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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2001, 22 Pages
Author: Natalia Schlichter
Subject: German Studies - Linguistics
Details
Institution/College: Saarland University (Institut für Germanistik)
Tags: Verbbildung, Wortbildungslehre, Hauptseminar, Deutsche, Wortbildung
Year: 2001
Pages: 22
Grade: 2
Bibliography: ~ 10 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-10302-2
ISBN (Book): 978-3-638-77071-2
File size: 120 KB
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Abstract
1. Geschichtliche, begriffliche und thematische Schwerpunktsetzung der Arbeit 1. 1. Zur Geschichte der Wortbildungslehre Die Wortbildungslehre wird erst seit dem 19 Jh. als eigenständige Disziplin behandelt. Früher war sie ein Teil der historischen Grammatik (vgl. Erben 1993, 9f.), die die Wortbildung vor allem diachronisch behandelte und als Hauptaufgabe, ,,die verschiedenen Bahnen zu verfolgen, in denen sich die Ausbildung unseres Wortschatzes vollzieht", hatte. (Henzen 1965; zitiert nach: Erben 1973, 7) Jetzt hat die Wortbildungslehre die Erscheinungen der Wortbildung im Rahmen einer synchronischen Sprachbeschreibung zu behandeln. 1.2. Zum Wortbildungsbegriff Nach Erben ist Wortbildungslehre ,,derjenige Teil der Grammatik, der die Wortbildung, die Bildung neuer Wörter, unter wissenschaftlichen oder praktischen Gesichtspunkten darstellt und dadurch sowohl angemessene Urteile über Wortbildungsprozesse und ihre Bedingungen ermöglicht, als auch über Wortbildungsergebnisse, die Struktur und Funktion vorhandener und möglicher Wörter." ( Erben 1993, 16) Als Normalfall der Wortbildung wird von Erben ,,Aufbau eines neuen Wortkomplexes aus sprachüblichen Einheiten, also Aufbau eines komplexen Sekundärzeichens aus elementaren Primärzeichen" angesehen. (Erben 1993, 24) Auf diese Weise wird die Aufmerksamkeit darauf gelenkt, dass der Gegenstand der Wortbildung - die Bildung neuer Wörter ,,durch zumindest teilweisen Rückgriff auf bereits vorhandene Bauelemente, durch Weiterbilden des Überkommenen oder Entlehnten" - von dem der Wortschöpfung zu trennen sei. Die Wortschöpfung gehört in die Anfangsphase einer Sprache, die für die deutsche Sprache zweifelsfrei schon vergangen ist. Da auch der Satz als komplexes Superzeichen aus Zeichen niederer Ordnung aufgebaut wird, stellt sich die Frage nach der Unterscheidung zwischen einem komplexen Wort und einem Satz. Fleischer/Barz nennen als Wortbildungseigenschaft die ,,Schaffung von Benennungseinheiten", die, anders als syntaktische Fügungen, meist als feste Wortschatzeinheiten gespeichert werden. (Fleischer/Barz 1992,1) Ebenfalls von der Wortbildung abzugrenzen ist die Flexion oder Wortformenbildung. Die Flexion ist unter anderem ,,durch die stabilere Systematik", die sich nach der Klassenzugehörigkeit des Wortes richtet, und durch die ,,Invariante der lexikalischen Bedeutung" gekennzeichnet. (vgl. Fleischer/Barz 1992, 3f.) 1.3. Die Wortbildung des Verbs ... 2 [...]
