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Diploma Thesis, 2005, 226 Pages
Author: Andre Herkendell
Subject: Economics / Business: Business Management, Corporate Governance
Details
Tags: Bedeutung, Tochtergesellschaften, Internationalen, Management, Beispiel, Aktivitäten, Unternehmen, Mittel-, Osteuropa
Year: 2005
Pages: 226
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 93 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-41106-6
File size: 1242 KB
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Excerpt (computer-generated)
Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Wirtschaftswissenschaften I / Fachbereich III / Studiengang: Wirtschaftsrecht
DIPLOMARBEIT
Die zunehmende Bedeutung von Tochtergesellschaften im
Internationalen Management – dargestellt am Beispiel
ausgewählter Aktivitäten von Unternehmen in Mittel- und Osteuropa
- Wirtschaftliche und rechtliche Aspekte -
eingereicht am Fachbereich 3 Wirtschaftswissenschaften I der
Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin zur Erlangung des
Diplomgrades Wirtschaftsjurist (FH)
Verfasser:
Andre Herkendell
Abgabetermin: 07.02.2005
INHALTSVERZEICHNIS
INHALTSVERZEICHNIS ... II
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS ... XIII
DARSTELLUNGSVERZEICHNIS ... XVI
1. EINLEITUNG ... 1
1.1 Problemstellungen und Zielsetzungen der Arbeit ... 5
1.2 Gang der Untersuchung ... 11
2. DIE ROLLE VON AUSLÄNDISCHEN DIREKTINVESTITIONEN ALS MATERIELLE GRUNDLAGE DER BILDUNG VON AUSLÄNDISCHEN TOCHTERGESELLSCHAFTEN ... 16
2.1 Direktinvestitionsmaßnahmen und Markterschließungsstrategien ... 16
2.1.1 Definition und Charakterisierung von Ausländischen Direktinvestitionsmaßnahmen (ADI) ... 18
2.1.2 Definition und Charakterisierung von Markterschließungsstrategien auf ausländischen Märkten ... 20
2.1.3 Globalisierung der Märkte ... 22
2.2 Zur wachsenden Bedeutung von Ausländischen Direktinvestitionen (ADI) in Mittel- und Osteuropa ... 24
2.3 Motive für Ausländische Direktinvestitionen in Mittel- und Osteuropa ... 27
2.3.1 Kostenorientierte Motive ... 31
2.3.2 Absatzorientierte Motive ... 32
2.3.3 Steuerorientierte Motive ... 32
2.3.4 Umgehung der Konkurrentensituation ... 33
2.3.5 Verbesserung der strategischen Positionierung im internationalen Wettbewerb ... 33
2.3.6 Beschaffungsorientierte Motive ... 34
2.3.7 Überwindung von Handelshemmnissen ... 34
3. INTERNATIONALISIERUNG VON DEUTSCHEN UNTERNEHMEN ... 35
3.1 Der „Going International“ Prozess von deutschen Unternehmen in Ländern Mittel- und Osteuropas ... 36
3.2 Gründe für die zunehmende Internationalisierung von deutschen Unternehmen ... 38
3.3 Der Planungsprozess im Internationalen Management ... 39
3.4 Markterschließungsstrategien – Herausforderung an das Internationale Management ... 40
3.5 Eintritt in die Märkte Mittel- und Osteuropas (MOE) im Lichte der Osterweiterung der Europäischen Union (EU) ... 42
4. Markteintritts- und Marktbearbeitungsstrategien in Mittel- und Osteuropa ... 45
4.1 Tochtergesellschaften als Markterschließungsstrategie in Mittel- und Osteuropa ... 45
