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Subtitle: Lian: "Es sind die Wolken, die die Sterne bewegen" und Zeevaert: "Max, mein Bruder"
Examination Thesis, 2004, 190 Pages
Author: Annika Ringelkamp
Subject: German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies
Details
Tags: Eine, Analyse, Kinderbücher, Thema, Sterben, Trauer
Year: 2004
Pages: 190
Grade: 1,0 (sehr gut)
Bibliography: ~ 51 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-40461-7
ISBN (Book): 978-3-638-70668-1
File size: 1146 KB
Die Arbeit wurde im Rahmen der Ersten Staatsprüfung für das Lehramt für die Primarstufe verfasst - sie eignet sich für alle interressierten Leser der Themenbereiche: Sterben/ Sterbephasen, Tod, Trauerprozesse/ Verlustbewältigung, Entwicklungsstufen des Todesverständnisses bei Kindern und Jugendlichen, Folgen für die Familie bei dem Tod eines Kindes, Geschwister/ Geschwistertod, Verlust eines Kindes durch (Krebs-) Krankheit, Analyse von Kinderbüchern
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Abstract
Die Arbeit wurde im Rahmen der Ersten Staatsprüfung für das Lehramt für die Primarstufe verfasst - sie eignet sich für alle interressierten Leser der Themenbereiche: Sterben/ Sterbephasen, Tod, Trauerprozesse/ Verlustbewältigung, Entwicklungsstufen des Todesverständnisses bei Kindern und Jugendlichen, Folgen für die Familie bei dem Tod eines Kindes, Geschwister/ Geschwistertod, Verlust eines Kindes durch (Krebs-) Krankheit, Analyse von Kinderbüchern.
Excerpt (computer-generated)
T. Lian: Es sind die Wolken, die die Sterne bewegen - S. Zeevaert: Max, mein Bruder.
Eine vergleichende Analyse der beiden Kinderbücher zum Thema ’Sterben, Tod und Trauer’
Schriftliche Hausarbeit, vorgelegt im Rahmen der Ersten Staatsprüfung
für das Lehramt für die Primarstufe.
von Annika Ringelkamp
Münster, im März 2004
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung ... 4
Hinweise zu der Arbeit ... 8
II Aspekte der Thematik ’Sterben, Tod und Trauer’ ... 9
1. Entwicklungsstufen des Todesverständnis vom Säuglings- bis zum Jugendalter ... 9
1.1 Säuglings- und Kleinkindalter (Geburt bis zweites Lebensjahr) ... 9
1.2 Vorschulalter (drittes bis fünftes Lebensjahr) ... 10
1.3 Grundschulalter (sechstes bis zehntes Lebensjahr) ... 12
1.4 Jugendalter (ca. ab dem elften Lebensjahr) ... 13
2. Familie und Kindheit im Wandel der Zeit ... 15
3. Geschwister ... 18
3.1 Geburtsrangplatz ... 20
3.1.1 Erstgeborene ... 21
3.1.2 Zweitgeborene ... 21
3.1.3 Dritt- oder Letztgeborene ... 22
3.2 Altersabstand ... 22
3.3 Geschlecht ... 24
4. Krebs ... 25
4.1 Begriffsdefinition und die Entstehung von Krebs ... 26
4.2 Ursachen von Krebserkrankungen ... 27
4.3 Häufigkeit von Neuerkrankungen ... 28
4.4 Häufigkeit von Krebsarten ... 28
4.5 Behandlungsmöglichkeiten ... 29
4.5.1 Operationen ... 29
4.5.2 Behandlung mit Zytostatika ... 30
4.5.3 Radiotherapie ... 31
4.6 Maligne Knochentumoren ... 32
4.6.1 Ewing-Sarkome ... 32
4.6.2 Osteosarkome ... 33
4.7 Therapieziele ... 33
4.8 Risiken und Nebenwirkungen der Behandlung ... 33
4.9 Heilungschancen ... 34
4.10 Rückfälle ... 35
5. Sterben, Tod und Trauer ... 35
5.1 Tod ... 35
5.2 Sterben ... 36
5.2.1 Nicht-wahrhaben-Wollen ... 37
5.2.2 Zorn ... 37
5.2.3 Verhandeln ... 38
5.2.4 Depression ... 38
5.2.5 Zustimmung ... 39
5.3 Trauer ... 39
5.3.1 Nicht-wahrhaben-Wollen ... 40
