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Rhetorik: Die 5 Produktionsstadien der klassischen Rede

Seminararbeit, 2001, 20 Seiten
Autor: Jörg Hartmann
Fach: Rhetorik / Phonetik / Sprechwissenschaft

Details

Veranstaltung: Einführung in die Rhetorik
Institution/Hochschule: Universität Karlsruhe (TH) (Institut für Literaturwissenschaft)
Tags: Rhetorik, Produktionsstadien, Rede, Einführung, Rhetorik
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2001
Seiten: 20
Note: 2,3
Literaturverzeichnis: ~ 10  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V43746
ISBN (E-Book): 978-3-638-41477-7

Dateigröße: 202 KB
Anmerkungen :
Die Arbeit widmet sich den 5 Produktionsstadien der klassischen Rede. Sie führt ein in das System der Rhetorik ,indem sie die drei Redegattungen, die drei Aufgaben des Redners sowie die wichtigsten Figuren und Tropen vorstellt.



Textauszug (computergeneriert)

Universität Karlsruhe (TH)
Institut für Literaturwissenschaft
Proseminar Rhetorik
(WS 00/01)

Rhetorik:
Die 5 Produktionsstadien der klassischen Rede

von

Jörg Hartmann

Literaturwissenschaft (HF)/Journalismus (NF); Bachelor
3. Semester

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1. Definition „Rhetorik“
2.2. Die Produktionsstadien der klassische Rede
2.2.1 Inventio
2.2.1.1 Topik
2.2.1.2 Die drei Redegattungen
2.2.2 Dispositio
2.2.2.1 Ordo naturalis und ordo artificialis
2.2.2.2 Die drei Aufgaben des Redners (officia oratoris)
2.2.2.2.1 Docere
2.2.2.2.2 Delectare, conciliare
2.2.2.2.3 Movere, concitare
2.2.2.3 Die Redeteile (partes orationis)
2.2.2.3.1 Der Redeanfang (exordium)
2.2.2.3.2.1 Einleitung (prooemium)
2.2.2.3.3.2 Die Einschmeichelung (insinuatio)
2.2.2.3.2 Narratio
2.2.2.3.2.1 Propositio und digressio
2.2.2.2.3.3 Argumentatio
2.2.2.2.3.4 conclusio, peroratio
2.2.3 Elocutio
2.2.3.1 Die vier Tugenden der sprachlichen Darstellung
2.2.3.1.1 Latinitas
2.2.3.1.2 Perspicuitas
2.2.3.1.3 Aptum
2.2.3.1.4 Ornatus
2.2.2.3.1.4.1 Tropen
2.2.3.1.4.1.1 Periphrase
2.2.3.1.4.1.2 Metonymie
2.2.3.1.4.1.3 Synekdoche
2.2.3.1.4.1.4 Metapher
2.2.3.1.4.1.5 Katachrese
2.2.3.1.4.1.6 Hyperbel
2.2.3.1.4.1.7 Emphase
2.2.3.1.4.1.8 Ironie
2.2.3.1.4.2 Figuren (ornatus in verbis coniunctis)
2.2.3.1.4.2.1 Wortfiguren
2.2.3.1.4.2.1.1 Quantitätsfiguren per adiectionem
2.2.3.1.4.2.1.2 Quantitätsfiguren per detractionem
2.2.3.1.4.2.1.2.1 Asyndeton
2.2.3.1.4.2.1.3 Worstellungsfiguren per transmutationem
2.2.3.1.4.2.1.3.1 Parallelismus und Chiasmus
2.2.3.1.4.2.1.3.2 Hyperbaton
2.2.3.1.4.2.2 Sinnfiguren (figurae sententiae)
2.2.3.1.4.2.2.1 Apostrophe
2.2.3.1.4.2.2.2 Rhetorische Frage
2.2.3.1.4.2.2.3 Entgegenstellung (Antithese)
2.2.3.1.4.2.2.4 Widersprüchlichkeit (Oxymoron)
2.2.3.1.4.2.2.5 Anheimstellung
2.2.3.1.4.2.2.6 Personifikation
2.2.3.1.4.2.2.7 Allegorie
2.2.3.1.4.2.2.8 Wortfügung
2.2.4 Memoria
2.2.5 Actio

3. Schluß

Literaturverzeichnis

 

 

1. Einleitung

Das System „Rhetorik“, dessen Ursprünge im 5. vorchristlichen Jahrhundert in Griechenland zu finden sind, ist ein System, das dazu dienen soll, die Redeproduktion zu verbessern. Hierfür wurden Regeln geschaffen, deren Anwendung und Kenntnis zu einer angemessenen Rede führen. Die vorliegende Arbeit stellt dieses System anhand der 5 Produktionsstadien einer klassischen Rede dar.

