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Autor: B.A. Mario Müller
Fach: Medien / Kommunikation - Theorien, Modelle, Begriffe
Details
Institution/Hochschule: Universität Erfurt (Philosophische Fakultät)
Tags: Konzept, Para-Person, Fiktion, Darstellungsformen, Seminar, Konzepte, Rezeption, Theorie, Praxis
Jahr: 2002
Seiten: 14
Note: 1,65
Literaturverzeichnis: ~ 3 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 152 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-41763-1
ISBN (Buch): 978-3-638-75029-5
Die Hausarbeit beschäftigt sich mit Personen in Film und Fernsehen und wie diese durch die Rezipienten wahrgenommen werden.
Zusammenfassung / Abstract
Wer ist dieser Mensch auf der Leinwand? Er macht ja im Film einen ganz netten Eindruck, aber wie kommt dieser Eindruck zustande? Wer sich im Kino hin und wieder einen Film anschaut, wird sich schon manchmal gefragt haben, ob ein Schauspieler im realen Leben mit den gleichen Charakterzügen ausgestattet ist, wie im Film. Jeder Zuschauer, im folgenden „Rezipient“ genannt, setzt sich aus den bewegten Bildern eines Films ein festes Bild vom Charakter der dargestellten Figuren zusammen. Welche Faktoren bei dieser „Charakterzuschreibung“ eine Rolle spielen, wie diese Zusammenwirken und was letztendlich dadurch beim Rezipienten erreicht wird, hat der Medienwissenschaftler Prof. Dr. Hans Jürgen Wulff, derzeit beschäftigt an der Universität Kiel, untersucht. Obwohl Wulffs Thesen auch auf andere mediale Bereiche übertragbar sind, beschränkt er sich in seiner Untersuchung auf die Schauspielerei, also auf die „gespielte Fiktion“, wobei er zunächst eine neue Personenklassifikation für sein Konzept einführt, die sogenannte „Para-Person“. In dieser Arbeit will ich die wesentlichen Erkenntnisse und Thesen Wulffs darstellen und anhand von Thomas Gottschalks Rolle in Helmut Dietls Komödie „Lateshow“ aus dem Jahre 1998 anschaulich machen. Des Weiteren möchte ich prüfen, inwiefern sich Wulffs Konzept auf Para-Personen außerhalb der gespielten Fiktion übertragen lässt und ob es Para-Personen gibt, auf die Wulffs Konzept nicht übertragbar ist. Als Quellengrundlage nutze ich Wulffs Beitrag „Charaktersynthese und Para-Person. Das Rollenverhältnis der gespielten Fiktion“ aus dem Jahre 1996, enthalten im Sammelband „Fernsehen als `Beziehungskiste´. Parasoziale Beziehungen und Interaktionen mit TV-Personen“ von Peter Vorderer.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Erfurt, Philosophische Fakultät
Seminar: „Medienpersonen“
3. Fachsemester
Das Konzept der “Para-Person” in der gespielten Fiktion und
seine Übertragbarkeit auf andere Darstellungsformen
von: Mario Müller
1. EINLEITUNG 3
2. PARA-PERSON
2.1 Begriffsdefinition 4
2.2 Kommunikation mit der Para-Person? 4
3. CHARAKTERSYNTHESE
3.1 Was ist ein Charakter? 5
3.2 Eindruck von „Persönlichkeit“ der Para-Person beim Rezipienten
3.2.1 Das Medium verändert den Charakter 6
3.2.2 Der Star lenkt ab 8
3.2.3 Das Wissen um den Hintergrund 9
3.3 Spannungen zwischen den Dimensionen 9
4. WISSENSCHAFTLICHER UNTERSUCHUNGSANSATZ 10
5. ÜBERTRAGBARKEIT DES KONZEPTES
5.1 Der Moderator als Para-Person 10
5.2 Konzeption weiterer Para-Personen? 11
6. RESÜMEE 13
LITERATURVERZEICHNIS 14
1. Einleitung
Wer ist dieser Mensch auf der Leinwand? Er macht ja im Film einen ganz netten Eindruck, aber wie kommt dieser Eindruck zustande? Wer sich im Kino hin und wieder einen Film anschaut, wird sich schon manchmal gefragt haben, ob ein Schauspieler im realen Leben mit den gleichen Charakterzügen ausgestattet ist, wie im Film. Jeder Zuschauer, im folgenden „Rezipient“ genannt, setzt sich aus den bewegten Bildern eines Films ein festes Bild vom Charakter der dargestellten Figuren zusammen. Welche Faktoren bei dieser „Charakterzuschreibung“ eine Rolle spielen, wie diese Zusammenwirken und was letztendlich dadurch beim Rezipienten erreicht wird, hat der Medienwissenschaftler Prof. Dr. Hans Jürgen Wulff, derzeit beschäftigt an der Universität Kiel, untersucht. Obwohl Wulffs Thesen auch auf andere mediale Bereiche übertragbar sind, beschränkt er sich in seiner Untersuchung auf die Schauspielerei, also auf die „gespielte Fiktion“, wobei er zunächst eine neue Personenklassifikation für sein Konzept einführt, die sogenannte „Para-Person“.
