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Hausarbeit, 2005, 20 Seiten
Autor: Martin Thiele
Fach: Medien / Kommunikation - Sonstiges
Details
Institution/Hochschule: Universität Bayreuth
Tags: Medien, Hinblick, Narrationsgrundlagen, Beispiel, Fight, Club, Mediendramaturgie, Vogt, Chronologie, Dramaturgie, Medienvergleich, Buch, Film, Vergleich, Format, Palahniuk, Chuck, Durden, Pitt, Nortan, Fincher, Zeit, screen, duration, Kamera, Fight Club, Erzählung, Narration, Singer, Erzählweise, Montage
Jahr: 2005
Seiten: 20
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 17 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-40689-5
ISBN (Buch): 978-3-638-76319-6
Dateigröße: 278 KB
Diese Arbeit untersucht die Narration des Buches und Filmes "Fight Club" in formeller Hinsicht. Die Theorien von Jochen Vogt zum Erzähldiskurs aus "Grundlagen narrativer Texte" war die Leittheorie. Außerdem werden aufbauend darauf Elemente der Dramaturgie diskutiert.
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Zusammenfassung / Abstract
Die Arbeit untersucht, was genau die Besonderheiten an den Erzählformen des Buches und des Filmes ‚Fight Club’ sind und wie man beide Medien in narrativer Hinsicht miteinander vergleichen kann. Die Leittheorie hierfür bietet Jochen Vogts Ausarbeitung „Grundlagen narrativer Texte“. Jene fasst die bis heute gültigen Punkte, in welche narrative Texte gegliedert werden können, zusammen. Grundsätzlich unterscheidet er „discours“ (die Zeichenfolge, also wie ein Text erzählt) und „histoire“ (die Ereignisfolge, also was ein Text erzählt). Vorliegende Arbeit untersucht ausschließlich ersteren Bestandteil - den Erzähldiskurs – und vergleicht Buch und Film Fight Club in den fünf elementaren Gesichtspunkten des discours miteinander. Diese sind 1. Verhältnis von Erzählzeit & erzählter Zeit, 2. Chronologie, 3. Stimmen, 4. Erzählerform und Fokalisierung, 5. Techniken zur Wiedergabe der gesprochenen und stummen Rede.
Textauszug (computergeneriert)
Vergleich zweier Medien im Hinblick auf deren formelle
Narrationsgrundlagen am Beispiel „Fight Club“
von: Martin Thiele
1. Semester
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort 1
1. 1. Inhalt als Kurzfassung 1
1. 2. Vorgehensweise 2
1. 3. Arbeitsvorlagen 2
2. Vergleich der einzelnen Aspekte 3
2. 1. Verhältnis Erzählzeit und erzählter Zeit / Erzähltempo 3
2. 2. Chronologie 6
2. 3. Stimme – Wer erzählt? 7
2. 4. Erzähler und Fokalisierung 10
2. 5. Techniken zur Wiedergabe gesprochener und stummer Rede 13
3. Fazit 15
4. Quellenverzeichnis 17
4. 1. Literatur 17
4. 2. Internet 17
4. 3. Filmographie 18
1. Vorwort
Scheiß auf dein Wissen! Du musst vergessen, was du weißt, und das ist dein Problem: vergessen, was du glaubst zu wissen – über das Leben, über Freundschaft und…1
…über herkömmliche Erzählformen. Denn weder der Roman von Chuck Palahniuk noch der darauf aufbauende Film Fight Club von David Fincher verpflichten sich den Konventionen. Gewöhnliche Medien dieser Art erzählen häufig über Menschen, deren Handlungen und Gedanken, wobei letzteres, die Bewusstseinsprozesse, noch schwieriger darzustellen sind, jedoch gerade eine eminent wichtige Rolle spielen. 2 Doch wie wird nun ein Film oder Roman erzählt, dessen Protagonist kaum mehr als eine leere Hülle der Schlaflosigkeit, emotionalen Zerstörung und des unbewussten Wahnsinns ist. 3
1. 1. Inhalt als Kurzfassung
Dies nämlich ist der namenlose Erzähler4, im Film durch Edward Norton verkörpert. Dieser amerikanische Jedermann, dessen Leben ausschließlich in vorgegebenen Bahnen verläuft, leidet und hasst seine Existenz.5 Im Unbewussten erschafft er sich seinen Alter Ego Tyler Durden, verkörpert durch Brad Pitt, der genau das Gegenteil vom Erzähler selbst- und somit gleichfalls alles was er am liebsten wäre- ist. Mit Tyler als schizophrenen Widerpart und dessen revolutionären Einfluss bricht der Protagonist aus seinem Leben aus und rebelliert gegen alles, was sein Leben bisher ausmachte. Doch letztendlich läuft alles auf eine terroristische aber auch persönliche Katastrophe hinaus, die in letzter Sekunde verhindert werden soll. Erschreckend und überraschend zugleich erkennt der Rezipient Fight Clubs erst spät, dass es sich beim Erzähler und Tyler Durden um eine Person handelt.
