Die Realschule. Geschichte, Gegenwart und Zukunft close

Bitte warten

Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.



Details

Veranstaltung: Ausgewählte Fragen der Allgemeinen Didaktik
Institution/Hochschule: Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Tags: Realschule, Geschichte, Gegenwart, Zukunft, Ausgewählte, Fragen, Allgemeinen, Didaktik
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2004
Seiten: 20
Note: 2,7
Literaturverzeichnis: ~ 10  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 294 KB
Archivnummer: V43320
ISBN (E-Book): 978-3-638-41145-5

Textauszug (computergeneriert)

Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Institut für Schulpädagogik und Allgemeine Didaktik
Ausgewählte Fragen der Allgemeinen Didaktik

Die Realschule. Geschichte, Gegenwart und Zukunft

von: Sarah Schepers

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 2

2. Die Geschichte der Realschule 2

3. Die Realschule (heute)

3.1. Profil der Realschule 4
3.2. Erziehungs- und Bildungsauftrag der Realschule 5
3.3. Das Differenzierungskonzept 7
3.4. Schülerschaft in Nordrhein-Westfalen 8
3.5. Ursachen und Gründe für den Zuwachs an Realschulen 10
3.6. Der Realschulabschluss 11
3.7. Die Bedeutung des Realschulabschlusses 12
3.8. Probleme der Realschule in heutiger Zeit 13
3.9. Schulorganisatorische Situation der Realschule in der Bundesrepublik und deren Gründe 14
3.10. Gespräch mit dem Leiter der Realschule Hamminkeln 15

4. Zukunft 16

5. Resümee 17



 

1. Einleitung

In dieser Hausarbeit werde ich mich mit der Schulform Realschule beschäftigen. Was ist das eigentlich für eine Schule, die in der Öffentlichkeit so wenig thematis iert, die aber im Schulsystem der Bundesrepublik eine entscheidende Rolle spielt? Beginnen werde ich diese Hausarbeit mit einer kurzen Darstellung der Geschichte der Realschule. Dabei werde ich auf die Motive und Ursachen eingehen, die zur Begründung der Realschule geführt haben. Im zweiten Abschnitt werde ich mich mit der heutigen Realschule beschäftigen. Wie ist sie aufgebaut? Welche Erziehungs- und Bildungsziele verfolgt? Welche Schülerinnen und Schüler besuchen sie? Welche Abschlüsse kann man erwerben? Auf diese Fragen werde ich versuchen einzugehen. Aber nicht nur darauf, sondern auch sowohl auf die Stärken, als auch die Probleme, mit denen die Realschule zu kämpfen hat. Zum Schluss dieses Abschnittes folgt dann ein Gespräch mit einem Schulleiter, der die Realschule aus seiner Sicht beschreibt. Im letzten Abschnitt versuche ich, die Zukunft der Realschule näher zu umschreiben. Wie wird sie sich entwickeln? Was zeichnet sich heute schon ab? Abschließend werde ich versuchen ein Resümee zu ziehen. Zum Teil werde ich eigene Erfahrungen aus meinem Praktikum an der Realschule Hamminkeln mit einbringen, damit ein Bezug zur konkreten Situation hergestellt ist. Beginnen werde ich nun aber mit der Geschichte der Realschule, die im 18. Jahrhundert begann, um dann auf die heutige Realschule überzuleiten.

2. Die Geschichte der Realschule

Die Geschichte der Realschule begann im 18. Jahrhundert. Einer der Gründe für das Entstehen war das Heraustreten von neuen Bedürfnissen. Die kaufmännischen und gewerbetreibenden Berufe des Bürgertums rückten mehr in den Mittelpunkt und es wurde nach einer Vorbildung für diese Berufe gesucht, die mehr auf die Gegenwart und Wirklichkeit ausgerichtet waren. Bis dahin gab es nur zwei Schulformen, die den neuen Bedürfnissen nicht gänzlich und angemessen Rechnung tragen konnten. Zum einen gab es die Elementar- oder Volksschule, die meist durch die Kirche geregelt war und sich auf die Katechese mittels eines ABC-Lehrganges konzentrierte. Dieser Schultyp wurde von der breiten Bevölkerungsmasse besucht. Zum anderen gab es das Gymnasium, das von Klerikern Juristen und den Gelehrten aufgesucht wurde1. Von Kritikern wurde das Gymnasium häufig als eine Schulform dargestellt, in der bloße „Sprechregeln“ gelehrt wurden2. Auf dem Gymnasium wurde sehr viel Wert auf die alten Sprachen Latein und Griechisch gelegt3.

Ein weiterer Aspekt, warum es zur Gründung der Realschule kam, war die Idee des pädagogischen Realismus. Er forderte, dass die Realien, unter anderem Physik, Geographie und Geschichte in den Schulen unterrichtet werden sollten. Unter Realien versteht man die Fächer, die sich mit „Sachen“ beschäftigen. Man beschäftigte sich mit den wirklichen Dingen dieser Welt und ihrer Bedeutung für das Leben auseinander4. Die Realien stehen des Weiteren auch im Gegensatz zu den sprachlichen Fächern, da dort nur auf verbaler Ebene gelehrt wurde5, während der Physikunterricht es zuließ, bestimmt Naturereignisse direkt zu beobachten. „ In eins geht mit dem Kreis der Realien eine neue Bewertung der Wirklichkeit und Diesseitigkeit des Lebens; naturwissenschaftliches Denken führt zu Entdeckungen und Erfindungen, deren Nützlichkeit und Brauchbarkeit die Einrichtung des Menschen auf das Diesseits erhöht“6. Die Realschulprogramme waren von einem neuen Wissenschaftsverständnis geprägt, „dass man empirisch und rationalistisch nennen kann“7.