In dieser Arbeit will ich die wesentlichen Erkenntnisse und Thesen Wulffs darstellen und anhand von Thomas Gottschalks Rolle in Helmut Dietls Komödie „Lateshow“ aus dem Jahre 1998 anschaulich machen. Des Weiteren möchte ich prüfen, inwiefern sich Wulffs Konzept auf Para-Personen außerhalb der gespielten Fiktion übertragen lässt und ob es Para-Personen gibt, auf die Wulffs Konzept nicht übertragbar ist. Als Quellengrundlage nutze ich Wulffs Beitrag „Charaktersynthese und Para-Person. Das Rollenverhältnis der gespielten Fiktion“ aus dem Jahre 1996, enthalten im Sammelband „Fernsehen als `Beziehungskiste´. Parasoziale Beziehungen und Interaktionen mit TV-Personen“ von Peter Vorderer.
2. Para-Person
2.1 Begriffsdefinition
Der Begriff „Para-Person“ geht auf Prof. Dr. Wulff zurück, welcher damit eine Person meint, die nicht real existiert, sondern abgebildet ist. Sie ist die Verkörperung einer Rolle, wobei sich der Rollen-Begriff nicht nur auf Schauspieler beschränkt, sondern z.B. auch Nachrichtensprecher oder Entertainer mit einbezieht. In dem Moment, in dem z.B. Jo Brauner in der TAGESSCHAU beginnt, die Nachrichten vorzulesen, tut er das in dem Bewusstsein, zu einer großen Öffentlichkeit zu sprechen. Er führt diese Tätigkeit auf eine ganz bestimmte Art und Weise aus, die sich speziell in der Rolle des Nachrichtensprechers verorten lässt. Die Para-Person gibt sich dem Rezipienten gegenüber unverbindlich, d.h. sie versucht nicht, eine enge persönliche Bindung zum Rezipienten aufzubauen. Sie handelt stets in Bezug auf ein anonymes Publikum, sie wendet sich nie an einen bestimmten Rezipienten allein. Auf den ersten Blick scheint es kaum Unterschiede gegenüber der Wahrnehmung realer Personen zu geben, jedoch existieren bereits allein durch das Vorhandensein des zwischengeschalteten Mediums und des gesamten kommunikativen Rahmens enorme Unterschiede bei der Rezeption von Para-Personen.1
2.2 Kommunikation mit der Para-Person?
Bedingt durch das stets zwischen Para-Person und Rezipient geschaltete Medium, welches ein Radio, ein Fernseher, eine Zeitung, ein Film aber auch ein Theaterstück oder das Internet sein kann, wird die Kommunikation insofern eingeschränkt, als dass der Kommunikationsfluss nur in einer Richtung erfolgen kann. Wenn der Moderator einer Fernsehshow die Zuschauer an den Empfangsgeräten zu Hause gesondert begrüßt, dann können diese den Gruß zwar wahrnehmen und auch erwidern, jedoch kann diese Erwiderung nicht vom Moderator wahrgenommen werden. Der Rezipient hat lediglich die Möglichkeit, sich durch die Auswahl eines Programms bzw. einer Sendung unmittelbar am Kommunikationsprozess zu beteiligen, er selbst kann keine individuellen Beziehungsangebote erstellen. Zwar kann der Rezipient per Brief oder auf telefonischem Wege versuchen, mit dem Moderator in Kontakt zu treten, jedoch bleibt es hierbei einerseits meistens beim Versuch, oder es wird lediglich mit einer zwischengeschalteten Redaktion kommuniziert, sodass nicht von einer direkten und unmittelbaren zweiseitigen Kommunikation gesprochen werden kann. Der Vorteil für den Rezipienten liegt darin, dass er keinerlei Verpflichtung oder Verantwortung der Para-Person gegenüber hat. Anders verhält es sich für die Para-Person. Für diese ist der Rezipient unverzichtbar, weil die Handlung der Para-Person auf den Erwartungen des Rezipienten basiert. Durch diesen Umstand ist der Rezipient in diesen - formal einseitigen - Kommunikationsprozess mit einbezogen.
[...]
1 vgl. WULFF, HANS JÜRGEN (1996): Charaktersynthese und Paraperson. Das Rollenverhältnis der gespielten Fiktion. In: Vorderer, Peter (Hg.): Fernsehen als „Beziehungskiste“. Parasoziale Beziehungen und Interaktionen mit TV-Personen, Opladen 1996, S. 29.
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