5.3.2 Aufbrechende Emotionen ... 41
5.3.3 Suchen und Sich-Trennen ... 41
5.3.4 Neuer Selbst- und Weltbezug ... 42
5.4 Besonderheiten der kindlichen Trauer ... 43
6. Wenn ein Kind stirbt ... 44
6.1 Situation des erkrankten Kindes ... 45
6.2 Situation der Eltern ... 46
6.3 Situation der Geschwister ... 47
6.4 Situation der Geschwister in der Familie ... 48
6.5 Situation des Umfeldes ... 52
7. Kinderliteratur ... 52
7.1 Definition Kinderliteratur ... 52
7.2 Entwicklung der Kinderliteratur ... 53
7.3 Das problemorientierte Kinderbuch ... 53
7.3.1 Entwicklung ... 54
7.3.2 Wirkung ... 54
7.3.3 Problemorientierte Kinderbücher zum Thema Tod ... 55
III Analyse des Kinderbuches „Max, mein Bruder“ von Sigrid Zeevaert ... 57
A Inhaltliche Analyse ... 58
1. Zur Autorin ... 58
2. Inhaltsangabe ... 58
3. Realitäts- und Problemgehalt ... 59
3.1 Themenbezug ... 59
3.2 Personenkonstellation und Beziehungsmuster ... 59
3.2.1 Das erkrankte Kind: Max und seine Zwillingsschwester: Johanna ... 59
3.2.2 Die Eltern ... 63
3.2.3 Die weiteren Geschwister: Christina und Veronika ... 64
3.2.4 Die Familie ... 66
3.3 Verlauf der Krankheit ... 67
3.4 Sterbe- und Trauerprozess ... 71
3.4.1 Situation und Sterbeprozess des erkrankten Kindes: Max ... 71
3.4.2 Situation und Trauerprozess der Zwillingsschwester: Johanna ... 75
3.4.3 Situation und Trauerprozess der Familie ... 82
3.5 Das Ende der Geschichte ... 87
B Stilanalyse – Sprache / Form ... 89
1. Äußere Gestaltung ... 89
2. Struktur / Aufbau des Buches ... 91
2.1 Gattung ... 91
2.2 Handlungsverlauf ... 92
2.3 Spannungsverlauf ... 95
2.4 Erzähl- und Wahrnehmungsperspektive ... 97
2.5 Verhältnis von Unterhaltsamkeit, Spannung und Sachinformation ... 100
3. Sprache ... 100
4. Adressatenbezug - Rezeptionsanalyse ... 105
IV Analyse des Kinderbuches „Es sind die Wolken, die die Sterne bewegen“ von Torun Lian ... 108
A Inhaltliche Analyse ... 109
1. Zur Autorin ... 109
2. Inhaltsangabe ... 109
3. Realitäts- und Problemgehalt ... 110
3.1 Themenbezug ... 110
3.2 Personenkonstellation und Beziehungsmuster ... 111
3.2.1 Maria ... 111
3.2.2 Pilten ... 112
3.2.3 Die Mutter ... 115
3.2.4 Der Vater ... 115
3.2.5 Jakob ... 117
3.2.6 Das Umfeld ... 118
3.3 Trauerprozess ... 119
3.3.1 Die Zeit vor der ersten Begegnung ... 119
3.3.2 Die erste Begegnung ... 124
3.3.3 Die Zeit nach der ersten Begegnung ... 129
3.3.4 Die zweite Begegnung ... 132
3.3.5 Die Zeit nach der zweiten Begegnung ... 136
3.4 Das Ende der Geschichte ... 138
B Stilanalyse – Sprache / Form ... 143
1. Äußere Gestaltung ... 143
2. Struktur / Aufbau des Buches ... 146
2.1 Gattung ... 146
2.2 Handlungsverlauf ... 148
2.3 Spannungsverlauf ... 150
2.4 Erzähl- und Wahrnehmungsperspektive ... 153
2.5 Verhältnis von Unterhaltsamkeit, Spannung und Sachinformation ... 156
3. Sprache ... 157
4. Adressatenbezug - Rezeptionsanalyse ... 163
V Vergleich der beiden Kinderbücher „Max, mein Bruder“ und „Es sind die Wolken, die die Sterne bewegen“ ... 166
1. Inhaltlicher Vergleich ... 166
1.1 Thema ... 166
1.2 Personenkonstellation ... 167
1.3 Realitätsgehalt ... 168
2. Formeller Vergleich ... 169
2.1 Struktur / Aufbau der Bücher ... 169
2.2 Sprache ... 171
3. Adressatenbezug ... 173
VI Schlussbemerkung ... 179
Literaturverzeichnis ... 182
Abbildungsverzeichnis ... 187
I Einleitung
Der Tod eines geliebten Menschen verändert die Welt.
