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Scholary Paper (Seminar), 2002, 20 Pages
Author: Doris Ruckenstuhl
Subject: Theater Studies
Details
Institution/College: University of Vienna (Theater- , Film- und Medienwissenschaft)
Tags: Phänomen, Bild, Traumwelt, Cyberspace, Kulturwissenschaftliches, Seminar, Medien
Year: 2002
Pages: 20
Grade: Sehr gut
Bibliography: ~ 19 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-42087-7
File size: 207 KB
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Excerpt (computer-generated)
Phänomen “Bild” – von der Traumwelt bis zum Cyberspace
von: Doris Ruckenstuhl
Inhalt
Einleitung 3
1. Das Bild 3
1.1 Definition – Bild 3
1.2 Ursprung des Bildes 3
1.3 Der Traum 4
1.4 Vom Sehen 5
1.5 Kultur 6
2. Kulturelle Formen des Bildes 6
3. Bilder und ihre Funktion für den Menschen 7
4. Bilder in technischen Medien 10
4.1 Fotografie 12
4.2 Film und Fernsehen 12
4.3 Bilderflut 14
5. Digitalisierung und Virtualität 15
5.1 Verlust des Körpers 16
Schlußbemerkung 19
Literaturverzeichnis 19
Einleitung
In der vorliegenden Arbeit will ich mich näher mit der Entstehung und Entwicklung der Bilder als Elementen menschlicher Kultur beschäftigen; ihre Entwicklung und Bedeutung von den Anfängen bis hin zu medialen Bilderfluten der Gegenwart. Aus der Betrachtung der prähistorischen Bedeutung von Bildern – solchen der realen Wahrnehmung, des physiologischen Sehens, ebenso wie solchen der Imagination, der phantasierten oder geträumten Erfahrung – lässt sich eine vorkulturelle Prägung erahnen – ein Tag - und Nacht-Leben.
1. Das Bild
1.1 Definition – Bild
Dietmar Kamper versucht in seinem Werk: „Zur Geschichte der Einbildungskraft“ auf die Doppeldeutigkeit des „Bildes“ hinzuweisen. Er gibt dazu als Quellen Schilling und Kluge an.
„[...] Schon etymologisch kann nur Doppeltes
konstatiert werden: >>bilidi<< (althochdeutsch) heißt
einerseits >>(Wunder) -Zeichen<<, >>Wesen<<,
>>Gestalt<<, andererseits >>Bild, Abbild, Nachbild<<
(ob die Wurzel >>bil-<<, wie in billig, Bilwis, schon auf
>>recht<< oder gar >>richtig<< deutet, ist neuerdings
wieder umstritten. [...] einerseits wird also das betont,
wodurch etwas seine Gestalt gewinnt, in sein Wesen
kommt, zur vollen Entfaltung seiner Wunderkraft
gelangt; andererseits das, was ein solches Ur-Bild
nachbildet, darstellt, bezeichnet.“1
Schon in dieser Definition wird das schwer fassliche, das Vieldeutige dieses Begriffes erahnbar.
1.2 Ursprung des Bildes
Bilder gibt es seit es Menschen gibt. Sie lassen sich als wesentliches Attribut des Lebens verstehen. Die Faszination am Bild ist etwas Archaisches und entstand aus dem Menschen selbst. Philosophie wie auch die Psychoanalyse beschäftigten sich schon von jeher mit den „inneren Bildern“ des Bewusstseins und Unbewusstseins. Die Philosophie nimmt an, dass die bildliche Vorstellungskraft erst Denken möglich macht. Solche geistigen Bilder sind nicht greifbar, wissenschaftlich überprüfbar, aber man kann sie in (Ab)Bildern in die Realität überführen.2 Phantasie und Imagination (Visionen) stellen sich den Menschen bildhaft dar. Darin gründet auch die faszinierende und magische Wirkung, die von Bildern ausgeht. Solche Bilder stellen eine Verbindung zwischen Mensch und Gott (übernatürlicher Macht) he r. Diesen magischen Gehalt weisen auch die Bilder des Traumes auf. Der Traum kann als Urphänomen des Menschen angesehen werden; er prägte sowohl die kulturelle Entwicklung als auch damit einhergehend die der visuellen Medien entscheidend mit.
1.3 Der Traum
In der Alltagssprache verwenden wir den Traum-Begriff, wenn wir etwas „Unbeschreibliches“ ausdrücken wollen. „Es war traumhaft“ oder „Ich glaube ich träume“ sind häufig verwendete Phrasen um Gefühle zu beschreiben. Der Traum ist etwas Sinnliches, Emotionales und ihm haftet etwas Mystisches und Phantastisches an. Träume sind Attribute des menschlichen Lebens. Der Traum stellt sich uns in Bildern dar; aus Bildern, die meist aus Symbolen bestehen – seien es nun Erinnerungsbilder oder so genannte Gefühlsbilder. Der Traum ist meistens irreal, unstrukuriert und orientierungslos; er kann aber durch Transformation auf die Wirklichkeit verweisen.
Nach Hegel ist der Traum nicht vernunft- oder verstandesgeleitet – deswegen weist er keine „vernünftige“ Struktur auf: „[...] Im Traume verhalten wir uns nur vorstellend [...] Daher fließt im Traume alles auseinander [...]“3 Der Träumende selbst ist im Traum in irgendeiner Form „anwesend“. „[…] Die Dinge und Personen, die im Traum vorkommen, sind keine wirklichen Gegenstände oder Menschen, sondern Abbildungen, Erinnerungen und Schemen von solchen – sie sind bloß Schein.[…]4 Interesant ist, dass der Träumende den Inhalt seines Traums als reales Geschehen erlebt und ganz darin aufgeht. Diese intensive Wirkung sucht man in den Bildern der technischen Medien wieder aufleben zu lassen. Der Psychoanalytiker Jung, der wie Freud die “Wunscherfüllung” als wichtige Funktion des Traums ansieht, verweist weiters auf die archetypischen Trauminhalte und Traumelemente. Ihm zufolge existiert eine allen Menschen gemeinsame Traumstruktur.
1.4 Vom Sehen
[...]
1 zitiert nach Kamper, Dietmar: Zur Geschichte der Einbildungskraft. (Enzyklopädie), Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1990; S.93
2 Kloock, Daniela: Von der schrift- zur Bild(schirm)kultur: Analyse aktueller Medientheorien. Berlin: Wiss.-Verl. Spiess, 1995; S.158
3 zitiert nach Kamper, Dietmar: Zur Geschichte der Einbildungskraft.(Enzyklopädie), Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1990; S. 110
4 Schwarz, Robert: Traum, Apparat, Geschichte – Theorie und Praxis der Psychoanalyse Freuds . (Diplomarbeit), Wien: 1995; S.263
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