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Autor: Angela Faller
Fach: Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwiss.
Details
Tags: Geschlechtsunterschiede, Lesekompetenz, Ursachen, Fördermöglichkeiten
Jahr: 2004
Seiten: 26
Note: 1,5
Literaturverzeichnis: ~ 17 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 197 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-41554-5
ISBN (Buch): 978-3-638-85346-0
Zusammenfassung / Abstract
In den letzten Jahrzehnten stand geschlechtsdifferenzierte Pädagogik vor allem für die gezielte Förderung von Mädchen, um die bisher nur formal bestehende Chancengleichheit der Geschlechter zu erreichen. In den Neunziger Jahren rückten dann allmählich die Jungen in den Blickpunkt von Erziehungs- wissenschaftlern und Psychologen. Spätestens seit "Kleine Helden in Not" (Schnack/ Neutzling) wurde öffentlich diskutiert, was die meisten Lehrerinnen und Lehrer schon längst wussten: Jungs erbringen schlechtere Schulleistungen, stören häufiger den Unterricht, beanspruchen zwei Drittel der Aufmerksamkeit, werden öfter gewalttätig und brechen häufiger die Schule ab. Auch wenn hier von den Jungen im Allgemeinen die Rede ist und es genügend Ausnahmen gibt, wird nun bemängelt, dass der Problematik der männlichen Sozialisation und Identitätsfindung im Schulalltag bislang zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Spätestens seit den Ergebnissen der PISA - Studie ist darüber hinaus klar, dass Jungen auch in ihrer Lesesozialisation zum "benachteiligten" Geschlecht gehören. In allen 32 Teilnehmer-Staaten der Studie gab es erhebliche Geschlechtsunterschiede in der Lesekompetenz, wobei die Mädchen durchweg besser abschnitten als die Jungen. Auch andere Untersuchungsergebnisse der letzten Jahrzehnte zeigen durchgängig die geschlechtsspezifischen Unterschiede in den Lesegewohnheiten auf. In meiner Arbeit zeige ich die aktuellen Ergebnisse auf, gehe auf die Erklärungsansätze und möglichen Gründe der Geschlechtsunterschiede und auf Möglichkeiten einer geschlechtsdifferenzierten Leseförderung ein.
Textauszug (computergeneriert)
Geschlechtsunterschiede in der Lesekompetenz
-
Ursachen und Fördermöglichkeiten
Hausarbeit
zum literaturdidaktischen Hauptseminar im Fach Deutsch
"Weiterführendes Lesen - Leseforschung und Alltagspraxis"
WS 2003/ 2004
PH Weingarten
Studentin:
Angela Faller
Datum: 24.04. 2004
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung Seite 2
2. Geschlechtsunterschiede im Leseverhalten - Forschungsergebnisse Seite 4
3. Erklärungsansätze Seite 10
3.1 Kultur-historisch Seite 10
3.2 Sozialisationstheoretisch und sozialisationsbedingt Seite 10
3.3 Verdrängung des Buches durch neue Medien? Seite 13
4. Die Funktionen von Lesekompetenz Seite 16
5. Möglichkeiten einer geschlechtsdifferenzierten Leseförderung Seite 19
6. Fazit Seite 22
7. Literatur Seite 24
1. Einleitung
In den letzten Jahrzehnten stand geschlechtsdifferenzierte Pädagogik vor allem für die gezielte Förderung von Mädchen, um die bisher nur formal bestehende Chancengleichheit der Geschlechter zu erreichen. Es gibt eine Vielzahl pädagogischer Maßnahmen, die Mädchen dabei unterstützen sollen, ihre Fähigkeiten und Kompetenzen zu erkennen und mehr Selbstbewusstsein aufzubauen. Diese Fördermaßnahmen betreffen vor allem den naturwissenschaftlichen, technischen und mathematischen Bereich, wobei es weniger um bessere Schulnoten als um Schlüsselqualifikationen und daraus resultierende Chancengleichheiten für die spätere Berufs - und Lebensplanung geht. Spezielle Maßnahmen gehen von der Technik - AG für Mädchen, über die unstereotype Berufswahlvorbereitung, bis hin zur partiellen Monoedukation, welche vielerorts bereits im Schulprogramm verankert sind.
