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Die Postmoderne - Eine Darstellung der für ihre Dramatik typischen Aspekte am Beispiel von Sarah Kanes Stück "Zerbombt"

Autor: Julia Balogh
Fach: Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

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Details

Veranstaltung: Dramatik der 1990er
Institution/Hochschule: Universität Trier
Tags: Postmoderne, Eine, Darstellung, Dramatik, Aspekte, Beispiel, Sarah, Kanes, Stück, Zerbombt, Dramatik
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 18
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 11  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 98 KB
Archivnummer: V42950
ISBN (E-Book): 978-3-638-40861-5
Anmerkungen :
Kommentar meiner Dozentin: In einer detaillierten und inhaltsreichen Auseinandersetzung mit Sarah Kanes Theatertext "Zerbombt" arbeiten Sie zentrale Aspekte seiner Thematik und sprachlichen Form heraus. Ihnen gelingt eine schlüssige Lektüre des Textes aus der Perspektive postmoderner Ästhetik, die ich mit großem Interesse gelesen habe. Zu der Gliederung der Arbeit ist zu sagen, das sie hätte weniger kleinschrittig ausfallen können.

Textauszug (computergeneriert)

Die Postmoderne - Eine Darstellung der für ihre Dramatik
typischen Aspekte am Beispiel von Sarah Kanes
Stück "Zerbombt"

von: Julia Balogh

 


1. Einleitung S. 1

2. Die Postmoderne - Eine Darstellung für ihre Dramatik typischen Aspekte am Beispiel von Sarah Kanes Stück „Zerbombt“ S.1-14

2.1 Die Postmoderne – Ursprung und Standpunkt S.1/2
2.2 Die postmoderne Dramatik. Eine Darstellung der für sie typischen Aspekte am Beispiel von Sarah Kanes Stück „Zerbombt“ S.3-14

2.2.1 Das In-yer-face theatre als postdramatische Theaterform S. 3
2.2.2 Die Autorin - Sarah Kane S.3/4
2.2.3 Das Stück - „Zerbombt“ S.4-12

2.2.3.1 Entstehungsdaten und Thematik S.4/5
2.2.3.2 Postmoderne Aspekte in „Zerbombt“ S.5-12

2.2.3.2.1 Bilder der Trostlosigkeit und Zeichen des Mangels S.5/6
2.2.3.2.2 Figuren bzw. Charaktere S.6/7
2.2.3.2.3 Ambivalenz S.7/8
2.2.3.2.4 Perversion S.8-10
2.2.3.2.5 Anti-mimetische Dramaturgie S.10/11
2.2.3.2.6 Endzeitgefühl S.11
2.2.3.2.7 Zeichengebrauch S.12

2.2.4 Rezeption S.12/13
2.2.5 Überlegung zur zukünftigen Entwicklung des Theaters in Zusammenhang mit dem Wandel der Gesellschaft S.13/14

3. Fazit S.14

4. Literaturverzeichnis S.15

4.1 Primärliteratur S.15
4.2 Sekundärliteratur S.15


 

1. Vorwort

Es glitzert und funkelt im Nabel und im Gesicht und bunte Verzierungen blitzen aus Hemdsärmeln und Jeans hervor - man erblickt Piercings und Tattoos soweit das Auge reicht. Auch Bungeejumping oder Fallschirmspringen sind mittlerweile zum gängigen Zeitvertreib geworden. Wir leben in einer Zeit der Mutproben und Wagnisse, in der niemand als „altbacken“ oder unmodern gelten will. Es scheint fast, als hätten sich nie zuvor derart viele Menschen mit solcher Vehemenz dagegen gewehrt, mit solchen Attributen in Verbindung gebracht zu werden. Und um dem zu entgehen sind sie sogar bereit, nicht einmal geringfügigen Schmerzen in Kauf zu nehmen. Ob nun beim Stechen des Tattoos oder beim späteren Bezahlen dessen. Wenn es jedoch ums Theater geht, halten die meisten Menschen noch immer an der alten, konservativen Form des dramatischen Theaters fest. Sie wagen zwar den Sprung aus dem Flugzeug, beispielsweise jedoch nicht den Sprung ins zunächst vielleicht kalte Wasser des postdramatischen Theaters, der durchaus eine erfrischende Abwechslung und Alternative sein kann. Es lohnt sich, auch hier einmal über den Tellerrand hinauszuschauen, offen zu sein für neue Erfahrungen und dafür, den persönlichen Horizont zu erweitern.

