Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Scholary Paper (Seminar), 2001, 22 Pages
Author: Silke-Katrin Kunze
Subject: Romance Languages - General
Details
Institution/College: Dresden Technical University (Institut für Romanistik)
Tags: Freiarbeit, Schule, Alternativmethode, Unterricht
Year: 2001
Pages: 22
Grade: 1,3
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-12654-0
ISBN (Book): 978-3-638-69104-8
File size: 250 KB
Other users also were interested in the following titles:
Abstract
Lernerautonomie ist ein natürliches, aus Erfahrung entstehendes Phänomen. In einer Zeit, in der ein lebenslang ausübbarer Beruf nicht mehr garantiert werden kann, ist diese Lernerautonomie höchst relevant, da jeder auf Veränderungen und darauf gefasst sein muss, dass er neue Fähigkeiten zu erlernen hat, um konkurrenzfähig bleiben zu können. Die Grundlagen dazu sollten bereits in der Schule geschaffen werden, denn Lernen ist ein vom Lernenden selbständig durchgeführter autonomer Prozess. Die kognitive Psychologie und der Konstruktivismus beispielsweise raten allen Pädagogen, eine solche Lernerautonomie in den Mittelpunkt ihres didaktischen Handelns zu stellen. Begründung: Lernen wird durch Strategien gesteuert, die man von außen fördern kann. In Gruppen läßt es sich sogar besonders erfolgreich lernen. Allerdings können die Lernergebnisse für jeden anders ausfallen. Will man neues Wissen verstehen und lernen, bedarf es des bereits vorhandenen, um dieses umstrukturieren zu können. Danach fügt man Selbstorganisation hinzu und verbindet diese mit Eigenverantwortlichkeit. Fazit: "Der Mensch ist für das eigene Lernen verantwortlich, weil er damit sein Überleben als System sichert." Die Freiarbeit nun entstammt dem Bereich der Reformpädagogik und ist ein Element des offenen Unterrichts, das deshalb nicht lange in einer "geschlossenen Schule" überleben, diese dafür aber öffnen könnte. Nach dem Einzug der Freiarbeit in Grundschulen und nicht-öffentliche Gymnasien, findet sie mittlerweile mehr und mehr Verbreitung in den staatlichen Gymnasien, ob der dortigen noch kontroversen Diskussionen. Ein wenig unverständlich übrigens, birgt sie doch soviel Gutes in sich, aber jeder hat ja das Recht auf eine eigene Meinung. Bereits Schlagwörter wie: Eigenverantwortung, Selbständigkeit, soziales Lernen, Selbstbildung und Selbstkontrolle deuten etwas rein Positives an. Der im Zentrum von Lernstoff, Material, Lehrer und Schüler stehende Schüler kann entspannter Lernen und wird somit einen zufriedeneren Schulalltag genießen.
Excerpt (computer-generated)
Freiarbeit
Autorin: Silke-Katrin Kunze
HAUSARBEIT
Technische Universität Dresden
Institut für Romanistik
Seminar: Französische Fachdidaktik
Wintersemester 2000 / 2001
Ich rate,
lieber mehr zu können,
als man macht,
als mehr zu machen,
als man kann,
bis man so viel macht,
wie man kann.
Bertolt Brecht
Kunze, Silke-Katrin
(6.) 5. Semester - Französisch / Englisch Lehramt Gymnasium
INHALTSVERZEICHNIS:
LERNERAUTONOMIE & PRINZIPIEN DER FREIARBEIT .....3
DIE FREIARBEIT
FREI VS. ARBEIT .....4
VORTEILE & ORGANISATIONSFORMEN .....5
WEITERE ÄUßERE UND INNERE FAKTOREN: ALTER, FÄCHER, THEMEN, RAHMEN, ARBEITSMITTEL .....6
VERLAUF .....7
AUSKLANG
FREIARBEITSMATERIAL .....9
LEHRERROLLE .....10
ANHANG
GESTALTUNG PROJEKTMAPPE .....12
REGELN FÜR FREIARBEIT I .....13
REGELN FÜR DIE FREIE ARBEIT II .....14
BERICHTSBOGEN .....15
AUFGABENZETTEL .....16
LÖßNITZGYMNASIUM RADEBEUL .....17
FÄCHERÜBERGREIFENDES KLASSENPROJEKT "ZOO" .....18
ZWEI FRANZÖSISCHE BEISPIELE .....19
ANMERKUNGSZETTEL .....20
LITERATURVERZEICHNIS .....21
Lernerautonomie & Prinzipien der Freiarbeit
Lernerautonomie ist ein natürliches, aus Erfahrung entstehendes Phänomen. In einer Zeit, in der ein lebenslang ausübbarer Beruf nicht mehr garantiert werden kann, ist diese Lernerautono-mie höchst relevant, da jeder auf Veränderungen und darauf gefaßt sein muß, daß er neue Fähig-keiten zu erlernen hat, um konkurrenzfähig bleiben zu können. Die Grundlagen dazu sollten bereits in der Schule geschaffen werden, denn Lernen ist ein vom Lernenden selbständig durch-geführter autonomer Prozeß. Die kognitive Psychologie und der Konstruktivismus beispielsweise raten allen Pädagogen, eine solche Lernerautonomie in den Mittelpunkt ihres didaktischen Han-delns zu stellen. Begründung: Lernen wird durch Strategien gesteuert, die man von außen fördern kann. In Gruppen läßt es sich sogar besonders erfolgreich lernen. Allerdings können die Lerner-gebnisse für jeden anders ausfallen.
