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Details

Veranstaltung: American Poetry after 1945
Institution/Hochschule: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (Anglistisches Institut)
Tags: Allen, Ginsberg, Buddhist, Dichter, American, Poetry
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 25
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 35  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 295 KB
Archivnummer: V42557
ISBN (E-Book): 978-3-638-40563-8
ISBN (Buch): 978-3-638-73034-1
Anmerkungen :
Diese Arbeit beschreibt Ginsbergs Aufenthalt in Asien und seine Hinwendung zum Buddhismus. Es wird detailliert dargestellt, auf welche Weise der Buddhismus seine Gedichte und Vorträge beeinflusst hat - sowohl thematisch als formal. Untersucht wurden dabei "Sunflower Sutra", "The Change", "Ah - Mantra of Appreciation" und einige kurze Haikus.

Zusammenfassung / Abstract

Die vorliegende Arbeit untersucht Ginsbergs Hinwendung zum Buddhismus und die Metamorphose, die seine Gedichte durch einen sowohl thematischen als auch stilistischen Einfluss des Buddhismus durchlaufen. Die Forschung zu diesem Thema ist unglücklicherweise geprägt von einem gewissen Unverständnis Ginsbergs buddhistischer Dichtung gegenüber. Dies lässt sich möglicherweise auf eine Distanz zwischen westlicher und östlicher Philosophie und Denkweise, jedoch insbesondere auf die schiere Unkenntnis seines persönlichen Gebrauchs der buddhistischen Lehre zurückführen. Die Bewertung von Ginsbergs Verständnis des Buddhismus gemäß einer korrekten Auslegung der buddhistischen Lehre stellt im vorliegenden Fall nicht die Grundlage für die Analyse seiner Gedichte. Vielmehr setzt sich die vorliegende Arbeit zum Ziel, zum einen Ginsbergs persönliches Verständnis des Buddhismus, welches sich durch dessen Erkenntnisse in Asien herausgebildet hat, als Grundlage in die Analyse zu integrieren und zum anderen die Manifestierung seiner auf dieser persönlich interpretierten buddhistischen Lehre basierenden Dichtung aufzuzeigen. Dabei betrachtet die vorliegende Arbeit eine Zeitspanne von einigen Jahrzehnten in Ginsbergs Leben, um sowohl Gedichte vor als auch nach seiner Asienreise als Vergleichsgrundlage heranziehen zu können.

Textauszug (computergeneriert)

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Hauptseminar American Poetry after 1945

Allen Ginsberg - Buddhist und Dichter

von: Christine Recker

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung  3

2. Ginsberg und Buddhismus 5

2.1 Die Beat Generation und Buddhismus: Kerouac und Snyder  5
2.2 Eine spirituelle Odyssee – Ginsberg in Indien und Japan 6
2.3 Die Auswirkungen des Asienaufenthaltes – gelebter Buddhismus  9

3. Buddhismus in Ginsbergs Werken 12

3.1 „Sunflower Sutra“  12
3.2 „The Change: Kyoto - Tokyo - Express“  14
3.3 Meditation und Mantras  15

3.3.1 Spontaneität und Haikus  16
Bsp.: Ginsbergs Haikus  18
3.3.2 Mantra – Gesänge  20

4. Fazit 23

5. Literaturliste  24


 

1. Einleitung

Im Jahr 1960 begibt sich der Dichter Allen Ginsberg, der der sog. Beat Generation1 zugeordnet wird, für einen Zeitraum von zwei Jahren nach Indien und Japan, wo er sich intensiv mit buddhistischer Literatur und verschiedenen Meditationspraktiken auseinandersetzt.

