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Seminararbeit, 2003, 44 Seiten
Autor: Doris Ruckenstuhl
Fach: Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik
Details
Institution/Hochschule: Universität Wien (Publizistik- und Kommunikationswissenschaft)
Tags: Emancipation, Untersuchung, Frauenzeitschrift, Kommunikationswissenschaftliches, Seminar, Mädchen-, Frauenzeitschriften, Jahrhundert
Jahr: 2003
Seiten: 44
Note: Sehr gut
Literaturverzeichnis: ~ 35 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-42086-0
ISBN (Buch): 978-3-638-65087-8
Dateigröße: 305 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Ausgehend von der im Jahr 1875 von Hermann Feigl in Österreich herausgegebenen Zeitschrift mit dem Titel „Die Emancipation – Zeitschrift für Frauen“ widmet sich das vorliegende Werk dem Begriff der Emanzipation in der Bedeutung seiner Zeit. Fragen der Konstruktion von Geschlechterrollen und -identitäten im medialen Forschungsgegenstand – insbesondere der der Frau zugedachten Stellung hinsichtlich Bildung und Wissenschaft – werden unter Bezugnahme auf den geschichtlichen und soziokulturellen, politischen Hintergrund diskutiert.
Textauszug (computergeneriert)
LV: Kommunikationswissenschaftliches Seminar:
Mädchen- und Frauenzeitschriften 18. – 20. Jahrhundert
IG 7.3
Thema: Feministische Ansätze – Zur Konstruktion von Geschlechteridentitäten
in Frauenzeitschriften des 19. Jahrhunderts
„Die Emancipation“ -
eine qualitativ inhaltsanalytische Untersuchung
von
Doris Ruckenstuhl
Inhalt
1. Einleitung ... 3
2. Öffentlichkeit ... 4
2.1 Bürgerliche Öffentlichkeit ... 4
2.2 Öffentlichkeit und Massenmedien ... 5
2.3 Frauenöffentlichkeiten ... 6
2.4 Zeitgeschichte ... 7
2.5 Feministische Öffentlichkeit ... 8
2.6 Weibliche Bildung ... 8
3. Begriffsdefinition und Begriffsgeschichte der Emanzipation ... 12
Feminismus ... 12
3.1 Feministische Kommunikations- und Medienwissenschaft ... 13
4. Frauenzeitschriften ... 18
4.1 Feministische Frauenzeitschriften ... 18
4.2 Geschichte der Frauenzeitschriften ... 19
5. Analyse der Zeitschrift “Die Emancipation” ... 21
5.1 Untersuchungsdesign ... 21
5.2 Analyse ... 23
6. Fazit ... 40
Literaturliste ... 41
1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit beruht auf der Methode der qualitativen Inhaltsanalyse, angewandt auf die Zeitschrift „Die Emancipation“. Die Zeitschrift mit dem Untertitel „Zeitschrift für Frauen“ wurde im Jahr 1875 von Hermann Feigl in Wien herausgegeben. Anhand ausgewählter Texte der Ausgaben 1 – 9 wird als zentrales Thema der bereits im Titel enthaltene Begriff der Emanzipation in der Bedeutung seiner Zeit untersucht. Daraus folgt die Beschäftigung mit den Geschlechterrollen und mit der Konstruktion von Geschlechteridentitäten – so wie sie insbesondere in der Interpretation der Leitartikel verstanden wird. Dies lässt weiters Rückschlüsse zu auf den geschichtlichen Kontext, die Zielgruppen der Zeitschrift und die angestrebten bzw. idealisierten „neuen“ Geschlechterrollen im Hinblick auf Erziehung und Bildung.
Die Arbeit ist wie folgt aufgebaut: In den einleitenden Kapiteln soll ein geschichtlicher Hintergrund mit Betonung des Frauenlebens im ausgehenden 19. Jahrhundert gegeben werden. Dabei werden zentrale Themen wie Öffentlichkeit, Bildung und Medien (in diesem Fall: Frauenzeitschriften) behandelt. Ein weiterer Abschnitt ist der Einführung feministischer Theorien und der Genderforschung gewidmet, um die entsprechende Grundlage für die Erstellung der Forschungsfragen und den abschließenden analytischen Teil zu entwickeln.
2. Öffentlichkeit
Öffentlichkeit findet immer dann statt, wenn zwischen Menschen eine wechselseitige Wahrnehmbarkeit besteht, etwas ausgetauscht wird (Informationen, Signale), also ein Diskurs stattfindet. „Öffentlichkeit ist eine gesellschaftliche – mehr oder weniger abstrakte – Sphäre, die prinzipiell allen Menschen zugänglich ist.“1 Es gibt eine Vielzahl von Öffentlichkeiten, sie alle existieren durch Aufmerksamkeit, die auch Grundlage jeder Kommunikation ist.
2.1 Bürgerliche Öffentlichkeit
Mit dem Adjektiv „Öffentlichkeit“ wurden zunächst die repräsentativen Mächte (Kirche, Fürstentümer) bezeichnet. Ab dem 16. Jahrhundert galt „öffentlich“ als Synonym für staatlich. Der Begriff „Öffentlichkeit“ etablierte sich erst im 18. Jahrhundert im Bürgertum und wird „zum Schlagwort, das ein nationales Gemeinschaftsgefühl signalisiert, zur Vorstellung einer soziokulturellen Handlungseinheit und eines gesellschaftlichen Personenverbandes, […]“2 Anfang des 19. Jahrhunderts ist Öffentlichkeit auch untrennbar mit Freiheit (auch Volksfreiheit) verbunden, die sich gegen alles „Heimliche“ stellt. Nach der Aufklärung werden schließlich Gesellschaft und Staat allgemein als „Öffentlichkeit“ (öffentliches Leben) bezeichnet.
Öffentlichkeit verstehe ich demzufolge als jenen gesellschaftlichen Kommunikationsprozess, in dem durch die Thematisierung, Verallgemeinerung und Bewertung von Erfahrungen gesellschaftliche Wirklichkeitskonstruktionen entworfen und verhandelt werden.3
[...]
1 Elsen, Thierry: (Sprach)Strategien in sogenannten Frauenzeitschriften. EMMA, Lisa, Laura und WIENERIN im Vergleich. (Diplomarbeit) Wien: April 2000; S.18
2 Merten, Klaus, Siegfried J. Schmidt, Siegfried Weischenberg (Hrsg.): Die Wirklichkeit der Medien. Eine Einführung in die Kommunikationswissenschaft. Opladen: Westdeutscher Verlag, 1994; S.197
3 Klaus, Elisabeth: Kommunikationswissenschaftliche Geschlechterforschung. Zur Bedeutung der Frauen in den Massenmedien und im Journalismus. Opladen: Westdeutscher Verlag, 1998; S.99
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