einem Ergebnis münden zu lassen.

Die Verfolgung der Kernthese immer wieder angereichert mit direkten Beispielen aus der heutigen Lebenswelt oder Welt der Technologie. Die primär für die Arbeit verwendeten zentralen Begrifflichkeiten, möchte ich bereits hier in einer Definition vorwegnehmen. Weitere relevante Definitionen erfolgen unmittelbar im Kontext der entsprechenden Thematik selbst, im Fortgang der Arbeit.

Der Begriff der Evolution, wie er ursprünglich von Darwin zur Spezifikation seiner revolutionären Vererbungslehre eingeführt wurde, und später eine neo – darwinistische Interpretation auch in verschiedenen politischen Kontexten erfuhr, soll hier frei von interpretatorisch eingrenzendem Ballast benutzt werden. Dieser Begriff, der mit Entfaltung übersetzt werden kann, bezeichnet hier eine solche im weitesten Sinne.[...]


1 Schopenhauer, Arthur (1818/1996): „Die Welt als Wille und Vorstellung“, Zweiter Band, Insel Verlag, Frankfurt a.M., S. 11


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