Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 17 Pages
Author: Carolin Spangenberg
Subject: German Studies - Linguistics
Details
Tags: Etymologie, Farbadjektivs
Year: 2004
Pages: 17
Grade: gut
Bibliography: ~ 19 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-40492-1
File size: 270 KB
Other users also were interested in the following titles:
Excerpt (computer-generated)
Heinrich-Heine-Universität
Hauptseminar „Etymologie und Wortgeschichte des Deutschen“
9. Semester
Zur Etymologie des Farbadjektivs rot
von: Carolin Spangenberg
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. etymologische Betrachtung zum Begriff Farbe 2
3. Etymologie des Farbadjektivs rot 3
3.1. lexikalische und semantische Darstellung der Wortgeschichte 3
3.2. Kulturgeschichtliche Bedeutung der Farbe Rot 6
3.2.1. Die traditionelle Wirkung 6
3.2.2. Die psychologische und symbolische Wirkung 8
3.3. Farbphraseologische Verbindungen mit dem Adjektiv rot 10
3.3.1. Teilweise idiomatisierte adnominale Farbphraseologismen 10
3.3.2. Vollständig idiomatisierte adnominale Farbphraseologismen 11
3.3.3. Nicht- adnominale Farbphraseologismen 13
4. Schlussbemerkungen 14
5. Literatur 15
1. Einleitung
Auf einer Internetseite fand ich zum Thema Farbbedeutung rot die folgenden Aphorismen, die man aus heutiger Sicht in Verbindung mit rot setzt. „Rot steht für die Liebe, Körperbewusstsein, Selbstvertrauen, Furchtlosigkeit, Kraft, Durchhaltevermögen, Sinnlichkeit, Triebhaftigkeit, Leidenschaft, Wut, Hass, Selbständigkeit, Lebenslust, Macht und Eroberung.“1 In der vorliegenden Arbeit möchte ich versuchen das Farbadjektiv rot etymologisch zu untersuchen. Dabei versuche ich herauszufinden, ob die oben genannten Assoziationen zu rot in Verbindung stehen mit der geschichtlichen Entwicklung und Bedeutung dieser Farbe. Somit ist es also nicht nur wichtig, sich der lexikalischen und semantischen Darstellungen anzunehmen sondern auch die Kulturgeschichte diese Farbadjektivs zu betrachten. Darüber hinaus gilt die Aufmerksamkeit auch den Phraseologismen, den typischen Wortverbindungen und charakteristischen Redensarten, die mit rot in Zusammenhang gebracht werden. Denn mit Hilfe der Intention dieser Phaseologismen kann man auch die Wortbedeutung und Wortgeschichte der Farbe rot verständlich und logisch darstellen beziehungsweise belegen. Beginnen möchte ich mit der etymologischen Betrachtung des Begriffes Farbe, um aufzuzeigen wie das Wort entstanden ist und wie sich die Bedeutung, des uns heute bekannten Oberbegriffes für alle Farben, im Laufe der Zeit verändert hat.
2. etymologische Betrachtung zum Begriff Farbe
Da es sich bei dem zu betrachtenden Adjektiv um eine Farbe handelt, möchte ich zu Beginn die Wortgeschichte des Farbbegriffes ein wenig betrachten, damit man eine Vorstellung hat, was dieser „Oberbegriff“2 eigentlich bedeutet bzw. woher er kommt. An dieser Stelle muss man aber gleich sagen, dass es ziemlich schwierig ist, einen schlüssigen Ursprung zu finden, da die Meinungen dabei teils auseinander gehen. Den ersten Beleg in der deutschen Sprache für das Substantiv Farbe kann man nach Friedrich Kluge in das achte Jahrhundert einordnen. Im Mittelhochdeutschen gab es die Wörter varwe und var3, die Farbe und farbig4 bedeuteten. Im Althochdeutschen fand man das Wort far(a)wa 5. Aus dem Germanischen lässt sich farwa (maskulin) und farwö 6 (feminin) belegen, welche Form, Farbe und Gestalt bedeuten. Im Dativ Singular gab es auch im Gotischen das Wort farwa 7 und es bedeutete ebenfalls Gestalt. Friedrich Kluge vermutet nun, dass es zu einem Wechsel vom indogermanischen kw zum germanischen f vor Labial aus voreinzelsprachlich *kw orwo- zum indogermanischen *kw er-w- gekommen sei. Doch diese Ableitung ist nicht vielfach unumstritten. Hingegen gibt es auch noch weitere Theorien. G. Must zum Beispiel beschreibt in den Indogermanischen Forschungen, dass sich Farbe aus einem Lehnwort, dem arabischen Wort farw[a]8, welches Pelz bzw. pelzbesetztes Gewand bedeutet, entwickelt hat. Friedrich Kluge vertritt außerdem noch die Meinung, dass die Bedeutung Farbe, die sich später durchgesetzt hat, durch die Bahuvrîhi-Komposita wie rosen-faro, welches das Aussehen von Rosen habend und rosenfarbig bedeutet, entstanden ist. Neben diesen unterschiedlichen Theorien ist das Einzige, was man bis jetzt weiß, dass Farbe keine eindeutige Etymologie zurückführend aus der indogermanischen Sprache aufweist. Somit kann man sagen, dass es ein relativ junges Wort ist. Außerdem hatte Farbe früher auch eine andere Lage im semantischen Raum. Man ging von einer Bedeutung in Richtung Aussehen und Form, sowie Gestalt aus. Heute hat sich, aufgrund der wissenschaftlichen Erkenntnisse, die Bedeutung gewandelt. Man spricht heute eher von Eigenschaften und Pigmenten, wenn man von Farbe redet. Farbe ist nämlich auf der einen Seite ein abstrakter Begriff für Farben und auf der anderen Seite ein Begriff für die Farbe, mit der man malt oder streicht.
