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Autor: Matthias Gruber
Fach: Medien / Kommunikation - Mediengeschichte
Details
Tags: Entstehungs-, Entwicklungsgeschichte, Freier, Radios
Jahr: 2005
Seiten: 134
Note: Gut
Literaturverzeichnis: ~ 111 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 453 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-40787-8
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte Freier Radios in Österreich und bietet einen internationalen Vergleich (Deutschland, Schweiz, USA). Als Methode wurden insgesamt neun qualitative Experteninterviews durchgeführt.
Textauszug (computergeneriert)
Kultur- und Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät der
Paris-Lodron-Universität Salzburg,
Fachbereich Kommunikationswissenschaft
DIPLOMARBEIT
zur Erlangung des Magistergrade
Die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte
Freier Radios in Österreich
eingereicht von
Matthias Gruber
März 2005
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung ... 8
2 Freie Radios in Österreich – Komplementärmedium zum öffentlichrechtlichen und kommerziellen Rundfunk ... 11
3 Entstehung und Entwicklung der Freien Radios in Österreich ... 21
3.1 Piratenphase ... 21
3.2 Legalisierungsphase ... 25
3.3 Aufbauphase ... 27
3.4 Konsolidierungs- und Expansionsphase ... 29
4 Nicht-kommerzielle Radios in Österreich – Der schwierige, aber erfolgreiche Kampf um eine Lizenzvergabe ... 31
4.1 Überblick über die Sendestarts nicht-kommerzieller Radios in Österreich ... 32
4.2 Verein Freier Rundfunk Salzburg– Die Radiofabrik 107,5 MHz ... 33
4.3 Verein Freies Radio Wien – ORANGE 94.0 MHz ... 34
4.4 Freier Rundfunk Oberösterreich GesmbH – Radio FRO 105,0 MHz ... 35
4.5 Arbeitsgemeinschaft Offenes Radio – Radio AGORA 105,5MHz/106,8MHz/100,9 MHz ... 39
4.6 Dachverband der Vorarlberger Kommunikationszentren – Pro-Ton 104,6 MHz/95,9 MHz ... 43
4.7 Verein Freies Radio Steiermark – Radio Helsinki 92,6 MHz ... 44
4.8 College & Community Radio Hollabrunn – Gym-Radio 94,5 MHz/102,2 MHz ... 45
4.9 Verein Freies Radio Innsbruck – Freirad 105,9 MHz ... 45
5 Exkurs: Die Geschichte Freier Radios anhand von drei internationalen Fallbeispielen ... 47
5.1 Community Radios in den USA – Die Mutter aller Freien Radios ... 47
5.1.1 Die Entstehungsgeschichte der Community Radios in den USA ... 48
5.1.1.1 Pacifica-Foundation ... 50
5.1.1.2 Radikal-demokratische Hörfunkstationen ... 51
5.1.1.3 Community Radios ... 52
5.1.2 Zum Selbstverständnis von Community Radios ... 53
5.1.3 Organisationsform ... 55
5.2 Freie Radios in Deutschland – Freie Meinungsvielfalt von Bayern bis nach Schleswig-Holstein ... 57
5.2.1 Die Entstehung von nicht-kommerziellen Lokalradios (NKL) ... 57
5.2.2 Der Bundesverband Freier Radios (BFR) ... 58
5.2.3 Grundsätze der Freien Radios in Deutschland ... 59
5.2.4 Forderungen der Freien Radios in Deutschland ... 61
5.2.5 Überblick über das Angebot Freier Radios in Deutschland ... 62
5.3 Freie Radios in der Schweiz – Die Erfolgsgeschichte der Gemeinschaftsradios ... 65
5.3.1 Unterscheidung zwischen Lokalradios und Gemeinschaftsradios ... 65
5.3.2 Die Entwicklung der Lokal- und Gemeinschaftsradios in der Schweiz ... 66
5.3.3 Finanzierung von Gemeinschaftsradios ... 66
5.3.4 Der UNIKOM-Verband ... 67
5.3.5 Mitglieder der UNIKOM-Radios in der Schweiz ... 68
6 Zum Untersuchungsdesign ... 69
6.1 Zur Methodologie – Zentrale Prinzipien qualitativer Sozialforschung ... 69
6.2 Das qualitative Interview ... 75
6.3 Expertenwissen und Experteninterview ... 78
6.3.1 Expertenwissen ... 79
6.3.2 Experteninterview ... 81
6.4 Datenerhebung ... 84
6.5 Datenauswertung ... 87
6.5.1 Zur Auswertungsstrategie ... 89
6.5.2 Zur Analyse ... 90
6.5.3 Ergebnisse ... 92
7 Freie Radios - Ein Erfolgsmodell mit finanziellen Problemen ... 110
Literaturverzeichnis ... 114
Vorwort
Die vorliegende Arbeit entstand als Folge meiner Beschäftigung mit dem Thema „Freie Radios in Österreich“ im Rahmen einer Seminararbeit. Sie beschäftigt sich in erster Linie mit der Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte Freier Radios in Österreich. Darüber hinaus soll ein Exkurs die Entstehungsstrukturen in den USA, Deutschland und der Schweiz vergleichen.
