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Aspekte solidarischer Ökonomie bei Ribeirinhos

Autoren: Franziska Maresch, Marc Schlotzhauer
Fach: Politik - Methoden, Forschung

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Details

Veranstaltung: Aspekte solidarischer Ökonomie bei traditionellen Gruppen in Lateinamerika
Institution/Hochschule: Universität Kassel
Tags: Aspekte, Ribeirinhos, Aspekte, Gruppen, Lateinamerika
Kategorie: Referat (Ausarbeitung)
Jahr: 2005
Seiten: 30
Note: sehr gut
Literaturverzeichnis: ~ 8  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 786 KB
Archivnummer: V44066
ISBN (E-Book): 978-3-638-41726-6
ISBN (Buch): 978-3-640-23384-7

Zusammenfassung / Abstract

In Brasilien herrscht eine große Verstädterungsrate, welche nicht nur in dem jeweiligen städtischen Bereich Auswirkungen hat, sondern auch auf den ländlichen Lebensraum. Aus diesem Grund muss die zukünftige Politik zwischen städtischen und ländlichen Interessen ausgleichend wirken. Hierbei ist es sehr wichtig, dass Amazonien nicht als Ganzes, als Einheit gesehen wird, sondern als extrem unterschiedlich erkannt wird. Die Punkte Nachhaltigkeit, Energie, Bildung, Gesundheit und Kommunikation werden in Zukunft wichtig sein. Aber in diesem Bereich unterscheiden sich die Zukunftsvisionen aufgrund der starken Differenzierung. Deshalb muss eine komplexe Politik entwickelt werden die beispielsweise den Wald nicht mehr als reines Holzdepot sieht.....

Textauszug (computergeneriert)

 

Universität Kassel

Schriftliche Ausarbeitung des Referates mit dem Thema:


Ribeirinhos
Seminararbeit im Rahmen der Veranstaltung:
Aspekte solidarischer Ökonomie bei traditionellen Gruppen
Lateinamerikas

Referenten: Franziska Maresch
Marc Schlotzhauer

Sommersemester 2005

 

 

Inhaltsverzeichnis


1. Was bedeutet Ribeirinhos

1.1. In welchem Land befinden wir uns und wo leben die Ribeirinhos?
1.2. Die nichtstädtische Bevölkerung im Bundesstaat Amazonas
1.3. Abgrenzung Indigene – Ribeirinhos
1.3.1. Indigene
1.3.2. Ribeirinhos

2. Die indigene Ribeirinhokultur

3. Frauen in Amazonien

4. Die Wirtschaftsweise der Ribeirinhos


- Fischfang
- Sitio
- Landwirtschaft
- Sammelwirtschaft
- Haustiere
- Jagd

4.1 Übergeordnete Regulatoren des Wirtschaftens
4.2 Die Wirtschaftsweise der Ribeirinhos im Untersuchungsgebiet
4.3 Ribeirinhowirtschaftsweise vs. Indigene Wirtschaftsweise
4.4 Tauschhandel & Marktintegration

5. Die neue Bedrohung der Ribeirinhos

5.1 Das Aufkommen der Fangflotten nach Gründung der Freihandelszone
5.2 Das Erdöl- und Erdgasprojekt Urucu
5.2.1 Auswirkungen auf die Ribeirinhos

6. Bewegung der Ribeirinhos

7. Zukunftsvisionen

 

 

1 . Was bedeutet Ribeirinhos?

„Der Begriff Ribeirinhos … beinhaltet schon im Wortstamm, dass es sich um eine Bevölkerung handelt, die am und, wie auszuführen sein wird, auch vom Wasser lebt. Die Flüsse bzw. die verschiedenen Gewässer Amazoniens sind konstituierendes Element ihrer Lebens- und Wirtschaftsweise (Gawora, 2001).“

1.1 In welchem Land befinden wir uns und wo leben die Ribeirinhos?

In dem Seminar „Aspekte solidarischer Ökonomie bei traditionellen Gruppen Lateinamerikas“ werden Völker behandelt, die sich in Südamerika befinden. Südamerika ist der viertgrößte der sieben Kontinente (nach Asien, Afrika und Nordamerika). Er umfasst insgesamt 17 819 100 Quadratkilometer, das sind rund zwölf Prozent der Landfläche der Erde. Südamerika wird vom Äquator und dem südlichen Wendekreis durchzogen (Encarta, 2003). Auf diesem Kontinent befindet sich das Land Brasilien. Es wird im Norden von den Ländern Französisch – Guayana, Surinam, Guayana und Venezuela, im Nordwesten von Kolumbien, im Westen von Peru, im Südwesten von Bolivien und Paraguay, im Süden von Argentinien und Uruguay, und im Osten vom Atlantischen Ozean (Zahn, 1991).

Wie auf der Karte von Brasilien zu sehen, befinden sich die fast alle großen brasilianischen Städte an der Ostküste. Diese Städte, wie Pôrto Alegre, Curitiba, Sao Paulo, Rio de Janeiro, Salvador, Recife, Fortaleza und Belem sind während der Kolonisation des südamerikanischen Kontinents entstanden und ihre Größe hat ihre Ursache in ihrer nahen Lage zum Ozean. Bis 1960 war Rio de Janeiro auch die Hauptstadt des Landes. Um diese Bevölkerungskonzentration aufzulösen, wurde dann Brasilia im inneren des Landes zur neuen Hauptstadt.

