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"How can you hang on to a dream" - Eine Filmanalyse

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 45 Pages
Author: Jörg Hartmann
Subject: Film Science

Details

Event: Kulturgeschichte der BRD im Film
Institution/College: University Karlsruhe (TH) (Institut für Literaturwissenschaft)
Tags: Eine, Filmanalyse, Kulturgeschichte, Film
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2004
Pages: 45
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 18  Entries
Language: German
Archive No.: V43918
ISBN (E-book): 978-3-638-41604-7

File size: 819 KB
Notes :
Nach den Worten der Dozentin eine "perfekte" Arbeit. Der Film "Die Innere Sicherheit" wird mit den Analysemethoden von Werner Faulstich in vier Schritten (Handlung, Figuren, Bauformen, Interpretation) untersucht. Dazu gibt es zwei Sequenzgrafiken und zwei Sequenzanalysen, sowie ein paar stills. Um das ganze geschichtlich einzuordnen werden außerdem der historische Hintergrund (RAF) sowie die Genealogie des "Terrorfilms" beleuchtet.



Excerpt (computer-generated)

Universität Karlsruhe (TH)
Institut für Literaturwissenschaft
Hauptseminar Die Kulturgeschichte der Bundesrepublik Deutschland im Film
(WS04/05)

How can you hang on to a dream?

„Die Innere Sicherheit“ von Christian Petzold

Eine Filmanalyse

von

Jörg Hartmann

Germanistik (HF) / Journalismus (NF); Bachelor
9. Semester

 

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung ... S. 1

2. Hauptteil ... S. 1
2.1 Vorüberlegungen ... S. 1
2.1.1 Der historische Hintergrund ... S. 1
2.1.2 Die Genealogie des „Terrorfilms“  ... S. 2
2.1.3 „Die Innere Sicherheit“ im filmhistorischen Kontext ... S. 3
2.1.4 „Die Innere Sicherheit“ im politischen Kontext der 90er Jahre ... S. 4
2.1.4.1 Produktion ... S. 4
2.1.4.2 Rezeption ... S. 5
2.1.5 Regie, Drehbuch, Formales ... S. 6
2.1.6 Sequenzgrafik ... S. 7
2.2 Handlungsanalyse ... S. 7
2.2.1 Handlung I: Thriller einer Flucht ... S. 7
2.2.2 Handlung II : Pubertätsdrama ... S. 9
2.2.2.1 Fazit der Handlungsanalyse ... S.11
2.2.2.2 Die Zweideutigkeit des Endes ... S.12
2.2.3 Genres als Schlüssel zum Verständnis ... S.12
2.3 Figurenanalyse ... S.13
2.3.1 Hauptfiguren ... S.13
2.3.1.1 Hans und Klara ... S.14
2.3.1.2 Jeanne ... S.16
2.3.1.2.1 It`s all a dream?  ... S.19
2.3.1.3 Heinrich ... S.19
2.3.2 Fazit der Analyse der Hauptfiguren ... S.20
2.3.3 Wassermetaphern ... S.20
2.3.4 Nebenfiguren ... S.23
2.3.4.1 Der Dieb ... S.23
2.3.4.2 Der Anwalt ... S.23
2.3.4.3 Paulina ... S.24
2.3.4.4 Der Verleger ... S.24
2.3.4.5 Die Schülerin ... S.25
2.3.4.6 Der Lehrer ... S.25
2.3.5 Fazit der Figurenanalyse ... S.26
2.4 Bauformen ... S.27
2.4.1 Schnitt ... S.27
2.4.1.1 Die Eingangsszene ... S.27
2.4.1.2 Die Paranoia-Kreuzung ... S.28
2.4.1.3 Schnitt als Erzähltechnik ... S.30
2.4.2 Musik und Geräusche ... S.30
2.5 Interpretation ... S.31

3. Schluss ... S.33

Verwendete Literatur

Anhang

 

 

1. Einleitung

„Film zu sehen ist leicht.(...) Filme zu verstehen ist schwierig.“1 Die folgende Arbeit, die im Rahmen des Seminars "Die Kulturgeschichte der BRD im Film“ entstanden ist, versucht daher durch eine eingehende Analyse den Film „Die Innere Sicherheit“2 besser verstehbar zu machen. Den Zugang zu einem tieferen Verständnis verschaffen die kurze Darstellung des kulturellen Hintergrundes und der filmhistorischen Tradition, in der „Die Innere Sicherheit“ steht. Nach dieser Einordnung folgt die Arbeit dann dem von Werner Faulstich3 vorgeschlagenen Viererschritt, bestehend aus Handlungsanalyse, Figurenanalyse, Analyse der Bauformen und abschließender Analyse der vermittelten Werte, der Interpretation. Ziel der Arbeit ist es, die Antwort auf die im Soundtrack gestellte Frage „How can you hang on to a dream?“4 zu finden und sie auf die Bedeutung für die Intention des Filmes hin zu untersuchen.