4.1.1 Definition und Charakterisierung von ausländischen Tochtergesellschaften ... 47
4.1.1.1 Vertriebsgesellschaften ... 48
4.1.1.2 Produktionsgesellschaften ... 48
4.1.1.3 Vollständige Tochtergesellschaften ... 48
4.1.2 Akquisition von ausländischen Tochtergesellschaften ... 49
4.1.2.1 Vorteile der Akquisition von ausländischen Tochtergesellschaften ... 50
4.1.2.2 Nachteile der Akquisition von ausländischen Tochtergesellschaft ... 52
4.1.3 Neugründung ausländischer Tochtergesellschaften (Greenfield-Strategie) ... 53
4.1.3.1 Vorteile der Neugründung von ausländischen Tochtergesellschaften ... 53
4.1.3.2 Nachteile der Neugründung von ausländischen Tochtergesellschaften ... 57
4.2 Joint Ventures als Markterschließungsstrategie ... 60
4.2.1 Definition und Charakterisierung von Joint Ventures bzw. Gemeinschaftsunternehmen ... 61
4.2.2 Joint Ventures als Vorstufe zur Akquisition von ausländischen Tochtergesellschaften ... 61
4.2.3 Die Typisierung von Joint Ventures nach dem Grad der Eigentumsverhältnisse und dem Grad der Kontrolle ... 61
4.2.3.1 Minderheitsbeteiligung des inländischen Unternehmens ... 62
4.2.3.2 Paritätische Beteiligung der Unternehmen – Equity Joint Venture ... 63
4.2.3.3 Mehrheitsbeteiligung des inländischen Unternehmens ... 64
4.2.4 Vorteile von Joint Ventures mit ausländischen Unternehmen ... 64
4.2.5 Nachteile von Joint Ventures mit ausländischen Unternehmen ... 65
5. Die zunehmende Bedeutung von ausländischen Tochtergesellschaften als Markterschließungsstrategie in den Märkten der MOE-Länder ... 67
5.1 Vorteile von Tochtergesellschaften im Vergleich zum Export in Mittel- und Osteuropa ... 71
5.2 Vorteile von Tochtergesellschaften im Vergleich zu Joint Ventures in Mittel- und Osteuropa ... 75
5.3 Vorteile der Akquisition von ausländischen Tochtergesellschaften in mittel- und osteuropäischen Ländern ... 78
5.4 Vorteile von ausländischen Tochtergesellschaften als Greenfield-Investment in mittel- und osteuropäischen Ländern ... 80
5.5 Determinanten von ausländischen Tochtergesellschaften in mittel- und osteuropäischen Ländern ... 81
5.5.1 Rechtliche und Politische Determinanten ... 82
5.5.1.1 Politisches Risiko ... 83
5.5.1.2 Rechtliches und institutionelles Risiko ... 84
5.5.1.3 Steuerliche und wirtschaftspolitische Anreize ... 86
5.5.1.4 Privatisierungs- und Restrukturierungsprozess ... 87
5.5.1.5 Außenhandelspolitik des Gastlandes ... 88
5.5.1.6 Standortpolitik im Mutterland ... 89
5.5.1.7 Subventions- und Förderanreize ... 91
5.5.1.8 Rechtliche Restriktionen ... 91
5.5.2 Wirtschaftliche Determinanten ... 92
5.5.2.1 Fiskalische und monetäre Stabilität ... 92
5.5.2.2 Marktgröße und Marktwachstum ... 94
5.5.2.3 Lohnkosten und Humankapital ... 95
5.5.2.4 Infrastrukturausstattung ... 97
5.5.2.5 Geographische Nähe und Agglomerationsvorteile ... 97
5.5.2.6 Finanzierungsmöglichkeiten ... 99
6. Die Managementmöglichkeiten ausländischer Tochtergesellschaften im Lichte der Niederlassungsfreiheit der EU - supranationale versus nationaler Rechtsformen ... 100
6.1 Die Niederlassungsfreiheit innerhalb der Grenzen der Europäischen Union ... 101
