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Scholary Paper (Seminar), 2004, 20 Pages
Author: Jörg Thurm
Subject: Economics / Business: Political Economics
Details
Institution/College: University of Potsdam (Lehrstuhl für Finanzwissenschaften)
Tags: Globale, Güter, Klimaschutz, Seminar, Güter
Year: 2004
Pages: 20
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 25 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-41595-8
File size: 317 KB
Die Hausarbeit beschäftigt sich mit der Frage, in wie fern es sich bei Klimaschutz um ein öffentliches Gut handelt und welche Folgen die Einordnung für eine effiziente Klimaschutzpolitik mit sich bringt bzw. wie diese zu gewährleisten ist.
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Excerpt (computer-generated)
Universität Potsdam
Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Lehrstuhl für Finanzwissenschaft
Hauptseminar: Umwelt- und Entwicklungsökonomik
Globale öffentliche Güter: Klimaschutz
von: Gundolf Thurm
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Ökonomische Betrachtung des Klimaschutzes 5
2.1. Das Konzept der öffentlichen Güter 5
2.1.1. Rein öffentliche und private Güter 5
2.1.2. Mischformen der öffentlichen Güter 7
2.2. Einordnung und Probleme klimaschutzrelevanter öffentlicher Güter 8
2.2.1. Klimaschutz 8
2.2.2. Atmosphäre 9
2.3. Instrumente zur Internalisierung externer Effekte 11
2.4. Anforderungen an ein globales Klimaschutzprogramm 13
3. Analyse des Kyoto-Protokolls 14
3.1. Entwicklung und Bestandteile des Kyoto-Protokolls 14
3.2. Bewertung des Protokolls und seiner Instrumente 16
Literaturverzeichnis 20
1. Einleitung
Treibhausgase in der Atmosphäre um unsere Erde sorgen dafür, dass die Wärmestrahlung, die uns von der Sonne erreicht, in der Nähe des Planeten gehalten wird. Während dieser natürliche Treibhauseffekt für ein Leben auf der Erde unverzichtbar ist, macht der anthropogene, also vom Menschen gemachte Treibhauseffekt negative Schlagzeilen: Seit über 15 Jahren weiß man, dass die seit Beginn der Industrialisierung vermehrt stattfindende Anreicherung der Atmosphäre mit Treibhausgasen1 zu einer unnatürlichen Erwärmung der Erdatmosphäre führt.2 Die negativen Auswirkungen dieses Prozesses sind bereits jetzt immer deutlicher zu spüren. 3 Doch obwohl Problem und Ursache bekannt sind, nimmt der weltweite Ausstoß an Klimagasen nach wie vor zu.
Um den Trend zu stoppen, wurde 1997 das Kyoto-Protokoll ausgehandelt. Auf Basis dieses Abkommens sollen zunächst 38 Staaten, die allerdings 86% des weltweiten Klimagasausstoßes verursachen, ihre Emissionen reduzieren. Der nach wie vor weitgehend ungezügelte Ausstoß der Treibhausgase wirft jedoch Fragen auf: Kann das Protokoll überhaupt Erfolg haben? Warum sollten die Industriestaaten in größerem Umfang in Klimaschutz investieren und wie ist der Ausstieg der USA aus dem Prozess zu beurteilen?
Ziel dieser Arbeit ist es, Klimaschutzbemühungen generell, sowie das Kyoto- Protokoll im speziellen ökonomisch zu analysieren. Dazu wird in Kapitel 2 zunächst der Bezug zur Theorie der (Globalen) Öffentlichen Güter hergestellt. Vor dem Hintergrund der Theorie und der darin vorgestellten unterschiedlichen Güterarten ist zu klären, warum es überhaupt zu einer Belastung der Atmosphäre kommt und wie das Gut Klimaschutz, gerade angesichts der globalen Dimension, effizient bereitgestellt werden kann. Kapitel 3 stellt die Entwicklung des Kyoto- Prozesses dar und beschreibt die einzelnen Instrumente des Abkommens. Anschließend wird das Protokoll auf Basis der in Kapitel 2 aufgestellten Anforderungen an ein effizientes Klimaabkommen untersucht und bewertet. In Kapitel 4 folgen Zusammenfassung und Ausblick.