Will man neues Wissen verstehen und lernen, bedarf es des bereits vorhandenen, um dieses umstrukturieren zu können. Danach fügt man Selbstorganisation hinzu und verbindet diese mit Eigenverantwortlichkeit. Fazit: "Der Mensch ist für das eigene Lernen verantwortlich, weil er damit sein Überleben als System sichert."
Die Freiarbeit nun entstammt dem Bereich der Reformpädagogik und ist ein Element des offenen Unterrichts, das deshalb nicht lange in einer "geschlossenen Schule" überleben, diese dafür aber öffnen könnte.
"Offener Unterricht (open education) lebt in einer offenen Schule, die sich
nach innen (open classroom) und nach außen (street school) dem Leben der
Lernenden und Lehrenden öffnet und über die je lokal gestaltete Balance von
Freiheit und Bindung Prozesse demokratischer Entwicklung ermöglicht."
Nach dem Einzug der Freiarbeit in Grundschulen und nicht-öffentliche Gymnasien, findet sie mittlerweile mehr und mehr Verbreitung in den staatlichen Gymnasien, ob der dortigen noch kontroversen Diskussionen. Ein wenig unverständlich übrigens, birgt sie doch soviel Gutes in sich, aber jeder hat ja das Recht auf eine eigene Meinung. Bereits Schlagwörter wie: Eigenver-antwortung, Selbständigkeit, soziales Lernen, Selbstbildung und Selbstkontrolle deuten etwas rein Positives an. Der im Zentrum von Lernstoff, Material, Lehrer und Schüler stehende Schüler kann entspannter Lernen und wird somit einen zufriedeneren Schulalltag genießen.
Andererseits spielen bestimmte Kriterien eine Rolle: So sollte Freiarbeit immer produktori-entiert und eine Werksvollendung zwingend sein - wobei letztere gleichzeitig eine gewisse Ar-beitsqualität mit sich zu bringen hat. Außerdem gestaltet es sich äußerst günstig, die Arbeitsergebnisse vor der Klasse präsentieren zu lassen. Das macht Freiarbeit zu einer erprobten Möglichkeit, für Schüler wie auch Lehrer, Schule dadurch zu popularisieren, daß eigene Interes-sen eingebracht und der Unterricht beeinflußt werden können - was schließlich für ein bißchen weniger Entmündigung sorgt; und obwohl sie die gebundene schulische Arbeit nicht gänzlich abzulösen vermag, ist die Freiarbeit doch, um es mit den Worten Willy Potthoffs zu sagen, die "...Form eines indirekten Lehrens, bei dem die Lehrkraft während der Unterrichtsstunde weitge-hend zurücktritt, damit die SchülerInnen möglichst selbständig lernen können."
Die Freiarbeit
Frei vs. Arbeit
Analysiert man den Begriff "Freiarbeit", so besteht er aus den Worten "frei" und "Arbeit", die ihrerseits die Frage aufwerfen könnten, inwiefern sie ihrer Bedeutung entsprechen. Das heißt, was ist "frei" und was "Arbeit" an der "Freiarbeit"?
Der Schüler erhält mehrere "Freiheiten", die er sich selbstbestimmend zunutze machen kann. Dazu gehören: das Ziel, der Weg dorthin, die Wahl der Hilfsmittel, die Arbeitsplatzanordnung, die Bewegung im Raum, die Sozialform, ja selbst die Reihenfolge, Zeiteinteilung, Platzierung von Pausen und sogar das Arbeitstempo. Da seine Arbeit aber nicht im nichts tun besteht, gibt es auch einzuhaltende Regeln: die Aufgabenstellungen und eventuelle Pflichtaufgaben sind nicht nur zu bearbeiten, sondern auch zum Ende zu führen; die Arbeitsergebnisse unterliegen der Selbstkontrolle; die Gestaltung dieser Ergebnisse hat sorgfältig zu erfolgen, und die Ordnungs-prinzipien sind ebenfalls zu beachten. Außerdem ist den Mitschülern zu helfen und am Ende der Klasse das Ergebnis darzustellen.