6.2 Der Theorienstreit im Internationalen Gesellschaftsrecht - Gründungstheorie versus Sitztheorie ... 104
6.2.1 Sitztheorie ... 105
6.2.2 Gründungstheorie ... 106
6.3 Die Entwicklung der EuGH-Rechtsprechung im Europäischen Gesellschaftsrecht ... 107
6.3.1 „Daily Mail“ ... 108
6.3.2 „Centros” ... 109
6.3.3 „Überseering“ ... 111
6.3.4 „Inspire Art“ ... 115
6.3.5 Fazit ... 118
6.4 Rechtsformwahl bei der Internationalisierung von Tochtergesellschaften ... 118
6.5 Europas Angebot zur Gründung von supranationalen Tochtergesellschaften innerhalb der Europäischen Union ... 119
6.5.1 EWIV- Die europäische wirtschaftliche Interessenvereinigung ... 120
6.5.2 Societas Europaea – Die Europäische Aktiengesellschaft ... 122
6.5.2.1 Statut der Societas Europaea ... 123
6.5.2.2 Die Gründung einer Tochter - SE ... 126
6.5.2.3 Wahlrecht zwischen dualistischer oder monistischer Organisationsverfassung ... 127
6.5.2.4 Zukunftsaussichten der SE als europäische Gesellschaftsform ... 128
6.5.3 Die Europäische Privatgesellschaft (EPG) – „Die Europäische GmbH“ ... 132
6.6 Der Wettbewerb der Gesellschaftsrechtssysteme ... 133
6.6.1 „Race to the bottom“ - Gefahr oder Wettbewerbsmotor? ... 135
6.6.2 Problematik bei Verwendung ausländischer Gesellschaften ... 138
6.6.3 Anerkennung der Rechtsfähigkeit ausländischer Gesellschaften ... 139
6.6.4 Limited (Ltd.) sein oder nicht sein? – Das ist hier die Frage. ... 140
6.6.5 Fazit ... 144
7. Ausgewählte Fallstudien deutscher Unternehmen und deren Tochtergesellschaften in Mittel- und Osteuropa ... 146
7.1 Berlin Chemie AG 146
7.1.1 Die osteuropäischen Tochtergesellschaften von Berlin Chemie AG ... 147
7.1.1.1 UAB Berlin-Chemie Menarini Baltic / Litauen ... 147
7.1.1.2 Berlin-Chemie Menarini Baltic SIA / Lettland ... 148
7.1.1.3 Berlin-Chemie Menarini Polska Sp.zo.o. ... 148
7.1.1.4 ZAO Berlin-Pharma Moskau / Russland ... 149
7.1.2 Das Firmeninterview ... 149
7.1.3 Erfahrungen im Hinblick auf das Engagement in mittel- und osteuropäischen Märkten ... 150
7.2 DaimlerChrysler Services AG ... 151
7.2.1 Die osteuropäischen Tochtergesellschaften von DaimlerChrysler Services AG ... 151
7.2.2 Die Firmeninterviews mit den Tochtergesellschaften von DaimlerChrysler Services AG ... 152
7.2.2.1 DaimlerChrysler Services Bohemia s.r.o. und DaimlerChrysler Services Slovensko s.r.o. ... 153
7.2.2.2 DaimlerChrysler Services Polska Sp.zo.o ... 156
7.2.2.3 DaimlerChrysler Services Ungarn kft. ... 157
7.2.2.4 DaimlerChrysler Services Slovenia d.o.o ... 160
7.2.3 Erfahrungen im Hinblick auf das Engagement mittels Tochtergesellschaften in den osteuropäischen Märkten ... 160
7.3 Axel Springer Verlag ... 163
7.3.1 Die osteuropäischen Tochtergesellschaften des Axel Springer Verlags ... 164
7.3.2 Das Firmeninterview ... 164
7.3.3 Zusammenfassung der Ergebnisse des Interviews ... 165
7.3.4 Erfahrungen im Hinblick auf das Engagement in osteuropäischen Märkten ... 166
7.4 Zusammenfassung der Gesamtergebnisse der Firmeninterviews ... 167
8. Zusammenfassende Würdigung und Ausblick ... 172
LITERATURVERZEICHNIS
ENTSCHEIDUNGSREGISTER
ANHANG
Abkürzungsverzeichnis:
[...]