2. Ökonomische Betrachtung des Klimaschutzes
2.1. Das Konzept der öffentlichen Güter
2.1.1. Rein öffentliche und private Güter
Das Versagen von Märkten kann verschiedene Ursachen haben. Denkbar sind unvollkommener Wettbewerb auf Grund von natürlichen Monopolen, gravierenden Informationsasymmetrien, zeitverzögerten Reaktionen der Akteure u.a.. Ein spezieller Fall des Marktversagens ist der der öffentlichen Güter. Um ihn zu verstehen, lohnt sich der Umweg über die Definition privater Güter.4
Private Güter zeichnen sich durch zwei Eigenschaften aus: Durch Anwendung des Ausschlussprinzips ist gewährleistet, dass nur der zahlungswillige Konsument in den Genuss des Gutes und seiner positiven Effekte gelangt. Umgekehrt lassen sich alle anderen Wirtschaftssubjekte von dem Konsum aus schließen. Der Konsument eines gekauften Apfels schließt beispielsweise durch den Verzehr alle anderen vom Verspeisen des Apfels aus. Ferner zeichnen sich die privaten Güter durch Rivalität im Konsum aus. Nimmt sich die Freundin des o.g. Apfelkäufers den Apfel und verspeist ihn, ist er weg und kann dem Käufer keinen Nutzen mehr spenden. Die beiden rivalisieren also um den Apfelkonsum. Diese beiden Eigenschaften sorgen dafür, dass ein Interessent seinen Wunsch und seine Zahlungsbereitschaft bezüglich des gewünschten Gutes bekannt geben muss und dann im Idealfall einen Anbieter finden wird, mit dem er handelseinig wird. Für öffentliche Güter gelten diese Prinzipien nicht. In Ermangelung des Ausschlussprinzips kann kein Interessent von der Nutzung eines Gutes ausgeschlossen werden, auch wenn er sich finanziell nicht an der Erstellung beteiligt hat. Gründe für die Nichtausschließbarkeit können technische Schwierigkeiten, finanzielle Hürden oder bewusste politische Entscheidung sein; als Beispiel sei auf die Ausrottung bestimmter Seuchen verwiesen. Dies bedeutet, dass im Zusammenhang mit dem Gut positive externe Effekte entstehen – im Gegensatz zu privaten Gütern, bei denen lediglich positive interne, also Zahlenden zugängliche Effekte vorliegen.
Liegt Nicht-Rivalität vor, so schränkt der Konsument eines Gutes durch den Konsum nicht den Nutzen eines (potenziellen) anderen Konsumenten dieses Gutes ein (anders als im Apfel- Beispiel); dies ist beispielsweise im Rahmen der Landesverteidigung beim Konsum des Gutes „Sicherheit“ der Fall. Kommen Nicht-Rivalität und Nicht-Ausschließbarkeit zusammen, handelt es sich um ein reines öffentliches Gut.5
[...]
1 Als Treibhausgase gelten neben Kohlendioxid (CO2) noch 15 weitere Gase wie z.B. Methan (CH4) oder Distickstoffoxid (N2O). Die Gase werden im Rahmen des Kyoto-Protokolls in sog. CO2-Äquvalenten ausgedrückt, um eine leichtere Verrechnung zu ermöglichen (Tabelle A2 des Protokolls (UNFCCC, 1997)). In dieser Arbeit wird im Folgenden generell von Treibhausgasen oder stellvertretend von CO2 gesprochen.
2 Eine Konsequenz der Erwärmung kann aber auch sein, dass es in bestimmten Regionen der Erde, z.B. durch eine Veränderung des Golfstroms, kälter wird.
3 Spiegel (2004).
4 Die folgenden Ausführungen lassen sich in zahlreichen finanzwissenschaftlichen Lehrbüchern in ähnlicher Weise nachlesen, vgl. z.B. Petersen (1993), S. 139 ff. oder Blankart (2001), S. 55 ff.
5 In der Literatur finden sich zahlreiche weitere, teilweise entgegengesetzte Ansichten zur Klassifikation, wonach Ausschließbarkeit bzw. Rivalität jeweils nicht zwingend notwenig für ein öffentliches Gut sein. Eine erste Übersicht über entsprechende Ansichten und Autoren liefert z.B. Pic khardt (2003), S.115 ff. Im Folgenden soll jedoch ausschließlich dem dargestellten Ansatz gefolgt werden.
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