Denn das postdramatische Theater hat einiges zu bieten, das es wert ist, dass man sich damit auseinandersetzt. Eine komplett andere Art der Inszenierungsweise, der Wirkungsästhetik, des Umgangs mit Sprache und des Theatererlebnisses sind nur wenige der spannenden Aspekte, die auf den warten, der sich darauf einlässt. Auch ich möchte mich an diese kleine Herausforderung heran wagen und werde im Folgenden einige Aspekte der postmodernen Dramatik anhand von Sarah Kanes Stück „Zerbombt“ darzulegen versuchen.

2. Die Postmoderne - Eine Darstellung der für ihre Dramatik typischen Aspekte am Beispiel von Sarah Kanes Stück „Zerbombt“

2.1 Die Postmoderne - Ursprung und Standpunkt

Den Begriff der Postmoderne zu erläutern und zu vermitteln gestaltet sich als äußerst schwierig, handelt es sich hierbei doch um eine geistige Strömung und damit verbunden ein komplexes Geflecht neuer Werte und Sichtweisen. Ohne ihn somit vollständig zu erfassen und zu begreifen, lassen sich ihm jedoch einige Merkmale zuordnen. Zunächst einmal bezeichnet die Postmoderne eine Epoche, die etwa in den 1960ern bis 1990ern anzusiedeln ist und aus der Moderne hervorgegangen ist. Sie stellt keine prinzipielle Ablehnung der „im Modernismus erreichten Positionen“1 dar, distanziert sich jedoch von ihnen und verfolgt im Gegensatz zur Moderne nicht die „Realisierung des Neuen“2, sondern eine „Rekombination oder neue Anwendung vorhandener Ideen“3.

Dies überträgt sich auf die künstlerischen Bereiche zum Beispiel der Literatur, Malerei, Architektur oder Mode4. Die Postmoderne vollzieht in ihnen eine Vermischung der bisherigen Stilzüge und Merkmale mit neuen, indem sie diese aus dem ihnen spezifischen Kontext herauslöst - es ist offensichtlich, dass ihre Vertreter vehemente Verfechter des Poststrukturalismus5 sind. Durch eine solche Dekonstruktion eröffnet die Postmoderne dem Rezipienten die Möglichkeit der Differenzierung6 und offeriert ihm anstelle einer expliziten Aussage die Pluralität der Bedeutung. Die Postmoderne ist außerdem geprägt durch das Bild einer „pluralistisch[en], zufällig[en], chaotisch[en]“7 Welt, was zur Entstehung einer neuen Wirklichkeit führt. Die Realität besteht demnach „mehr aus instabilen Systemen als aus geschlossenen Kreisläufen“8. So wird beispielsweise auch die Existenz des „autonomen Subjekts als agierende Einheit“9 negiert. „Identität“ wird als instabil bzw. unmöglich angesehen. Zusätzlich thematisiert und kritisiert postmoderne Kunst häufig die fortschreitende Technologisierung und zunehmende Präsenz bzw. Dominanz der neuen Medien und weist auf die Virtualisierung des Menschen und seines Lebensraumes hin. In Zusammenhang damit erteilt sie außerdem Vernunft und Zweckrationalität eine Absage und wendet sich Affektivität und Emotionalität zu10. Wichtige Philosophen dieser Epoche sind Jean-Francois Lyotard und Jacques Derrida11, zu den bedeutendsten Theater-Autoren dieser Zeit zählen Elfriede Jelinek, Sarah Kane oder auch David Harrower12.