Darstellungsverzeichnis
Abb. 1: Markterschließungsformen ... 21
Abb. 2: Systematisierung von Markterschließungsformen ... 22
Tabelle 1: Entwicklung der ausländischen Direktinvestitionen (ADI) im Mittel- und Osteuropa im Zeitraum 1999 – 2002 ... 25
Tabelle 2: Profil der ausländischen Direktinvestitionen (ADI) ... 26
Abbildungen im Anhang:
Abb. 3: Corruption Perceptions Index 2002 ... XXXIII
Abb. 4a: Privatisierungsaufkommen (kumuliert, in % des BIP) ... XXXIV
Abb. 4b: Anteil des privaten Sektors am BIP in % ... XXXIV
Abb. 4c: EBRD Privatisierungsindex ... XXXIV
Abb. 5: Handelsliberalsierung – „Trade Openess Ratios“ im Vergleich ... XXXV
Abb. 6: Restriktionen für Direktinvestitionen in den mittel- und osteuropäischen Beitrittsstaaten ... XXXV
Abb. 7a: Die EWU-Konvergenzkriterien von Maastricht ... XXXVI
Abb. 7b: EWU-Konvergenz der EU-Beitrittsländer ... XXXVI
Abb. 8: Bruttoauslandsverschuldung der mittel- und osteuropäischen Beitrittsstaaten in % des BIP ... XXXVII
Abb. 9: Leistungsbilanzsalden der mittel- und osteuropäischen Beitrittsstaaten in % des BIP ... XXXVII
Abb. 10: Währungsreserven in den mittel- und osteuropäischen Beitrittsstaaten in Monatsimporten ... XXXVII
1 EINLEITUNG
Der deutsche Philosoph Friedrich von Schlegel nannte Europa „eine Idee“ und der Franzose Victor Hugo ahnte jenen Tag voraus, „an dem ihr Nationen euch zu einer höheren Einheit innig verschmelzen werdet“, die „keine anderen Schlachtfelder“ mehr kennt als „als die Märkte, die sich dem Handel öffnen“. Mit Wirkung zum 01. Mai 2004 wurden Polen, die Tschechei, die Slowakei, Ungarn, Slowenien, Estland, Lettland, Litauen sowie Malta und der griechische Teil Zyperns in die EU integriert. Der Beitritt der zehn neuen mittel- und osteuropäischen Staaten am 1. Mai war die größte Beitrittsrunde in der Geschichte der EU und lässt die Gemeinschaft auf 25 Länder und um fast 75 Millionen Bürger wachsen. Damit leben in der EU jetzt 450 Millionen Menschen – 170 Millionen mehr als in den USA. Das dicht besiedelte Europa ist nun der größte Binnenmarkt der Welt. Im Jahr 2007 werden voraussichtlich Bulgarien und Rumänien in die Europäische Union aufgenommen. Dann kommen noch einmal rund 20 Millionen Einwohner hinzu.
An die EU-Osterweiterung knüpfen sich hohe Erwartungen. In diesem Zusammenhang sprach EU-Erweiterungskommissar Günter Verheugen vom „Beginn eines neuen Zeitalters“, während bei der Unterzeichnung der Beitrittsverträge am 16. April 2003 in der Stoa in Athen die Erweiterung durch Bundeskanzler Schröder als eine „einmalige Chance“ besonders hervorgehoben wurde. Eine Chance ist dieser Erweiterungsprozess für die deutsche Wirtschaft tatsächlich, auch wenn im Taumel der Euphorie weder die immensen Herausforderungen für die deutsche Wirtschaft als auch die Wettbewerbskraft der beigetretenen Staaten unterschätzt werden dürfen. Die sich vollziehende EU-Osterweiterung stellt insbesondere für die Wirtschaften in den MOE-Ländern Chance und Herausforderung zugleich dar. Natürlich werden Kritiker die Erweiterung der EU pessimistisch betrachten und gerade für deutsche Unternehmen im Hinblick auf Standortverlagerungen und damit verbundenen Arbeitsplatzabbau1 nach Mittel- und Osteuropa ein wirtschaftliches Horrorszenario entwerfen. Aber die Erweiterung der Europäischen Union ist beileibe kein „Wohltätigkeitsakt“ für die Märkte Mittel- und Osteuropas und auch kein Selbstzweck. Die Erweiterung wird den Wirtschaftsstandort Deutschland, auch den Europas im globalen Wettbewerb wesentlich stärken. So wird sich die Integration der mittel- und osteuropäischen Wirtschaften als weiterhin positiv auf die Exportindustrie Deutschlands auswirken. Der Erweiterungsprozess kommt beileibe nicht überraschend auf die deutsche Wirtschaft zu. Schon seit Jahren engagieren sich deutsche Unternehmen auf den Märkten in Mittel- und Osteuropa. Für diejenigen Unternehmen, welche es bisher versäumt hatten, sich zu engagieren, kommt der Wettbewerb nun deutlich vor die eigene, deutsche Haustür und er betrifft bei weitem nicht nur Großunternehmen oder so genannte Global Player.
Auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind von den sich bietenden Chancen und den Herausforderungen des sich verschärfenden Wettbewerbs betroffen. Mit der stufenweisen Einführung der gleichen Rechte und Normen in den Beitrittsländern entfallen ökonomische und rechtliche Hindernisse, welche vor allem kleine und mittlere Unternehmen bisher noch zögern ließen, nennenswerte Direktinvestitionen im osteuropäischen Ausland zu tätigen. Seit mit Beginn der 90er Jahre durch die tief greifenden Veränderungen in Osteuropa die Erschließung des Wirtschaftsraumes der mittel- und osteuropäischen Länder (MOE-Länder) möglich war, wurden die politischen und rechtlichen Zugangsbeschränkungen für ausländische Unternehmen sukzessive abgebaut und damit eine enorme Wachstumsdynamik ausgelöst. Aufgrund dieses Transformationsprozesses hat sich eine Vielzahl westeuropäischer Unternehmen mit ausländischen Direktinvestitionen auf den verschiedenen osteuropäischen Märkten engagiert. Seit Mitte der Neunziger Jahre lag das Wachstum der Beitrittsstaaten durchschnittlich zwei Prozentpunkte über dem in der EU, was unter anderem auch als direkte Folge der hohen ausländischen Direktinvestitionen anzusehen ist. Eine weitere Ursache dafür liegt in dem enorm gestiegenen Güterhandel und Kapitalverkehr zwischen der EU und den Beitrittsländern. Die Transformation der MOE-Länder war vor allem durch beträchtliche ausländische Direktinvestitionen und einem wahren Exportboom der EU-Länder in die MOE-Länder geprägt. Zu Beginn der neunziger Jahre und dem damit verbundenen Fall des „Eisernen Vorhangs“ war vor allem der Export die Domäne deutscher Unternehmen. So war unmittelbar nach der Öffnung der ehemals sozialistischen Länder in Mittel- und Osteuropa der Export als die am besten geeignete Markterschließungsstrategie angesehen, wenn es um die Erschließung des Potentials der osteuropäischen Märkte ging.
Dies hing vor allem damit zusammen, dass Neugründungen von Tochtergesellschaften kaum realisierbar waren und vor allem viel zu zeitaufwendig und Ressourcen bindend waren. Dagegen galten Exporte als schnell, relativ unkompliziert und vor allem, für den Fall des Scheiterns im ausländischen Markt, als schnell und Kosten schonend umkehrbar. Bereits Mitte der neunziger Jahre erfuhren neben den nach wie vor florierenden Export- und Importaktivitäten deutscher Unternehmen die ausländischen Direktinvestitionen einen stetigen Zuwachs. Wichtig ist hierbei zu betonen, dass Direktinvestitionen keineswegs die Ex- und Importe verdrängen. Vielmehr bedingt das steigende Außenhandelsvolumen durch die wachsende Anzahl von Tochtergesellschaften vor Ort in den Märkten Mittel- und Osteuropas als positive Korrelation2 auch steigende ausländische Direktinvestitionen.3 Bereits zu diesem Zeitpunkt drängten vor allem die international agierenden Großunternehmen mittels Joint Ventures und ausländischen Tochtergesellschaften auf die Märkte der MOE-Länder. So kam es zu einer deutlichen Zunahme von Neugründungen bzw. Akquisitionen ausländischer Tochtergesellschaften.4 So resümieren Herrmann/Lipsey, dass mehr als 55 % von Direktinvestitionen, welche in den mittel- und osteuropäischen Ländern getätigt werden, in der Markteintrittsform des Greenfield Investment getätigt werden und rund 40 % in der Form von Akquisitionen.5 Dabei unterscheiden sich die Markteintrittsstrategien deutscher Unternehmen nicht von denen internationaler Unternehmen.
[....]
1 Standortverlagerungen in Folge passiver Lohnveredelungen mit Verschlechterungen der Beschäftigungslage in Deutschland werden sich auf ausgewählte, vor allem arbeitsintensive Wirtschaftszweige konzentrieren, die schon vor der EU-Erweiterung Wettbewerbs- und Strukturschwächen unterlegen waren. Die Standortverlagerungen stellen somit Probleme dar, welche nicht erst durch die Osterweiterung der EU entstanden sind.
2 Die Korrelation ist eine Beziehung zwischen zwei oder mehr Ereignissen, die in der Regel eine geordnete und nahe zeitliche Abfolge besitzen. Es gibt positive und negative Korrelation.
3 Vgl. Zschiedrich, (2002), S. 19.
4 Vgl. Schmid/Machulik, (2004), S. 28.
5 Vgl. Herrmann/Lipsey, (2003), S. 158.
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