Ginsbergs literarisches und persönliches Leben war bis zu diesem Zeitpunkt geprägt gewesen von einer Vision, die ihm Ende der 40er Jahre widerfahren war: Eigenen Angaben zufolge hatte er den Dichter William Blake verschiedene Gedichte rezitieren hören. Diese Vision bestimmt für viele Jahre thematisch seine Gedichte.2 Durch Blakes Stimme fühlt er sich mehr als fünfzehn Jahre lang zu den unterschiedlichsten Bewusstseins-Experimenten gedrängt, um endlich eine Dichtung hervorbringen zu können, die „not only truly means what it says, but says something seldom thought “3. Da Ginsberg bei diesen Experimenten vor allem die Hilfe bewusstseinserweiternder Drogen hinzuzieht, um die Vision zu wiederholen und dadurch ein weiteres Mal Blake zu evozieren, gerät jedoch sein inneres Gleichgewicht aus der Kontrolle;4 er durchlebt viele Augenblicke der Angst- und Schreckensvisionen. Er realisiert, dass dieses „constant yearning back to Blake“5 ihm eine klare Sicht seiner selbst und der Dinge um sich herum – seinem eigentlichen Ziel - verwehrt. Er gelangt letztlich zu dem Entschluss, nach Indien zu gehen, in der Hoffnung, im Buddhismus eine Lösung für sich und seine Arbeit als Dichter zu finden.

Die vorliegende Arbeit untersucht Ginsbergs Hinwendung zum Buddhismus und die Veränderung, die seine Gedichte durch einen thematischen und stilistischen Einfluss des Buddhismus erfahren. Der Forschung zu diesem Thema ist unglücklicherweise ein Unverständnis seiner buddhistisch geprägten Dichtung zueigen, das sich möglicherweise sowohl auf eine Distanz zwischen westlicher und östlicher Philosophie und Denkweise, als auch auf eine Unkenntnis von Ginsbergs persönlichem Gebrauch der buddhistischen Lehre zurückführen lässt.6 Die Bewertung von Ginsbergs Verständnis des Buddhismus gemäß einer korrekten Auslegung der buddhistischen Lehre ist nach Ansicht der Verfasserin nicht die Grundlage für die Analyse seiner Gedichte. Vielmehr setzt sich die vorliegende Arbeit zum Ziel, zum einen Ginsbergs persönliches Verständnis des Buddhismus, welches sich durch dessen Erkenntnisse in Asien herausgebildet hat, als Grundlage in die Analyse zu integrieren und zum anderen die Manifestierung seiner auf dieser persönlich interpretierten buddhistischen Lehre basierenden Dichtung aufzuzeigen. Dabei betrachtet die vorliegende Arbeit eine Zeitspanne von einigen Jahrzehnten in Ginsbergs Leben, um sowohl Gedichte vor als auch nach seiner Asienreise als Vergleichsgrundlage integrieren zu können.

In Absatz 2 wird zunächst beschrieben, wie sich Ginsbergs Annäherung an den Buddhismus entwickelt und er seine Kenntnisse ausbaut. Darauf folgt in Absatz 3 anhand ausgewählter Gedichte eine Analyse, die die Entwicklung einer Akzentuierung der buddhistischen Gedankenwelt in Ginsbergs Werken aufzeigt, welche deutlich auf seine erste Begegnungen mit dem Buddhismus und die Asienerlebnisse Bezug nehmen. Außerdem wird ein stilistischer Einfluss des Buddhismus auf Ginsbergs Gebrauch von Sprache und auf die Form seiner Gedichte evaluiert. Für die Analyse waren vor allem zwei Sekundärwerke ausschlaggebend: Zum einen der Aufsatz „Buddhist Meditation and Poetic Spontaneity“ von Paul Portugés und Guy Amirthanayagam und zum anderen Portugés The Visionary Poetics of Allen Ginsberg.

2. Ginsberg und Buddhismus

2.1 Die Beat Generation und Buddhismus: Kerouac und Snyder

Der literarische Schwerpunkt vieler Autoren der Beat Generation liegt Anfang der 50er Jahre auf einer gesellschaftskritischen Haltung gegenüber dem amerikanischen Klein- und Spießbürgertum der Gegenwart. Zusätzlich ist Jazz als Teil des kulturellen Lebens vieler dieser Künstler zu einem festen Bestandteil ihrer Arbeiten geworden. Sowohl thematisch, als auch stilistisch schlägt sich vor allen Dingen die Idee und Praxis der Improvisation in einigen Gedichten und Romanen, aber auch in der darstellenden Kunst nieder.7 Allen Werken zueigen ist eine allgemeine Unzufriedenheit und Rastlosigkeit, die sich in Werken wie Ginsbergs Gedicht „Howl“8 oder Kerouacs Roman On the Road9 niederschlagen. Anstatt jedoch innerhalb dieses Schwerpunktes, der Unzufriedenheit mit der gesellschaftlichen Gegenwart, zu stagnieren, wenden sich einige Dichter und Autoren der Beat Generation für eine neue Sinnsuche gen Osten – nach Indien, Tibet und Japan. 10

