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Autismus im Erwachsenenalter

Untertitel: Psychiatrischer Behandlungsbericht aus der Arbeitstherapie
Autor: Ida Krämer
Fach: Physiotherapie, Ergotherapie

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Details

Kategorie: Anderes
Jahr: 2005
Seiten: 16
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 3  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 196 KB
Archivnummer: V44942
ISBN (E-Book): 978-3-638-42439-4
ISBN (Buch): 978-3-638-76352-3
Anmerkungen :
Psychiatrischer Behandlungsbericht aus der Arbeitstherapie (AT) der sich insbesondere an angehende Ergotherapeut/-innen, aber auch an Krankenschwestern oder auch pflegende Angehörige richtet. In dem Bericht beschreibe ich die Entfaltung eines Patienten, der zu Beginn der Berichtserstellung 58 Jahre alt war und beschreibe die erstaunliche Entwicklungen der folgenden fünf Jahre. Hierbei handelt es sich nicht um Schülerarbeit, es ist auch kein Praktikumsbericht, sondern ein praxisorientierter Behandlungs- und Verlaufsbericht.

Zusammenfassung / Abstract

Psychiatrischer Behandlungsbericht aus der Arbeitstherapie (AT) der sich insbesondere an angehende Ergotherapeut/-innen, aber auch an Krankenschwestern oder auch pflegende Angehörige richtet. In dem Bericht beschreibe ich die Entfaltung eines Patienten, der zu Beginn der Berichtserstellung 58 Jahre alt war und beschreibe die erstaunliche Entwicklungen der folgenden fünf Jahre. Hierbei handelt es sich nicht um Schülerarbeit, es ist auch kein Praktikumsbericht, sondern ein praxisorientierter Behandlungs- und Verlaufsbericht. Zur Autorin: Ida Krämer ist Ergotherapeutin, Kranken- und Kinderkrankenschwester und arbeitet seit 1998 als Gruppenleiterin in einer Werkstatt für psychisch kranke Menschen und ist in der praktischen Ausbildung von Ergotherapie - Schülern tätig. Seit 2006 leitet sie die Kreativwerkstatt der BruderhausDiakonie in Reutlingen.

Textauszug (computergeneriert)

Autismus im Erwachsenenalter

von: Ida Krämer

 


Inhalt

1. Fallbeispiel

1.1 Allgemeine Daten des Patienten
1.2 Soziale Anamnese
1.3 Medizinische Anamnese

1.3.1 Autismus

1.4 Arbeitsanamnese / Berufsanamnese
1.5 Resümee der Anamnese

2. Arbeitstherapeutische Befundaufnahme

2.1 Arbeitstherapeutischer Befund
2.2 Interpretation des Befundes und daraus resultierende Problemstellung

3. Zielsetzung

3.1 Angestrebtes Rehabilitationsziel mit Begründung
3.2 Mittelfristige Ziele
3.3 Kurzfristigen Ziele
3.4 Aufzeichnung des therapeutischen Weges

4. Durchführung der geplanten arbeitstherapeutischen Behandlung

5. Zusammenfassende Auswertung der Behandlung bzgl. Planung und Durchführung

6. Vorschläge für weiteres therapeutisches Vorgehen innerhalb der AT und flankierende Maßnahmen

7. Selbstreflektion zur Arbeit mit dem Patienten

Literaturempfehlungen

 


Der vorliegende Bericht beschreibt meine Arbeit mit einem erwachsenen Autisten. Hierbei handelt es sich nicht um Schülerarbeit, es ist auch kein Praktikumsbericht, sondern ein praxisorientierter Behandlungs- und Verlaufsbericht. Der Bericht entstand, nachdem ich als Ergotherapeutin in eine neue Abteilung wechselte. In dem Bericht beschreibe ich die Entwicklung eines Patienten, der zu Beginn der Berichtserstellung 58 Jahre alt war und beschreibe die Entwicklungen der folgenden vier Jahre. Um sie in der Ausbildung zur Ergotherapeut/In nutzen zu können, habe ich alle wichtigen Bereiche, (außer Sichtstunde) die für ein Praktikumsbericht relevant sind, berücksichtigt. Psychiatrischer Behandlungsbericht aus der Arbeitstherapie (AT) der sich insbesondere an angehende Ergotherapeut/-innen, aber auch an Krankenschwestern oder auch pflegende Angehörige richtet. Suchworte: Ergotherapie, Ergotherapeut/-in, Autismus, frühkindlicher Autismus, Behandlung, Therapie, Arbeitstherapie, AT Zur Autorin: Ich bin Ergotherapeutin, Kranken- und Kinderkrankenschwester. Ich arbeite seit 1996 als Gruppenleiterin in einer Werkstatt für psychisch Kranke und bin in der praktischen Ausbildung von Ergotherapie - Schülern tätig.