2.2. Die postmoderne Dramatik. Eine Darstellung der für sie typischen Aspekte am Beispiel von Sarah Kanes Stück „Zerbombt“

2.2.1 Das In-yer-face theatre als postdramatische Theaterform

Der Ausdruck „in-your-face“ hat seinen Ursprung im amerikanischen Sportjournalismus der 1970er und fand in den 80ern/90ern den Weg in die amerikanische Umgangssprache. Er wurde synonym für „aggressiv“, „provokativ“ oder „frech“ gebraucht13. Diese Attribute sind auch bezeichnend für das „In-yer-face theatre“ in Großbritannien, das dort in den 90ern zum dominanten Schreibstil vieler neuer Texte wurde14. Dieses untergräbt die dramatische Textstruktur und „grabs the audience […] by the neck and shakes it until it gets the message.”15. Durch die Überschreitung gesellschaftlich festgelegter Grenzen mittels extremer Sprache und provokativer Bilder wird der Zuschauer und Rezipient mit Gewalt jeglicher Art konfrontiert, gerät in Bedrängnis, Beunruhigung und Verwirrung16. Er ist gezwungen, zu reagieren. Derart werden soziale Missstände des heutigen Zeitgeistes aufgezeigt und kritisiert. Außerdem wird so eine neue ästhetische Sensibilität provoziert und kreiert17. In Großbritannien wurden In-yer-face Dramen bisher vornehmlich am Royal Court Theatre (London), dem Soho Theatre (London) oder dem Traverse Theatre (Edinburgh) aufgeführt18. Mark Ravenhill und Anthony Neilson sind neben Sarah Kane die wichtigsten Vertreter dieser Theaterform19.

2.2.2 Die Autorin - Sarah Kane

[...]


1 Der Literatur Brockhaus, Postmodernismus. (Mannheim; Leipzig; Wien; Zürich: BI-Taschenbuchverlag, 1995) 303/304.

2 Postmoderne. 01.03.2005 http://de.wikipedia.org/wiki/Postmoderne.

3 Postmoderne. 01.03.2005 http://de.wikipedia.org/wiki/Postmoderne.

4 Postmoderne. 01.03.2005 http://de.wikipedia.org/wiki/Postmoderne.

5 Postmoderne. 01.03.2005 http://de.wikipedia.org/wiki/Postmoderne.

6 Gerda Poschmann, Der nicht mehr dramatische Theatertext. (Tübingen: Max Niemeyer Verlag, 1997) 130.

7 Postmoderne. 01.03.2005 http://de.wikipedia.org/wiki/Postmoderne.

8 Hans-Thies Lehmann, Postdramatisches Theater. (Frankfurt/Main: Verlag der Autoren, 1999) 141.

9 Postmoderne. 01.03.2005 http://de.wikipedia.org/wiki/Postmoderne.

10 Postmoderne. 01.03.2005 http://de.wikipedia.org/wiki/Postmoderne.

11 Postmoderne. 01.03.2005 http://de.wikipedia.org/wiki/Postmoderne.

12 In-yer-face theatre. 01.03.2005 www.inyerface-theatre.com/what.html.

13 In-yer-face theatre. 01.03.2005 www.inyerface-theatre.com/what.html.

14 In-yer-face theatre. 01.03.2005 www.inyerface-theatre.com/what.html.

15 In-yer-face theatre. 01.03.2005 www.inyerface-theatre.com/what.html.

16 In-yer-face theatre. 01.03.2005 www.inyerface-theatre.com/what.html.

17 In-yer-face theatre. 01.03.2005 www.inyerface-theatre.com/what.html.

18 In-yer-face theatre. 01.03.2005 www.inyerface-theatre.com/what.html.

19 In-yer-face theatre. 01.03.2005 www.inyerface-theatre.com/what.html.

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