1. 2. Vorgehensweise
Im Folgenden möchte ich versuchen herauszufinden, was genau die Besonderheiten an den Erzählformen des Buches und des Filmes sind und wie man beide Medien in narrativer Hinsicht miteinander vergleichen kann. Doch wo sind hierbei die Ansatzpunkte? Jochen Vogt fasst in seinem Text „Grundlagen narrativer Texte“ die bis heute gültigen Punkte, in welche narrative Texte gegliedert werden können, zusammen. Grundsätzlich unterscheidet er „discours“ (die Zeichenfolge, also wie ein Text erzählt) und „histoire“ (die Ereignisfolge, also was ein Text erzählt).6 Im Folgenden möchte ich mich nur auf ersteres, den Erzähldiskurs, beziehen. Ich werde versuchen Buch und Film Fight Club in den fünf elementaren Gesichtspunkten des discours miteinander zu vergleichen. Diese sind 1. Verhältnis von Erzählzeit & erzählter Zeit, 2. Chronologie, 3. Stimmen, 4. Erzählerform und Fokalisierung, 5. Techniken zur Wiedergabe der gesprochenen und stummen Rede.7
1. 3. Arbeitsvorlagen
Als Textvorlage steht mir Chuck Palahniuks Roman Fight Club als deutsche Auflage (2004) vom Goldmann-Manhatten-Verlag zur Verfügung. Diese ist übersetzt von Fred Kinzel und beinhaltet zusätzlich ein Vorwort von Palahniuk selbst, welches von Werner Schmitz übersetzt wurde. Als Filmvorlage dient mir die deutsche Ü16-Free-TV-Version, sowie die englische Ü18- Version. Auf letztere beziehen sich alle Zeitangaben, welche ich im Folgenden (hh:mm:ss) anführe.
2. Vergleich der einzelnen Aspekte
Im Vorfeld zu dem Vergleich muss eine gewisse Grundunterscheidung getroffen werden. Ein Film stellt für viele Menschen, vor allem wenn er nicht näher analysiert wird, in erster Linie ein Unterhaltungsmedium dar, welches ohne großen Aufwand rezipiert werden kann. So auch Finchers Fight Club. Auf diese rezeptiv konsumierende Art kann man sich den Film ansehen, jedoch niemals das Ursprungsbuch von Palahniuk lesen. Der Film vereinfacht generell das Buch dadurch, dass die visuelle Wahrnehmungsebene die Vorstellungsebene ersetzt.8 Dies ist bei allen Literaturverfilmungen so, doch bei Fight Club im Besonderen. Wobei das daran liegt, dass Orte wechseln, Erzählzeiten variieren, Chronologien gebrochen werden und ein Kapitel nie an ein nächstes direkt anschließt. Christian Haug beschreibt die einzelnen Kapitel9 als eine „Art Sammlung von zusammenhängenden Kurzgeschichten. “10
Und dieser Gedanke ist auch gar nicht falsch, denn Palahniuk schreibt selbst Folgendes:
Am Anfang war es bloß eine Kurzgeschichte. Nur ein Experiment […]. Statt jemanden in einer Geschichte von einer Szene zur anderen zu führen, musste es doch auch etwas Schnelleres geben – harte Schnitte. Sprünge. Von einer Szene zur anderen. […] Jeden Aspekt einer Geschichte aufzeigen, aber nur den Kern jeden Aspekts. Den entscheidenden Augenblick.11
Unter diesem Hinblick soll die filmische Adaption Fight Club jedoch keinesfalls als trivial abgewertet werden, denn schließlich hat Fincher einen der meistdiskutierten Filme des ausklingenden 20. Jahrhunderts geschaffen und vor allem aus dem erfolglosen Buch Fight Club einen nachhaltigen „Kultroman“ gemacht.12
[...]