Die im empirischen Teil der Arbeit beschriebene Auswertung und Analyse von acht Experteninterviews soll die aktuelle politische und finanzielle Situation Freier Radios in Österreich reflektieren sowie ihr Selbstverständnis darstellen.
An dieser Stelle möchte ich mich bei meinen acht Interviewpartnern für ihre kompetente und freundliche Gesprächsbereitschaft bedanken. Die Interviews waren für mich nicht nur inhaltlich, sondern auch persönlich hoch interessant. Der Dank geht an Veronika Leiner (Radio FRO), Eva Kuntschner sowie Frank Hagen (ORANGE 94.0), Angelika Hödl (Radio AGORA), Gerhard Schneider (Gym-Radio), Markus Schennach (Freirad), Norbert Hopfner (Pro-Ton), Martin Dopler (Radio Helsinki) und Wolfgang Hirner (Radiofabrik). Besonderer Dank gilt Frau Professor Ingrid Paus-Hasebrink für ihre Geduld und rasche, unbürokratische Hilfestellung bei Fragen sowie der Studien-Assistentin Mag. Christina Ortner und den beiden wissenschaftlichen Projektmitarbeiterinnen Mag. Michelle Bichler und Mag. Eva Hammerer, die mir mit Literaturhinweisen und inhaltlichen Ratschlägen auch außerhalb der Sprechstundenzeiten zur Verfügung gestanden sind.
Des Weiteren möchte ich all jenen Leuten danken, die mittel- oder unmittelbar an der Fertigstellung der Diplomarbeit beigetragen haben und an eine positive Vollendung selbiger nie zweifelten.
1 Einleitung
In der heutigen Zeit, wo die Befürchtung besteht, dass Medienkonzentration zu- und Meinungsvielfalt abnimmt, nehmen freie, nicht-kommerzielle Radios einen immer größeren Stellenwert in unserer Gesellschaft ein. Die kommerziellen Medien können den Wunsch nach vermehrter Meinungsfreiheit und einem offenen Zugang zum Medium nicht gewährleisten. Wenn man die Meinungsvielfalt dem Markt überlässt, bedeutet dies, „dass sie ohne Zensureingriffe abstirbt“ (Brugger 2003, 84).
Die vorliegende Arbeit handelt also von einem Medium, das der dritten Säule in Österreichs Medienlandschaft zuzuordnen ist. Neben dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk und dem kommerziell privaten Sektor konnten die freien, nicht-kommerziellen Anbieter in jüngster Vergangenheit große Erfolge verzeichnen. Durch qualitative Sendetätigkeit und einer großen Programmvielfalt (es gab einige Preise für diverse freie Radiosender) konnte man die Bedeutung für das österreichische Mediensystem nachhaltig bestätigen (vgl. Brugger 2003, 81).
Artikulationsmöglichkeiten für Minderheitenthemen -und gruppen wurden und werden immer weniger. Freie Radios stellen dabei eine Plattform für derartige Belange dar. Als billiges, effizientes, (in der Zukunft hoffentlich) reichweitenstarkes und schnelles Medium können sie zur Wiederentdeckung eines Artikulationskanals beitragen, den man schon längst ausschließlich in staatlichen und kommerziellen Nutzungszusammenhängen glaubte (vgl. Thurner 1995, 269).