Jack Kerouac ist einer der ersten Romanautoren der Beat Generation, die sich mit dem Buddhismus auseinandersetzen; dieser buddhistische Einfluss ist in Werken wie Tristessa11 oder The Dharma Bums12 zu spüren. Kerouacs Kenntnisse über den Buddhismus basieren dabei einzig auf privat durchgeführten Studie n von buddhistischen Originaltexten, Meditationsübungen und dem Rezitieren von Sutras13; er begibt sich im Gegensatz zu befreundeten Künstlern nie nach Asien. Im Buddhismus findet Kerouac sowohl thematisch Anregungen für sein Schreiben, aber vor allen Dinge n findet er Rückhalt für seine Idee der spontaneous prose14, die auch Allen Ginsberg später immer wieder betonen und selbst anwenden wird (s. Absatz 3.3.1):

[...]


1 Der Begriff Beat Generation umfasst eine lose Gruppierung von Künstlern (Dichter, Maler, Musiker), die sich zwischen den 40er und 60er Jahren in der Jazz-Musik-Szene von San Francisco und New York bewegten und von dieser geprägt wurden. Der Begriff erlangte Popularität, nachdem Jack Ke rouac in einem Interview mit John Clellon Holmes im Jahre 1948 das Wort „Beat“ (im Sinne von ausgezerrt, müde, geschlagen) als Beschreibung des Zustandes seiner Generation benutzte.

2 Portugés nennt dabei als herausragend „the quests of doom and death“. Paul Portugés, The Visionary Poetics of Allen Ginsberg (Santa Barbara: Ross-Erikson Publishers, 1978) 62.

3 Ebd.

4 Vgl. ebd., 93.

5 Ebd., 92.

6 Vgl. Tony Trigilio, „Will You Please Stop Playing with the Mantra?“, Reconstructing the Beats, Hrsg. Jennie Skerl (New York: Palgrave Macmillan, 2004), 188.

7 Vgl. Jack Kerouac, On the Road (New York: The Viking Press Inc., 1957) und Mexico City Blues (New York: Grove Press, 1959). In einigen Passagen in On the Road und Mexico City Blues lässt sich aus Kerouacs spontaneous prose ein direkter Vergleich zur musikalischen Improvisation im Jazz ziehen. Siehe dazu Warren Tallman, „Kerouac’s Sound“, Evergreen Review Vol. 4, 1 (1960). Auch die Arbeiten des Malers Jackson Pollock basieren auf der Idee der Improvisation.

8 Allen Ginsberg, Howl and Other Poems (San Francisco: City Lights Books, 1956).

9 Vgl. Kerouac, On the Road.

10 Zu diesen gehören u. a. Gary Snyder, Lew Welch, Philip Whalen.

11 Vgl. Kerouac, Tristessa (New York: Avon Books, 1960).

12 Vgl. ebd., The Dharma Bums (New York: The Viking Press Inc., 1958).

13 Eine Definition des Wortes „Sutra“ ist: „Sutra in Sanskrit is derived from the verb vsiv, meaning to sew. It literally means a rope or thread, and more metaphorically refers to an aphorism (or line, rule, formula), or a collection of such aphorisms in the form of a manual. (…) In Buddhism, the term ‘sutra’ refers generally to canonical scriptures that are regarded as records of the oral teachings of Buddha.“ http://en.wikipedia.org/wiki/Sutran [29.06.2005].

14 Vgl. Jack Kerouac, „Essentials of Spontaneous Prose“, Black Mountain Review (Autumn, 1957).

Kommentare

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