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William Wordsworth als Sonettdichter

Termpaper, 2004, 21 Pages
Author: Mirja Schnoor
Subject: English Language and Literature Studies - Literature

Details

Event: English Romantic Poetry
Institution/College: University of Applied Sciences Bielefeld
Tags: William, Wordsworth, Sonettdichter, English, Romantic, Poetry
Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 21
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 8  Entries
Language: German
Archive No.: V43540
ISBN (E-book): 978-3-638-41308-4

File size: 216 KB


Excerpt (computer-generated)

Universität Bielefeld
Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft
Abteilung für Englisch, Seminar: English Romantic Poetry

William Wordsworth als Sonettdichter

von: Mirja Krüger

 


Inhalt

Einleitung 3

1. Wordsworth und das Sonett als literarische Form 4

2. Das ‚Miltonic Sonett’ 6

3. Wordsworths frühe Sonette: ‚Miltons Lehrling’ (1802-1807) 10

3.1. Zweiteilung der Themen 11

3.1.1 Sonette über das öffentliche Leben 11
3.1.2 Sonette über die privaten Gedanken und Gefühle 13

4. Wordsworths späte Sonette: Komposition von Sequenzen (1818-1822) 16

5. Fazit 19

Literatur 21




Einleitung

Denkt man an den Dichter William Wordsworth, fällt einem sofort dessen Naturlyrik ein, geschrieben in Balladenform, manchmal über viele Seiten. Denkt man dagegen an Sonette, sind es eher Dichter früherer Epochen, wie Donne, Spenser und natürlich Shakespeare, die einem in den Sinn kommen. Eine Verbindung der beiden erscheint zunächst ein Mal unwahrscheinlich, zumal die Romantiker die stark artifiziellen Sonettform, die praktisch jeder erlernen konnte (und früher bei Hofe auch musste), verachteten und sich lieber der freien Entfaltung ihres Genies hingaben. Dennoch hat gerade William Wordsworth eine Vielzahl von Sonetten verfasst. Wie er dazu gelangte, die Sonettform nicht nur anzuerkennen, sondern selbst damit zu arbeiten und welche verschiedenen Arten von Sonetten dabei entstanden, will diese Arbeit nachzeichnen.

Dazu werde ich zunächst den Ausgangspunkt darstellen, von dem Wordsworth begann Sonette zu schreiben. Da diese wie gesagt ihr Ansehen in Wordsworth Zeit völlig verloren hatten, ist es keine Selbstverständlichkeit, sich ihrer als literarische Ausdrucksform zu bedienen und es bedurfte eines äußeren Anstoßes, bis Wordsworth dazu kam. Anschließend möchte ich genau diesen „Anstoß“, nämlich den Dichter John Milton und seine Art der Sonettdichtung, etwas vorstellen. So werden Wordsworths Gründe, sich mit Sonetten zu beschäftigen, transparenter.  Im Hauptteil meiner Arbeit stelle ich exemplarisch Wordsworths frühe Sonette vor, die er schrieb, als er noch am stärksten von Milton beeinflusst war und die als seine besten gelten. Da den späteren Sonetten oft nachgesagt wird, sie seien in der Qualität nicht mit den früheren vergleichbar, werde ich mich ihnen nur abschließend kurz widmen, um den Überblick über Wordsworths Wirken als Sonettdichter zu komplettieren.

1. Wordsworth und das Sonett als literarische Form

Zu Wordsworths Zeit hatte das Sonett als Dichtungsform nach seiner Hochphase in der Tudor-Zeit extrem an Ansehen verloren. Diese Verachtung ging sogar so weit, dass bei Ausgaben bedeutender Dichter aus vergangenen Epochen deren Sonette nicht mit aufgenommen wurden, da man diese seinen Lesern nicht zumuten wollte: George Stevens refused to include Shakespeare’s sonnets and other non-dramatic poems in a 1793 edition of the works because the ‘strongest act of Parliament that could be framed, would fail to compel readers to their service’ (JOHNSON 1973, 40).

Auch Wordsworth verachtete diese Form lange Zeit und schrieb fast ausschließlich in der freien Balladenform, welche der romantischen Lyrik viel eher entspricht als die strenge, gebundene Sonettstrophe. Wordsworth hielt diese für viel zu künstlich und nicht geeignet, die „essential passions of the heart“ in angemessener, unverfälschter Sprache darzustellen (WORDSWORTH 1800, 245). Das Sonett kam ihm, wie fast allen Gelehrten und Schriftstellern seiner Zeit, gestelzt und unehrlich vor und schien als literarische Form so gut wie tot zu sein. Als er jedoch von seiner Schwester Dorothy am 21. Mai 1802 Miltons Sonette vor-gelesen bekam, war er begeistert: […] [M]y Sister read to me the Sonnets of Milton. I had long been well acquainted with them, but I was particularly struck on that occasion by the dignified simplicity and majestic harmony that runs through most of them. […] I took fire, if I may be allowed to say so, and produced three Sonnets the same afternoon (zitiert nach JOHNSON 1973, 44).

Diese drei Sonette waren die ersten, viele sollten in den kommenden Jahren folgen. Zwischen 1802 und 1846 schrieb Wordsworth insgesamt 535 Sonette, und ist damit der produktivste Sonettdichter unter den bekannteren englischsprachigen Poeten.  Er rebetablierte das Sonett in der englischen Lyrik und verschaffte ihm besonders mit seinen frühen Sonetten das alte Ansehen zurück. Dabei musste er äußerst geschickt vorgehen, um nicht wegen des extrem schlechten Rufs des Sonetts von der öffentlichen Meinung als lächerlich und ewig gestrig abgestempelt zu werden. Um das Ansehen des Sonetts zu heben, schrieb Wordsworth mehrere Sonette, die die Form selbst zum Thema hatten und dadurch erklären und den Zeitgenossen wieder näher bringen sollten. In einem dieser ‚Sonette über das Sonett“ nennt Wordsworth viele seiner berühmten Vorgänger und benutzt sie als Autoritätsargument für die Güte des Sonetts als literarische Form- da diese berühmten Dichter sich des Sonetts bedienten, muss es gut sein:

[...]


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