1 Fincher David, „Fight Club“, USA 1999, Linson Films/ New Regency Productions, 01:34:13 – 01:34:21.
2 Vgl. Haug Christian, „Fight Club – Zur Darstellung von Bewusstsein in Buch und Film“, Seminararbeit im Hauptseminar „Literaturverfilmung“ von Prof. Dr. R.G. Renner im WS 01/02, unter: http://home.arcor.de/c.haug/fightclub/fcmain.htm, S. 1.
3 Vgl. Schock Flemming, Filmspiegel.de, unter: http://www.filmspiegel.de/filme/fightclub/fightclub_1.php, S. 1.
4 In vielen Rezensionen wird er als Jack oder Joe betitelt nur Aufgrund dessen, dass der Erzähler Gefühlsäußerungen, so wie er es zuvor im „Readers Digest“ gelesen hatte in der 1.Person eines Organs wiedergibt. (Palahniuk, S. 75) Ein absoluter Trugschluss is t jedoch, dass dies sein wirklicher Name ist. Im Gegenteil, es ist so, dass Palahniuk und Fincher rigide vermeiden, den wahren Namen des Protagonisten preiszugeben, einfach deshalb weil er, als ungefestigter Charakter erstens noch keine wahre Identität herausgebildet hat und zweitens absolut im Schatten des charismatischen Tyler Durden steht. Beweise für diese Geheimhaltung sind, dass Fincher kurz bevor er seinen Namen sagen kann in die nächste Szene springt (0:17:40), sowie er im Buch anstelle Marla den Namen zu sagen, ihr seinen Führerschein zeigt ( Palahniuk, S. 213).
5 Vgl. Welsch Regine, Kritik unter: http://www.artechock.de/arte/text/kritik/f/ficlub.htm, S. 1.
6 Vgl. Vogt Jochen, „Grundlagen narrativer Texte“, in Grundzüge der Literaturwissenschaft , Hg. Heinz Ludwig Arnold und Heinrich Detering, 3. Auflage München 1999, S. 288.
7 Vgl. Ebd. S. 297ff.
8 Vgl. Pittrof Ursulina, „Der Weg der Rose vom Buch zum Film“, Tectum-Verlag, 2002, S.15; zit.n.: G. Palmes: „Literatur und Film“, S. 16.
9 Palahniuks „Fight Club“ besteht aus 30 Kapiteln. Jedes Kapitel ist nur zwischen 3 und 14 Seiten lang.
10 Haug, S. 2.
11 Palahniuk Chuck, „Fight Club“, Übersetzung Kinzel Fred, Vorwort – „Es war einmal ein Buch“, Übersetzung Schmitz Werner, Goldmann-Manhatten-Verlag I. Auflage 2004, S. 11.
12 Vgl. Scharr Florian, „Fight Club – als Erlösungsspiel für Erwachsene”, Hauptseminar-Arbeit “Universität Mannheim, 2000/2001, http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/1908.html, S. 1.
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