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Autor: Isabelle Fol
Fach: Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
Details
Institution/Hochschule: Universität Basel (Institut für Medienwissenschaften)
Tags: Frauenbild, Medien, Identitätsbildung, Einfluss, Medien, Seminar
Jahr: 2002
Seiten: 22
Note: sehr gut / gut
Literaturverzeichnis: ~ 20 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 242 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-41853-9
Textauszug (computergeneriert)
Das Frauenbild in den Medien - weibliche
Identitätsbildung durch den Einfluss in den Medien
von: Isabelle Fol
INHALTSVERZEICHNIS
1 Einleitung p. 3
2 Das Frauenbild in den Medien p. 5
2.1 Allgemeine Feststellungen zum in den Medien konstituierten Frauenbild p. 5
2.2 Das Frauenbild im Fernsehen p. 6
2.2.1 (Jugend-) Serien p. 8
2.2.2 Spielfilme p. 8
2.3 Das Frauenbild in den Printmedien p. 9
2.3.1 Frauenzeitschriften p.10
2.3.2 Jugendzeitschriften p.11
2.4 Das Frauenbild in der Werbung p.13
2.5 Das Frauenbild im Internet p.14
3 Weibliche Identitätsbildung durch Medien p.15
3.1 Weibliche Identitätsbildung durch die in den Medien konstituierten Frauenbilder p.15
3.2 Geschlechtsdifferenzierende Sprache p.18
4 Schlusswort und Ausblick p.19
5 Bibliographie p.21
EINLEITUNG
Massenmedien verbreiten tagtäglich Darstellungen von Frauen - seien dies Stereotypen, Rollenbilder oder einfach nur Klischees. Diese in den Medien dargestellten Frauenbilder und Geschlechterdifferenzen werden von den MedienkonsumentInnen täglich rezipiert und verinnerlicht. So prägen uns die in den Medien und somit in der Öffentlichkeit tradierten Bilder von Frauen und Männern in unserem Denken und Verhalten - bewusst wie aber auch unbewusst. Medien sind zwar nur ein Faktor, der Mensch und Kultur prägt, aber ein entscheidender, was in den Fragestellungen der Gender Studies, aber auch der Media and Cultural Studies Eingang findet. Die Gender Studies versuchen Gender im Kontext einer Kultur zu erörtern, so dass die Konstruktion von Weiblichkeit und die weibliche Identitätsbildung durch Medien einen Teilbereich darstellt. Gender Studies beschäftigen sich mit dem Faktum, dass das Verhältnis zwischen Männer- und Frauenbilder im gesellschaftlichen, somit auch kulturellen Kontext und im Zusammenhang des Prozesses der medialen Zeichenbildung zu sehen ist. Sie deuten immer wieder darauf hin, dass die Konstruktion unserer Geschlechtlichkeit nicht nur naturgegeben, sondern auch stark kulturspezifisch und gesellschaftlich ist. Die Gender-Debatte der 70er Jahre und die daraus resultierende Gender-Theorie machen die Unterscheidung von Sex (biologisches Geschlecht) und Gender (soziales Konstrukt) und verweisen auf Simone de Beauvoirs Das andere Geschlecht, das die Kernaussage enthält, dass man nicht als Frau geboren, sondern zur Frau erzogen werde. Diese Aussage - auch wenn ein wenig überspitzt - verweist auf die Problematik der Geschlechter- und Kulturdebatte. Konstrukteure von Geschlechts-Identitäten sind nicht nur die Sprache, sondern alle kulturellen Techniken, insbesondere die Massenmedien wie Film und Fernsehen (Schneider, p.49). Medien und Kultur stehen in Wechselwirkung, so dass Medien immer kulturspezifische Produkte sind; folglich von der jeweils vorherrschenden Ideologie geprägt werden. Medien sind der Spiegel einer Gesellschaft. Im Gegenzug helfen sie aber auch unterstützend die herrschenden Ideologien und Ideale zu verbreiten und fördern; so auch bei der Konstruktion von Weiblichkeit und Männlichkeit. Der Kreis schliesst sich.
