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Autor: Alexander-Kenneth Nagel
Fach: Soziologie - Recht, Kriminalität abw. Verhalten
Details
Institution/Hochschule: Universität Bremen (Institut für Soziologie)
Tags: Arbeitsmoral, Kriminalisierung, Arbeitslosigkeit, Kriminalität
Jahr: 2001
Seiten: 21
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 12 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 276 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-40518-8
Die Arbeit gibt theoretisch und methodologisch informiert einen Einblick in Arbeitsmoral und sog. "Sekundärtugenden" als Ziel beruflicher Bildung.
Textauszug (computergeneriert)
Ora et labora !
Arbeitsmoral und Kriminalisierung
Schriftliche Ausarbeitung eines Referats in der Lehrveranstaltung
„Arbeit, Arbeitslosigkeit und Kriminalität“
Universität Bremen
Fachbereich 8
von
Alexander-Kenneth Nagel
Wintersemester 2000/2001
1 Inhaltsverzeichnis und Gliederungsübersicht
2 Einleitung ... 3
2.1 Fragestellung ... 3
2.2 Gang der Darstellung ... 4
2.3 Quellen ... 4
3 Hauptteil ... 5
3.1 Die Tücken der Betrachtungsebenen: ... 5
3.2 Vorüberlegungen zum Moralbegriff ... 6
3.2.1 Versuch einer Etymologie und Systematik der Moral ... 6
3.2.2 Moral als soziales Phänomen ... 7
3.2.3 Moral und Religion ... 8
3.2.4 Arbeitsmoral als Sub-Moral ? ... 8
3.3 Arbeitsmoral als Ziel der Berufsbildung ... 13
3.3.1 Ausgangspunkt: ... 13
3.3.2 Fragestellung und Vorgehen der Studie von Mariak/Kluge: ... 13
3.3.3 Anmerkungen zur Begrifflichkeit ... 15
3.3.4 Abweichendes Verhalten in Berufsschule und Betrieb ... 16
3.3.4.1 Berufsschule ... 16
3.3.4.2 Betriebliche Ausbildung ... 17
3.3.5 Bewertung ... 18
4 Schluss ... 19
5 Literaturverzeichnis ... 21
2 Einleitung
2.1 Fragestellung
Die Frage nach den Wechselbeziehungen, insbesondere den Ursache- Wirkungszusammenhängen zwischen Arbeitslosigkeit und Kriminalität hat in Zeiten wirtschaftlichen Abschwunges und hoher Arbeitslosigkeit an Brisanz gewonnen. Dabei ist keineswegs geklärt, ob ein empirisch erfassbarer Zusammenhang überhaupt besteht1 und welche Drittvariablen ggf. in diesen hineinwirken. Ein skizzenhafter Aufriss über die Problematik von Albrecht offenbart die Mannigfaltigkeit der verschiedenen Herangehensweisen ebenso wie deren Unzulänglichkeiten2 und legt nahe, dass die Frage nach einem direkten Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und Kriminalität im Grunde falsch gestellt ist. Die Herausforderung ist demnach eine Veränderung des Blickwinkels bei gleichzeitiger kontinuierlicher Reflektion der ursprünglichen Fragestellung.
Diese Arbeit ist ein Versuch, über die Frage nach der Natur der Arbeitsmoral einen neuen Zugang zu dem Fragenkomplex Arbeitslosigkeit – Kriminalität zu eröffnen. Dabei begegnet sie oben genannter Herausforderung auf zweierlei Weise: Zum einen gilt es, sich ein allgemeines Bild vom sozialwissenschaftlichen Gehalt des weiten Moralbegriffes zu machen und ein Problembewusstsein für den Begriff der Arbeitsmoral als Kernstück der Betrachtung zu entwickeln. Zum anderen ist auf die konkrete Rolle der Arbeitsmoral im gesellschaftlichen Zusammenhang abzustellen. Schließlich bedarf es eines Instrumentariums, um diese Trennung zwischen begrifflicher Abstrahierung und sachlicher Präzisierung aufrechtzuerhalten, ohne die Frage nach Arbeitslosigkeit und Kriminalität aus den Augen zu verlieren. Zu diesem Zweck scheint es angezeigt, die Betrachtungsebenen selbst zum Gegenstand kritischer Betrachtung zu machen.
2.2 Gang der Darstellung
Nach einem einleitenden Aufriss über die Betrachtungsebenen folgen zunächst einige allgemeine Bemerkungen über den Begriff der Moral und seine soziologische Relevanz. Anschließend soll ausgehend von der protestantischen Ethik“ (Weber) der im folgenden maßgebliche Begriff der Arbeitsmoral historisch unterfüttert werden. Die Frage, ob, inwiefern, weshalb und in welchem Ausmaß Arbeitsmoral als Ziel der Berufsbildung betrachtet werden kann, ist schließlich anhand konkreter Befunde zu diskutieren. Eine abschließende Bemerkung, die vor allem die Aufgabe hat, die einzelnen Erkenntnisse mit Blick auf die Leitfrage nach dem Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und Kriminalität zusammenzufassen, rundet die Darstellung ab.
2.3 Quellen
Für den Begriffs- und Grundlagenteil der Arbeit erwiesen sich naturgemäß vor allem Schriften der praktischen Philosophie und der frühen Soziologie als fruchtbar. Die Aufsätze von Mill (Religionsphilosophie) und Höffe (Rechtsphilosophie) bilden die Grundlage für eine Skizze des allgemeinen Moralbegriffes, dessen soziologische Relevanz v.a. mittels der mahnenden Abhandlung von Kunstreich/Lindenberg zur moralischen Ökonomie der Straftat zu umreißen versucht wurde. Diese sozialwissenschaftliche Unterfütterung erforderte allerdings auch, die Ausführungen von Kunstreich/ Lindenberg einer gewissen polemischen Dogmatik zu entkleiden. Für die Anmerkungen zur protestantischen Ethik wurde bewusst lediglich Sekundärliteratur herangezogen, um einer allzu ausufernden Darstellung vorzubeugen. Hier ist v.a. der Aufsatz von dem Sozialhistoriker Kaufhold zu erwähnen, dessen akkurate und klare Darstellung die Strukturen in Webers Theorie zu erkennen halfen, ohne sie durch zu kleinräumige Betrachtung zu banalisieren.
Die Betrachtung der konkreten Verwirklichung von Arbeitsmoral / -tugenden im Ausbildungsprozess stützt sich ausschließlich auf die umfassende Studie von Mariak/Kluge, in welcher Detailreichtum mit umfassender Reflektion auf erhellende Weise verknüpft sind.
[....]
1 „consensus of doubt“, vgl. Chiricos.
2 Albrecht, S.138ff.
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