Fundraising in Nonprofit-Organisationen close

Bitte warten

Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.



Details

Veranstaltung: Theorie-Praxis-Seminar
Institut: Fachhoschule der Sozialpädagogik des Rauhen Hauses
Tags: Fundraising, Nonprofit-Organisationen, Theorie-Praxis-Seminar
Kategorie: Referat (Ausarbeitung)
Jahr: 2004
Seiten: 27
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 5  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 215 KB
Archivnummer: V43144
ISBN (E-Book): 978-3-638-41014-4
ISBN (Buch): 978-3-638-68459-0

Zusammenfassung / Abstract

Ein aus den USA stammender Begriff findet hierzulande immer mehr Verwendung: Nonprofit Organisationen (im folgenden NPO) bzw. Nonprofit- Sektor. „Der Begriff Nonprofit- Sektor (auch Dritter Sektor) dient als Sammelbezeichnung für diejenigen Organisationen, die weder den Bereichen Privatwirtschaft oder Staat noch dem informellen Privatbereich zugeordnet werden können.“7 An der Johns Hopkins University in Baltimore, USA organisierten Lester M. Salamon und Helmut Anheier ein groß angelegtes, international vergleichendes Forschungsprojekt zum Thema Nonprofit-Sektor. Nach ihrer Definition gehören diejenigen Organisationen zum Dritten Sektor, die formell strukturiert, organisatorisch vom Staat unabhängig und nicht gewinnorientiert sind; die eigenständig verwaltet und zu einem gewissen Grad von freiwilligen Beiträgen getragen werden und keine Zwangsverbände darstellen. Der Zweck einer NPO ist es dem Wohl der Allgemeinheit bzw. Teilen davon zu dienen. Es gibt unterschiedliche Formen von NPOs: Vereine, Verbände, Stiftungen, Genossenschaften. Inhaltlich gibt es innerhalb dieser Organisationen ein großes Spektrum, welches u.a. die Bereiche Soziales, Gesundheit, Kultur, Umwelt, Tierschutz und Sport umfaßt. In Deutschland ist die Dominanz der Wohlfahrtsverbände (Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Diakonisches Werk, Paritätischer Wohlfahrtsverband, Rotes Kreuz) charakteristisch für den Nonprofit-Sektor. Seit den siebziger Jahren sind vor dem Hintergrund der sozialen Bewegung neue, kleinere Vereine entstanden, deren Arbeit Themenbereichen gewidmet waren, die zuvor eher vernachlässigt wurden (z.B. Abrüstung, Frauendiskriminierung, Rassismus, Umwelt).

Textauszug (computergeneriert)

Fundraising

von: Wiebke Teichert

 


Gliederung

1. PHILANTHROPIE, EIN WERT AUS DEN USA KOMMT NACH DEUTSCHLAND 2

2. WAS IST EINE NONPROFIT- ORGANISATION 4

3. FINANZIERUNG VON NONPROFIT-ORGANISATIONEN 5

3.1. Öffentliche Förderung 6
3.2. Stiftungen 9
3.3. Förderungsmöglichkeiten über Kooperation und Vernetzung 11
3.4. Selbsterwirtschaftete Mittel 12

4. FUNDRAISING 14

4.1. Social-Sponsoring 16

5. HOW TO FUNDRAISE 19

5.1. Öffentlichkeitsarbeit 23
5.2. Fundraising im Team 23

6. DIE VERSCHIEDENEN FUNDRAISING-METHODEN 24



 

1. Philanthropie, ein Wert aus den USA kommt nach Deutschland

Das Wort Philanthropie kommt aus dem Griechischen und bedeutet Menschenliebe. „Unter Philanthropie wird das freiwillige, nicht gewinnorientierte Geben von Zeit oder Wertgegenständen (Geld, Wertpapiere, Sachgüter) für öffentliche Zwecke verstanden.“1 In den USA ist Philanthropie eine Grundhaltung und eine Institution. Das bedeutet, alle, ob arm oder reich, ob Individuum oder Unternehmen, verstehen es als ihre Verpflichtung einen Beitrag zum Gemeinwohl zu leisten. Das kann in Form von Spenden oder ehrenamtlicher Arbeit sein. In Amerika steht Philanthropie für Eigenverantwortlichkeit, Selbsthilfe und Solidarität und stützt die zivile Gesellschaft von der Basis her. Allerdings ist in den USA das soziale Netz des Staates auch nicht so umfassend wie in Europa und gerade in Deutschland. Das hat seine Herkunft in einem völlig anderen Staatsverständnis, die Erwartung an den Staat ist sehr viel geringer als in unseren Ländern. Staatsferne und die Begrenzung der staatlichen Kontrolle sind in der Bevölkerung verankerte Grundwerte.

Für Marita Haibach stellt Philanthropie sogar „eine wichtige Möglichkeit für die einzelnen Menschen dar, die Entwicklung der Gesellschaft zu beeinflussen.“2 So fungiert der Spenden-Scheck quasi als Stimmzettel. In Amerika herrscht vorrangig das Prinzip des freiwilligen Handelns für das Gemeinwohl. Daraus ergibt sich, daß Philanthropie in den USA ein positiv behafteter Wert ist und hohes Ansehen genießt. In Deutschland hingegen ist der Begriff Philanthropie eher unbekannt. Ehrenamtliche Arbeit und Spenden geraten schnell in Verruf, denn es gilt der Grundsatz: „Eigentlich müßte ja der Staat...“.3.

