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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 24 Pages
Author: Simone Hummert
Subject: Pedagogy - School Pedagogics
Details
Institution/College: University of Vechta (Institut für Erziehungswissenschaften)
Tags: Veränderte, Kindheit, Veränderungen, Kindergarten, Grundschule, Lehren, Lernen, Erstunterricht
Year: 2005
Pages: 24
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 10 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-42072-3
ISBN (Book): 978-3-638-59665-7
File size: 133 KB
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Abstract
Wenn wir an unsere Kindheit zurückdenken, dann fallen uns zahlreiche Anekdoten ein, wie zum Beispiel: "Wir hatten keinen GAME-BOY!", oder "Was? Ich hatte auch nur eine Puppe, warum muss es ständig die neuste BARBIE sein?" oder auf die Schule projiziert: "Warum brauchst du für die Schule unbedingt die aktuellsten Nike-Schuhe oder Esprit-T-Shirts? Bei uns damals, da bekamen wir höchsten einmal im Jahr neu Kleidung oder wir haben die Kleidung von unseren Geschwistern aufgetragen." Und dann erinnern wir uns sehr gut, dass wie wir altklug geantwortet haben: Damals, bla, bla. Früher, damals. Wir leben im Hier und Jetzt. Und heute können wir selbst immer wieder erschreckt feststellen, dass wir die heutige Schülergeneration ähnlich kritisch betrachten, wie es damals unsere Eltern mit uns taten. Wir möchten mit dieser Einleitung ausdrücken, dass es schon immer soziale Entwicklung und Veränderungen gegeben hat und immer geben wird. Mit Blick auf die gesellschaftliche Entwicklung kann man sagen, dass sich früher Veränderungsprozesse langsamer vollzogen haben. Im Zuge der Industrialisierung forcierten sich diese Prozesse im zunehmenden Maße. Die Sozialisationsforschung spricht in diesem Zusammenhang von den so genannten "Modernisierungsschüben" (vgl. Fölling-Albers, 1993, S.1). Des Weiteren möchten wir zum Ausdruck bringen, dass sich die Erziehungseinstellungen und Verhaltensweisen von Erwachsenen konsistent über die Zeit sind. Lediglich die Lebenswelt der Kinder ist eine andere. Die Folge davon ist eine Diskrepanz zwischen der Erfahrungswelt der Kinder und der Erwachsenen. Insbesondere im Schulalltag müssen die Lehrerinnen und Lehrer (im Folgenden werden wir nur noch den neutralen Ausdruck des Lehrers verwenden) auf die veränderte Lebenswelt der Kinder einstellen und sensibel für die unterschiedlichen Entwicklungsstränge der eigenen Geschichte und der Geschichte der Kinder werden. Aufgrund dieser Problematik soll in dieser Hausarbeit die veränderte Kindheit thematisiert werden.
Excerpt (computer-generated)
Hochschule Vechta
Lehren und Lernen im Erstunterricht
Veränderte Kindheit – Veränderungen in Kindergarten und Grundschule
eingereicht von
Simone Hummert
Sommersemester 2005
Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung ... 2
2. Was bedeutet veränderte Kindheit? ... 3
3. Grundschüler in der heutigen Zeit ... 11
3.1 Lern- und Arbeitsverhalten ... 13
3.2 Soziales Verhalten und Selbständigkeit ... 16
3.3 Sprachentwicklung ... 17
3.4 Entwicklungsschere ... 20
4. Konsequenzen auf das Schulverhalten ... 21
5. Literaturangaben ... 23
1. Einleitung
Wenn wir an unsere Kindheit zurückdenken, dann fallen uns zahlreiche Anekdoten ein, wie zum Beispiel: „Wir hatten keinen GAME-BOY oder was ich hatte auch nur eine Puppe, warum muss es ständig die neuste BARBIE sein?“ oder auf die Schule projiziert: „Warum brauchst du für die Schule unbedingt die aktuellsten Nike-Schuhe oder Esprit-T-Shirts? Bei uns damals, da bekamen wir höchsten einmal im Jahr neu Kleidung oder wir haben die Kleidung von unseren Geschwistern aufgetragen.“
Und dann erinnern wir uns sehr gut, dass wie wir altklug geantwortet haben: Damals, bla, bla. Früher, damals. Wir leben im Hier und Jetzt. Und heute können wir selbst immer wieder erschreckt feststellen, dass wir die heutige Schülergeneration ähnlich kritisch betrachten, wie es damals unsere Eltern mit uns taten.