Der Tod eines Kindes zerbricht sie.
Der Tod eines geliebten Menschen ist ein einzigartig tragischer Verlust. Mit diesem Verlust zu leben erscheint dem Trauernden als eine unlösbar schwere Aufgabe. Sein Verständnis von der Welt und dem eigenen Selbst wurde tief erschüttert. Das Leben hat sich unwiderruflich verändert und zwingt den Trauernden zur Wandlung, ob er will oder nicht.1 Nur wenn er bereit ist, den Tod zu akzeptieren und die damit verbundenen Gefühle auszuhalten, wird er den Verlust bewältigen und sein Leben neu beginnen können.
Der Trauerprozess um den Tod eines geliebten Menschen ist eine Grenzsituation, die den Trauernden verändern und auch zerbrechen kann.2 „Um wirklich trauern zu können, um den Verlust aufzuarbeiten, ist die Bereitschaft sowohl des Trauernden als auch seiner Umgebung nötig, Tod und Trauer zu akzeptieren.“3 Trauer ist immer ein sozialer Prozess. Doch in einer Gesellschaft, die die Auseinandersetzung mit dem Sterben, dem Tod und der damit verbundenen Trauer verweigert,4 geraten sterbende und trauernde Menschen schnell in eine trostlose Isolation und Einsamkeit. Der Gedanke an die Endlichkeit unserer Existenz passt nicht in eine Zeit „in der Jugendlichkeit, Gesundheit, Leistungsfähigkeit die Welt dominieren“.5 Die Thematik ’Sterben, Tod und Trauer’ stört das Bild von dem gesunden Menschen als die Normalität. Es erscheint so viel leichter, diese Seite der menschlichen Existenz zu verschweigen, sie zu tabuisieren und der Unvermeidbarkeit des Todes auszuweichen. Doch letztendlich schafft diese Illusion viel größeres Leid. Früher oder später wird jeder Mensch mit Todeserlebnissen konfrontiert, sei es mit dem Tod anderer oder mit dem eigenen. Diese Konfrontation zerbricht das vertraute Bild von der Welt. Mit all der Bedrohung und dem Schmerz bricht die Todeswirklichkeit auf den desillusionierten Menschen ein.
