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Autor: Marko Tomasini
Fach: Theologie - Vergl. Religionswissenschaft
Details
Institution/Hochschule: Universität Erfurt (Philosophische Fakultät)
Tags: Frage, Schleier, Vergleich, Bibel, Koran, Blick, Verschleierungsgebot, Seminar, Bibel, Koran, Unterschiede, Gemeinsamkeiten
Jahr: 2005
Seiten: 22
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 11 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 304 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-41023-6
ISBN (Buch): 978-3-638-65700-6
Zusammenfassung / Abstract
In der heutigen Diskussion zwischen der so genannten „westlichen Welt“ und der „Welt des Islams, sei es auf internationaler Ebene oder aber auch innerhalb multikultureller Gesellschaften, wird all zu gern darauf hingewiesen, dass es Bereiche in diesen Kulturen gibt, die scheinbar nicht miteinander zu vereinbaren sind. Ein wesentlicher Aspekt, der dabei immer wieder als Kritikpunkt hinsichtlich des Islams angebracht wird ist die Behandlung von Frauen und dabei das am Häufigsten, was uns als Europäer als erstes ins Auge fällt: Die Verschleierung als Synonym der Unterdrückung. Im Anblick eines Kleidungsstücks glauben viele das finden zu können, was den Islam so anders und unverständlich macht und nicht zuletzt warum er der „westlichen Aufklärung“ bedarf. In dieser Arbeit soll es um diesen Schleier gehen. Allerdings nicht um die Frage, ob es angebracht ist, dass Muslime den Schleier in öffentlichen Ämtern tragen dürfen oder nicht, sondern um die Frage, woher dieser Schleier stammt. Kann man mit Hilfe des Korans das Verschleierungsgebot stützen oder muss man sich nicht doch die Frage stellen, ob der Schleier das Produkt der islamisch-theologischen Auslegungsgeschichte ist. Dabei soll es aber nicht bleiben. Die oben schon kurz beschriebe Art und Weise der Diskussionsführung, nämlich lediglich darauf hinzuweisen, dass es kulturelle oder auch religiöse Aspekte im Islam gibt, die so gar nicht mit den Gewohnheiten der „westlich-christlichen Welt“ zusammenpassen wollen, reicht meines Erachtens nicht aus, um einen produktiven Dialog herstellen zu können. Um einen solchen Dialog in Gang bringen zu können, sollte man sich auch mit der eigenen Kultur auseinander setzen und sich die Frage stellen, ob nicht auch die eigenen Schriften, welche Grundlage der Kultur sind, zumindest das Potential in sich tragen ähnliche Formen der Kleidervorschriften und Unterdrückung der Frauen hervorbringen zu können. Deshalb soll auch die Frage behandelt werden, ob die Bibel den Frauen ebenso das ein oder andere im Hinblick auf die Kleiderordnung mitgibt und wie dieses zu bewerten ist.