In den Neunziger Jahren rückten dann allmählich die Jungen in den Blickpunkt von Erziehungswissenschaftlern und Psychologen. Spätestens seit "Kleine Helden in Not" (Schnack/ Neutzling) wurde öffentlich diskutiert was die meisten Lehrerinnen und Lehrer schon längst wussten: Jungs erbringen schlechtere Schulleistungen, stören häufiger den Unterricht, beanspruchen zwei Drittel der Aufmerksamkeit, werden öfter gewalttätig und brechen häufiger die Schule ab. Auch wenn hier von den Jungen im Allgemeinen die Rede ist und es genügend Ausnahmen gibt, wird nun bemängelt, dass der Problematik der männlichen Sozialisation und Identitätsfindung im Schulalltag bislang zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde.
Aufgrund dieser Erkenntnisse und im Zuge der aktuellen Koedukationsdebatte werden nun auch die Jungen vermehrt in Fördermaßnahmen einbezogen. Hierbei geht es aber, anders als bei den Mädchen, weniger um die Förderung in bestimmten Fachbereichen sondern mehr um die Kompensation bestehender Defizite im Bereich der Sozialkompetenz.
Jungen sollten in der Schule Hilfestellung zur Identitätsfindung, in Zeiten eines sich wandelnden Männerbildes, bekommen. Auch hierzu gibt es bereits methodische Ansätze die zu einem großen Teil aus der Sozialpädagogik entnommen sind, wie zum Beispiel Jungenkonferenzen, Jungenprojekte etc.
Schule ist hier, neben Familie und Peer-group, eine wichtige Instanz die auf den Sozialisationsprozess einwirken kann, indem sie Werte wie Empathiefähigkeit und Kommunikationsfähigkeit vermittelt und vorlebt. Dies gilt für alle Schüler im Ganzen, aber eben im Besonderen für Jungen.
Wie bereits erwähnt, findet Jungenförderung bislang hauptsächlich außerhalb des Fachunterrichts statt. Spätestens seit den Ergebnissen der PISA - Studie hat es aber den Anschein, als gehörten Jungen auch in ihrer Lesesozialisation zum "benachteiligten" Geschlecht. In allen 32 Teilnehmer-Staaten der Studie gibt es erhebliche Geschlechtsunterschiede in der Lesekompetenz, wobei die Mädchen durchweg besser abschneiden als die Jungen. Auch andere Untersuchungsergebnisse der letzten Jahrzehnte zeigen durchgängig die geschlechtsspezifischen Unterschiede in den Lesegewohnheiten auf.
In meiner Arbeit werde ich die aktuellen Ergebnisse aufzeigen, auf die Erklärungsansätze und möglichen Gründe der Geschlechtsunterschiede eingehen und auf Möglichkeiten einer geschlechtsdifferenzierten Leseförderung eingehen. Dies beinhaltet auch die Frage danach, welche Funktionen das Lesen in der heutigen Gesellschaft erfüllt, wie sich ein Mangel an Lesekompetenz auswirkt und was genau Lesekompetenz überhaupt bedeutet.
2. Geschlechtsunterschiede im Leseverhalten - Forschungsergebnisse
"Wenn man vorhersagen will, ob ein Kind eher viel oder wenig liest, bleibt das Geschlecht einer der zuverlässigsten Prädiktoren" (Hurrelmann, Bettina. In: Garbe, Christine, 2002, S.215) Dies ist Bettina Hurrelmanns Resümee aus ihrer Studie zum "Leseklima in der Familie", bei der neun- bis elfjährige Kinder und ihre Eltern befragt wurden. Auch wenn neben dem Geschlecht die Bildung ein wichtiger Indikator für die Lesegewohnheiten von Mädchen und Jungen, Frauen und Männern ist, lesen Mädchen auf jedem Bildungsniveau deutlich mehr als Jungen. (Bonfadelli/ Fritz. In: Garbe, 2002, S.215).
Geschlechtsdifferenzen im Leseverhalten lassen sich nicht nur an der Menge der gelesenen Literatur festmachen, sondern beziehen sich, laut Garbe, auf drei Dimensionen:
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