Ad Reinhardt: Black Paintings close

Bitte warten

Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.



Details

Veranstaltung: Amerikanische Kunst nach 1945
Institution/Hochschule: Ruhr-Universität Bochum (Kunstgeschichte)
Tags: Reinhardt, Black, Paintings, Amerikanische, Kunst
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2002
Seiten: 19
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 9  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 182 KB
Archivnummer: V43685
ISBN (E-Book): 978-3-638-41430-2

Textauszug (computergeneriert)

Ruhr-Universität Bochum
Seminarthema: Amerikanische Kunst nach 1945, Teil II

Ad Reinhardt: Black Paintings

von: Verena Krebs

 


1. Einleitung  2

2. Bildbeschreibung und erste Annäherung 3

3. Ad Reinhardt als Theoretiker  6

4. Östliche Philosophie in Werk und Theorie Reinhardts  9

5. Aspekte der westlichen Philosophie  12

6. Die Alchemie im Werk Reinhardts  15

7. Schlußbemerkung  18

Literaturnachweis  19



 

1. Einleitung

Die auf den ersten Blick eher unzugängliche Serie der „black paintings“, die der Maler und Kunsthistoriker Ad Reinhardt in den Jahren 1960 bis zu seinem Tod im Jahre 1967 malte, soll Gegenstand der vorliegenden Arbeit sein. Bei der Betrachtung der Serie soll zunächst ein Bild zur näheren Beschreibung herausgenommen werden , um daran Untersuchungen über die Serialität und die Eigenheiten der Komposition der Bilder im Gesamten anzuschließen. Im weiteren werden die Theorien Ad Reinhardts zu Rate gezogen, einige Vergleiche dieser Theorien und der Kunst Reinhardts mit wichtigen Aspekten der östlichen wie westlichen Philosophie angeschlossen, um schließlich die Sekundärliteratur mit einzubeziehen. Somit wird versucht, den auf den ersten Blick unzugänglich wirkenden Bildern näherzukommen und ihre Wichtigkeit für die Kunstgeschichte zu betonen.