2. Hauptteil

2.1 Definition „Rhetorik“

Die Rhetorik ist ein System von Regeln, das die Theorie und Praxis der menschlichen Beredsamkeit beschreibt. Beredsamkeit umfasst hierbei öffentliche und private Äußerungen, die mündlich, schriftlich und auch durch technische Medien wie Film oder Internet, vermittelt werden. Die Theorie beschäftigt sich mit der Analyse sprachlicher Kommunikation, die den Adressaten von einem bestimmten Ziel zu überzeugen soll. Ziel ist es, die Wirkungsweise persuasiver Kommunikation empirisch beschreiben zu können.

In der Praxis dient Rhetorik als Anleitung zur Herstellung eines wirkungsorientierten Sprechaktes. Hierbei spielt neben der lautlichen Äußerung des Redners (orator) auch das körpersprachliche Verhalten eine große Rolle. „Wir müssen uns vor Augen halten, dass Rhetorik auf den griechischen Ausdruck für Redekunst zurückgeht, dass die konventionelle Rhetorik also das beschreibt, was ein Redner mit der Sprache anfangen kann.“1

Die Grundlagen dieser Wissenschaft wurden bereits in der Antike von Aristoteles, Cicero, Quintilian und vielen anderen Rhetoren herausgearbeitet. Grundannahme ist, dass der Mensch eine naturgegebene Veranlagung zum Sprechen (natura) besitzt und diese durch Nachahmung (imitatio) und Einübung (exercitatio) zu einer Kunst der guten Rede (ars bene dicendi), vervollkommnen kann. Hierdurch unterscheidet sich die Rhetorik von der Grammatik, denn „die virtus der Grammatik besteht in der Korrektheit, die der Rhetorik im bene.“2

2.2 Die Produktionsstadien der klassische Rede

Die Aufgaben des Redners (officia oratoris) werden in den fünf Produktionsstadien einer Rede (rhetorices partes) beschrieben. Sie führen von der rohen materia zum fertigen Werk (opus). Dieses besteht aus der Dualität der Gedanken um die Sache (res) und den benutzten Worten (verba). Die Arbeitsschritte sind in inventio, dispositio, elocutio, memoria und schließlich der actio gegliedert.

2.2.1 Inventio

Das Auffinden der Gedanken (argumenta), die nötig sind um das Thema überzeugend präsentieren zu können.
Der erste Schritt der hierfür nötig ist, liegt in der Erkenntnis (intellectio) der zu behandelnden Sache. Voraussetzungen hierfür werden zur natürlichen Veranlagung (natura) gezählt. Es sind der natürliche Scharfsinn und ein großes Allgemeinwissen, das eine Einordnung in einen bestimmten Zusammenhang ermöglicht. Fleiß (studium) ermöglicht es dann diese Talente zu aktivieren. Die Kunst (ars) kommt beim Aufsuchen der notwendigen Beweise ins Spiel.

„Diese Stoffmomente sind nicht einem zufälligen Suchen anheimgegeben, sondern befinden sich an vorgegebenen Fundstätten.“3 Als Leitfaden zu den Fundorten dient die Lehre von den loci bzw. topoi (lat. gr.= Örter). Die quaestiones entsprechen den 7 WFragen wer, was, wo, wodurch, wie, wann (quis, quid, ubi, quibus, cur, quomodo, quando).

2.2.1.1 Topik

Die Topik ist in viele weitere Subkategorien unterteilt. Die Forschung hält sich hier meist an die Darstellung Quintilians, der zwischen topoi, die die Person behandeln (loci a persona) und solchen, die von der Sache abstammen (loci a re) unterscheidet.

[....]


1 Helmut Bonheim: Für eine Modernisierung der Rhetorik. S.120, in: Rhetorik. Kritische Positionen zum Stand der Forschung. Hgg. Von Heinrich F. Plett, München 1977.

2 Heinrich Lausberg,: Handbuch der literarischen Rhetorik. Eine Grundlegung der Literaturwissenschaft. (2. Auflage) München. 1960, S. 40.

3 Heinrich F. Plett: Einführung in die systematische Textanalyse. Essen 1978, S. 12.


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