Wir möchten mit dieser Einleitung ausdrücken, dass es schon immer soziale Entwicklung und Veränderungen gegeben hat und immer geben wird. Mit Blick auf die gesellschaftliche Entwicklung kann man sagen, dass sich früher Veränderungsprozesse langsamer vollzogen haben. Im Zuge der Industrialisierung forcierten sich diese Prozesse im zunehmenden Maße. Die Sozialisationsforschung spricht in diesem Zusammenhang von den so genannten „Modernisierungsschüben“ (vgl. Fölling-Albers, 1993, S.1).
Des Weiteren möchten wir zum Ausdruck bringen, dass sich die Erziehungseinstellungen und Verhaltensweisen von Erwachsenen konsistent über die Zeit sind. Lediglich die Lebenswelt der Kinder ist eine andere. Die Folge davon ist eine Diskrepanz zwischen der Erfahrungswelt der Kinder und der Erwachsenen. Insbesondere im Schulalltag müssen die Lehrerinnen und Lehrer (im Folgenden werden wir nur noch den neutralen Ausdruck des Lehrers verwenden) auf die veränderte Lebenswelt der Kinder einstellen und sensibel für die unterschiedlichen Entwicklungsstränge der eigenen Geschichte und der Geschichte der Kinder werden. Aufgrund dieser Problematik soll in dieser Hausarbeit die veränderte Kindheit thematisiert werden.
2. Was bedeutet veränderte Kindheit?
Die heutige Zeit ist durch Sinnkrisen, Werteverluste und Konkurrenzkämpfe geprägt. Das soziale Mit- und Füreinander wird von einer egoistischen „Ellenbogengesellschaft“ verdrängt. Die Leidtragenden sind in den meisten Fällen die Kinder. Die derzeitige Gesellschaft ist geprägt von rasanten Wandelungsprozessen, technologischen Fortschritten und ist gekennzeichnet durch zunehmende Komplexität.
Was ist unter diesen Gesichtspunkten „veränderte Kindheit“ zu verstehen?
Veränderte Kindheit kann nicht auf eine kurze Definition beschränkt und festgelegt werden. Sie hat so viele Einflussfaktoren und ist dementsprechend sehr facettenreich. Im Folgenden soll versucht werden einige Aspekte „veränderter Kindheit“ aufzuzeigen, die sich in der Literatur wieder finden und mit welchen sich Lehrer beschäftigen sollten.
1. Die Geburtenrate hat sich in den letzten drei Dekaden um fast 50% rückläufig entwickelt. Die Autorin Fölling-Albers spricht in ihren Werken davon, dass sich die Kinderanzahl in den Familien drastisch verändert hat. Diese Aussage kann mit folgenden Zahlen belegt werden. Haushalte mit drei und mehr Kindern sind weniger geworden. Der Anteil an Haushalten betrug 1970 37,5% und hatte bis zum Jahre 1985 eine rückläufige Entwicklung von 18,5% (vgl. Fölling-Albers, 1995, S.10). Im Jahre 2000 betrug der Anteil der Haushalte mit drei Kindern 9,5% (vgl. Rolff / Zimmermann, 2001, S.23).
Des Weiteren waren im Jahre 1970 noch 26% Einkind-Familien, wobei es an dieser Stelle einen Zuwachs bis zum Jahre 1985 von 11,7% auf 37,7% (vgl. Fölling-Albers, 1995, S.10). Im Jahre 2000 betrug der Anteil 50,5% (vgl. Rolff / Zimmermann, 2001, S.23), was somit eine Verdoppelung innerhalb von drei Dekaden ist.
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