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Autor: Dipl. Sozialpädagogin/Sozialarbeiterin Sabrina Breuer
Fach: Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Details
Jahr: 2004
Seiten: 16
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 7 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 189 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-41664-1
ISBN (Buch): 978-3-638-92565-5
Zusammenfassung / Abstract
1. Einleitung Alice Salomon, Begründerin des sozialen Frauenberufs in Deutschland und Pionierin in der Professionalisierung der Ausbildung zur Sozialarbeit, ist heute schon fast in Vergessenheit geraten. Sie ist eine der Führenden Personen der deutschen Frauenbewegung ihrer Zeit gewesen. Sie genoss großes internationales Ansehen und war eine der ersten Frauen in Deutschland, die promovierte. Wie viele andere wichtige Soziologinnen kennt sie heute kaum noch einer obwohl im Jahr 1993, 45 Jahre nach ihrem Tod, die Berliner Fachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik in „Alice Salomon Fachhochschule“ umbenannt wurde. Im Folgenden werde ich mich mit Alice Salomons Leben und ihrer Bedeutung für die Soziale Arbeit beschäftigen. [...]
Textauszug (computergeneriert)
Katholische Fachhochschule Nordrhein-Westfahlen, Abteilung Aachen
Hausarbeit im Fachbereich Soziale Arbeit
Seminar: Einführung in die Soziale Arbeit
2. Semester
Alice Salomon und ihre Bedeutung für die soziale Arbeit
von: Sabrina Breuer
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG 3
2. BIOGRAPHIE 3
2.1 KINDHEIT UND JUGEND 3
2.2 DER WENDEPUNKT 4
2.3 STUDIUM UND PROMOTION 5
2.4 SOZIALE FRAUENSCHULE UND INTERNATIONALES ENGAGEMENT IM „INTERNATIONAL COUNCIL OF WOMAN” 6
2.5 AUSWEISUNG AUS DEUTSCHLAND UND EINSAMES LEBENSENDE 8
3. THEORETISCHE GEDANKEN ALICE SALOMONS ZUR SOZIALEN ARBEIT 9
3.1 ALICE SALOMONS BEGRIFF VON „SOZIALER ARBEIT“ 9
3.2 SOZIALE AUSBILDUNG 10
4. AKTUELLER BEZUG ZUR SOZIALEN ARBEIT 12
5. FAZIT 13
LITERATURVERZEICHNIS 15
1. Einleitung
Alice Salomon, Begründerin des sozialen Frauenberufs in Deutschland und Pionierin in der Professionalisierung der Ausbildung zur Sozialarbeit, ist heute schon fast in Vergessenheit geraten. Sie ist eine der Führenden Personen der deutschen Frauenbewegung ihrer Zeit gewesen. Sie genoss großes internationales Ansehen und war eine der ersten Frauen in Deutschland, die promovierte. Wie viele andere wichtige Soziologinnen kennt sie heute kaum noch einer obwohl im Jahr 1993, 45 Jahre nach ihrem Tod, die Berliner Fachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik in „Alice Salomon Fachhochschule“ umbenannt wurde. Im Folgenden werde ich mich mit Alice Salomons Leben und ihrer Bedeutung für die Soziale Arbeit beschäftigen.
2. Biographie
2.1 Kindheit und Jugend
Alice Salomon wird am 19. April 1872 in Berlin geboren. Ihr Vater, Albert Salomon, ist ein wohlhabender Kaufmann. Da er viel auf Reisen ist, liegt die Erziehung im Wesentlichen bei der Mutter. Sie heißt Anna Salomon, geborene Potocky-Nelken. Ein Vorfahre ihrerseits ist zum Judentum übergetreten und da die Familie die jüdische Tradition weitergeführt hat, ist auch Alice Salomon als Jüdin geboren. Sie wächst mit vier Geschwistern, von denen einer stirbt als sie acht ist, in einem eigenen Haus in Berlin auf. Kurz vor ihrem sechsten Lebensjahr wird sie in eine christliche „ Höhere-Töchter-Schule“ eingeschult. Die Eltern vereinbaren mit den Lehrern, dass die Kinder nur so lange am Religionsunterricht teilnehmen sollen, wie das alte Testament besprochen wird, was allerdings nicht berücksichtigt wird. - Dies wird für ihr späteres Leben von hoher Bedeutung sein-.
