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Autor: Christiane Bayer
Fach: Medien / Kommunikation - Sonstiges
Details
Tags: Entwicklung, Strukturen, Frühformen, Fernsehserie
Jahr: 1999
Seiten: 24
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 13 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 215 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-41117-2
ISBN (Buch): 978-3-638-68454-5
Zusammenfassung / Abstract
Abstract Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, den Wurzeln des Seriellen nachzugehen, die unterschiedlichen Ausprägungen in der jeweiligen Zeit anhand von Beispielen anschaulich zu machen und dadurch ein abgerundetes Bild von der Entstehung serieller Formen zu vermitteln. Zu diesem Zwecke wird die Thematik chronologisch erarbeitet und den unterschiedlichen Medien nach untergliedert. Die Ergebnisse der Literaturrecherche sind kompakt wiedergegeben. Die vorliegende Arbeit erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Der behandelte Zeitraum stellt weder den Beginn noch das Ende der Serialität in Kultur und Medien dar. Serielle Strukturen existieren, seit die kulturelle Produktion die Menschheitsentwicklung begleitet. Dazu gehören Rituale, Kulthandlungen oder Zeremonien, die die Zeit „von den kulturellen Anfängen etwa 40.000 bis zur Blütezeit der ersten Hochkulturen ca. 2.500 vor unserer Zeitrechnung“ (Faulstich 199: 32) prägten. Der vorliegende Text bietet einen Überblick über die Entwicklung serieller Strukturen von den sakral-kultischen Frühformen bis hin zur heutigen Fernsehserie. Möglicherweise schärfen gerade die kleinen, im Alltag oft nebensächlich erscheinenden Beispiele den Blick dafür, wie sehr unser Leben von seriellen Formen bestimmt ist. Serielle Strukturen machen den Alltag des Menschen überschaubar und berechenbar. Inmitten der Unwägbarkeiten des Lebens besteht offensichtlich das Bedürfnis nach bestimmten Fixpunkten, die in ihrer zuverlässigen Wiederkehr das Gefühl von Bekanntem und Vertrautem vermitteln. Die (Medien-)Geschichte zeigt, dass „auch zu Zeiten also, als Serialität in ihrer modernen Form noch nicht möglich war, (...) bereits das Bedürfnis nach einer Parallelisierung des Lebens durch eine zweite, fiktionale Erfahrungswelt“ (Giesenfeld 1994: 3) existierte.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Leipzig
Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft
Seminar: „Medienrealität und spezifische Kommunikation in Daily Soaps“
1. Fachsemester
Die Wurzeln des Seriellen
von: Christiane Bayer
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Definitionen 3
2.1. Die Begriffe „Serie“ und „Serialität“ 3
2.2. Zyklische und lineare Serialität 4
3. Die Wurzeln des Seriellen 5
3.1. Serielle Frühformen sakral-kultischen Ursprungs 5
3.2. Der christliche Kalender 5
3.3. Mittelalterliche Frömmigkeitspraxis 6
4. Theater 7
4.1. Karren- und Prozessionstheater 7
4.2. Commedia dell`arte 8
4.3. Entwicklung des Berufsschauspielertums 9
4.4. Serien im Theater unserer Zeit 9
5. Literatur 10
5.1. Die ersten Kalender 10
5.2. Die periodische Presse 11
5.3. Romane und Zeitschriften 11
6. Kino 13
6.1. Das Kaiser-Panorama 13
6.2. Die Stummfilme 14
6.3. Kino der Nachkriegszeit 14
7. Schallplatte und Kassette 15
7.1. Entwicklung der Tonträger 15
7.2. Serielle Strukturen bei Schallplatte und Kassette 16
8. Hörfunk 17
8.1. Serialität im Hörfunk 18
8.2. Weitere Entwicklung 19
9. Fernsehen 19
9.1. Die Fernsehserie 20
9.2. Das Serielle des Programms 22
10. Zusammenfassung 22
Einleitung
Ziel der vorliegenden Hausarbeit ist es, den Wurzeln des Seriellen nachzugehen, ihre unter-schiedlichen Ausprägungen in der jeweiligen Zeit anhand von Beispielen anschaulich zu machen und dadurch ein abgerundetes Bild von der Entstehung serieller Formen zu vermitteln. Daher erschien es am sinnvollsten, die Thematik chronologisch zu erarbeiten beziehungsweise den unterschiedlichen Medien nach zu untergliedern. Problematisch war dabei vor allem, das anhand von viel Literatur angelesene Wissen zu jedem einzelnen der Gliederungspunkte auf vergleichsweise kleinem Raum kompakt wiederzugeben. Denn das Thema hat sich im Laufe der Bearbeitung als so interessant erwiesen, daß eigentlich jedes der erörterten Stichworte eine eigene Hausarbeit wert gewesen wäre. Natürlich erhebt die vorliegende Arbeit auch nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Weil (verständlicherweise) nur eine begrenzte Anzahl an Seiten zur Verfügung steht, konnten viele Gesichtspunkte nur angerissen werden, andere mußten ganz weggelassen werden. Der behandelte Zeitraum stellt auch weder den Beginn noch das Ende der Serialität in Kultur und Medien dar. Serielle Strukturen existieren, seit die kulturelle Produktion die Menschheitsentwicklung begleitet. Dazu gehören Rituale, Kulthandlungen oder Zeremonien, die die Zeit „von den kulturellen Anfängen etwa 40 000 bis zur Blütezeit der ersten Hochkulturen ca. 2500 vor unserer Zeitrechnung“ (Faulstich (Hrsg.), 1998, S. 32) prägten. Trotzdem bieten die folgenden Seiten zumindest einen groben Überblick über die Entwicklung serieller Strukturen von den sakral-kultischen Frühformen bis hin zur heutigen Fernsehserie. Und vielleicht schärfen gerade die kleinen, im Alltag oft nebensächlich erscheinenden Beispiele den Blick dafür, wie sehr unser Leben von seriellen Formen bestimmt ist.