1. Fallbeispiel

1.1 Allgemeine Daten des Patienten

Name: Herr P
Alter: 58 Jahre bei Beginn der Berichtserfassung
Familienstand: ledig
Wohnform: Innenwohngruppe der *** Einrichtung, mit Ganztagsbetreuung
Arbeitszeit in der WfbM: Mo. - Fr von 7:45 bis 15:30

1.2 Soziale Anamnese

Herr P. ist das erste Kind von Dreien der Familie. Herr P. lebt seit seiner Jugend ununterbrochen in der betreuten Einrichtung unseres Hauses. Die Eltern sind verstorben, zu Geschwistern hat er keinen Kontakt mehr. So beschränken sich seine sozialen Kontakte auf einen Mitbewohner der Wohngruppe, mit dem Herr P. einmal wöchentlich Musikkassetten hört, sowie Mitarbeiter und andere Beschäftigte der WfbM, wo er seit nunmehr 35 Jahren arbeitet. Herr P. nimmt von sich aus keinen Kontakt zu seinen Mitmenschen auf.

1.3 Medizinische Anamnese

In der medizinischen Anamnese gibt es keine schwerwiegende Erkrankungen, Unfälle oder Operationen. Auch Krankenhausaufenthalte sind in der Vergangenheit nicht notwendig gewesen. Herr P. leidet lt. Erstdiagnose vom Kinder- und Jugendpsychiater unter einem frühkindlichen Autismus mit mittelgradiger geistigen Behinderung. Diese Diagnosen wurden 1972, als eine erneute gründliche psychiatrische Untersuchung erfolgte, bestätigt. Herr P. leidet zudem unter autoaggressiven Ausbrüchen, die aber nicht so weit führen, dass er sich ernsthaft verletzt.

1.3.1 Autismus

Spätestens seit Rain Man ist dieses Krankheitsbild ziemlich bekannt geworden. Die Erkrankung beginnt schon als frühkindlicher Autismus, das heißt, dass die ersten Auffälligkeiten schon recht früh da sind. Die schwersten Probleme haben Autisten bei der Kontaktaufnahme und bei Beziehungen zu anderen Menschen, zur Umwelt oder auch Dingen, die Kommunikation ist mehr oder weniger stark gestört, die Wahrnehmung der Welt erfolgt in einer anderen Art und Weise, wie bei Menschen, die nicht autistisch sind. (Ich verwende den Vergleich mit "normalen" Menschen niemals, denn jeder nimmt die Welt anders wahr, und wer bestimmt, was "normal" ist?)

Da sowohl kognitive (denken) als auch sprachliche, motorische (bewegen), emotionale (empfinden) und interaktionale (miteinander) Funktionen betroffen sind, ist die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und die Eingliederung in die sozialen Gruppen (Primärgruppe: Familie, sekundär: Kindergarten, Schule, Gemeinschaft, usw.) oft sehr stark gestört. Autismus ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung mit einem vielfältigen Erscheinungsbild. Für die Diagnose müssen nach den modernen Klassifikationssystemen Auffälligkeiten in drei Bereichen vorhanden sein:

- Sprachentwicklung, verbale und nonverbale Kommunikation
- Soziale Interaktion
- Spielverhalten

Häufig können Über- und Unterempfindlichkeiten auf Licht, Geräusche oder Berührungen beobachtet werden. In den meisten Fällen treten die Symptome bereits in den ersten drei Lebensjahren auf. Autistische Störungen können von geistigen Behinderungen begleitet werden. Die Ursachen des Autismus sind bis heute nicht vollständig geklärt. Bei der Entstehung spielen mit Sicherheit mehrere Faktoren eine Rolle. Genetische Einflüsse und wahrscheinlich biologische Abläufe vor, während und nach der Geburt können die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigen und die autistische Störung auslösen. Autismus entsteht bestimmt nicht durch familiäre Konflikte oder Erziehungsfehler und ist kein seelisches Leiden.

Häufigkeit

Bei vielen betroffenen Menschen, vor allem mit Mehrfachbehinderungen oder mit nur leicht ausgeprägtem autistischem Verhalten, wird es verpasst, die Diagnose "Autismus" zu stellen. Die Tendenz der Erkrankung ist steigend, nach heutigen Untersuchungen sind etwa 0,6% - 08% der Bevölkerung an Autismus Erkrankt.

Symptome

Auftretende Symptome können in qualitativ unterschiedlichen Ausprägungen und Beeinträchtigungen sowie in öfters auch individuell wechselnder Häufigkeit erscheinen

- besondere Vorliebe für konstruktive und anforderungsreiche Gedulds- und Kombinationsspiele
- kein kreatives Spielen und Beschäftigung meistens mit dem gleichen Spielzeug
- keine aktive Teilnahme an einer Gruppentätigkeit oder Gruppenspiel über längeren Zeitraum
- tägliche Gefahren werden nicht erkannt (Hund, Straßenverkehr...)
- unbegründete Ängste vor alltäglichen Dingen (Band eines Kassettenrekorders...)
- körperliche Nähe und Berührungen werden als unangenehm empfunden
- der Augenkontakt wird gemieden
- die Sprache fehlt oder wird nicht zur Kommunikation eingesetzt
- kein Interesse an anderen Menschen
- auffälliges Spielverhalten mit Neigung zu stereotypen Wiederholungen
- auffällige Hand- oder Körperbewegungen
- Faszination an drehenden oder sich bewegenden Dingen
- besondere Kenntnisse oder Leistungen in eingegrenzten Gebieten

Therapie

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