Als Alice Zehn Jahre alt ist wird nochmals ein Versuch der Eltern unternommen sie zum jüdischen Glauben zu bekehren, dies scheitert. Vier Jahre später stirbt der Vater mit 53 Jahren an einer verschleppten Brustfellentzündung. Aus finanziellen Gründen muss die Familie danach in eine kleinere Mietswohnung ziehen. Mit 15 beendet Alice Salomon die Schule. Die Zeit zwischen ihrem 15. und 20. Lebensjahr bezeichnet sie als „die unglücklichste ihres Lebens “1, sie scheint aber auch entscheidend für ihre spätere Laufbahn zu sein. Die Erfahrung des unnützen Wartens verbindet sie mit einer ganzen Generation junger Mädchen. Rückblickend charakterisiert Salomon den Tätigkeitsbereich folgendermaßen: Man „fütterte Kanarienvögel, begoß Blumentöpfe, stickte Tablettdeckchen, spielte Klavier und ‚wartete’.“2 Das einzige, was für sie jetzt in Frage kommt, ist die Vorbereitung auf den Lehrerinnenberuf, doch ihre Familie stellt sich gegen sie. Was sie am tiefsten quält ist ihr Suchen nach dem Sinn des Lebens.3 Durch den Tod einer Schwester von Alice verliert die Mutter den Lebensmut und Alice fühlt sich von nun an für sie verantwortlich.
2.2 Der Wendepunkt
Aus dieser unglücklichen Zeit der Tatenlosigkeit und inneren Leere wird Alice Salomon befreit als sie 21 Jahre alt ist. Im Dezember 1893 bekommt sie, wie viele Frauen ihres Wohnbezirks, eine Einladung zur Gründungsversammlung der „Mädchen und Frauengruppe für soziale Hilfsarbeit“. Die bürgerlichen Frauen und Mädchen sollen ehrenamtlich unter fachlicher Anleitung soziale Hilfsarbeit leisten, die durch theoretische Ausbildung, Vorträge über Wohlfahrtspflege und Staatsbürgerkunde, ergänzt wird. Alice Salomons erste soziale Tätigkeit liegt in der Hilfe und Betreuung von einem Mädchenhort, danach macht sie Hausbesuche bei Menschen, die einen Unterstützungsantrag bei der „Auskunftsstelle für Wohlfahrtsanstalten“ gestellt haben. Das größte Elend sieht Alice Salomon unter den Heimarbeiterinnen. Durch die Einblicke in andere Lebensumstände verändert sich Ihr Leben „radikal“4. Jeanette Schwerin, Vorsitzende der Mädchen- und Frauengruppen wird für Alice zur mütterlichen Mentorin, die sie antreibt sich zu bilden und sie in Kontakt mit der nationalen und internationalen Frauenbewegung bringt. Bei ihr bekommt sie die Anerkennung für ihre Arbeit, die sie bei ihrer Mutter vermisst. Alice Salomon wird Frau Schwerins rechte Hand und schließlich zur Schriftführerin der Gruppen ernannt. 1898 hält Alice ihre Jungfernrede und wird von nun an als ein wertvolles Mitglied der deutschen Frauenbewegung geschätzt.5
[...]
1 Salomon 1928, S. 6, in Berger S. 18
2 Salomon 1913, S. 3, in Kuhlmann 2000 S. 52
3 Vgl. Muthesius 1958, S. 18
4 Kuhlmann 2000, S. 59
5 Vgl. Muthesius 1958, S. 29
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