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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 19 Pages
Author: Lars Schieber
Subject: Geography / Earth Science - Economic Geography
Details
Institution/College: Christian-Albrechts-University of Kiel (Geographisches Institut)
Tags: Ausländische, Direktinvestitionen, Lernprozesse, Entwicklungsländern, Regionalwirtschaftliche, Bedeutung, Vergleich
Year: 2005
Pages: 19
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 20 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-40560-7
File size: 261 KB
In der Zeit der Globalisierung können viele Entwicklungsländer nicht mehr aus eigener Kraft die Lücke zu den Industrienationen schließen. Ausländische Direktinvestitionen werden deshalb oft als Möglichkeit zum Kapital- und Technologietransfer gesehen. Die Frage wird diskutiert, wie solche Prozesse stattfinden und ob die Strategie wirklich Vorteile bringt.
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Excerpt (computer-generated)
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Geographisches Institut
Hauptseminar: Regionalwirtschaftliche Bedeutung von
ausländischen Direktinvestitionen – ein internationaler Vergleich
Ausländische Direktinvestitionen und technologische
Lernprozesse in Entwicklungsländern
von: Lars Schieber
1. Einleitung 2
2. ADI und technologische Lernprozesse in der Theorie
2.1 Evolutionsökonomik und technologische Lernprozesse 2
2.2 potentielle Effekte von ADI in Entwicklungsländern 4
2.3 Analyserahmen 6
3. Ergebnisse für technologische Lernprozesse in den Entwicklungsländern 6
3.1 Überblick über ADI in Entwicklungsländern 6
3.2 Technologietransfer, Lernprozesse und Wirtschaftswachstum durch ADI 9
3.3 Fallbeispiel Penang, Malaysia 13
4. Konsequenzen der Einflüsse von ADI 14
4.1 mögliche Handlungsempfehlungen für Entwicklungsländer 14
4.2 kritische Betrachtung der Ergebnisse 15
5. Fazit 17
6. Literaturverzeichnis 18
1. Einleitung
Seit den 1980er Jahren werden die Märkte der Entwicklungsländer sukzessive für Ausländische Direktinvestitionen (ADI) geöffnet, um externe Finanzierungsengpässe zu überwinden, die aus schwankenden Auslandskreditmärkten, sich verändernden Weltmarktpreisen für Rohstoffe und stagnierender Entwicklungshilfe entstanden sind. ADI werden außerdem seit Jahren als eines der Hauptinstrumente propagiert, damit Entwicklungsländer wirtschaftlich zu den „entwickelten Ländern“ aufschließen können. Ein wichtiger Beitrag dazu sind technologische Lernprozesse aus ADI, die auftreten können und die heimischen Industrien potentiell wettbewerbsfähiger machen. In dieser Hausarbeit gehe ich der Frage nach, wie technologische Lernprozesse in Entwicklungsländern durch ADI geschehen können und wie groß die Effekte für die Empfängerländer sind. Aus Gründen der Verfügbarkeit von Daten halte ich mich bei der Klassifikation der Entwicklungsländer, wenn nicht anders angegeben, an die Definition der Weltbank, nach der die Grenze zu den „entwickelten Ländern“ zwischen den Einkommensklassen „High Income“ und „Upper Middle Income“, 2003 bei einem jährlichen Bruttonationaleinkommen von 9385 US-$ / Kopf, gezogen wird, wohl wissend dass diese Gruppe sehr heterogen ist und ca.150 Länder enthält.