1. Definitionen
1.1. Die Begriffe „Serie“ und „Serialität“
Als „Reihe; Folge; Gruppe gleichartiger Dinge“ definiert der Duden den Begriff „Serie“. Die nachfolgenden Wortkombinationen beziehen sich dann allerdings auf Produkte industrieller Fertigung (z.B. Serienproduktion) und geben im Zusammenhang mit dem für die vorliegende Arbeit relevanten medienwissenschaftlichen Bezug keine Hinweise. Aufschlußreicher ist der Blick ins „Medienlexikon“. Die Serie wird hier folgendermaßen beschrieben: „In Presse und Rundfunk versteht man darunter meist eine mehr oder weniger eng zusammenhängende Erzählung, die in einzelne, in sich abgeschlossene Episoden aufgeteilt und weniger durch einen Handlungszusammenhang als durch eine oder mehrere Hauptpersonen verklammert ist. Länge bzw. Dauer und Inhalte einer Serie können dann vom Interesse des Publikums beeinflußt werden (...)“ (Döhn, 1979, S. 203). Mit der „Serie“ ist in den Medien also eine Reihe von Veröffentlichungen beziehungsweise Sendungen in gleichmäßiger Form und regelmäßiger Folge gemeint. Mit dem Wort „Serie“ wird in der heutigen Zeit zu allererst die 30minütige beziehungsweise einstündige Fernsehserie assoziiert, die den Alltag des Menschen seit der Erfindung des Fernsehens in den unter-schiedlichsten Versionen begleitet. Doch die „Serie“ und der Begriff „Serialität“, den man im Duden bisher noch vergeblich sucht, umfassen weitaus mehr als nur diese Unterhaltungsform des Vorabendprogramms, die lediglich einen kleinen Teil serieller Strukturen darstellt. Darüber hinaus sollen die folgenden Kapitel zeigen, daß serielle Strukturen das Leben des Menschen bereits erstaunlich lange begleiten und sich – im Widerspruch zu der Darstellung im „Medienlexikon“ – nicht nur über Protagonisten, sondern sehr wohl auch über Handlung und Darstellungsform definieren.
1.2. Zyklische und lineare Serialität
Um die Serialität in ihren unterschiedlichen Formen und Ausprägungen genau analysieren und verstehen zu können, müssen grundsätzlich zwei Arten seriellen Erzählens unterschieden werden: die zyklische (unendliche) und die lineare (geschichtlich-finale) Serialität. Grundlage dieser Differenzierung ist das Zeitsystem, in dem wir leben. Bei dessen Entstehung entwickelte sich eine Kombination aus beiden Modellen, die sich in unserem gesamten Lebensrhythmus und Zeitbewußtsein fest verankert haben. Die zyklischen Modelle „lehnten sich an die Bewegungen von Sonne und Mond an (Tag, Monat, Jahr) oder entstanden durch religiöse und soziale Vereinbarung (Woche)“ (Maier, 1991, S. 21). Des weiteren entstanden lineare Zeit-ordnungen, „die längere Abläufe (Ären, Perioden) umfaßten und aus denen im Lauf der Zeit die Vorstellung einer unumkehrbaren Geschehensfolge (Geschichte) erwuchs“ (Maier, 1991, S. 21). Ihre maßgebliche Prägung erfuhr diese Zeitordnung in den Anfängen der christlichen Zeitrechnung und ist im großen und ganzen unverändert geblieben. Dadurch „sind bis heute im (...) Kalender natürliche und geschichtliche Ordnung ineinander verschränkt (...)“ (Maier, 1991, S. 21).
Am Beispiel der Fernsehserie läßt sich die Strukturbildung beider Zeitmodelle besonders deutlich machen: „Da gibt es zyklische Serien (Typ Columbo), bei welchen die Reihenfolge der Einzelteile beliebig ist, weil der Protagonist und dessen Ambiente nicht altern. Und da gibt es lineare Serien (Typ Dallas), wo die Protagonisten gemeinsam altern, einen unumkehrbaren Geschichtsprozeß durchmachen und wo deshalb die Einzelteile der Folge nicht vertauschbar sind“ (Giesenfeld (Hrsg.), 1994, S.13).
2. Die Wurzeln des Seriellen
Das menschliche „Bedürfnis nach einer Parallelisierung des Lebens durch eine zweite, fiktionale Erfahrungswelt“ (Giesenfeld (Hrsg.), 1994, S.3) existiert nicht erst, seit Kino, Hörfunk und Fernsehen Serialität zu einem Aspekt modernen Lebens gemacht haben, der aus unserem Alltag heute nicht mehr wegzudenken ist. Vielmehr dürfte das serielle Erzählen, das sich wie ein roter Faden in immer wieder abgewandelter Form durch das kulturelle und soziale Leben der Menschen aller Jahrhunderte zieht, so alt sein wie die Menschheit selbst. Die vorliegende Arbeit verfolgt der Spur serieller Formen zurück bis hin zu den sakral-kultischen Ursprün-gen.. Serielle Vorformen beziehungsweise die Idee einer seriellen Rezeption künstlerischer Produkte lassen sich bis in diese vormittelalterliche Zeit nachweisen.
2.1. Serielle Frühformen sakral-kultischen Ursprungs
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