J.A Schumpeter: Demokratie als Markt und Methode 'Die Demokratie ist die Herrschaft des Politikers'

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Details
Autor: Katharina Silo
Fach: Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Institution/Hochschule: Christian-Albrechts-Universität Kiel
Jahr: 2003
Seiten: 17
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 5 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 191 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-40478-5
Textauszug (computergeneriert)
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Institut für Politische Wissenschaft
Einführung in die politische Theorie und Ideengeschichte
SoSe 2003
J.A Schumpeter: Demokratie als Markt und Methode
„Die Demokratie ist die Herrschaft des Politikers“
(J.A. Schumpeter in: Kapitalismus Sozialismus und Demokratie.
2. Aufl. 1950. S. 452.)
von
Katharina Silo
Inhalt
1. Einleitung 2
2. Schumpeters Demokratietheorie: Herleitung 3
2.1 Das Denkexperiment 3
2.2 Ablehnung der „klassischen Lehre“ 4
2.3 Schumpeters Menschenbild 5
3. Schumpeters Demokratiedefinition: Methode und Markt 6
3.1 Methode 6
3.2 Markt 7
3.3 Ausgestaltung der Demokratie 7
3.3.1 Voraussetzungen 8
3.3.2 Wichtigste Elemente 9
3.3.3 Der Konkurrenzkampf um Wählerstimmen 10
3.3.4 Die Elite 11
4. Bewertung 12
4.1 Probleme und Vorteile der Demokratie 12
4.2 Lösung: Persönlichkeiten 13
5. Schluss 13
Literatur 14
1. Einleitung
Joseph Alois Schumpeter (1883-1950) beschäftigte sich neben seinen ökonomischen Studien1 auch mit soziologischen und politikwissenschaftlichen Themen. In Capitalism, Socialism and Democracy entwirft er neben der Darstellung von Sozialismus und Kapitalismus auch eine Theorie der Demokratie. Diese sollte zwar in erster Linie im Hinblick auf die Verträglichkeit mit dem Sozialismus untersucht werden und war insofern nicht in erster Linie eine Auseinandersetzung mit der Demokratie an sich. Dennoch beinhaltete Schumpeters Theorie neue und später häufig zitierte Ansätze.
Seine Definition der Demokratie als Markt und Methode war ein erster Schritt in Richtung der ökonomischen Demokratietheorie, beispielsweise eines Anthony Downs, und wird häufig im Zusammenhang mit Rational- oder Public -Choice-Analysen und der sog. „rationalen“ Ausrichtung der modernen Demokratietheorie als grundlegend genannt2.
Schumpeters Demokratietheorie scheint stark von den politischen Ereignissen seiner Zeit beeinflusst, dementsprechend skeptisch steht er dem Funktionieren einer Demokratie gegenüber. Er sieht viele Gefährdungen und nimmt der Demokratie an sich jeglichen moralischen Vorteil gegenüber anderen Systemen. Stark geprägt ist seine Theorie durch sein Menschenbild. Die Kombination seines Menschenbildes mit dem Marktvergleich lässt die Hypothese zu, dass die Demokratie nach Schumpeters Definition grundsätzlich durch Populismus gefährdet ist3.
Mit der Herleitung seiner Demokratiedefinition setzt sich der erste Teil der Arbeit auseinander, die Funktionsweise der Demokratie wird im zweiten Teil der Arbeit dargelegt. Im Schlussteil werde ich dann auf die Kritik an Schumpeter und die Populismusproblematik eingehen.
2. Schumpeters Demokratietheorie: Herleitung
In seinem Werk Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie (Capitalism, Socialism and Democracy) 4 setzt sich Schumpeter wie eingangs erwähnt neben der „Marxschen Lehre“, dem Kapitalismus und dem Sozialismus, auch mit dem Thema Demokratie auseinander. Er entwirft ein Modell der Demokratie als Markt und Methode5, das viel zitiert aber auch kritisiert ist. Mit seinem Modell versucht er nach eigener Aussage eine „realistischere Theorie der Demokratie“ zu beginnen. Die Demokratie ist demnach kein Ziel mehr an sich, also kein moralischer Wert, sondern allein eine bestimmte „Arbeitsweise“ der Entscheidungsfindung in einer Gesellschaft.
Schumpeter entwickelt seine Demokratietheorie, indem er zuerst ein Denkexperiment kreiert, und dann die klassische Lehre untersucht und seine Kritikpunkte darlegt. Darauf aufbauend entwickelt er sein Gegenbild:
2.1 Das Denkexperiment
Mit seinem Denkexperiment versucht Schumpeter seinen Leser schon vor der Definition der Demokratie als Methode auf genau diese von ihm erdachte Tatsache hinzuweisen. So konstruiert Schumpeter eine Situation, in der ein allgemein als demokratisch anerkanntes System auf demokratische Weise die Entscheidung trifft, eine durch ein bestimmtes Merkmal gekennzeichnete Gruppe aus der Gesellschaft auszuschließen und zu verfolgen6. Er stellt die Frage, inwieweit eine demokratische Verfassung zu billigen wäre, die dies ermögliche. Er kommt zu dem Schluss, dass selbst der „[...]glühendste Demokrat[...]“ „[...]letzte Ideale und Interessen[...]“ kennt, die er „[...]über die Demokratie stellen wird[...]“.7 Aus dieser Erkenntnis schlussfolgert Schumpeter, dass die Demokratie nichts anderes als eine politische Methode darstellt und dementsprechend kein „[...] Ziel an sich sein kann.“8
[....]
1 Buisness Cycles..
2 Vgl. z. B. I. Heinemann: Public Choice und moderne Demokratietheorie. Frankfurt/Main 1999. Hier S. 28.
3 Unter Populismus soll hier die allgemeine Definition Nohlens verstanden werden: Der Begriff Populismus „[...] dient allg. als Bezeichnung für eine negativ bewertete Politik, die sich in der Gier nach Zustimmung von seiten des Volkes demagogischer Parolen bedient, dem Volke nach dem Munde redet, an Instinkte appelliert und einfache Lösungen propagiert sowie verantwortungsethische Gesichtspunkte weitestgehend außer acht läßt.“ D. Nohlen: Populismus. In: D. Nohlen (Hg.): Kleines Lexikon der Politik. München 2001. S. 405-406. Hier S. 405.
4 J.A. Schumpeter: Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie. 2. Aufl. München 1950.
5 Den Begriff „Methode“ definiert Schumpeter hier als „[...] eine gewisse Art institutioneller Ordnung, um zu politischen – legislativen und administrativen – Entscheidungen zu gelangen.“ Ebda. Hier S. 384.
6 Vgl. ebda S. 383. Um darzulegen, dass sein Gedankenexperiment nicht sehr abwegig ist, nennt Schumpeter auf S. 382f. einige historische politische Ereignisse.
7 Ebda. S. 384.
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