Um zu diesem Ergebnis zu gelangen, ist es also geraten, sich zu mühen, ohne sich zu quälen; ernsthaft eine Aufgabe zu bearbeiten, ohne sich in sie zu verbeißen bzw. zu wetteifern, ohne zu konkurrieren. Das intellektuell, sozial, handwerklich, vielleicht sogar mit allen Sinnen geschaffe-ne Endprodukt kann eine Dokumentenmappe, eine fixierte Korrespondenz, ein szenisches Spiel oder ein Modell sein, wobei bei der Werksvollendung bei schwächeren Schülern auch ein weni-ger vollkommenes Werk akzeptiert werden sollte. Dazu beitragen könnte, daß beim Vorstellen und Besprechen aller Arbeitsergebnisse der Lehrer auch nur ein Mitglied der Gruppe ist.
Vorteile & Organisationsformen
Einige Kritiker meinen, Freiarbeit sei zu zeitaufwendig und sprenge den Zeitrahmen. Geht man mit ihr wie mit einer zusätzlichen und spielerischen Übungsform um, ist das gut möglich, doch Unterrichtserfahrungen haben gezeigt, daß bei sinnvollem Einsatz ein Zeitrahmen sehr wohl einzuhalten ist. Neben der Stoff- bzw. Wissensvermittlung sorgen dafür die pädagogischen Ziele der Freiarbeit: Reduktion der Über- / Unterforderung durch individuelles Lerntempo, Über-legenheit in Übungsphasen, Nutzung verschiedener Materialien, erleichtertes Stillsitzen im rest-lichen Unterricht (Bewegungsfreiheit), mögliches Eingliedern von Außenseitern, intensivere Zuwendung gegenüber Einzelschülern oder -gruppen, praktisches Lernen, Anwendung von Ar-beitstechniken (Lernen lernen) und mögliches besseres Kennenlernen der Schülerpersönlichkeit. Allerdings darf bei alledem nicht vergessen werden, daß Freiarbeit zwar schön, jedoch "kein Wundermittel gegen Schulkrankheiten wie Überdruß, Aggressivität, Lernschwäche usw." ist.
Diese positiven Aspekte hin oder her, wie organisiert man eigentlich Freiarbeit? Drei For-men stehen zur Auswahl: 1. Freiarbeit als Unterrichtsfach, 2. Freiarbeit als Arbeitsphase in einem Unterrichtsfach oder Fachbereich und 3. Freiarbeit als Arbeitsweise, die das gesamte Schulleben durchzieht.
Freiarbeit als Unterrichtsfach wird wie alle anderen Unterrichtsfächer auch organisiert, das heißt, in der Regel ist der Klassenlehrer zuständig. Die Inhalte sind frei bestimmbar und Fächer mit einer erhöhten Stundenzahl haben hierfür Stunden in einen Stundenpool abgegeben.
Wird Freiarbeit als Arbeitsphase in den normalen Unterricht eingebunden, so wird sie nicht extra im Stundenplan ausgewiesen. Der Lehrer wacht selbst über das Gleichgewicht von Freiheit und Bindung, weshalb er auch keinerlei Rücksicht auf die Gesamtschulorganisation zu nehmen braucht.
Im Gegensatz dazu die dritte Variante. Sie durchzieht das gesamte unterrichtliche Gesche-hen, sich damit auf die Ebene des Selbstverständnisses einer Schule hebend. Diese verändert sich daraufhin als Ganzes und wird sogar von einer geschlossenen zu einer offenen Schule, wenn sie Freiarbeit in einem dementsprechenden Maße erlaubt.
[...]
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Zum Begriff "Sozialisation"
Author: Katrin NiemannPedagogy - Pedagogic Sociology, 2005 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Analyse von Argumenten
Author: Tanja KnüppelGerman Studies - Linguistics, 2001 Download as PDF-file for 7,99 EUR
Argumentieren - Eines der wichtigsten sprachlichen Mittel
Author: Sebastian HagedornRhetoric / Elocution / Oratory, 2003 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Burnout am Beispiel eines Lehrers
Author: Christian BornemannPsychology - Work, Business, Organisational and Economic Psychology, 2003 Download as PDF-file for 11,99 EUR
Das höfisierte Feenreich im "Wigalois"
Author: Katrin GrebingGerman Studies - Older German Literature, Mediaevistik, 2006 Download as PDF-file for 8,99 EUR
Das Prinzip Hoffnung in den Kurzgeschichten von Wolfgang Borchert
Author: Janice HöberGerman Studies - Modern German Literature, 2004 Download as PDF-file for 8,99 EUR
This text can be quoted and accessed from this url: