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Scholary Paper (Seminar), 2005, 29 Pages
Author: Christine Schlapa
Subject: Social Pedagogy / Social Work
Details
Institution/College: University of Applied Sciences Jena
Tags: Kinderarmut, Deutschland, Seminar, Sozialpolitik
Year: 2005
Pages: 29
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 16 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-41640-5
File size: 1029 KB
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Excerpt (computer-generated)
Fachhochschule Jena, Fachbereich Sozialwesen
Studiengang Soziale Arbeit
Seminar: Einführung in die Sozialpolitik
Semesterzahl: 4
Kinderarmut in Deutschland
von: Christine Schlapa
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Begriffsdefinition 4
2.1 Was ist Armut? 4
2.2 Armutskonzepte 5
2.2.1 Das Ressourcenkonzept 5
2.2.2 Das Lebenslagenkonzept 6
2.2.3 Subjektive Armutskonzepte 7
2.3 Was ist Kinderarmut 7
2.3.1 Definition von Kinderarmut über die Armut der Eltern 7
2.3.2 An Lebenslagen von Kindern orientierte Armutskonzepte 8
3 Armutsbetroffenheit von Kindern 9
3.1 Zahlen und Fakten zur Armutsbetroffenheit von Kindern 9
3.2 Bedeutung der Dauer von Armut bei Kindern 10
4 Folgen der Armut für Kinder 11
4.1 Auswirkungen von Armut auf die Gesundheit von Kindern 11
4.2 Auswirkungen von Armut auf die schulische Laufbahn von Kindern 13
4.3 Auswirkungen von Armut auf die kognitiven Entwicklungen der Kinder 14
4.4 Folgen im Hinblick auf Aufbau und Erhalt sozialer Beziehungen 15
4.5 Folgen im Hinblick auf Kurz – und Langzeitarmut 16
5 Zusammenfassung 18
Literaturverzeichnis 23
Anhang 25
1 Einleitung
„Es ist unbestritten, dass Kinderarmut eines der drängendsten und gravierendsten Probleme unserer Zeit ist.“ (Renate Schmidt, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) 1 Der zweite Armuts– und Reichtumsbericht der Bundesregierung vom März 2005 macht es deutlich: die Kinderarmut als Phänomen gewinnt in der Bundesrepublik Deutschland immer mehr an Bedeutung.
Auch die UNICEF Studie vom 1. März 2005 „Child Poverty in Rich Countries 2005“ zeigt, dass die Zunahme der Kinderarmut in Deutschland mit 2,7 Prozentpunkten seit 1990 höher ist als in den meisten Industrienationen2. Dieses Problem möchte ich aufgreifen und mich in meiner Hausarbeit im Fach Sozialpolitik mit dem Thema „Kinderarmut in Deutschland “ beschäftigen. Genauer will ich mich mit der Frage auseinandersetzen, ob Kinderarmut ein eigenständiges Problem in der Gesellschaft ist und somit auch in der sozialpolitischen Diskussion als solches betrachtet werden sollte oder ob Kinderarmut nur als ein „Teilphänomen“ familialer Armut zu betrachten ist.
Es wird herausgearbeitet, inwiefern Kinder in besonderem Maße von Armut betroffen sind. In meiner Hausarbeit werde ich auf einen Vergleich von Ost- und Westdeutschland verzichten. Auch wird nicht auf Kinderarmut in Bezug auf Migrantenfamilien eingegangen. In Kapitel zwei – Begriffsklärung möchte ich im ersten Punkt den Begriff Armut allgemein definieren. Da es keinen einheitlich anerkannten Armutsbegriff gibt, werden zum besseren Verständnis im zweiten Unterpunkt drei Armutskonzepte herangezogen und kurz erläutert. Im dritten Unterpunkt werde ich den Begriff Kinderarmut näher erläutern, um hierbei auch den Begriff der Armut vom Begriff der Kinderarmut abzugrenzen. Auch hier möchte ich zwei für Kinder angewandte Konzepte vorstellen – die Definition von Kinderarmut über die Armut der Eltern und das an Lebenslagen von Kindern orientierte Armutskonzept. Es wird jedoch nur kurz der Gedanken der Armutsdefinition bei Kindern über die Eltern aufgegriffen und in der Literatur genannte Kritik an diesem Ansatz benannt, um auch hier deutlich zu machen, inwiefern Kinderarmut als eigenständiges Problem gesehen werden sollte. Bei dem an Lebenslagen von Kindern orientierten Armutskonzept, möchte ich die Armutsdefinition der AWO- ISS- Studie vorstellen. Das Kapitel drei meiner Hausarbeit beschäftigt sich mit der Armutsbetroffenheit von Kindern anhand von Zahlen und Fakten zur Kinderarmut (Punkt eins) und der Dauer von Armut (Punkt zwei).
