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Criminal Profiling - Methoden zur Erstellung von Täterprofilen bei Gewaltverbrechen

Bachelor Thesis, 2004, 46 Pages
Author: Marcel Maier
Subject: Psychology - Forensic Psychology, Penal System

Details

Category: Bachelor Thesis
Year: 2004
Pages: 46
Grade: 1,5 (CH: 5,5)
Bibliography: ~ 53  Entries
Language: German
Archive No.: V43271
ISBN (E-book): 978-3-638-41110-3
ISBN (Book): 978-3-640-47480-6
File size: 338 KB

Abstract

Das rekonstruierte Tatverhalten eines Gewaltverbrechers liefert einem „Criminal-Profiler“ angeblich sämtliche Informationen um detaillierte Aussagen über Geschlecht, Alter, Lebensraum, Intelligenz, Charakter, Persönlichkeitsstruktur, usw. generieren zu können. Criminal Profiling entwickelte sich zu einer Disziplin, welche zahlreiche akademische und wissenschaftliche Bereiche impliziert. Im Verlaufe der Entwicklung dieser noch jungen Disziplin kristallisierten sich zwei grundverschiedene Methoden bei der Vorgehensweise zur Profilerstellung heraus. Zum einen die induktive Profilerstellung, welche auf statistische und empirische Daten, sowie auf die individuellen Erfahrungswerte und Intuitionen des jeweiligen Profilers basiert. Zum anderen gibt es die deduktive Vorgehensweise, nach der jeder Fall als einzigartig angesehen wird. Die Profilerstellung erfolgt hier nach streng logischen Schlussfolgerungen und Syllogismen, basierend auf den vorgefundenen Tatortspuren und Beweisen. In dieser Arbeit wird aufgezeigt, mit welchen psychologischen und methodischen Werkzeugen ein Profiler seine Arbeit verrichtet, welche wissenschaftlichen Theorien dieser Tätigkeit zugrunde liegen und wo die Grenzen des Profiling sind. Es stellte sich heraus, dass keine der beiden Philosophien eine alleinige Existenzberechtigung beanspruchen kann. Beide Methoden sind aufgrund der mangelnden empirischen Evaluation noch sehr stark kritikanfällig. Ferner musste festgestellt werden, dass zur Ausübung des Profiling weder nationale noch internationale Standards festgelegt sind.


Excerpt (computer-generated)

Bachelorarbeit

Institut für Psychologie der Universität Basel

Criminal Profiling – Methoden zur Erstellung von Täterprofilen bei Gewaltverbrechen

erstellt von Marcel Maier

2004

 

INHALTSVERZEICHNIS

Titelblatt ... 1

Inhaltsverzeichnis ...  2

Zusammenfassung ...  4

Einleitung  ... 5

Historische Entwicklung ...  6
Die ViCLAS Datenbank ...  7
Europäische Entwicklungen  ... 8

Criminal Profiling ...  9
Definitionen und Ziele ...  9
Anwendungsgebiete  ... 9
Theoretische Prämissen  ... 11
Tatortverhalten  ... 12
Modus Operandi  ... 12
Täterhandschrift ...  12
Inszenierung des Tatorts ...  13
Profiling Prozess  ... 14

Profiling Methoden ...  16
Induktives Profiling  ... 16
Intuition, Vorwissen und Verhaltenssyndrome  ... 16
Statistisch-empirische Modelle ...  20
Die klassischen FBI-Typologien ...  21
Neuere empirische Studien ...  28
Die Harbort-Studien  ... 28
Kritik an der induktiven Profilerstellung ...  29

Deduktives Profiling 31
Theoretische Annahmen zur deduktiven Profilerstellung  ... 33
Tatrekonstruktion bei der deduktiven Profilerstellung  ... 34
Hypothesentestung bei der deduktiven Profilerstellung nach Brent Turvey (1999)  ... 35
Kritik an der deduktiven Profilerstellung  ... 36

