Die deutsche Flottenrüstung 1897 - 1914: " Eine Flotte gegen England"

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Details
Autor: Daniel Volker
Fach: Geschichte - Deutsches Kaiserreich, Imperialismus
Institution/Hochschule: Universität Bielefeld
Jahr: 2004
Seiten: 14
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 10 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 192 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-40846-2
ISBN (Buch): 978-3-638-77525-0
Zusammenfassung / Abstract
„Die Seeinteressen Deutschlands sind seit der Errichtung des Reiches in ganz ungeahnter Weise gestiegen. Ihre Erhaltung ist zu einer Lebensfrage Deutschlands geworden.“1 Diese im Jahr 1898 von Großadmiral Alfred von Tirpitz getätigte Aussage zeigt deutlich auf welche Ziele die deutsche Marinepolitik seit dessen Amtsbeginn verfolgte. Es wurde als eine Notwendigkeit angesehen eine starke Flotte zu bauen, die imstande war, den deutschen Handel und die deutsche Industrie zu schützen. Hierbei wurde besonderes Augenmerk auf die englische Flotte gelegt, die zu der Zeit die führende Seemacht weltweit war. Zudem sollte eine starke deutsche Flotte dazu dienen die halbhegemoniale Stellung Deutschlands auf dem Kontinent in eine hegemoniale zu wandeln. In dieser Arbeit soll die deutsche Flottenbaupolitik und die damit verbundenen Schwierigkeiten einer Verständigung mit England, unter der Fragestellung ob es sich bei der deutschen Flotte um eine Flotte gegen England gehandelt hat und ob der deutsch-englische Antagonismus nicht auch auf diplomatischer Basis hätte beigelegt werden können, analysiert werden.
Textauszug (computergeneriert)
Die deutsche Flottenrüstung 1897 - 1914:
" Eine Flotte gegen England"
von: Daniel Volker
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung S. 2
2. Beginn des Flottenbaus 1897-1906
2.1 Der Tirpitz-Plan S. 3
2.2 Das Flottengesetz von 1898 und die Novelle von 1900 S. 4
3. Der Dreadnought- Sprung und seine Folgen
3.1 Der Dreadnought- Sprung - Startschuss zum offenen Wettrüsten S. 6
3.3 Verfall des Tirpitz- Planes S. 7
4. Ziel des deutschen Flottenbaus und seine Auswirkung auf die deutsch englischen Beziehungen
4.1 Eine Flotte gegen England S. 8
4.2 Verständigung oder Konfrontation mit England unter B ülow S. 9
4.3 Die Haldane Mission und ihre Folgen S. 10
5. Zusammenfassung S. 12
6. Literaturverzeichnis S.13
1. Einleitung
„Die Seeinteressen Deutschlands sind seit der Errichtung des Reiches in ganz ungeahnter Weise gestiegen. Ihre Erhaltung ist zu einer Lebensfrage Deutschlands geworden.“1
Diese im Jahr 1898 von Großadmiral Alfred von Tirpitz getätigte Aussage zeigt deutlich auf welche Ziele die deutsche Marinepolitik seit dessen Amtsbeginn verfolgte. Es wurde als eine Notwendigkeit angesehen eine starke Flotte zu bauen, die imstande war, den deutschen Handel und die deutsche Industrie zu schützen. Hierbei wurde besonderes Augenmerk auf die englische Flotte gelegt, die zu der Zeit die führende Seemacht weltweit war. Zudem sollte eine starke deutsche Flotte dazu dienen die halbhegemoniale Stellung Deutschlands auf dem Kontinent in eine hegemoniale zu wandeln. In dieser Arbeit soll die deutsche Flottenbaupolitik und die damit verbundenen Schwierigkeiten einer Verständigung mit England, unter der Fragestellung ob es sich bei der deutschen Flotte um eine Flotte gegen England gehandelt hat und ob der deutsch-englische Antagonismus nicht auch auf diplomatischer Basis hätte beigelegt werden können, analysiert werden.
