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Termpaper, 2003, 15 Pages
Author: Stefan Altschaffel
Subject: German Studies - Modern German Literature
Details
Institution/College: University of Potsdam
Tags: Schuldmotiv, Wolfdietrich, Schnurre, Beispiel, Kurzgeschichten, Flucht, Grundkurs, Literaturwissenschaft
Year: 2003
Pages: 15
Grade: gut
Bibliography: ~ 6 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-42351-9
ISBN (Book): 978-3-638-79106-9
File size: 105 KB
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Abstract
Im Werk Schnurres findet sich sehr häufig das Thema Schuld als zentraler Begriff. Daher spoll „Schnurres Grundkonstante“ ein wenig näher betrachtet werden. Das Thema Schuld im gesamten Werk Schnurres zu beleuchten, ist sicherlich schwer zu realisieren, daher soll sich diese Arbeit an zwei Beispielen orientieren, und zwar an den beiden Kurzgeschichten „Die Tat“ und „Auf der Flucht“. Ziel dieser Arbeit ist es, das Motiv „Schuld“ bei Schnurre an diesen Werken zu belegen und die Art der Schuld, welche Schnurre thematisiert, zu konkretisieren. Dazu soll in kurzer Form der Inhalt der Kurzgeschichten wiedergegeben, gegebenenfalls die Struktur erläutert und der Begriff der Schuld an beiden Beispielen beleuchtet werden.
Excerpt (computer-generated)
Universität Potsdam
Institut für Germanistik
Abteilung Literaturwissenschaft
Grundkurs B: Zur deutschen Kurzgeschichte im 20. Jahrhundert
Das Schuldmotiv bei Wolfdietrich Schnurre am Beispiel der
Kurzgeschichten "Die Tat" und "Auf der Flucht"
von: Stefan Altschaffel
Inhalt
1. Einleitung Seite 1
2. Die Kurzgeschichte "Die Tat" Seite 2
2.1. Hintergrund der Kurzgeschichte Seite 2
2.2. Inhalt der Kurzgeschichte Seite 2
2.3. Struktur der Kurzgeschichte Seite 3
2.3.1. Zeitebenen der Kurzgeschichte Seite 3
2.3.2. Die Erzählperspektiven der Kurgeschichte Seite 5
2.4. Das Schuldmotiv in "Die Tat" Seite 7
3. Die Kurzgeschichte "Auf der Flucht" Seite 9
3.1. Hintergrund der Kurzgeschichte Seite 9
3.2. Inhalt der Kurzgeschichte Seite 9
3.3. Das Schuldmotiv in "Auf der Flucht" Seite 10
4. Schlussbetrachtung Seite 11
5. Literaturangaben Seite 13
1. Einleitung
Wolfdietrich Schnurre gehört zu den bekanntesten deutschen Nachkriegsautoren. Er wird am 22. August 1920 in Frankfurt am Main geboren und zieht Ende der 20er Jahre nach Berlin um. Nach abgeschlossenem Volksschul- und Gymnasiumsbesuch wird er ab 1939 Soldat im Zweiten Weltkrieg. Er bleibt bis 1945 in der Armee, zuletzt in einer Strafkompanie. 1945 kehrt er nach Ost-Berlin zu seinem Vater zurück. Dort wird er zunächst Volontär in der Redaktion des Ullstein-Verlags. Nachdem der sowjetische Kulturoffizier die Publikation in westlichen Zeitschriften untersagte, zieht Schnurre nach West-Berlin. Dort begründet er zusammen mit Hans-Werner Richter und Alfred Andersch 1947 die literarische „Gruppe 47“. „Er veröffentlicht in der Presse Kurzgeschichten im Stil der anglo-amerikanischen ‚short story’, aber auch Novellen, Erzählungen und Gedichte, in denen er sein Kriegs- und Nachkriegserleben dokumentiert.“1
In den Jahren ab 1950 lebt er als freier Schriftsteller in Berlin. Seine veröffentlichten Sammlungen „Die Rohrdommel ruft jeden Tag“ (1950), „Eine Rechnung, die nicht aufgeht“ (1958) und „Als Vaters Bart noch rot war. Ein Roman in Geschichten“ (1958) schildern seine Erlebnisse in der Kriegs- und Nachkriegszeit. Ab 1959 ist er Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. 1962 veröffentlicht er den Bildband „Berlin. Eine Stadt wird geteilt.“ Im Jahr 1965 begeht Schnurres Frau Eva Selbstmord. Für Schnurre, der über seine Frau sagte: „Aus unserer Ehe sind elf Bücher hervorgegangen, keins denkbar ohne meine Frau, keins denkbar ohne Berlin“ ein schwerer Verlust. 1967 wird das Kinderbuch „Die Zwengel“ veröffentlicht, elf Jahre später die autobiografischen Aufzeichnungen „Der Schattenfotograf“. 1981 erscheint der Roman „Ein Unglücksfall“. Schnurre erhält im gleichen Jahr das Bundesverdienstkreuz. 1983: Schnurre wird mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.
Am 9. Juni 1989 stirbt Wolfdietrich Schnurre im Alter von 68 Jahren in Kiel. Im Werk Schnurres findet sich sehr häufig das Thema Schuld als zentraler Begriff. Im Folgenden möchte ich „Schnurres Grundkonstante“2 ein wenig näher betrachten. Da es den Rahmen einer Seminararbeit sprengen würde, das Thema Schuld im gesamten Werk Schnurres zu beleuchten3, möchte ich meine Arbeit an zwei Beispielen orientieren, und zwar an den beiden Kurzgeschichten „Die Tat“4 und „Auf der Flucht“. Ziel dieser Arbeit ist es, das Motiv „Schuld“ bei Schnurre an diesen Werken zu belegen und die Art der Schuld, welche Schnurre thematisiert, zu konkretisieren. Dazu möchte ich in kurzer Form den Inhalt der Kurzgeschichten wiedergeben, gegebenenfalls die Struktur erläutern und den Begriff der Schuld an beiden Beispielen beleuchten.
2. Die Kurzgeschichte „Die Tat“
2.1. Hintergrund der Kurzgeschichte
„’Die Tat’ ist ein frühes literarisches Zeugnis für Schnurres lebenslang anhaltende intensive Beschäftigung mit der Schuld-Thematik.“5 Dabei greift er auf seine eigene traumatische Erfahrung zurück, die er nach eigenen Angaben in dieser Kurzgeschichte zu bewältigen versuchte, wobei es sich um einen Katzenmord in seinen Kindertagen6 handelte. Die Erzählung wurde am 15.12.1946 erstmals im „Ruf“ veröffentlicht. 1950 erscheint eine weitere Fassung in „Die Rohrdommel ruft jeden Tag“. Bis 1958 wird sie noch erzähltechnisch überarbeitet und entfernt sich zunehmend von der im Krieg angesiedelten Erzählperspektive.
2.2. Inhalt der Kurzgeschichte
Ein Arzt tritt zu einem gerade eingelieferten Unfallopfer um dessen Personalien herauszufinden. Der Patient, ein Anwalt, erzählt von einem Gespräch, das er einige Wochen zuvor mit einem Spätheimkehrer in seiner Kanzlei hatte. Dieser hatte ihm wiederum die Geschichte des Unteroffiziers Zabel erzählt, welcher im Alter von 8 Jahren zusammen mit seinem etwas älteren Freund am grausamen Mord an einer tragenden Katze beteiligt war, die ihm daraufhin als Zeichen seines Schuldgefühls ständig erscheint. Als Soldat im Krieg schafft er es, unter Einsatz seines eigenen Lebens, einer Katze das Leben zu retten. Zwar bringt dies seinem Gewissen Erleichterung, jedoch wird er wegen Befehlsverweigerung und Wehrdienstentzug zu zwei Jahren Gefängnis und einem Jahr Strafkolonie verurteilt.
[...]
1 http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/SchnurreWolfdietrich/
2 Adelhoefer, 1990, Seite V
3 Bauer (1996) widmet sich dem vollständigen Werk Schnurres und dem Begriff der Schuld, den dieser darin thematisiert. Dabei handelt es sich nicht um eine Seminararbeit, sondern um eine vollständige Dissertation an der Universität München.
4 In Adelhoefer (1990) findet sich im Inhaltsverzeichnis (Seite V) die Überschrift: „Schuld: Schnurres Grundkonstante / Die Tat“.
5 Bauer, 1996, Seite 43.
6 vgl. ebd., Seite 43.
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