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Autor: Bianca Siller
Fach: Kunst - Kunsthandwerk
Details
Institution/Hochschule: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (Institut für europäische Kunstgeschichte)
Tags: Evangelisten, Buchmalerei, Hofschule, Reimser, Schule, Proseminar
Jahr: 2005
Seiten: 30
Note: Sehr gut
Literaturverzeichnis: ~ 7 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 1833 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-41719-8
Textauszug (computergeneriert)
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Institut für europäische Kunstgeschichte
Proseminar: HEILIGE-Ikonographie und Verehrung
Die Evangelistenbilder der karolingischen Buchmalerei
Von der Hofschule bis zur Reimser Schule
eingereicht von:
Bianca Siller
Wintersemester 2004/05
Inhaltsverzeichnis
1. Die Evangelistenbilder der karolingischen Buchmalerei ... 3-4
2. Die Geschichte der Evangelistenbilder ... 4-6
3. Untersuchung zweier unterschiedlicher Stile in den frühen Evangelistenbildern der karolingischen Buchmalerei ... 6
3.1 Beschreibung des Evangelistenbildes des Lukas aus dem Trier Ada-Evangeliar ... 6-8
3.2 Beschreibung des Evangelistenbildes des Lukas aus dem Ebo-Evangeliar ... 8-9
3.3 Der Stil der Hofschule am Beispiel der Lukasdarstellung aus dem Ada-Evangeliar ... 9-13
3.4 Der Stil der Reimser Schule am Beispiel der Lukasdarstellung aus dem Ebo-Evangeliar ... 13-18
4. Vergleich der unterschiedlichen Stile ... 18-19
1. Die Evangelistenbilder der karolingischen Buchmalerei
In der karolingischen Buchmalerei entfalten die Evangelistenbilder ihre Blüte. In verschiedenen Werkstattzentren des Reiches, so genannten Schulen, entstehen prachtvolle Evangeliare, die mit besonderen Evangelistenbildern ausgestattet werden. Sie stellen oft die einzigen figuralen Darstellungen innerhalb dieser Werke dar. Einen einheitlichen Stil besaßen die Evangelistenbilder der karolingischen Buchmalerei nicht. Jede Schule entwickelte ihre eigene Form der Darstellung, indem sie auf unterschiedliche Vorbilder zurückgriff und unterschiedliche Ziele mit der Darstellung verband. Bereits zu Beginn der karolingischen Buchmalerei entwickelten sich zwei Strömungen, die eine Gestaltung der Evangelistenbilder aufwiesen, die bisheriges übertraf.
Eine von ihnen ging von der Hofschule Karls des Großen in Aachen aus. Mit ihr wurde die Epoche der karolingischen Buchmalerei eingeleitet. Der Stil, der in den Evangelistenbilder dieser Schule erkennbar ist, läßt sich in Einzelheiten zwar auf alte Vorbilder zurückführen, in seiner Gesamtheit bildet er jedoch etwas völlig neues. Eines der Hauptwerke dieser Schule ist das Trier Ada-Evangeliar.
In unmittelbarer Nachbarschaft entwickelte sich ein weiterer, in seiner Ausprägung überraschender Stil, der in der Reimser Schule seinen Höhepunkt fand. Sein Ursprung ist bereits in den Evangelistenbildern der Palastschule zu finden. Die Reimser Schule übernahm ihn und entwickelte ihn mit großer Virtuosität weiter. Sehr ausgeprägt ist er vor allem in den Bildern des Ebo-Evangeliars erkennbar. Seine Beschaffenheit ließ den Stil der Hofschule mit einem Mal veraltet erscheinen. In der Forschungsliteratur findet sich bisher wenig Literatur, die sich speziell mit dieser Entwicklung auseinandersetzt. Obwohl ihre Bedeutung durchaus formuliert wird. Stellt sie doch die Wiederbelebung des antiken malerischillusionistischen Stils dar.1 Der Stil der Hofschule wurde dagegen mit größerer Aufmerksamkeit bedacht.
Aufgabe dieser Arbeit soll es daher sein, beide Strömungen zu untersuchen und darzulegen, daß der im Ebo-Evangeliar der Reimser Schule gipfelnden Entwicklung, eine ebenso große Bedeutung beizumessen ist. Hierzu soll zunächst der Stil der Hofschule anhand der Lukasdarstellung aus dem Trier Ada-Evangeliar untersucht werden. Dabei werden Besonderheiten der Darstellung, Vorbilder an denen man sich bei der Entwicklung orientiert hat und das Neuartige, das sich in der Gesamtheit ergab, im Vordergrund der Betrachtung stehen.
Die Bedeutung des in der Reimser Schule gipfelnde Stils soll anschließend durch die Untersuchung der Lukas Darstellung aus dem Ebo-Evangeliar nachgewiesen werden. Ziel ist es hierbei, die Besonderheiten dieser neuartigen Strömung von ihren Anfängen bis zu ihrem Höhepunkt aufzuzeigen und die Gründe für diese plötzlich eintretende Veränderungen der Darstellung aufzuspüren. Zuvor soll jedoch ein kurzer Überblick über den Ursprung und die allgemeine Entwicklung der Evangelistenbilder gegeben werden.
2. Die Geschichte der Evangelistenbilder
Das Evangelistenbild bildete lange eine der ersten und wenigen figuralen Illustrationen in Evangeliaren. Seine Aufgabe in diesem Kontext war es, die Frage nach dem göttlichen Ursprung des Evangeliums zu beantworten. Seine Blütezeit erreichte es im frühe Mittelalter. Besonders in der karolingischen und in der ottonischen Zeit entstanden innerhalb einer großen Zahl von Prachtevangeliaren einzigartige Evangelistenbilder. Ihr Ursprung liegt jedoch bereits in der Spätantike. So stammen die ersten Evangelistenbilder bereits aus dem 6. Jh. n. Chr. In dieser Zeit trat die Buchproduktion immer mehr in den Dienst der Kirche und das Evangelienbuch wurde eine der Hauptaufgaben der Skriptorien.
[...]
1 Vgl. Nordenfalk, Carl: Die Buchmalerei im Mittelalter. 2. Aufl.. Genf 1988. S. 56-63
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