2. Bildbeschreibung und erste Annäherung

Abstract painting, 1966. Öl auf Leinwand, 153 x 153 cm

Das Bild besitzt ein quadratisches Format. Auf der fein strukturierten Leinwand ist schwarze Farbe regelmässig und ohne sichtbaren Pinselduktus aufgetragen, so daß kaum eine Textur entsteht. Auf den ersten Blick erkennt man ein schwarzes Kreuz auf einem schwarzen Hintergrund. Diese Betrachtung trifft aber bei näherem Hinsehen nicht zu. Das vermeintliche Kreuz entsteht aus einer horizontalen und vertikalen Dreiteilung der Bildfläche. Sowohl vertikal als auch horizontal lassen sich jeweils drei Balken ausmachen. Dabei sind die äusseren Balken in einem dunklen Schwarz und die inneren Balken, die sich in der Bildmitte überschneiden in einem horizontal leicht grünlich erscheinendem Schwarz und vertikal in einem bläulich wirkenden Schwarzton gehalten. Dabei überlagert der horizontale Balken den vertikalen. So ist das Kreuz als sichtbare Verschränkung zweier Balken auf schwarzem Untergrund zu erkennen. Aber auch hier läßt sich immer noch eine andere Sehweise ausmachen. So könnte man ebenso eine Bildfläche, die sich aus neun gleichwertigen Quadraten, die sich durch unterschiedliche Schwarztöne voneinander absetzen, beschreiben. Diese derart angeordneten Quadrate lassen in ihrer Gleichberechtigung somit nicht zu, daß man von einem Hinter- und Vordergrund spricht. Sie befinden sich auf einer Ebene. Auch bei dieser Beschreibung hat sich ein Fehler eingeschlichen. Denn bei genauerem Betrachten erkennt man nur sechs Quadrate und ein waagerecht liegendes Rechteck. Die Dreiteilung der Bildfläche ist in der Mitte nicht zu Ende geführt. Das Auge neigt hier nur dazu die Elemente so einzuordnen, daß sie leichter greifbar werden. Eine weitere Betrachtung läßt auch ein gleichmässiges und gleichwertiges Ineinandergewobensein von sechs schwarzen Bändern erkennen. So tauchen bei längerer Betrachtung des Bildes immer wieder neue Möglichkeiten auf, wie man das Bild wahrnehmen kann. Das Kreuz taucht aus der regelmäßigen Rasterung auf und verschwindet ebenso, wie man verwobene Bänder und ihre Auflösung zu bloßen Quadraten beobachten kann. Es handelt sich trotz des ersten Eindrucks der Einfachheit des Bildes um einen sehr komplexen Gegenstand der Betrachtung. Was diese Bildbeschreibung deutlich machen sollte, ist die Tatsache, daß dieses Bild sich keinesfalls so einfach erschliessen läßt, wie auf den ersten Blick zu vermuten war. Hinzu kommt ein Phänomen, das durch die Bildgrösse hervorgerufen wird. Das Format des Bildes misst 153x 153 cm. Beim Gegenübertreten fällt auf, daß das Bild eine Präsenz besitzt, die als Körperlichkeit bezeichnet werden kann. Die Grösse des Bildes hat die gleiche Grösse, wie die eines -zugegeben etwas kleinen- Menschen. Auch die Dreiteilung läßt eine Assoziation mit der Dreiteilung eines menschlichen Körpers in Kopf, Rumpf mit ausgestreckten Armen und Beinen zu. Dies soll nun keineswegs der Versuch sein einen menschlichen Körper in diesem abstrakten Bild erkennen zu wollen. Es soll lediglich ein erster Schritt sein, deutlich zu machen, daß diese Bilder auch eine Präsenz besitzen, die bei der Betrachtung einer kleinformatigen Reproduktion gänzlich verloren geht. Hinzu kommt, dass diese Bilder überhaupt nur sehr schwer zu reproduzieren sind und man sich, wenn man nicht vor dem Original steht mit den verschiedensten Erscheinungen ein und desselben Gemäldes auseinandersetzen muss. So wird aus einem leicht grünlichen Schwarz leicht ein schwärzliches Grün. Die Bilder haben also im Benjaminschen1 Sinne noch eine Aura, die sich durch Reproduktion auslöschen lassen will. Deshalb wäre es auch schwer möglich eine Bildbeschreibung von einer Reproduktion eines „black paintings“ zu machen. Doch auf diesen Punkt werde ich in Kapitel 3 noch näher eingehen.

Betrachtet man nun nach einer allgemeinen Bestandsaufnahme und der Frage nach der „Aura“ des Bildes weiter die Bildwirkung , fällt vor allem auf, dass man vergeblich nach Kontrasten sucht. Weder hell- dunkel, bunt- unbunt, Qualitätskontraste im Sinne von rund- eckig oder spitz- stumpf , kein Kontrast verschiedener Malweisen, weder Quantitätskontrast von unterschiedlich gesetzten Kompositionsschwerpunkten, noch irgendein wie auch immer gearteter Kontrast läßt sich hier ausmachen. Man kann deshalb nun nicht davon sprechen, daß das Bild keine Komposition besitzt. Die Komposition ist lediglich durch die strenge Symmetrie völlig gleichgewichtig und spannungsarm. Man kann zudem kaum von einer Form im Bild sprechen, denn wie bereits zu Beginn der Bildbeschreibung erörtert wurde, lassen sich die Bildelemente, wie Kreuz auf Hintergrund , nicht eindeutig ausmachen und könne n durch andere Sichtweisen, wie etwa „in sich verwobene Balken“ oder „gleichwertig nebeneinander angeordnete Quadrate und Rechtecke“ ersetzt werden. Die Frage nach der Farbigkeit und nach den Lichtverhältnissen im Bild ist ebenfalls ähnlich zu beantworten.

[...]


1 Benjamin, Walter: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit. Frankfurt 1969

Kommentare

Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/43685/