Namentlich zu erwähnen ist Christoph Semler (1669-1740), der im Jahre 1705 mit seiner Idee für eine „Mathematische Mechanische und Oeconomische Realschule“ an die Öffentlichkeit trat. Von größerer Bedeutung ist aber die von Johannes Julius Hecker (1707-1759) im Jahre 1747 gegründete „Oeconomisch-Mathematische Real-Schule“. Diese Schule war die erste, die den Namen Realschule trug und auch als Vorbild für viele andere Schulen diente. Zu erwähnen ist auch das Programm einer „Mechanischen Werck- Schul“, das Jakob Paul in den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts entwarf. Diese Realschulprogramme haben sich aber alle nicht halten können. Zum einen lag das darin, dass sich die Begründer mit der Idee eine allgemeinbildende sowie eine berufsbildende Schule in einer Schulform zusammengefasst zu haben zu hohe Ziele gesetzt haben. Aber auch ökonomische Probleme haben verhindert, dass es dieser Schulform nicht gelang, sich durchzusetzen. Die soziale Schicht, an die sich unter anderem Semler und Hecker wandten war viel zu uneinheitlich, um ihre Bedürfnisse und Forderungen mit nur einem einzelnen neuen Schultyp gerecht zu werden. Nach dem Zerfall der Schulprogramme kann man nur unter Einschränkungen von „der“ Realschule reden, denn es gibt kein System mit bestimmten historisch stabilen Realschultypen8.

1872 wurde dann mit den allgemeinen Bestimmungen in Preußen der Name „Mittelschule“ einheitlich für das mittlere Schulwesen festgelegt. Die Mittelschule hat fünf Klassen und die Schüler wurden in folgenden Fächern unterrichtet: Deutsch, Rechnen, Naturbeschreibung, Naturlehre, Geographie, Geschichte, Zeichnen, Gesang, Turnen und einer Fremdsprache. Die Mittelschule erfuhr von der Mitte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts einen immensen Aufschwung und musste im Jahre 1910 neu geordnet werden. Neben dem allgemeinen Lehrplan wurden noch vier weitere eingeführt, die sich mehr an der Berufswahl der Schüler orientieren sollten. Einer der Lehrpläne ermöglichte den Übergang in das humanistische Gymnasium. In der Weimarer Republik änderte sich noch einmal der Aufbau der Mittelschule. Alle Schüler besuchten zunächst eine vierjährige Grundschule und nach deren Beendigung wurde erst eine Entscheidung darüber getroffen, welche Schulart der Schüler danach besuchen würde.

Vorher hatte die Mittelschule, wie auch das Gymnasium drei Vorklassen und so war es schon bei Eintritt in die Schule deutlich, wie die Schullaufbahn aussehen würde. Die Mittelschule ist nicht mehr nur die Schule für das Bürgertum, sondern vertrat die Interessen einer großen Bevölkerungsschicht9. Nach 1945 konnte sich die Realschule fest im dreigliedrigen Schulsystem etablieren, was 1953 die ständige Konferenz der Kultusminister besonders hervorhob. Im Jahre 1964 wurde nach dem Hamburger Abkommen der Name Realschule einheitlich für alle Länder der Bundesrepublik festgelegt. Der Begriff Realschule umfasst seit diesem Zeitpunkt an alle mittleren Schularten, die über die Bildung der Hauptschule hinausgehen. Die Vereinheitlichung bezog sich aber nur auf wesentliche Aspekte, denn jedes Bundesland hat die Möglichkeit für Sonderentwicklungen behalten10.

3. Die Realschule (heute)

3.1. Profil der Realschule

[...]


1 Vgl. Keck, Rudolf W.: Das Selbstverständnis der Realschule im historischen Wandel. Zur Diskussion ihrer bildungstheoretischen Perspektiven. In: Rekus, Jürgen: Die Realschule. Alltag, Reform, Geschichte, Theorie. Weinheim und München 1997. S.15.

2 Vgl. Leschinsky, Achim und Peter Martin Roeder: Schule im historischen Prozeß. Zum Wechselverhältnis von institutioneller Erziehung und gesellschaftlicher Entwicklung. Stuttgart 1976. S.176.

3 Vgl. Das Grosse Universal Lexikon. Das Wissen unserer Zeit von A bis Z. München 1996. S. 342.

4 Vgl. Wollenweber, Horst: Die Realschule in Geschichte und Gegenwart. Böhlau 1997. S. 184.

5 Vgl. Das Grosse Universal Lexikon. Das Wissen unserer Zeit von A bis Z. München 1996. S. 737.

6 Keck, Rudolf W.: Das Selbstverständnis der Realschule im historischen Wandel. Zur Diskussion ihrer bildungshistorischen Perspektiven. In: Rekus, Jürgen (Hrsg.): Die Realschule. Alltag, Reform, Geschichte, Theorie. Weinheim und München 1999. S.16.

7 Leschinsky, Achim und Peter Martin Roeder: Zum Wechselverhältnis von institutioneller Erziehung und gesellschaftlicher Entwicklung. Stuttgart 1976. S. 178.

8 Vgl. Vgl. Leschinsky, Achim und Peter Martin Roeder, a. a. O., S. 183ff.

9 Vgl. Wollenweber; Horst: Die Realschule in Geschichte und Gegenwart. Böhlau 1997. S.185f.

10 Vgl. Wollenweber, Horst: Die Realschule in Geschichte und Gegenwart. Böhlau 1997. S. 18.

Kommentare

Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/43320/