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Die Kirche und das osmanische Reich im 15. und 16. Jahrhundert

Termpaper, 2003, 17 Pages
Author: Roman Möhlmann
Subject: History - Middle Ages, Early Modern

Details

Institution/College: Ruhr-University of Bochum
Tags: Kirche, Reich, Jahrhundert
Category: Termpaper
Year: 2003
Pages: 17
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 6  Entries
Language: German
Archive No.: V44126
ISBN (E-book): 978-3-638-41780-8
ISBN (Book): 978-3-638-75036-3
File size: 268 KB
Notes :
Die Arbeit gibt Einblick in das schwierige Verhältnis zwischen der römischen Kirche und dem Osmanischen Reich, welches vielfach als Spiegelbild des Verhältnisses zwischen Christentum und Islam gelten kann. Der Focus liegt hier auf dem 15. und 16. Jahrhundert.


Abstract

Die oftmals schwierigen Beziehungen zwischen Islam und Christenheit sind zu großen Anteilen geprägt durch die Betrachtung der nationalen Geschichtsschreibungen der vom Osmanischen Reich besetzten Staaten und der Geschichte der Kreuzzüge. Für eine Beurteilung vieler historischer Entwicklungen in diesem Zusammenhang ist eine nähere Untersuchung des Verhältnisses der Kirche zum Osmanischen Reich lohnend, zumal diese verbunden werden kann mit der Frage nach den Gründen für so manche Vorgehensweisen oder Passivitäten. Die vorliegende Hausarbeit soll dazu dienen, anhand ausgewählter Positionen die Entwicklung des Verhältnisses der Kirche und des osmanischen Reiches im Mittelalter und der beginnenden Neuzeit näher zu beleuchten. Dazu soll einleitend anhand von Faktoren wie dem Millet-System und der Institution der "Knabenlese" das Leben der Christen unter osmanischer Herrschaft skizziert werden und im zweiten Teil durch die detaillierte Betrachtung päpstlicher Aktivitäten näher auf die Einstellung Roms selbst zum Islam bzw. dem Reich des Sultans eingegangen werden. Im letzten Teil wird schließlich unter dem Blickwinkel der beginnenden Reformation kurz Luthers Standpunkt dargestellt. Schließlich soll ein Fazit gezogen werden, das die zuvor angestellten Beobachtungen knapp zusammenfasst und das Verhältnis zwischen der Kirche und dem Reich des Sultans im untersuchten Zeitraum zu beurteilen versucht.


Excerpt (computer-generated)

Ruhr-Universität Bochum
Fakultät für Geschichtswissenschaften
Hauptseminar: Christentum und Islam in Südosteuropa unter osmanischer
Herrschaft: Religionen und Ethnien in einem kontinentalen Vielvölkerreich

Die Kirche und das osmanische Reich
im 15. und 16. Jahrhundert

von: Roman Möhlmann

 


INHALTSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG 3

2. DAS OSMANISCHE REICH UND DIE CHRISTEN  3

2.1. DER FALL KONSTANTINOPELS  3
2.2. EXPANSION DES REICHES  4
2.3. CHRISTEN UNTER DER HERRSCHAFT DES SULTANS 4

2.3.1. Status, Rechte und Pflichten der „Schutzbefohlenen“ im Osmanischen Reich  4
2.3.2. Das Millet-System  6
2.3.3. Knabenlese und Janitscharen  6

2.4. WEITERE BETRACHTUNGEN  7

3. DER VATIKAN UND DER ISLAM  8

3.1. DER ISLAM AUS DER PERSPEKTIVE ROMS 8
3.2. DIE ZEIT DER RENAISSANCE-PÄPSTE 9
3.3. KOLLISIONEN DER GLAUBENSGEMEINSCHAFTEN 10

3.3.1. Zu den Begriffen 10
3.3.2. Die frühen Kreuzzüge 11

3.4. DIE PÄPSTE UND DIE „VERTEIDIGUNG DES CHRISTLICHEN GLAUBENS“  12

3.4.1. Nikolaus V 12
3.4.2. Calixtus III.  12
3.4.3. Pius II.  13
3.4.4. Paul II.  14
3.4.5. Die sogenannte „Türkenfrage“ und das Papsttum zwischen 1471 und 1600  14

4. EINE WEITERE POSITION: MARTIN LUTHER UND DER ISLAM  15

5. FAZIT  16

LITERATURVERZEICHNIS 17



 

1. Einleitung

Die oftmals schwierigen Beziehungen zwischen Islam und Christenheit sind zu großen Anteilen geprägt durch die Betrachtung der nationalen Geschichtsschreibungen der vom Osmanischen Reich besetzten Staaten und der Geschichte der Kreuzzüge. Für eine Beurteilung vieler historischer Entwicklungen in diesem Zusammenhang ist eine nähere Untersuchung des Verhältnisses der Kirche zum Osmanischen Reich lohnend, zumal diese verbunden werden kann mit der Frage nach den Gründen für so manche Vorgehensweisen oder Passivitäten. Die vorliegende Hausarbeit soll dazu dienen, anhand ausgewählter Positionen die Entwicklung des Verhältnisses der Kirche und des osmanischen Reiches im Mittelalter und der beginnenden Neuzeit näher zu beleuchten. Dazu soll einleitend anhand von Faktoren wie dem Millet-System und der Institution der "Knabenlese" das Leben der Christen unter osmanischer Herrschaft skizziert werden und im zweiten Teil durch die detaillierte Betrachtung päpstlicher Aktivitäten näher auf die Einstellung Roms selbst zum Islam bzw. dem Reich des Sultans eingegangen werden. Im letzten Teil wird schließlich unter dem Blickwinkel der beginnenden Reformation kurz Luthers Standpunkt dargestellt. Schließlich soll ein Fazit gezogen werden, das die zuvor angestellten Beobachtungen knapp zusammenfasst und das Verhältnis zwischen der Kirche und dem Reich des Sultans im untersuchten Zeitraum zu beurteilen versucht.