Die in den Medien konstituierten Frauenbilder und somit auch die weibliche Identitätsbildung sind immer im Kontext der Kultur und der herrschenden Ideologie zu analysieren. Denn diese beiden Faktoren beeinflussen die Medien und den Menschen in enorm starker Weise, was auch in den Untersuchungen der Cultural Studies immer wieder belegt wird. Mit den kulturellen Veränderungen vollziehen sich folglich auch Veränderungen der Medienbilder: Neue Selbst- und Fremdbilder eines Individuums entstehen durch die wechselnden Ideale und Vorbilder der Medien. Unsere Erinnerungs- und Wahrnehmungsfähigkeiten unterliegen einem konstanten Wandel, was sich schliesslich auf unsere Identität und Identitätsbildung auswirkt. Vor allem durch die New Media werden wir und unsere Kultur stark verändert werden; es stellt sich sogar die Frage nach der Aufhebung der Geschlechterdifferenzen in naher Zukunft. Ob die „alten“ visuellen Geschlechtskonstrukte der „traditionellen“ Medien durch die der New Media dekonstruiert werden, kann jetzt noch nicht definitiv beantwortet werden - bis jetzt sind nur Tendenzen auszumachen. Jedoch bewähren sich die herkömmlichen Frauen- und Männerbilder der Medien noch immer, wie der kommerzielle Erfolg der dafür verantwortlichen Medien beweist. Da die Massenmedien noch immer von Männern dominiert werden, ist ihre Sichtweise und ihr Umgang mit Geschlecht als Kategorie ausschlaggebend. Sie sind die eigentlichen Hauptakteure und -gestalter der medialen Bilder von Frau und Mann. Damit wir nicht aus der normativen und ideologischen Struktur unserer Gesellschaft fallen, rezipieren wir die Medieninhalte meistens widerspruchslos und versuchen unser Verhalten und unsere Identität deren Idealen anzupassen. Somit helfen wir bei der Festigung unserer spezifischen Kultur- und Wertvorstellungen mit. So wird deutlich, dass das Ganze ein schwer zu durchbrechender Kreislauf, wenn nicht sogar ein Teufelskreis ist, da kulturelle und gesellschaftliche Denkstrukturen umgewälzt werden müssten, wenn die Medienbilder und als Konsequenz die Identitätsbildung durch Medien geändert werden sollte. In dieser Arbeit konzentriere ich mich auf eines der beiden Medienbilder von Frau und Mann, nämlich auf das Frauenbild. Ich möchte im ersten Teil der Arbeit aufzeichnen, wie Frauen auch noch heute - im Zeitalter der sogenannten geschlechtlichen Gleichstellung - nach traditionellen Muster und Klischees in den verschiedenen Medien präsentiert werden. Wie stark und in welcher Weise die Darstellungsarten der Medien das weibliche Geschlecht von Geburt an beeinflussen und bei der Identitätsbildung mitwirken, möchte ich im zweiten Teil der Arbeit aufzeichnen.
DAS FRAUENBILD IN DEN MEDIEN
Um das Frauenbild (das Bild des weiblichen Geschlechts generell) in kommerziellen Medien zu analysieren, scheint es mir wichtig, den Blick auf mehrere Medien zu werfen, da das Frauenbild in den einzelnen Medien differiert - auch wenn eine allgemeine Tendenz leicht auszumachen ist. Es werden nicht nur Medien mit Erwachsenen als Zielgruppe analysiert, sondern auch Medien für Jugendliche. Denn Forschungen über Identität zeigen, dass der Prozess der Identitätsbildung schon von Kind auf und somit auch mit der Rezeption der Medien im Kindesalter (Kinderprogramme, Zeichentrickfilme, Schulbücher,etc.) beginnt.
ALLGEMEINE FESTSTELLUNGEN ZUM IN DEN MEDIEN KONSTITUIERTEN FRAUENBILD
Viele Jahrhunderte hindurch ist das Bild der „Frau“ in den Medien das des Mannes von der Frau (Baumann, p.7). Vor allem in patriarchalischen Gesellschaften werden Frauen in den Medien noch immer durch den männlichen Blick wahrgenommen und definiert (siehe Bild im Anhang, p.23). Gewisse Medienbilder entsprechen zwar nicht mehr ganz der Realität, werden jedoch noch immer den MedienkonsumentInnen zum Konsum angeboten. Die Frau kann als Subjekt des männlichen Blicks, der männlichen Phantasie bezeichnet werden, das in der Geschlechterhierarchie eindeutig zweitplatziert ist. Folglich spiegeln die in den Medien erzeugten Frauenbilder die realen gesellschaftlichen Machtverhältnisse zwischen den beiden Geschlechtern. Diese traditionelle und kulturelle Konstruktion der Geschlechterordnung und des Frauenbilds aus männlicher Perspektive wird in den Medien immer wieder aufs Neue vollzogen.
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