Diskussion ...  37

Literatur ...  40

Anhang  ... 44

ZUSAMMENFASSUNG

Das rekonstruierte Tatverhalten eines Gewaltverbrechers liefert einem „Criminal-Profiler“ angeblich sämtliche Informationen um detaillierte Aussagen über Geschlecht, Alter, Lebensraum, Intelligenz, Charakter, Persönlichkeitsstruktur, usw. generieren zu können. Criminal Profiling entwickelte sich zu einer Disziplin, welche zahlreiche akademische und wissenschaftliche Bereiche impliziert. Im Verlaufe der Entwicklung dieser noch jungen Disziplin kristallisierten sich zwei grundverschiedene Methoden bei der Vorgehensweise zur Profilerstellung heraus. Zum einen die induktive Profilerstellung, welche auf statistische und empirische Daten, sowie auf die individuellen Erfahrungswerte und Intuitionen des jeweiligen Profilers basiert. Zum anderen gibt es die deduktive Vorgehensweise, nach der jeder Fall als einzigartig angesehen wird. Die Profilerstellung erfolgt hier nach streng logischen Schlussfolgerungen und Syllogismen, basierend auf den vorgefundenen Tatortspuren und Beweisen.
In dieser Arbeit wird aufgezeigt, mit welchen psychologischen und methodischen Werkzeugen ein Profiler seine Arbeit verrichtet, welche wissenschaftlichen Theorien dieser Tätigkeit zugrunde liegen und wo die Grenzen des Profiling sind. Es stellte sich heraus, dass keine der beiden Philosophien eine alleinige Existenzberechtigung beanspruchen kann. Beide Methoden sind aufgrund der mangelnden empirischen Evaluation noch sehr stark kritikanfällig. Ferner musste festgestellt werden, dass zur Ausübung des Profiling weder nationale noch internationale Standards festgelegt sind.

EINLEITUNG

Unter Criminal Profiling versteht man die Zusammenstellung von möglichen Persönlichkeitsmerkmalen, Verhaltensauffälligkeiten und Lebensumstände eines unbekannten Täters auf Grund genauer Analyse der Tatortspuren, sowie weiterer kriminalistischer und viktimiologischer Erhebungen (Meyer 2002).
Nicht zuletzt die in jüngster Verhangenheit erfolgreich lancierten Kinofilme „Das Schweigen der Lämmer“, „Hannibal“ und TV-Serien wie beispielsweise „Profilier“ und „Das FBI ermittelt“ haben zu einem wahren Boom des Phänomens „Profiling“ beigetragen. Der ermittelnde „Profiler“ wird in den populärwissenschaftlichen Beiträgen sehr häufig als eine Art Wahrsager dargestellt, welcher scheinbar mittels hellseherischer Eingebung aus minimalen Tatortspuren eine nahezu perfekte Rekonstruktion des Geschehens inklusive einer detaillierten Täterbeschreibung erstellen kann.
Doch was steckt hinter dem mystischen Schleier dieser hellseherisch anmutenden Ermittler? Welche konkreten Vorgehensweisen und Instrumente werden verwendet? Wie valid und reliabel sind die Methoden?
Diese Arbeit liefert zunächst einen historischen Abriss über die Entwicklung dieser noch jungen Disziplin. Die ersten, Aufsehen erregenden Täterprofile werden kurz dargestellt. Anschliessend werden die Pionierleistungen des Federal Bureau of Investigation (FBI), sowie die in Europa entstandenen Entwicklungen und deren Ausprägungen dargestellt. Anschliessend werden die Voraussetzungen und Anwendungsgebiete diese kriminalistischen Instrumentes erläutert. Der Hauptaugenmerk dieser Arbeit richtet sich dann auf die aktuellen, methodischen Vorgehensweisen der Profilersteller. Hier haben sich zwei generell unterschiedliche Methoden entwickelt. Es handelt sich hierbei einerseits um die induktive Profilerstellung, welche auf statistische und empirische Daten, sowie auf die individuellen Erfahrungswerte und Intuitionen des jeweiligen Profilers basiert. Zum anderen gibt es die deduktive Vorgehensweise, nach der jeder Fall als einzigartig angesehen wird. Die Profilerstellung erfolgt hier nach streng logischen Schlussfolgerungen und Syllogismen, basierend auf den vorgefundenen Tatortspuren und Beweisen. Für beide Methoden werden aktuelle Studien erörtert und diskutiert. Es soll dem Leser somit ein möglichst umfassender und abgerundeter Eindruck über die Methoden der Täterprofile bei Gewaltverbrechen vermittelt werden.

[...]


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