Aus der amerikanischen Philanthropie- Tradition leitet sich ab, daß in den USA, im Unterschied zu den europäischen Ländern, private Geldgeber bei der Finanzierung des Nonprofit-Sektors eine viel größere Rolle spielen. Das hat auch mit der Entstehungsgeschichte des Dritten Sektors in Amerika zu tun, denn hier entstand das Gemeinwesen auf freiwilliger Basis. Der Staat füllte traditionell nur noch die Lücken, welche die Philanthropie offen ließ. In Deutschland und Europa ist Philanthropie eine private Tugend, die nur die Lücken füllt die der Staat läßt. Am 26. April 1997 trat der damals amtierende Bundespräsident Roman Herzog für einen neuen Gesellschaftsvertrag ein, in dem der einzelne wieder mehr Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen soll: „Der Staat leidet heute besonders unter dem Mythos der Unerschöpflichkeit seiner Ressourcen... Die Bürger überfordern den Staat, der Staat seinerseits überfordert die Bürger. Je höher die Steuerlast, desto höher die Erwartungen an den Staat... Mit dem rituellen Ruf nach dem Staat geht ein gefährlicher Verlust von Gemeinsinn einher... Wir brauchen einen neuen Gesellschaftsvertrag... Wäre es nicht ein Ziel, eine Gesellschaft der Selbständigkeit anzustreben, in der der einzelne mehr Verantwortung für sich und andere trägt, und in der er das nicht als Last, sondern als Chance begreift?... Wäre es nicht ein Ziel, eine Gesellschaft der Solidarität anzustreben - nicht im Sinne der Maximierung von Sozialtransfers, sondern im Vertauen auf das verantwortliche Handeln jedes einzelnen für sich selbst und die Gemeinschaft? (Frankfurter Rundschau, 28.4.1997.)“4

Es gibt scheinbar Menschen denen diese Rede aus dem Herzen spricht, denn in den letzten Jahren zeichnet sich in Deutschland ein Einstellungswandel ab.5 Begriffe wie „Eigenverantwortung“, „aktive Bürgergesellschaft“ oder „Revitalisierung der Demokratie“ machen die Runde. „Während einige nur den Werteverfall beklagen, machen sich andere daran, Verantwortung zu übernehmen und sich gemäß ihres individuellen Wertekanons zu engagieren.“6 Ehrenamtbörsen und Spendenparlamente werden gegründet, das Stiftungswesen befindet sich im Aufwärtstrend.

2. Was ist eine Nonprofit- Organisation

Ein aus den USA stammender Begriff findet hierzulande immer mehr Verwendung: Nonprofit Organisationen (im folgenden NPO) bzw. Nonprofit- Sektor. „Der Begriff Nonprofit- Sektor (auch Dritter Sektor) dient als Sammelbezeichnung für diejenigen Organisationen, die weder den Bereichen Privatwirtschaft oder Staat noch dem informellen Privatbereich zugeordnet werden können.“7 An der Johns Hopkins University in Baltimore, USA organisierten Lester M. Salamon und Helmut Anheier ein groß angelegtes, international vergleichendes Forschungsprojekt zum Thema Nonprofit-Sektor. Nach ihrer Definition gehören diejenigen Organisationen zum Dritten Sektor, die formell strukturiert, organisatorisch vom Staat unabhängig und nicht gewinnorientiert sind; die eigenständig verwaltet und zu einem gewissen Grad von freiwilligen Beiträgen getragen werden und keine Zwangsverbände darstellen. Der Zweck einer NPO ist es dem Wohl der Allgemeinheit bzw. Teilen davon zu dienen. Es gibt unterschiedliche Formen von NPOs: Vereine, Verbände, Stiftungen, Genossenschaften. Inhaltlich gibt es innerhalb dieser Organisationen ein großes Spektrum, welches u.a. die Bereiche Soziales, Gesundheit, Kultur, Umwelt, Tierschutz und Sport umfaßt.

In Deutschland ist die Dominanz der Wohlfahrtsverbände (Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Diakonisches Werk, Paritätischer Wohlfahrtsverband, Rotes Kreuz) charakteristisch für den Nonprofit-Sektor. Seit den siebziger Jahren sind vor dem Hintergrund der sozialen Bewegung neue, kleinere Vereine entstanden, deren Arbeit Themenbereichen gewidmet waren, die zuvor eher vernachlässigt wurden (z.B. Abrüstung, Frauendiskriminierung, Rassismus, Umwelt).

3. Finanzierung von Nonprofit-Organisationen

[...]


1 „Handbuch Fundraising/ Spenden, Sponsoring, Stiftungen in der Praxis“, Haibach, Marita; Frankfurt/Main; New York: Campus Verlag, 1998, S. 26

2 „Handbuch Fundraising/ Spenden, Sponsoring, Stiftungen in der Praxis“, Haibach, Marita; Frankfurt/Main; New York: Campus Verlag, 1998, S. 27

3 „Handbuch Fundraising/ Spenden, Sponsoring, Stiftungen in der Praxis“, Haibach, Marita; Frankfurt/Main; New York: Campus Verlag, 1998, S. 26

4 „Handbuch Fundraising/ Spenden, Sponsoring, Stiftungen in der Praxis“, Haibach, Marita; Frankfurt/Main; New York: Campus Verlag, 1998, S.27

5 „Handbuch Fundraising/ Spenden, Sponsoring, Stiftungen in der Praxis“, Haibach, Marita; Frankfurt/Main; New York: Campus Verlag, 1998, S.27; „Fundraising/ Spenden, Sponsoring und mehr...“, Fabisch, Nicole; München: Verlag C.H. Beck oHG, 2002, S. V

6 „Fundraising/ Spenden, Sponsoring und mehr...“, Fabisch, Nicole; München: Verlag C.H. Beck oHG, 2002, S. V

7 „Handbuch Fundraising/ Spenden, Sponsoring, Stiftungen in der Praxis“, Haibach, Marita; Frankfurt/Main; New York: Campus Verlag, 1998, S. 30

Kommentare

Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/43144/