Der erste Teil der Arbeit befasst sich mit der ersten Phase des Flottenbaus von 1897 bis 1906. Hier wird der für den Flottenbau maßgebliche Tirpitz-Plan und die erste Phase des Flottenbaus beschrieben. Im zweiten Abschnitt wird der Dreadnought- Sprung mit seinen weitreichenden Folgen für den Tirpitz-Plan, sowie dessen Einfluss auf die Verschärfung des deutsch-englischen Antagonismus. Im darauf folgenden Kapitel wird das deutschenglische Verhältnis näher betrachtet, wie auch die wahren Ziele, die Tirpitz mit seinem Plan, nämlich eine Flotte gegen England zu bauen. Es werden die zudem die verschiedenen Versuche einer Verständigung mit England, endend mit der Haldane- Mission, beleuchtet. Das letzte Kapitel ist eine Zusammenfassung der Arbeit, mit anschließendem Fazit.
2. Beginn des Flottenbaus 1897-1906
2.1 Der Tirpitz-Plan
Nachdem Großadmiral Alfred von Tirpitz am 31. März 1897 zum Staatssekretär des Marineamtes berufen wurde, begann er mit der Durchführung eines langfristig angelegten Planes zum Ausbau der deutschen Flotte. Dieser Plan sollte die Richtschnur für den deutschen Flottenbau ab 1897 werden. Ziel des Tirpitz-Planes war der Bau von 60 Schiffen in einem Zeitraum von 20 Jahren, bei einer kontinuierlichen Baurate von drei Schiffen pro Jahr, dem Dreier Tempo. Diese festgelegte Baurate und die Einführung einer Ersatzzeit für die Schiffe sollte eine Äternisierung der Flotte zur Folge haben, wodurch eine vom Parlament unabhängige, sich selbst erneuernde Flotte entstehen sollte. Die Auslandsflotte sollte durch eine Hochseeflotte ersetzt werden, welche zur Entscheidungsschlacht fähig sein sollte. Durch das Fehlen von Auslandsstützpunkten, als Versorgungs- und Rückzugspunkte für die Kreuzer sollte die Flotte demnach so eingerichtet sein, „daß sie ihre höchste Kriegsleistung zwischen Helgoland und der Themse entfalten kann“. Die Nordsee sollte hierbei als Hebel dienen, und die Konflikte, die in der Peripherie entstehen, mit Hilfe der Heimatflotte vor Ort gelöst werden sollten2. Die alleinige Quelle maritimer Machtausübung sollte das Schlachtschiff sein, wobei die Homogenität des Schiffmaterials und sorgfältige Abstimmung der Waffen im Vordergrund standen3. Um keinen Verdacht bei der Seemächtigsten Nation der Welt zu erwecken sollte der Ausbau Etappenweise geschehen, dies diente auch die Widerstände im Parlament aufgrund der enormen Kosten zu umgehen, und er begründete den Ausbau mit der Risikotheorie, die den defensiven Charakter des Ausbaus betont, und besagt, die Flotte müsse immer so stark sein, „daß ein Krieg auch für den Seemächtigsten Gegner mit derartigen Gefahren verbunden ist, dass seine Machtstellung in Frage gestellt wird“4.
2.2 Die erste Phase des Schlachtflottenbaus 1897-1906
[...]
1 Chostov, Minc, Geschichte der Diplomatie, Band 1, S. 165.
2 Roedel, C., Krieger, Denke Amateure.Alfred von Tirpitz und das Seekriegsbild vor dem Ersten Weltkrieg, Stuttgart 2003, S.94
3 Krieger, Denker Amateure, S. 71 f.
4 Zit. bei Tirpitz, A.v., Der Aufbau der deutschen Weltmacht, Stuttgart-Berlin 1924, S.
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