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Details

Veranstaltung: Geschichte der Klaviersonate
Institution/Hochschule: Folkwang Hochschule Essen
Tags: Analyse, Beethovens, Klaviersonate, Geschichte, Klaviersonate
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 16
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 8  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 204 KB
Archivnummer: V44737
ISBN (E-Book): 978-3-638-60278-5

Textauszug (computergeneriert)

Folkwang Hochschule Essen

Seminar: Geschichte der Klaviersonate (MW)

Analyse von Beethovens Klaviersonate op.10 Nr.3

Lucas Singer

 

Inhaltsverzeichnis

Entstehung und Einordnung der Sonate op. 10/3 1

Analyse 3
1. Satz: Presto 3
2. Satz: Largo e mesto 9
3. Satz: Menuetto, Allegro 11
4. Satz: Rondo, Allegro 12

Literaturverzeichnis: 14

 

Entstehung und Einordnung der Sonate

Um die Klaviersonate op. 10/3 in D-Dur in den Gesamtkontext der Werke Ludwig van Beethovens einzuordnen, scheint es mir notwendig, die genauen Bezüge im engen Umfeld dieser Sonate aufzuzeigen. Wie bereits an der Werkbezeichnung der Sonate erkennbar, steht diese als dritte im Zyklus der drei Sonaten op. 10 (c-moll, F-Dur, D-Dur). Es ist davon auszugehen, dass Beethoven unter einer Opuszahl zusammengefasste Werke nicht nur einer Schaffensperiode zuordnete, sondern hiermit auch die Verflochtenheit der Werke untereinander ausdrücken wollte. Die Sonaten op. 10 entstanden in den Jahren 1796 – 1798 in Wien, und sind der Gräfin Anna Margarete von Browne gewidmet. Über die Gräfin ist bis heute wenig bekannt. Fest steht allerdings dass sie als Widmungsträgerin bedeutender Werke im Schaffen Beethovens eine wichtige Rolle spielt. So sind ihr die folgenden Werke gewidmet: Das Streichtrio op. 3, die Klaviersonaten op. 10 und op. 31 und mehrere Variationen für Klavier. Es ist wahrscheinlich davon auszugehen, dass die Gräfin Schülerin Beethovens war.1

Wenn man lediglich die Haupttonarten (c-moll, F-Dur und D-Dur) der drei Sonaten op. 10 betrachtet, wird man wenig Verbindendes finden. Bei genauerer Untersuchung aber sieht man, dass der letzte Satz der c-moll- Sonate unerwartet in C-Dur endet, welches als Dominante auf das F-Dur der zweiten Sonate hindeuten könnte. Daran lässt sich zunächst eine Verbindung darstellen. Ebenso beginnt im ersten Satz der F-Dur-Sonate die Reprise plötzlich in D-Dur und nicht wie erwartet in F-Dur, hier die mögliche tonale Verbindung zwischen der mittleren und der letzten Sonate. Auffällig ist außerdem die gleiche Tempobezeichnung (Presto) des letzten Satzes in der zweiten und des ersten in der dritten Sonate. Siegfried Mauser analysiert die Verbindungen der drei Sonaten noch genauer und stellt dabei beispielsweise folgendes fest:„[...] die Ähnlichkeit der motorischen Figuration zwischen dem Ende des Finales von op. 10/2 (ab T.141) und dem Hauptthema des folgenden Kopfsatzes von op. 10/3 (T.1 ff)“2. Darüber hinaus zieht er Parallelen zwischen den beiden ‚Außensonaten’, welche beide etwa durch den „symphonisch angelegten langsamen Satz“ eine starke Betonung auf den Ausdruck legen. Die mittlere Sonate Nr. 2 kann dann, laut Mauser, mit ihrem „kapriziösen Frage- und Antwortspiel“ im Kopfsatz durchaus als „lyrisches Intermezzo“ verstanden werden. So behauptet er abschließend, dass „gerade die Gruppe der Sonaten op. 10 in einer dramaturgisch überlegten und ansatzweise strukturell vermittelten Reihung steht.“.3

Das heißt natürlich nicht, dass diese Sonaten nur offensichtliche und auch versteckte Gemeinsamkeiten aufweisen. Es schien Beethoven mit diesen Sonaten op. 10 eher darum zu gehen, drei unterschiedliche musikalische Charaktere vorzustellen, die aber in ihrem Kern sehr enge – wie etwa analoge Satzbezeichnungen – aber auch sehr weite Bezüge (Vorausdeutungen durch „harmoniefremde“ Tonarten) zueinander finden.

1. Satz: Presto

Die Satzbezeichnung Presto für einen ersten Sonatensatz kommt in der musikalischen Geschichte nur sehr selten vor. In diesem Satz enthält das Hauptthema der Exposition zwei charakteristische Elemente (Rosenberg spricht von Urzellen4), die sich als Bausteine durch die gesamte Sonate nachvollziehen lassen. Uhde5 nennt diese Elemente I und II, und so werde ich sie auch im Verlauf der Arbeit bezeichnen.

[Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]

„Die angedeuteten Gegensätze in der Sonate sind also eingebunden in einen übergeordneten Grundgedanken, der in einer spezifischen Strukturschicht seine gegenüber dem Klingenden abstrakte Formulierung findet.“6

[...]


1 Prod’homme, Jacques-Gabriel: Die Klaviersonaten Beethovens S. 66

2 Mauser, Siegfried: Beethovens Klaviersonaten – Ein musikalischer Werkführer S. 49 ff

3 Mauser, Siegfried: Beethovens Klaviersonaten – Ein musikalischer Werkführer S. 52

4 Rosenberg, Richard: Die Klaviersonaten L. v. Beethovens S. 101

5 Uhde, Jürgen: Beethovens Klaviermusik II, Stuttgart 1970

6 Riethmüller, Albrecht: Beethoven – Interpretationen seiner Werke S. 77

Kommentare

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http://www.grin.com/e-book/44737/