Textauszug (computergeneriert)
Die Frage nach dem Schleier - Ein Vergleich von Bibel und
Koran mit Blick auf das Verschleierungsgebot
von: Marko Tomasini
2. Fachsemester
Inhalt
1. Einleitung S. 03
2. Der Koran S. 04
2.1 Die Verse und der Schleier S. 05
2.2 Die geschichtlichen Umstände der Entstehungszeit – Ursachen S. 07
2.2.1 Der Hijab-Vers S. 07
2.2.2 Der Jilab-Vers S. 09
2.2.3 Der Himar-Vers S. 10
2.2.4 Vers 33,32f. und der „Wahlvers“ S. 10
2.3 Zusammenfassung S. 11
3. Frauenfeindlichkeit in der Bibel? S. 12
3.1 Der Schleier als Schutz für die Engel S. 13
3.1.1 Die Unverhüllte Frau ist gleich einer Geschorenen S. 14
3.1.2 Aus und wegen dem Mann S. 14
3.1.3 Die „Macht auf dem Kopf“ S. 15
3.1.4 Wegen der Engel S. 16
3.1.5 Zusammenfassung S. 17
3.2 Die Frau als „Glanzstück“ der Menschheit S. 17
3.2.1 Kopfbedeckung oder Haare? S. 17
3.2.2 Der Mann ist das Haupt der Frau – Ausdruck der Unterordnung? S. 18
3.2.3 Was ist mit den Engeln? S. 19
3.2.4 Zusammenfassung S. 20
4. Resümee S. 21
Literaturangabe S. 22
1. Einleitung
In der heutigen Diskussion zwischen der sogenannten „westlichen Welt“ und der „Welt des Islams“1, sei es auf internationaler Ebene oder aber auch innerhalb multikultureller Gesellschaften, wird all zu gern darauf hingewiesen, dass es Bereiche in diesen Kulturen gibt, die scheinbar nicht miteinander zu vereinbaren sind. Ein wesentlicher Aspekt, der dabei immer wieder als Kritikpunkt hinsichtlich des Islams angebracht wird ist die Behandlung von Frauen und dabei das am Häufigsten, was uns als Europäer als erstes ins Auge fällt: Die Verschleierung als Synonym der Unterdrückung. Im Anblick eines Kleidungsstücks glauben viele das finden zu können, was den Islam so anders und unverständlich macht und nicht zuletzt warum er der „westlichen Aufklärung“ bedarf. In dieser Arbeit soll es um diesen Schleier gehen. Allerdings nicht um die Frage, ob es angebracht ist, dass Muslime den Schleier in öffentlichen Ämtern tragen dürfen oder nicht, sondern um die Frage, woher dieser Schleier stammt. Kann man mit Hilfe des Korans das Verschleierungsgebot stützen oder muss man sich nicht doch die Frage stellen, ob der Schleier das Produkt der islamisch-theologischen Auslegungsgeschichte ist.
Dabei soll es aber nicht bleiben. Die oben schon kurz beschriebe Art und Weise der Diskussionsführung, nämlich lediglich darauf hinzuweisen, dass es kulturelle oder auch religiöse Aspekte im Islam gibt, die so gar nicht mit den Gewohnheiten der „westlich-christlichen Welt“ zusammenpassen wollen, reicht meines Erachtens nicht aus2, um einen produktiven Dialog herstellen zu können. Um einen solchen Dialog in Gang bringen zu können, sollte man sich auch mit der eigenen Kultur auseinander setzen und sich die Frage stellen, ob nicht auch die eigenen Schriften, welche Grundlage der Kultur sind, zumindest das Potential in sich tragen ähnliche Formen der Kleidervorschriften und Unterdrückung der Frauen hervorbringen zu können. Deshalb soll auch die Frage behandelt werden, ob die Bibel den Frauen ebenso das ein oder andere im Hinblick auf die Kleiderordnung mitgibt und wie dieses zu bewerten ist.
Auch wenn mir bewusst ist, dass die Bibel das ältere Buch ist, soll es doch zunächst um den Koran gehen und um die Frage, ob das was im Koran zu finden ist als Legitimation für die Verschleierung der Frau ausreicht. Dabei soll es auch um die geschichtlichen Umstände gehen, die zu solchen Textstellen (Offenbarungen) geführt haben könnten. Erst im Anschluss daran möchte ich die Bibel behandeln, um zu zeigen, dass man auch hier Passagen finden kann, die doch mehrdeutig sind, wie verschiedene Auslegungen zeigen und so zumindest das Potential in sich tragen zu Frauenfeindlichkeiten führen zu können.