Excerpt (computer-generated)
Hausarbeit zum Thema:
Verbbildung
Hauptseminar: Deutsche Wortbildung
Uni.des Saarlandes
von
Natalia Schlichter
Inhaltsverzeichnis
1. Geschichtliche, begriffliche und thematische Schwerpunktsetzung der Arbeit ... 1
1.1. Zur Geschichte der Wortbildungslehre ... 1
1.2. Zum Wortbildungsbegriff ... 1
1.3. Die Wortbildung des Verbs ... 2
2. Derivation ... 3
2.1. Präfigierung ... 3
2.1.1. Die semantische Modifikation ... 4
2.1.2. Die syntaktische Modifikation ... 7
2.2. Suffigierung ... 8
2.2.1. Das Suffix -(e)l(n) ... 9
2.2.2. Das Suffix -ig(en) ... 9
2.2.3. Das Suffix -ier(en) ... 10
2.2.4. Das verbale -(en) ... 10
2.3. Konversion ... 11
2.4. Kombinatorische Derivation ... 11
2.5. Implizite Derivation ... 12
3. Komposition ... 13
3.1. Komposita aus zwei Verben ... 14
3.2. Komposita mit einem Nominalstamm als Erstglied ... 14
3.3. Komposita mit einem Adverb als Erstglied ... 16
4. Rückbildung ... 16
5. Das kompliziert vernetzte System der Verbbildung ... 18
6. Literaturverzeichnis ... 20
1. Geschichtliche, begriffliche und thematische Schwerpunktsetzung der Arbeit
1. 1. Zur Geschichte der Wortbildungslehre
Die Wortbildungslehre wird erst seit dem 19 Jh. als eigenständige Disziplin behandelt. Früher war sie ein Teil der historischen Grammatik (vgl. Erben 1993, 9f.), die die Wortbildung vor allem diachronisch behandelte und als Hauptaufgabe, ,,die verschiedenen Bahnen zu verfolgen, in denen sich die Ausbildung unseres Wortschatzes vollzieht", hatte. (Henzen 1965; zitiert nach: Erben 1973, 7) Jetzt hat die Wortbildungslehre die Erscheinungen der Wortbildung im Rahmen einer synchronischen Sprachbeschreibung zu behandeln.
1.2. Zum Wortbildungsbegriff
Nach Erben ist Wortbildungslehre ,,derjenige Teil der Grammatik, der die Wortbildung, die Bildung neuer Wörter, unter wissenschaftlichen oder praktischen Gesichtspunkten darstellt und dadurch sowohl angemessene Urteile über Wortbildungsprozesse und ihre Bedingungen ermöglicht, als auch über Wortbildungsergebnisse, die Struktur und Funktion vorhandener und möglicher Wörter." ( Erben 1993, 16)
Als Normalfall der Wortbildung wird von Erben ,,Aufbau eines neuen Wortkomplexes aus sprachüblichen Einheiten, also Aufbau eines komplexen Sekundärzeichens aus elementaren Primärzeichen" angesehen. (Erben 1993, 24) Auf diese Weise wird die Aufmerksamkeit darauf gelenkt, dass der Gegenstand der Wortbildung - die Bildung neuer Wörter ,,durch zumindest teilweisen Rückgriff auf bereits vorhandene Bauelemente, durch Weiterbilden des Überkommenen oder Entlehnten" - von dem der Wortschöpfung zu trennen sei. Die Wortschöpfung gehört in die Anfangsphase einer Sprache, die für die deutsche Sprache zweifelsfrei schon vergangen ist.
Da auch der Satz als komplexes Superzeichen aus Zeichen niederer Ordnung aufgebaut wird, stellt sich die Frage nach der Unterscheidung zwischen einem komplexen Wort und einem Satz. Fleischer/Barz nennen als Wortbildungseigenschaft die ,,Schaffung von Benennungseinheiten", die, anders als syntaktische Fügungen, meist als feste Wortschatzeinheiten gespeichert werden. (Fleischer/Barz 1992,1)
Ebenfalls von der Wortbildung abzugrenzen ist die Flexion oder Wortformenbildung. Die Flexion ist unter anderem ,,durch die stabilere Systematik", die sich nach der Klassenzugehörigkeit des Wortes richtet, und durch die ,,Invariante der lexikalischen Bedeutung" gekennzeichnet. (vgl. Fleischer/Barz 1992, 3f.)
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