2. Das Osmanische Reich und die Christen

2.1. Der Fall Konstantinopels

Das Osmanische Reich hatte es über die Zeit der zweiten Hälfte des 14. und der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts verstanden, eine ausgiebige und erfolgreiche Politik militärisch durchgesetzter territorialer Expansion zu betreiben. Machtvakuen in den südosteuropäischen Staaten begünstigten den Vorstoß der osmanischen Invasoren auf den europäischen Kontinent. Bis zur Jahrhundertwende nahmen die osmanischen Heere Makedonien1, das schwer verteidigte Serbien2 sowie die beiden bulgarischen Restreiche ein3 und unterwarfen so innerhalb weniger Jahrzehnte die christlichen Völker des Balkanraumes. Mit der andauernden Ausweitung des Osmanenreiches verfiel die Macht der alten christlichorthodoxen Großmacht, des byzantinischen Reiches.

Anfang des 15. Jahrhunderts rüstete Murad II. zum Aufmarsch gegen die christlich-orthodoxe oströmische Kaiserstadt. 1430 wurde Thessaloniki besetzt, von Ungarn aus geführte Entlastungsangriffe und ein rasch mobilisiertes Kreuzfahrerheer unter Wladislaw III. von Polen vermochten es nicht, die christliche Verteidigungsfront langfristig zu stärken. 1444 bei Warna 1448 auf dem Amselfeld unterlag der ungarische Feldherr János Hunyadi den vorrückenden Osmanen. 4 Im Frühjahr 1453 isolierte Sultan Mehmed II. Konstantinopel mit einer gewaltigen Belagerungsarmee. Unter Einsatz westlicher Waffentechnologie und für die damalige Zeit moderner Pulvergeschütze gelang es den osmanischen Angreifern, den Mauerring zu durchbrechen und die Stadt am 29. Mai 1453 zu erstürmen. Kaiser Konstantin XI. kam im Straßenkampf um.5 Damit war Konstantinopel gefallen, die Stadt, die Kaiser Konstantin etwa um 330 n. Chr. Geb. am Bosporus gegründet hatte und die Jahrhunderte lang lateinisches, griechisches und christliches Kulturgut vereint hatte.6 Für die christlich-orthodoxe Welt hinterließ der Fall der Bosporus- Metropole eine tiefe Lücke, hatte sie doch nun ihr kirchliches und politisches Zentrum verloren.

2.2. Expansion des Reiches

Sultan Mehmed II., der sich mit der Einnahme Konstantinopels den Beinamen „Fatih“ (=„Der Eroberer“) verdient hatte, führte erfolgreich sein Eroberungswerk in den Räumen der Ägäis und Adria fort, er unterwarf in den folgenden Jahrzehnten die Gebiete des heutigen Griechenlands, des Donauraumes und die weite Teile der Balkanhalbinsel. Unter Sultan Süleyman dem Prächtigen (1520 – 1566) erreichte das Osmanische Reich den Zenit seiner Macht und territorialen Ausdehnung. 1529 standen erstmals osmanische Truppen vor dem habsburgischen Wien. 7

2.3. Christen unter der Herrschaft des Sultans

2.3.1. Status, Rechte und Pflichten der „Schutzbefohlenen“ im Osmanischen Reich

Das Schicksal der christlichen Bevölkerung unter osmanischer Herrschaft, sei es in Konstantinopel oder den annektierten Balkanterritorien, wird sehr unterschiedlich dargelegt und interpretiert. Während nationale Geschichtsschreibungen der ehemals besetzten Nationen oftmals dazu tendieren, die Zeiten der osmanischen Eroberungen als Perioden der grausamen Unterdrückung und Ausbeutung zu portraitieren, zeigen genauere Betrachtungen, dass dieses Bild nicht so einseitig gezeichnet werden darf.

[...]


1 Sieg der Osmanen in der Schlacht an der Maritza am 26.09.1371

2 Sieg der Osmanen bei der Schlacht auf dem Amselfeld am 28. Juni 1389 über ein gemischtes Heer aus serbischen, kroatischen, albanischen, bosnischen, walachischen und bulgarischen Heeresverbänden unter der Führung des serbischen Fürsten Lazar I.

3 Tarnowo 1393 und Widin 1396

4 MATUZ, Josef, Das Osmanische Reich. Grundlinien seiner Geschichte, 3., unveränderte Auflage, Darmstadt 1994, S. 49 ff.

5 BRISSAUD, Alain, Islam und Christentum. Gemeinsamkeit und Konfrontation gestern und heute, Düsseldorf 2002, S. 244 ff.

6 BRISSAUD, Alain, Islam und Christentum, S. 241

7 MATUZ, Josef, Das Osmanische Reich, S. 57 ff.


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