Als ganz besonders erschütternd wird der Tod eines Kindes empfunden. Dank großer medizinischer Fortschritte ist das Alter der Kinder und Jugendlichen statistisch betrachtet das gesündeste Lebensalter.6 Demzufolge wird das gesunde Kind als Selbstverständlichkeit und Normalität angesehen. Der Tod eines Kindes, das sein ganzes Leben noch vor sich hatte, das für Lebendigkeit und Zukunft steht, scheint immer wider die Natur zu sein und ist kaum zu akzeptieren. Doch Kinder sterben wirklich. In Deutschland erkranken jährlich allein etwa 2000 Kinder an bösartigen Erkrankungen. 7 Familien werden ganz unerwartet in eine unvergleichbar tragische Krise gestürzt. Mit dem Tod oder dem drohenden Tod eines Kindes verändert sich das Leben der Familienmitglieder grundlegend und mit ihnen das gesamte Familienleben. Die Familien sehen sich nun mit der Realität und Bedrohung des Sterbens und des Todes konfrontiert. Die Trauer um den drohenden oder bereits erlittenen Verlust ist unermesslich. Der Tod eines geliebten Menschen verändert die Welt; der Tod eines Kindes zerbricht sie.8 Die Familie und ihr soziales Umfeld erleiden einen schweren Verlust, der sie und ihre Beziehungen zueinander tief erschüttert. In ihrer tiefen Trauer benötigen sie Orientierung und Trost, um aus der Krise wieder herauszufinden. Doch weder das eine noch das andere zu geben sind viele Menschen in der Lage. „Das Wegschieben von Tod und Trauer als zentrale Lebenserfahrungen hat auf der persönlichen Ebene zu einer enormen Hilflosigkeit und Sprachlosigkeit geführt.“9 Die Menschen finden keine Worte und Gesten des Trostes. Die Trauernden geraten in eine Isolation und Einsamkeit, die die heilsame Bewältigung des Verlustes stark gefährden kann, denn Trauer ist immer ein sozialer Prozess.10
Der Tod eines Kindes bedeutet für seine Familie eine unvergleichbar tragische Krisensituation. Das Leben wird für sie niemals mehr so sein wie zuvor. Ihre Zuneigung und Liebe fallen ins Leere, denn das Kind und die Beziehung zu ihm sind verloren und mit ihm das vertraute Bild von der Familie und dem eigenen Selbst. Häufig wird übersehen wie schwer dieser Verlust die Kinder trifft, die überlebenden Geschwister. Durch den Tod des Geschwisters verlieren sie einen einzigartigen Partner, der in dem Leben des Kindes eine Rolle eingenommen hat, die keine andere Person je ausfüllen kann.11 Aus der Unsicherheit heraus, mit Kindern über derart belastende Themen zu sprechen, wird besonders vor ihnen die Thematik ’Sterben, Tod und Trauer’ tabuisiert. In der Annahme, Kinder seien zu jung und nicht in der Lage den Verlust zu verstehen, wird übersehen mit welcher Intensität Kinder trauern und in welchem Ausmaß sie emotional durch den Umgang der Erwachsenen mit dem Tod beeinträchtigt werden.12
[...]
1 vgl. V. Kast: Trauern. Phasen und Chancen des psychischen Prozesses. Stuttgart, 1999. S. 17.
2 vgl. V. Kast: Trauern. S. 21.
3 V. Kast: Trauern. S. 88.
4 vgl. M. Sahr: Problemorientierte Kinderbücher im Unterricht der Grundschule. Baltmannsweiler, 1987. S. 131.
5 M. Specht-Tomann / D. Tropper: Wir nehmen jetzt Abschied. Kinder und Jugendliche begegnen Sterben und Tod. Düsseldorf, 2000. S. 9.
6 vgl. P. Gutjahr: Krebs? Mein Kind? Leukämie und bösartige Tumoren bei Kindern. Stuttgart; Leipzig, 2000. S. 9 und 19.
7 vgl. P. Gutjahr: Krebs? Mein Kind? S. 24.
8 vgl. B. Rosof: Wenn ein Kind stirbt. Wie Familien mit Tod und Trauer umgehen. München, 1998. S. 65.
9 M. Specht-Tomann / D. Tropper: Wir nehmen jetzt Abschied. S. 8.
10 vgl. M. Baßler / M.-T. Schins: „Warum gerade mein Bruder?“. Trauer um Geschwister. Erfahrungen, Berichte, Hilfen. Reinbek bei Hamburg, 1992. S. 20.
11 vgl. M. Baßler / M.-T. Schins: „Warum gerade mein Bruder?“. S. 15.
d vgl. M. Baßler / M.-T. Schins: „Warum gerade mein Bruder?“. S. 9 und S. 13.
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