Brasilien besteht aus vielen großen Bundesstaaten. Unter anderem gehören dazu Amapa, Para, Bahia, Piaui, Tocantine, Minas Gerais, Parana, Goias, Mato Grosso, Rondonia, Acre und Amazonas. Amazonas ist der größte Bundesstaat des Landes mit seiner Hauptstadt Manaus. Er ist hauptsächlich mit Regenwald bedeckt.

Dieser Bundesstaat wird durchflossen vom Amazonas. In den Amazonas münden die Flüsse Rio Negro, Rio Branco, Japura, Juruà, Coari und Purus. An diesen Nebenflüssen des Amazonas leben die Ribeirinhos im Einklang mit dem Wasser (Zahn, 1991).

1.2 Die nichtstädtische Bevölkerung im Bundesstaat Amazonas

Die Bevölkerungsgruppe der Ribeibinhos ist in den letzten Jahren gegenüber anderen Völkern wenig hervorgetreten.


[...]  Abb.1: Nichtstädtische Bevölkerung im Bundesstaat Amazonas (Gawora, 2001, S.29)

Wie in Abbildung 1 zu sehen ist beträgt die gesamte nichtstädtische Bevölkerung 623.113 Menschen. Von dieser Gesamtzahl sind nach Schätzungen zwischen 300.000 – 500.000 Ribeirinhos, circa 56.000 Indigene und zwischen 70.000 – 270.000 Menschen, die weniger mit einer indigenen Kultur verwandt sind. An diesen Zahlen erkennt man, dass das Verhältnis von Indigenen und Ribeirinhos eins zu neun beträgt. Es kommen auf einen Indigenen neun Ribeirinhos.


[...]  Abb.2: Entwicklung der Stadt- und Landbevölkerung im Bundesstaat Amazonas (Gawora, 2001, S.30)

[...]  Abb.3: Entwicklung der Stadt- und Landbevölkerung im Bundesstaat Amazonas (Gawora, 2001, S.30)

In Abbildung 2 die Entwicklung der Stadt- und Landbevölkerung im Bundesstaat Amazonas und in Abbildung 3 ist die Bevölkerungsentwicklung im Allgemeinen von 1940 bis 1996 dargestellt. Sie wird aber auch aufgeschlüsselt betrachtet unter den Differenzierung Stadt- und Landbevölkerung. Die Bevölkerung ist auf allen Ebenen zunächst langsamer gestiegen. Ab 1970 ist die Stadtbevölkerung jedoch sprunghaft angestiegen und dadurch auch die Gesamtbevölkerung. Das ist auf die bessere medizinische Versorgung zurückzuführen. Es gibt weiterhin eine hohe Geburtenrate in Amazonien, jedoch ist die Sterberate rapide gesunken.

Die Landbevölkerung hat sich im Zeitraum von 1940 bis 1996 nicht einmal verdoppelt. In dieser Zeitspanne ist die Gesamtbevölkerung des Bundesstaates Amazonas um das 5,5 fache gestiegen, gleichzeitig stieg die Anzahl der Menschen die in der Stadt leben um das fast 17 fache von 104.789 auf 1.766.166. 1940 war das Verhältnis von Land- und Stadtbevölkerung drei zu eins. Betrachtet man das gleiche Verhältnis 1996 dann erkennt man, dass es sich umgekehrt hat. Es kommen jetzt auf 1 Menschen der auf dem Land wohnt 3 Menschen die in der Stadt leben. Die Umkehrung dieses Verhältnisses geschah zwischen 1970 und 1980. Dieser Trend ist nicht nur lokal in Brasilien zu beobachten, sondern er ist auf der ganzen Welt sichtbar. In Nordamerika bilden sich riesige Städtebänder an den Küsten, aber auch in Europa ziehen immer mehr Menschen von Land in die Stadt, was oftmals mit ökonomischen Gesichtspunkten zu tun hat (Gawora, 2001).

1.3 Abgrenzung Indigene – Ribeirinhos

1.3.1 Indigene

In den hat sich die Sozialwissenschaft intensiver mit den Bevölkerungsgruppen in Amazonien beschäftigt. Insbesondere wurden die Indigenen erforscht. Die indigenen Völker sind von der dargestellten Entwicklung von der Stadt- und Landbevölkerung am meisten bedroht. Ihre Lebensweise widerspricht am stärksten dem täglichen Verhalten der Stadtbevölkerung. Die Indigenen erleiden seit Jahrhunderten einen Genozid und Ethnozid. Das Besondere jedes indigenen Volkes ist ihre Einzigartigkeit. Sie sind von Volk zu Volk verschieden. Jede homogene Gruppe lässt sich deutlich unterscheiden. Als Ureinwohner Amazoniens haben sie ihre eigene Geschichte, Religion und medizinischen Praktiken. Die Indigenen differenzieren sich durch unterschiedliche Wirtschafts-, Kultur- und Lebensformen.

[...]

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