2. Der Koran
Der Koran ist das heilige Buch in der Tradition des Islam. Was hier niedergeschrieben steht wird von den Muslimen als direkte Rede Gottes3 angesehen und hat somit absoluten normativ bindenden Charakter. Dem Menschen kommt es nicht zu, an dieser direkten Rede irgend eine Veränderung vorzunehmen, was schon allein dadurch deutlich wird, dass der Koran nur im Arabischen rezitiert werden darf. Übersetzungen bringen Veränderungen mit sich und wären damit nicht mehr Rede Gottes. Dies zeigt schon, dass es schwierig wird, will man den Koran auf die heutige Zeit anwenden. Bemühungen, den Koran im Zusammenhang mit seiner Zeit zu verstehen und somit auf die heutige Zeit „anwendbar“ zu machen, werden all zu häufig von konservativen Vertretern des Islams als Veränderungen an der heiligen Schrift durch den Menschen abgewiesen. Das aber ein solches Verständnis notwendig ist, will man den Koran auch heute noch als moralische und rechtliche Instanz verstehen und auf die Veränderungen der Zeit eingehen, scheint meiner Meinung nach unumgänglich. Das würde meines Erachtens keine Schwächung oder Herabwürdigung mit sich bringen, sondern eher ein neues Verständnis und somit eine Stärkung.
Vor allem diejenigen Verse, welche nach der Hidschra Muhammads in Medina offenbart wurden, können als Reaktionen auf tagesaktuelle Ereignisse und Probleme innerhalb der jungen muslimischen Gemeinde angesehen werden. Oft waren die Offenbarungen direkte Antwort auf eine Anfrage, die man an Muhammad richtete.4 Aus dieser Tatsache heraus kann man eigentlich nicht anders als die offenbarten Verse und Suren des Koran im Zusammenhang der geschichtlichen Umstände seiner Entstehungszeit zu sehen.
2.1 Die Verse und der Schleier
Im Koran gibt es vier Verse, die auf die Verschleierung bzw. die Abschließung der Frau hinzuzielen scheinen. Zwei dieser Verse sind an die Frauen des Propheten gerichtet bzw. stehen mit ihnen im Zusammenhang, die anderen zwei an alle Frauen der muslimischen Gemeinde.
Vers 33,32f.: „ Ihr Frauen des Propheten!... 33 Und bleibt in eurem Haus (Variante: benehmt euch in eurem Haus mit Würde (und Anstand)), putzt euch nicht heraus, wie man das früher im Heidentum zu tun pflegte...“ Und Vers 33,53 (Hijab- Vers) : „Ihr Gläubigen! Betretet nicht die Häuser des... Und wenn ihr die Gattinnen des Propheten (w. sie) um (irgend) etwas bittet, das ihr benötigt, dann tut das hinter einem Vorhang! Auf diese Weise bleibt euer und ihr Herz eher rein (w. Das ist reiner für euer und ihr Herz). Und ihr dürft den Gesandten Gottes nicht belästigen und seine Gattinnen, wenn er (einmal) nicht mehr da ist, in alle Zukunft nicht heiraten. Das würde bei Gott schwer wiegen (w. Das wäre bei Gott gewaltig).“5
[...]
1 Die zwei Ausdrücke seien mir verziehen, da mir durchaus bewusst ist, dass es sowohl weder die „westliche Welt“ als auch nicht die „Welt des Islam“ gibt. Für die Einleitung sollen sie aber erst einmal genügen.
2 Um nicht zu sagen, dass diese Form der Auseinandersetzung falsch ist. Wenn man so wie Huntington feststellt, dass Kulturen nicht miteinander kompatibel sind, kann man auch zu dem Ergebnis kommen, dass jeder weitere Dialog unnötig wäre. Meines Erachtens der falsche Weg.
3 Ich verwende auch für den Islam die Bezeichnung Gott, da Allah im Arabischen die selbe Bedeutung zukommt
4 Vgl. u.a. Mernissi, Fatema, S.156f.
5 Alle Koranübersetzung von Rudi Paret, online: http://www.bibliothek.uniregensburg.de/dbinfo/einzeln.phtml?bib_id=uberf&colors=31&titel_id=444
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