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Autor: Marcel Bohnert
Fach: Soziologie - Medien, Kunst, Musik
Details
Institution/Hochschule: Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg (Professur für Erziehungssoziologie unter besonderer Berücksichtigung der Sozialisationstheorie)
Tags: Wirkung, Computerspiele, Medien, Sozialisation
Jahr: 2005
Seiten: 27
Note: 1,0 (sehr gut)
Literaturverzeichnis: ~ 19 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 362 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-41187-5
ISBN (Buch): 978-3-638-65706-8
Zunächst kurze Einführung in Entwicklung des PCs als Spiele-Medium, aktueller Bezug zur Jugendmedienstudie 2004, Vorstellung gängiger psychologischer Thesen zur Wirkung von Mediengewalt, anschließend Bezug zum Jugendmedienschutz in Theorie und Praxis in Deutschland.
Zusammenfassung / Abstract
Am 24.06.2002 stockt Deutschland der Atem. Der 19-Jährige Robert Steinhäuser hat das Leben von sechzehn Menschen mit gezielten Nahschüssen beendet. In Schwarz gekleidet, mit Handschuhen und Sturmhaube, läuft er mit einer Pump Gun und einer 9 mm Pistole Marke Clock durch seine Schule und tötet scheinbar willkürlich Lehrer, Angestellte und Schüler. Auch ein Polizist ist unter den Opfern. Im Anschluss an seinen Amoklauf richtet sich Steinhäuser selbst. Die Presse forscht in der Folgezeit im Privatleben des Amokläufers. Schnell wird klar, dass der Außenseiter Steinhäuser sich täglich stundenlange Schlachten am PC liefert. Sein martialischer Auftritt, mit Ninja-Montur und Sturmhaube, läßt Parallelen zum PC-Spiel »Counter Strike« erkennen. Sofort fühlt sich die Öffentlichkeit an das Columbine-Massaker vom 20. April 1999 erinnert, bei dem zwei Schüler an der Columbine Highschool in Littleton zwölf Mitschüler, einen Lehrer und anschließend sich selbst umbringen. Auch sie waren begeisterte Spieler von 3D-Ego-Shootern. Die Ereignisse am Erfurter Johann-Gutenberg-Gymnasium sind seitdem mahnendes Beispiel für die gefährliche Wirkung von Computerspielen. Die angestoßene öffentliche Debatte führt in Deutschland zur Verabschiedung eines neuen Jugendschutzgesetzes, das zur altersgerechten Kennzeichnung von Computerspielen verpflichtet. Zeitgleich tritt der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag in Kraft. Die Basis dieser Gesetze ist ein Denkansatz, der davon ausgeht, dass gewalthaltige Computerspiele eine Wirkung auf das Alltagsverhalten des Spielers haben. Im öffentlichen Diskurs ist diese Annahme weit verbreitet, aber ist sie wissenschaftlich auch wirklich fundiert? Kann man ohne weiteres von einer Übertragung der gewalttätigen Handlungen in einer virtuellen Welt auf die tatsächliche Gewaltbereitschaft des Spielers schließen? Diese Fragen sind Gegenstand dieses Buches. Um sich der Thematik zu nähern wird zunächst der PC als Medium vorgestellt, und dabei im Speziellen auf die PC-Nutzung von Kindern und Jugendlichen und Spiele mit dargestellter Gewalt eingegangen. Im Anschluss daran werden einige psychologische Ansätze zu den Wirkungsweisen von gewalthaltigen Computerspielen vorgestellt. Abschließend wird aufgezeigt, welche Maßnahmen der Jugendmedienschutz in Deutschland in Verbindung mit gewalthaltigen Computerspielen ergreift und was Eltern und Pädagogen selbst beitragen können. Schlüsselwörter: Gewalt, Medien, Medienwirkung, Computer, PC, BPjM, JMStV, JIM, USK
Textauszug (computergeneriert)
Helmut-Schmidt-Universität Hamburg
Juli 2005, FT 2005, 3.Trimester, Studienjahrgang 2004
Hausarbeit
Soziologie
Thema
Zur Wirkung gewalthaltiger Computerspiele
Seminar: Medien und Sozialisation
von
Marcel Bohnert
INHALTSVERZEICHNIS
1 Einleitung 3
2 Computer als Medium für Spiele 5
2.1 Kurzer historischer Abriss 5
2.2 Nutzung von PC und PC-Spielen 6
2.3 Inhalte von PC-Games 8
2.3.1 Spielgenres 8
2.3.2 Spiele mit dargestellter Gewalt 9
3 Wirkungen von PC Games 11
3.1 Allgemeine Effekte des Computerspielens 11
3.2 Thesen zur Gewalt-Wirkung von PC-Games 13
3.2.1 Thesen zur Verhinderung realer Gewalt 13
3.2.1.1 Katharsisthese 13
3.2.1.2 Inhibitionsthese 14
3.2.2 Thesen zur Förderung der Gewaltbereitschaft 14
3.2.2.1 Erregungsthese 15
3.2.2.2 Imitationsthese 16
3.2.2.3 Suggestionsthese 16
3.2.3 These der Abstumpfung gegen Gewalt 17
3.2.4 These der Wirkungslosigkeit 17
4 Jugendmedienschutz 18
4.1 Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien 18
4.2 Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle 19
4.3 Tipps für Eltern und Pädagogen 20
5 Fazit 23
Literaturverzeichnis 25
Internetquellenverzeichnis 27
1 Einleitung
Am 24.06.2002 stockt Deutschland der Atem. Der 19-Jährige Robert Steinhäuser hat das Leben von sechzehn Menschen mit gezielten Nahschüssen beendet. In Schwarz gekleidet, mit Handschuhen und Sturmhaube, läuft er mit einer Pump Gun und einer 9 mm Pistole Marke Clock durch seine Schule und tötet scheinbar willkürlich Lehrer, Angestellte und Schüler. Auch ein Polizist ist unter den Opfern. Im Anschluss an seinen Amoklauf richtet sich Steinhäuser selbst.
Die Presse forscht in der Folgezeit im Privatleben des Amokläufers. Schnell wird klar, dass der Außenseiter Steinhäuser sich täglich stundenlange Schlachten am PC liefert. »Counter-Strike« ist der Name des Ego-Shooters, in dem der Spieler in 3D – Perspektive eine virtuelle Actionwelt durchläuft und Terroristen jagt. Dabei stehen ihm neben Bomben und Handgranaten eine Reihe von Pistolen, Maschinengewehren und anderen Waffen zur Verfügung. Steinhäusers martialischer Auftritt, mit Ninja- Montur und Sturmhaube, läßt Parallelen zum PC-Spiel erkennen. Sofort fühlt sich die Öffentlichkeit an das Columbine-Massaker vom 20. April 1999 erinnert, bei dem zwei Schüler an der Columbine Highschool in Littleton zwölf Mitschüler, einen Lehrer und anschließend sich selbst umbringen. Auch sie waren begeisterte Spieler der 3D-Ego-Shooter »DOOM« und »Quake«.1
Die Ereignisse am Erfurter Johann-Gutenberg-Gymnasium sind seitdem mahnendes Beispiel für die gefährliche Wirkung von Computerspielen. Die angestoßene öffentliche Debatte führt in Deutschland zur Verabschiedung eines neuen Jugendschutzgesetzes, das zur altersgerechten Kennzeichnung von Computerspielen verpflichtet. Zeitgleich tritt der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag in Kraft. Die Basis dieser Gesetze ist ein Denkansatz, der davon ausgeht, dass gewalthaltige Computerspiele eine Wirkung auf das Alltagsverhalten des Spielers haben. Im öffentlichen Diskurs ist diese Annahme weit verbreitet, aber ist sie wissenschaftlich auch wirklich fundiert? Kann man ohne weiteres von einer Übertragung der gewalttätigen Handlungen in einer virtuellen Welt auf die tatsächliche Gewaltbereitschaft des Spielers schließen? Wie ist die empirische Befundlage?
Diese Fragen sind Gegenstand dieser Hausarbeit. Um sich der Thematik zu nähern wird zunächst der PC als Medium vorgestellt, und dabei im Speziellen auf die PCNutzung von Kindern und Jugendlichen und Spiele mit dargestellter Gewalt eingegangen. Im Anschluss daran werden einige psychologische Ansätze zu den Wirkungsweisen von gewalthaltigen Computerspielen vorgestellt. Letztendlich wird aufgezeigt, welche Maßnahmen der Jugendmedienschutz in Deutschland in Verbindung mit gewalthaltigen Computerspielen ergreift und was Eltern und Pädagogen selbst beitragen können.
2 Computer als Medium für Spiele
Die Funktionsvielfalt des Computers hat in den letzten Jahren beachtlich zugenommen. Heutzutage ist der PC nicht nur eine bessere Schreibmaschine, sondern wird als Datenbank und Kommunikationsplattform genutzt. Im Folgenden soll der Computer nach einem kurzen historischen Abriss als modernes Medium für Spiele vorgestellt werden. Es wird auf die PC-Nutzung von Kindern und Jugendlichen eingegangen, ein Überblick über verschiedene Spielgenres gegeben und im Anschluss daran der Fokus auf Eigenheiten von Spielen mit dargestellter Gewalt gelegt.
2.1 Kurzer historischer Abriss
Der Einstieg in die PC-Welt erfolgt bei den meisten Kindern und Jugendlichen über Spiele. Gegen Ende der 1970er Jahre war es durch die Markteinführung des Atari 2600 erstmals möglich, auch außerhalb von Spielhallen Videospiele zu spielen. Der Spielkonsole folgten wenig später erste Homecomputer wie der C 64, der ebenfalls die Möglichkeit zum Spielen bot. Die zu dieser Zeit angebotenen Spiele kann man allerdings eher als Geschicklichkeitstests bezeichnen. Mit der hohen Komplexität heutiger PC-Games sind sie nicht vergleichbar:
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1 Vgl. Frindte, Obwexer 2003, S. 140
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