2. ADI und technologische Lernprozesse in der Theorie
2.1 Evolutionsökonomik und technologische Lernprozesse
Die Evolutionsökonomik, als Gegenentwurf zur Neoklassik entstanden und mit vielen Anleihen aus der Biologie versehen, baut auf verschiedenen Mechanismen auf. Ein zentraler Aspekt ist der Einfluss von Routinen, regelmäßige, mehr oder weniger vorhersehbare Muster des Verhaltens, die stark von der Vergangenheit beeinflusst sind und somit auch Entscheidungen in der Zukunft mitbestimmen, was zu einer Pfadabhängigkeit von wirtschaftlichen Akteuren führt. Diese wiederkehrenden Prozesse führen auch zu einer „bounded rationality“, suboptimalen Entscheidungen aufgrund nicht vollkommener Informationen und Abkehr vom rationalen Menschenbild des „homo oeconomicus“, da ADI nicht immer in denjenigen Ländern getätigt werden, die höchste Gewinne versprechen, sondern oft dort, wo Unternehmen ihren Routinen folgen können. (HAGEDORN, NARULA 2001) Die wachsende Komplexität der Wirtschaft mit zunehmender Vielfalt in der ökonomischen Struktur sorgt dafür, dass sich neue Arten von Technologien (Innovationen) entwickeln, die durch Auswahl/Selektionsprozesse am Markt bestehen müssen. Effektive Auswahlmechanismen hängen von Faktormärkten sowie Institutionen, aber auch von Bräuchen, Zufall und Gelegenheiten ab, so dass die wirtschaftliche Entwicklung stark von lokalspezifischen Eigenschaften und Politiken determiniert wird. (BOSCHMA, LAMBOOY 2001)
In Bezug auf Lernprozesse wird zwischen kodifiziertem, leicht übertragbarem Wissen sowie nicht kodifiziertem Wissen („tacit knowledge“) unterschieden. Dieses ist nur schwer auf andere Akteure zu übertragen, da es an Personen und Lokalitäten und somit räumliche Nähe gebunden ist. Interaktionen zwischen Wirtschaftssubjekten sind also notwendig, um an das Wissen zu gelangen. Lernen ist damit immer kontextspezifisch, da es auf einzelnen Arrangements innerhalb eines Netzwerkes basiert und gleichzeitig von den jeweiligen Umfeldbedingungen, die territorial eine Grundlage für gemeinsames Handeln bilden, abhängig ist. (BATHELT, GLÜCKLER 2003)
Beim unternehmensübergreifendem Lernen kommt es zu Kommunikations- und Anpassungsprozessen zwischen Produzenten und Zulieferern/Abnehmern, so dass durch enge Kontakte und Abstimmung entweder neues Wissen für eine jeweilige Partei generiert oder aber bestehendes Wissen an eine Partei transferiert wird. Das produktionsbezogene Lernen handelt davon, dass durch alltägliche Produktionserfahrungen („learning by doing/using“) Verbesserungen entstehen, beispielsweise wenn eine gekaufte Maschine weiter modifiziert werden kann. Beim qualifikationsbezogenen Lernen werden für bestehende Technologien systematische Fortbildungsprozesse und gezielte Anwerbung von qualifizierten Arbeitskräften durchgeführt, die zu nachholendem technologischen Lernen führen können. Firmen mit einem Entwicklungsrückstand können Vorsprünge dadurch aufholen oder den Weg zur Imitation von Produkt- oder Prozesstechnologien beschreiten. (BATHELT, GLÜCKLER 2003) Bei Entscheidungen von wirtschaftlichen Akteuren wird in der Evolutionsökonomik davon ausgegangen, dass Lernprozesse aufeinander aufbauen und möglichst wenige Experimente eingegangen werden. Radikale Veränderungen sind deshalb selten, da Routinen verändert werden müssen, dafür aber exploratorisches Lernen stattfindet, das neue Alternativen erschafft, die zukünftige Lebensfähigkeit der Firma zu sichern. Exploitatives Lernen, also eher graduelle Veränderungen und festhalten an einem Großteil der Prozesse dagegen ist weiter verbreitet, trägt aber nur bis zu einem gewissen Punkt dazu bei, die aktuelle Konkurrenz- und Lebensfähigkeit zu sichern. Firmen müssen die Balance zwischen den jeweiligen Lernprozessen finden, angepasst an die spezifischen Bedingungen und unter der Prämisse, dass sie wegen Informationsdefiziten nie optimal handeln können. (HAGEDORN, NARULA 2001)
2.2 Potentielle Effekte von ADI in Entwicklungsländern
Wenn ADI von ausländischen Multinationalen Unternehmen (MNU) in Entwicklungsländern getätigt werden, so entstehen in der Regel Produktionskapazitäten, so dass in diesen inkorporiert auch zumeist überlegenes Wissen in technischen, organisatorischen, sowie anderen Bereichen in das Empfängerland transferiert wird. Für heimische Unternehmen hat diese Investition verschiedene Konsequenzen, ob allerdings in positiver oder negativer Sicht, hängt von Faktoren wie der wirtschaftspolitischen Lage, den Branchenspezifika, der Wahl der Technologien hinsichtlich der Kapitalintensität, den Unternehmensphilosophien und Produktionsgefällen ab. In fünf verschiedenen Gebieten können die ADI nach DUNNING auf den heimischen Markt und deren Unternehmen Einfluss nehmen. (vgl. im Folgenden: DUNNING, nach ALTENBURG 2001, S.11-12)
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