2. Hauptteil

2.1 Vorüberlegungen

2.1.1 Der historische Hintergrund

Die Geschichte des politischen Widerstandes in der BRD von links seit 1967 bezieht ihren Ursprung aus den Erfahrungen des 3. Reiches. Die nachfolgende Generation, die die Vergangenheit ihrer Eltern und ihre Verwicklungen in dieser Zeit erforschte und nach den Verantwortlichen zu fragen begann, hatte es sich zum Ziel gemacht, faschistischen Tendenzen und Überbleibseln entgegenzutreten, um dem Motto „Nie wieder Auschwitz“ gerecht werden zu können. Aus Angst vor einer zu großen Machtfülle des Staates aufgrund der verabschiedeten Notstandsgesetze und dem, wegen einer damaligen großen Koalition zwischen CDU und SPD quasi fehlenden politischen Gegengewicht, gründete sich aus der Studentenbewegung von 1967 heraus die Außerparlamentarische Opposition (APO). Aufgrund des Scheiterns der 68er als revolutionäre Bewegung und mit dem Zerfall der APO gab es in Teilen der Linken ernsthafte Überlegungen, dem als repressiv empfundenen Staatsapparat durch Anwendung von Gewalt Widerstand zu leisten. Seit dem Tod von Benno Ohnesorg, der am 2. Juni 1967 bei einer Demonstration gegen den Schah von Persien von Polizeieinsatzkräften erschossen wurde und dem Mordanschlag auf Rudi Dutschke am 11. April 1968, radikalisierte sich der politische Widerstand teilweise. Während sich ein Teil der Bewegung der SPD, der DKP oder den später gegründeten „Grünen“ anschloss um durch einen „langen Marsch durch die Institutionen“ das System mit legalen Mitteln von innen heraus zu unterwandern5, kamen einige Splittergruppen zu dem Schluß, dass die bewaffnete Härte des Staates mit derselben Härte zu beantworten sei. Bereits am 2. April 1968 verübten Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Holger Meins Brandanschläge auf Kaufhäuser in Frankfurt am Main. Diese Taten setzten eine fast dreißig Jahre andauernde Spirale der Gewalt zwischen dem Staatsapparat der Bundesrepublik Deutschland und militanten linksradikalen Gruppierungen wie der „Bewegung 2.Juni“ und der „Roten Armee Fraktion“ in Bewegung, die ihren Höhepunkt in den Ereignissen des „deutschen Herbstes“ 1977 fanden. Das Kapitel der RAF endet mit der Selbstauflösung 1998. Die filmische Verarbeitung ihrer Ideen und Taten begann bereits unmittelbar nach 1977.

2.1.2 Die Genealogie des „Terrorfilms“

1977 erschien mit „Deutschland im Herbst“ der erste Film, der die Gewalttaten der RAF bzw. deren Folgen im öffentlichen und privaten Leben zum Thema hatte. In Form eines Kompilationsfilmes mit Beiträgen von Rainer Werner Faßbinder, Alexander Kluge, Volker Schlöndorff und anderen setzt er sich kritisch mit dem Klima, das während des Herbstes 1977 herrschte, auseinander. 1981 folgte dann Margarete von Trottas „Die bleierne Zeit“, eine fiktive Geschichte zweier Schwestern, von denen die eine ihre politischen Ziele mit dem „langen Marsch durch die Institutionen“, die andere mit terroristischen Anschläge zu erreichen versucht. Angelehnt an das Leben der zwei Ensslin- Schwestern behandelt der Film die Problematik des politischen Widerstandes. Die 192 Tage des Prozesses gegen die RAF Mitglieder der ersten Generation, Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan Carl Raspe wurden für Rainer Hauffs Film „Stammheim“ 1984 rekonstruiert. Da er anhand von authentischen Protokollen entstand, ermöglicht er einen Einblick in den damaligen Justizapparat. Die Ereignisse des Herbstes 1977 finden auch in Heinrich Breloers „Todesspiel I“ (D, 1996) und „Todesspiel II“ (D, 1997), die in der Machart eines Psychothrillers gehalten sind, ihren Eingang. Volker Schlöndorff, der wie oben angemerkt bereits eine Episode zu „Deutschland im Herbst“ beisteuerte, befasste sich Ende der 1990er Jahre erneut mit dem Thema des linksradikalen Terrorismus. Im Mittelpunkt seines Films „Die Stille nach dem Schuß“( D, 2000) steht das Leben einer jungen Frau, die nach einem Terroranschlag in der BRD Unterschlupf in der DDR findet und dort vorhat, ein neues Leben aufzubauen. Wie schon in „Stammheim“ versucht der Film anhand realer Fakten der Lebensgeschichte der Terroristin Inge Viett, den realen Gegebenheiten mit fiktionalen Mitteln auf die Spur zu kommen. Bereits ein Jahr später, im Jahr 2001, rückt das Leben eines weiteren Terroristen in den Mittelpunkt: „Black Box BRD“ von Andreas Veiel stellt die Leben des Bankiers und RAF-Opfers Alfred Herrhausen und das Lebens seines Mörders, dem RAF-Terroristen Wolfgang Grams dar und sucht nach Parallelen in diesen beiden Biographien.

[....]


1 James Monaco: Film verstehen. Kunst, Technik Sprache, Geschichte und Theorie des Films und der neuen Medien. 5. Auflage Mai, Überarbeitete und erweiterte Neuausgabe Juli 2000. Hamburg 2004, Klappentext.

2 „Die Innere Sicherheit“. Deutschland 2000. Regie: Christian Petzold, Buch: Christian Petzold, Harun Farocki, Kamera: Hans Fromm, Schnitt: Bettina Böhler.

3 Werner Faulstich: Grundkurs Filmanalyse. München 2002.

4 Tim Harding: How can we hang on to a dream? Polydor 1994 ( Aufnahmejahr: 1967).

5 Zu nennen wären hier Hans-Christian Ströbele, Otto Schily, Jürgen Trittin, Joschka Fischer und andere.


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