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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 25 Pages
Author: Jörg Hartmann
Subject: German Studies - Linguistics
Details
Institution/College: University Karlsruhe (TH) (Institut für Literaturwissenschaft)
Tags: Schriften, Alphabet, Sprachgeschichte
Year: 2003
Pages: 25
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 12 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-41471-5
File size: 212 KB
Die Arbeit zeichnet den oft verschlungenen Weg der Entstehungsgeschichte der modernen Schrift auf verständliche Weise nach. Als Grundlage dienten die Standardwerke zu diesem Thema.
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Excerpt (computer-generated)
Universität Karlsruhe
Institut für Literaturwissenschaft
Hauptseminar Sprachgeschichte
(SS 2003)
Von den ersten Schriften zum modernen Alphabet
Wie das lateinische ABC entstand
von
Jörg Hartmann
Literaturwissenschaft 6. Semester
Inhaltsangabe
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Wie aus Bildern Schrift wurde
2.1.1 Die Bilderschrift als Vorstufe
2.1.2 Eine Definition von „Schrift“
2.1.3 Techniken der Schrift
2.1.3.1 Logographie und Phonographie
2.1.3.1.1 Logographie
2.1.3.1.2 Phonographie
2.2 Die ägyptische Segmentalschrift
2.2.1 Heilige Zeichen, die Hieroglyphen
2.2.2 Das Rebusprinzip
2.2.3 Für die Priester, für das Volk, die Kursivformen Hieratisch und Demotisch
2.3 Die minoischen Schriften
2.3.1 Linear A
2.3.2 Linear B
2.3.3 Kretische Hieroglyphen
2.4 Die Keilschrift des Nahen Ostens
2.4.1 Homophonie und Determinative
2.4.2 Schriftform als Folge von Schreibmaterial
2.4.3 Die sumerische Keilschrift als „scribua franca“ des östlichen Mittelmeergebietes
2.4.5 Das Keilschrift-Alphabet aus Ugarit
2.6 Zwischen Silben- und Konsonanten: Die Byblos-Schrift
2.7 Das Proto-Sinaitische und das Proto-Kanaanitische
2.8 Das phönizische Konsonantenalphabet
2.9 Das griechische Alphabet
2.9.1 Der Fortschritt des griechischen Alphabets
2.10 Das Lateinalphabet
3. Schluss
1. Einleitung
Die Schrift gehört zu den ältesten Kulturtechniken der Menschheit. Die kulturelle Entwicklung des Menschen ist durch die Schriftentwicklung revolutioniert worden. Durch diese Technologie wurde die Akkumulation und der Transfer von Wissen auf eine neue Stufe gehoben. Es wurde durch sie möglich, Informationen zu codieren, die codierte Information über lange Zeit und über weite Entfernungen zwischen Sender und Empfänger in ihrer Genauigkeit zu bewahren, so dass der Empfänger sie wieder verlust- und verfälschungsfrei dekodieren konnte. Schriftsysteme sind zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen Teilen der Erde entwickelt worden. Vorstufen einer Schrift sind nach Ansicht mancher Wissenschaftler schon 5500 v. Chr. in Südosteuropa entstanden. Allgemein werden jedoch die ägyptischen Hieroglyphen (ca. 3500 v. Chr.) und die sumerische Keilschrift in Mesopotamien (ca. 2700 v. Chr.) als früheste Schriftsysteme betrachtet. Gemäß der These von der Polygenese der Schrift entstanden unabhängig von diesen Schriften weitere Schriftkulturen, wobei die indische Indusschrift (2300 v. Chr.), die chinesische Schrift (1900v. Chr.) und die Schrift der Olmeken in Südamerika (1000 v. Chr.) als wichtigste zu nennen sind.
Geschrieben wurde (und wird ) in bzw. auf Ton, Stein, Knochen, Papyrus, Ostraka, Pergament, Palmblätter, Leder, Textilien, Wachs, Metall, Stoff und Papier. Es gab verschiedene Schreibtechniken, die wie das Trägermaterial die Form der Zeichen beeinflußte. Es wurde mit Pinseln aus ausgefaserten Enden von Pflanzenstielen geschrieben, es wurde mit spitzen Gegenständen in Ton geritzt oder mit Meißeln in Stein geschlagen. Auch Federkiele dienten als Schreibwerkzeug. Heute liegen die meisten Schriftdokumente gedruckt oder als Datensatz für Computer vor, doch auch die Handschrift wird weiterhin häufig mit Füller und Tinte oder ähnlichem geschrieben.
Lange Zeit wurde Schrift nur von sozialen, ökonomischen und politisch-religiösen Eliten benutzt, bis es mit der Erfindung der Typographie zu einer allmählichen Demokratisierung des Schreibens kam.
In meiner Arbeit möchte ich die wichtigsten und ältesten Schriften des Nahen Ostens, wie die Schriftzeichen der sumerischen Piktographie oder die ägyptische Hieroglyphenschrift, vorstellen, sowie die Entstehung des heute auf aller Welt verbreiteten lateinischen Alphabets nachzeichnen.
2. Hauptteil
2.1 Wie aus Bildern Schrift wurde
2.1.1 Die Bilderschrift als Vorstufe
Die frühesten Anfänge der Informationsfixierung lassen sich im Nahen Osten in der Jungsteinzeit finden. Neben der Werkzeugherstellung erlernten die Menschen dort Ackerbau und Viehzucht und wurden seßhaft. Es kam zur Bildung größerer Gemeinschaft in Form von Stadtstaaten, wie zum Beispiel Ur, Nippur und Lagasch. In dieser neuen Lebensform kam der Wunsch nach Fixierung von Information auf. Im Gegensatz zu eiszeitlichen Höhlenmalereien, bei denen es sich vermutlich um Beschwörungen und magischen Riten handelte, sollte nun Eigentum gekennzeichnet werden.
Sumerische Siegelzylinder und Eigentumsmarken aus dem frühen 4. Jahrtausend erlauben uns aber eine gewisse Vorstellung einer Bilderschrift.
Anderer Meinung ist der Schriftforscher Harald Haarmann, er glaubt, dass die frühesten schriftähnlichen Formen aus der viel älteren, sogenannten Vinca-Kultur (5300 - 3500 V. Chr. ) in Südosteuropa stammen und für den sakralen Gebrauch bestimmt waren1. Diese These ist jedoch umstritten. Festzuhalten ist, dass man bei beiden Kulturen noch nicht von einer "richtigen" Schrift sprechen kann.
2.1.2 Eine Definition von "Schrift"
"Die Bilder wurden in diesem Augenblick zu einer Schrift, die Gedachtes und Gesprochenes so festhielt, dass es ohne zeitliche Begrenzung immer wieder dargestellt, also abgelesen werden konnte. Schrift im Sinne eines wirklichen Festhaltens von Gedachtem und Ausgesprochenem ist eigentlich erst von dem Punkt an zu werten, wo Zeichnungen oder Zeichen in direkter Beziehung mit ausgesprochenen Silben, Wörtern oder Satzbegriffen auftreten.2"
[....]
1 Vgl.Haarmann I, S. 71 ff.
2 Frutiger, S.112.
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