In Kapitel 2 der Arbeit erfolgt zunächst eine Definitionsbestimmung für Freie Radios, welche die wichtigsten Grundsätze der Charta Freier Radios Österreich erläutert. Die Forderungen des Verbandes Freier Radios in Österreich werden dokumentiert, eine tabellarische Gegenüberstellung Freier Radios mit öffentlich-rechtlichem und kommerziellem Rundfunk soll Unterschiede in Bezug auf die Unabhängigkeit und Freiheit von Staat, Markt und Kapital illustrieren.
Kapitel 3 widmet sich der Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte Freier Radios in Österreich. Es können dabei grundsätzlich vier Phasen unterschieden werden. Die Piratenphase1, die Legalisierungsphase, die Aufbauphase und die Konsolidierungs- und Expansionsphase. Die Literaturrecherche in diesem Kapitel stützt sich großteils auf den „Endbericht vom Forschungsprojekt. Entstehung und Entwicklung freier, nichtkommerzieller Radios in Österreich“, der unter anderem von Andrea Grisold 2001 herausgegeben wurde und als einer der wenigen Fachpublikationen gilt. Freie Radios als nicht-kommerzielle Medien stellen nach wie vor ein Randthema in der österreichischen Medienlandschaft dar, was sich auch anhand der Literaturrecherche zeigte. Den großen Stellenwert, den Brugger für Freie Radios in der Gesellschaft sieht, hat sich in der Anzahl an Publikationen über das Thema noch nicht bestätigt.
Kapitel 4 widmet sich explizit der Entstehungsgeschichte jener Freien Radios in Österreich, die für die Datenanalyse im empirischen Teil herangezogen wurden. Das sind die Radiofabrik, ORANGE 94.0, Radio FRO, Radio AGORA, Gym-Radio, Pro-Ton, Radio Helsinki und Freirad. Bis auf das Burgenland, wo derzeit kein Freies Radio sendet, wurde in den übrigen acht Bundesländern Österreichs ein Freies Radio ausgewählt2. Neben einer Literaturanalyse wurde hier auch das Internet als Quellenlieferant herangezogen.
Kapitel 5 stellt einen Exkurs dar. Die Entwicklungsgeschichte Freier Radios wird anhand von drei internationalen Beispielen geschildert: Die USA, das Mutterland Freier Radios sowie die beiden Nachbarländer Österreichs, Deutschland und die Schweiz. Dabei sollen Parallelen und Differenzen zur Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte Freier Radios in Österreich aufgezeigt und die relevantesten Fakten der dortigen freien Radio-Szene eruiert werden. Sowohl bestehende Fachpublikationen als auch das Internet dienten der Literaturrecherche.
Diese „Komplementärmedien“ wollen einen Markt für alternative Medien konstituieren, darüber hinaus einen Markt für eine „Gegenöffentlichkeit“. Sie treten nicht in einen ökonomischen Wettbewerb zu primären Märkten gewinnorientierter Medienproduktion (vgl. Kopper 1984, 133ff; Hirner et. al 2000, 59).
Alternativbewegungen machten den Terminus „Gegenöffentlichkeit“ seit Mitte der 60er Jahre zum politischen Begriff einer gesellschaftskritischen Herangehensweise an bestehende Institutionen der Massenmedien und der Politik. Diese Bewegungen richteten sich nicht explizit gegen Öffentlichkeit, sondern gegen die herrschenden Formen der durch privatkapitalistische und/oder öffentlich-rechtliche Medien hergestellten Öffentlichkeiten (vgl. Stamm 1988, 134).
Bei Freien Radios spielt die „Gegenöffentlichkeit“ insofern eine Rolle, da sowohl die Funktion der Schaffung einer Öffentlichkeit für die eigene „alternative“ Lebenswelt erfüllt wird, als auch der Aspekt des Erreichens eines größeren Publikums eine Rolle spielt (vgl. Wagner 2003, 32).
Werbeeinnahmen sind bei Freien Radios irrelevant, den Formatierungs- und Quotendruck der kommerziellen Anbieter ist man beim freien Rundfunk nicht ausgesetzt (vgl. Brugger 2003, 80).
[...]
1 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in dieser Arbeit die weibliche Form ausgespart. Dies soll jedoch in keiner Weise eine Diskriminierung darstellen. Piraten bedeutet demnach auch Piratinnen.
2 In Oberösterreich senden aktuell drei Freie Radios, in Niederösterreich und der Steiermark zwei und in den übrigen Bundesländern gibt es jeweils ein Freies Radio.
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