Im vierten Kapitel werde ich dann explizit auf die Folgen der Armut für die Kinder eingehen. Hier beschränken ich mich auf Auswirkungen der Armut auf die Gesundheit der Kinder (Punkt eins), die schulische Laufbahn (Punkt zwei), die kognitive Entwicklung der Kinder (Punkt drei), den Aufbau und Erhalt sozialer Beziehungen (Punkt vier) und auf Folgen im Hinblick auf die Dauer der Armutssituation von Kindern. Ich möchte durch dieses Kapitel nochmals die kinderspezifischen Armutsfolgen herausarbeiten, um im Hinblick auf meine Ausgangsfrage festzustellen, ob Kinderarmut als eigenständiges Problem zu betrachten ist.
2 Begriffsdefinition
2.1 Was ist Armut?
Armut ist eine extreme Form sozialer Ungleichheit. Der Armutsbegriff hat sich für Deutschland in den letzten Jahren gewandelt, da sich die Gruppe der von Armut betroffenen gewandelt hat. Nicht mehr Randgruppen, chronisch Kranke, behinderte oder alte Menschen sind vornehmlich von Armut betroffen, sondern Arbeitslose, allein Erziehende und kinderreiche Familien (vgl. Chassé, Zander, Rasch 2003, S. 11). Umstritten ist, wann aus sozialer Ungleichheit Armut wird und wie die Armut gemessen werden kann (vgl. Hölscher 2003, S. 15). Für die soziale Lage der Bevölkerung in einem Land ist das Ausmaß der Armut ein wichtiger Indikator, doch in Politik und Wissenschaft gibt es bis heute keinen allgemein akzeptierten Armutsbegriff. Es gibt jedoch eine Vielfalt von Ansätzen zur Begriffserklärung und Messung der Armut (vgl. Hanesch 2002, S. 47).
Wenn wir heute bezogen auf Deutschland vom Begriff Armut sprechen, ist dieser nicht ve rbunden mit Hunger und Elend. Diese „absolute Armut“ herrscht in den Ländern der dritten Welt vor und meint die Nichtgewährleistung von Grundbedürfnissen des physischen Existenzminimums (vgl. Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung 2005, S. XV). In hoch entwickelten Ländern wie Deutschland spricht man daher von „relativer Armut“, da das durchschnittliche Wohlstandniveau in Deutschland wesentlich über dem physischen Existenzminimum liegt. Der Armutsbegriff hier - und damit natürlich auch der Reichtumsbegriff - orientiert sich an gesellschaftlichen Werturteilen und Wertüberzeugungen (vgl. ebd.). „Die relative Armut bezeichnet Personen oder Familien (Haushalte), die über nur so geringe materielle, kulturelle und soziale Mittel verfügen, dass sie von der Lebensweise ausgeschlossen sind, die in der Bundesrepublik als unterste Grenze des Akzeptablen annehmbar ist.“ (Klocke / Hurrelmann 2001, S. 12). „Armut wird als auf einen mittleren Lebensstandard bezogene Benachteiligung aufgefasst.“ (ebd. S.15). Hölscher (2003, S. 16) ordnet die verschiedenen Definitionen relativer Armut drei Kategorien bzw. „Konzeptarten“ zu:
- Armut als Unterschreitung eines materiellen Existenzminimums (Ressourcenkonzept)
- Armut als Unterversorgung in mehreren wichtigen Lebensbereichen (Lebenslage nkonzept)
- Vorliegen von Armut, wenn jemand weniger als das zum Leben Notwendige zur Verfügung hat (subjektive Armutskonzepte)
Im Folgenden Punkt möchte ich diese Armutskonzepte vorstellen.
2.2 Armutskonzepte
2.2.1 Das Ressourcenkonzept
Laut der Ressourcenkonzepte liegt Armut vor, wenn die finanziellen Mittel wie Einkommen, Vermögen, private Unterstützung und staatliche Leistungen einer Person oder eines Hausha ltes zur Lebensbewältigung nicht ausreichen. Armut wird gleichgesetzt mit dem Unterschreiten einer bestimmten Einkommensschwelle (vgl. Hölscher 2003, S. 16). Für die Festlegung von Einkommensschwellen gibt es verschiedene Möglichkeiten:
1. Das politische Armutskonzept
2. Die Relative Einkommensarmut
Bei ersterem wird die Sozialhilfebedürftigkeit als objektives Existenzminimum zur Bestimmung von Armut herangezogen. Beim Konzept der relativen Einkommensarmut ist das Definitionskriterium der Abstand zum durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen einer Gesellschaft. Im Unterschied zum politischen Armutskonzept werden hier auch die Menschen erfasst, die verdeckt in Armut leben (vgl. ebd. S. 16 und S. 19).
[...]
1 http://www.bmfsfj.de/Kategorien/Presse/pressemitteilungen,did=21484.html
2 siehe Anhang A
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