3. Etymologie des Farbadjektivs rot
3.1. lexikalische und semantische Darstellung der Wortgeschichte
Den ersten Beleg in der deutschen Sprache von der Farbbezeichnung rot fand man auch im 8. Jahrhundert. Doch dies bedeutet nicht sofort, dass rot genauso wie Farbe auch ein relativ junges Wort sein muss. Betrachtet man die Aufzeichnungen in den etymologischen Wörterbüchern über das Farbadjektiv rot, so stellt man das genaue Gegenteil fest. Im Mittelhochdeutschen, wie auch im Althochdeutschen gab es das Wort rot. Nach Matthias Lexer bedeutete es im Mittelhochdeutschen rot sowie rothaarig und auf der bildlichen Ebene lag die Bedeutung bei falsch und listig9. In der angelsächsischen Sprache gab es rod und die mittelniederländische Sprache verwendete auch rot10. Man stellte fest, dass das gemeingermanische Farbadjektiv mhd., ahd. rot, gt.11 raups, e.12 red, schw.13 röd mit verwandten Wörtern in den meisten indogermanischen Sprachen zu der indogermanischen Wurzel reudth14 gehört, welches direkt rot bedeutete.
[...]
1 http://www.billes-bastelecke.com/Anleitungen/mandalas/farbbedeutung.htm
2 Da es sich hier um ein Substantiv handelt darf man nicht von einem Oberbegriff sprechen. Richtigerweise müsste der Oberbegriff ein Adjektiv sein. Dabei könnte man z.B. denken, dass das Adjektiv farbig mit der Bedeutung farbe habend einen Oberbegriff bilden könnte. Doch es bezeichnet aber eher bunt.
3 Kluge, 2002, S. 275
4 vgl. Lexer, 1992, S. 312
5 Kluge, 2002, S. 275
6 Kluge, 2002, S. 275
7 Kluge, 2003, S. 275
8 Indogermanische Forschungen 86, 1981, S. 255-270
9 vgl. Lexer, 1992, S. 201
10 Pfeifer, 1989, S. 1442
11 gotisch
12 englisch
13 schwedisch
14 Duden Band 7, 2001, S. 681
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Die Leidenschaften der Seele von Rene Descartes
Author: Monika SibilaHistory - Theory, 2005 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Gewalt an Schulen und mögliche Präventionen
Author: Miriam EnglertPedagogy - Pedagogic Sociology, 2001 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Geschlechterdifferenzen in der Aggression und im aggressiven Verhalten
Author: Dipl. Soziologe Christian PrangeSociology - Gender Studies, 2003 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Aggression in Schule und Möglichkeiten der Intervention und Prävention im Sportunterricht
Author: Martina SchnetterSport - Sport Pedagogy, Didactics, 2002 Download as PDF-file for 9,99 EUR
Ursprung und Problematiken der Geschlechtersozialisation
Author: Simone StrasserPedagogy - Pedagogic Sociology, 2005 Download as PDF-file for 8,99 EUR
Koedukation im Sportunterricht
Author: Sebastian KnobbeSport - Sport Pedagogy, Didactics, 2003 Download as PDF-file for 7,99 EUR
Interaktion in der Schule
Author: Anja SchwarzPedagogy - School Pedagogics, 2003 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Das Wortfeld "Ärger" in der deutschen Gegenwartssprache - Eine semantische Analyse nach Anna Wierzbicka
Author: Judith RotheGerman Studies - Semiotics, Pragmatics, Semantics, 2006 Download as PDF-file for 29,90 EUR
Sozialisation und Benachteiligung von Jungen in der Schule
Author: Michael ZieglerSociology - Gender Studies, 2004 Download as PDF-file for 7,99 EUR
Metaphern - Umbau von Symbolfeldern
Author: Vesna PetrusevaGerman Studies - Linguistics, 2003 Download as PDF-file for 7,99 EUR
This text can be quoted and accessed from this url: