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Termpaper, 2002, 25 Pages
Author: Natalia Schlichter
Subject: German - German as a Foreign Language / Second Language
Details
Institution/College: Saarland University (Pädagogik)
Tags: Sichtwechsel, Analyse, Lehrwerkes, Deutsch, Fremdsprache-Unterricht, Landeskunde, Lehrwerken
Year: 2002
Pages: 25
Grade: gut
Bibliography: ~ 6 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-12775-2
ISBN (Book): 978-3-638-77088-0
File size: 273 KB
Eine Hausarbeit, die aus der Fülle von Lehrwerken zum Fach Deutsch als Fremdsprache ein Lehrwerk gewählt hat, das vorgestellt werden soll. Es werden außer dem LW selbst einige Ansätze zur LW-Klassifikation und zur Landeskunde vorgestellt. Das Verständnis des Interkulturellen Lernens von Autoren von Sichtwechsel neu und andere Aspekte, so wie Grammatik-Vermittlung oder Hörverstehen-Training sind nur einige von denen, die versuchen, Sichtwechsel neu zu beschreiben. 175 KB
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Abstract
Die Vielfalt der Lehrwerke im Fach Deutsch als Fremdsprache "Das Lehrwerk bestimmt wie kein anderer Faktor das, was im Fremdsprachenunterricht geschieht" (Neuner 1994, S.8). Am Lehrwerk lassen sich die Lehrziele, die methodische Ausrichtung, Lehrmaterialien und vieles andere ablesen. In dieser Funktion sind Lehrwerke ausschlaggebend für den Unterrichts- und ganzen Fremdsprachenkursverlauf, daher ist es für einen Lehrer von großer Bedeutung den passenden Lehrwerk für die Lerner und für sich auszusuchen. Steht ein Lehrer vor solchen Aufgabe, kann er schon einige Schwierigkeiten mit Lehrwerken bekommen, nicht etwa, weil es keine gute oder zu wenig von diesen gibt. Sein Problem entsteht durch die Vielfalt der Lehrwerke in dem Fach. Dieser Gedanke ist als Grundidee dieser Arbeit zu verstehen. Das Ziel der Arbeit ist, das Lehrwerk Sichtwechsel neu zu präsentieren, seine Vor- und Nachteile zu zeigen, damit einem die Entscheidung für ein Lehrwerk leichter fällt. Es wird jedoch nicht bloß um dieses Lehrwerk gehen, sondern es sollten auch einige zentralen Fragen aus dem Fach erörtert werden, die unmittelbar als Hintergrundereignisse zur Konzeption des Lehrwerks anzusehen sind. Gemeint sind hier die Fragen hinsichtlich Landeskunde und literarischen Texten im Fremdsprachenunterricht, dazu kommen wir im späteren Teil der Arbeit. Um die richtige Wahl zu treffen, sollte man sich zuerst mit einigen Lehrwerken etwas vertrauter machen. Zu diesem Zweck sollen hier einige Lehrwerkklassifikationen präsentieren werden. Es wurden im Deutsch als Fremdsprache bereits einige Klassifikationsversuche unternommen. Lehrwerke wurden z. B. nach ihrer Orientierung charakterisiert: sprachvermittlungs-, kulturvermittlungs-, kommunikationsorientierte Lehrwerke. Nach der Gestaltung der landeskundlicher Inhalte ist die Klassifikation der Lehrwerke nach Ammer (1988). Die fünf Gruppen unterscheiden sich gemäß der Präsentationsweise von Landeskunde. In der typisierend-imitatorischen werden konkrete Umstände gewissenhaft beschrieben, ohne jedoch Hintergrundinformationen anzugeben. Diese hat auch Tendenz zur Typisierung, Situationen werden als allgemein gültig vorgestellt. In den Anfangslektionen findet sich hoher Anteil an Landeskunde bedingt durch noch geringe Wortschatz- und Grammatikkenntnisse.
Excerpt (computer-generated)
"Sichtwechsel neu"
Analyse eines Lehrwerkes im Fach Deutsch als Fremdsprache
von Natalie Schlichter
Inhaltsverzeichnis
1. Die Vielfalt der Lehrwerke im Fach Deutsch als Fremdsprache 2
Klassifikation nach Ammer
Klassifikation nach Götze
2. Zwei diskussionswürdige Aspekte aus dem Fremdsprachenunterricht 4
2.1. Literatur im Fremdsprachenunterricht 4
Kein Sonderstatus für Literatur
Literatur als Helfer im Fremdsprachenunterricht
2.2. Modernes landeskundliches Lernen 7
Der Klassifikationsansatz der Landeskunde nach Pauldrach
3. Sichtwechsel neu8
3.1. Interkulturelles Lernen mit Sichtwechsel neu 8
Eine interkulturelle Didaktik
3.2. Lernziele im Sichtwechsel neu 11
Wahrnehmungsschulung
Erwerb von Strategien zur Bedeutungserschließung
Befähigung zum Kulturvergleich
Kommunikationsprozesse
3.3. Aufbau und Bestandteile des Lehrwerks 16
3.4. Inhalte und methodisch-didaktische Hinweise 18
Texte und Textarbeit
Bilder
Fertigkeitstraining
Autonomes Lernen und Lernberatung
Grammatikdarstellung
4. Sichtwechsel neu - ein Lehrwerk zum interkulturellen Lernen 22
Literaturverzeichnis 23
1. Die Vielfalt der Lehrwerke im Fach Deutsch als Fremdsprache
"Das Lehrwerk bestimmt wie kein anderer Faktor das, was im Fremdsprachenunterricht geschieht" (Neuner 1994, S.8). Am Lehrwerk lassen sich die Lehrziele, die methodische Ausrichtung, Lehrmaterialien und vieles andere ablesen. In dieser Funktion sind Lehrwerke ausschlaggebend für den Unterrichts- und ganzen Fremdsprachenkursverlauf, daher ist es für einen Lehrer von großer Bedeutung den passenden Lehrwerk für die Lerner und für sich auszusuchen. Steht ein Lehrer vor solchen Aufgabe, kann er schon einige Schwierigkeiten mit Lehrwerken bekommen, nicht etwa, weil es keine gute oder zu wenig von diesen gibt. Sein Problem entsteht durch die Vielfalt der Lehrwerke in dem Fach.
Dieser Gedanke ist als Grundidee dieser Arbeit zu verstehen. Das Ziel der Arbeit ist, das Lehrwerk Sichtwechsel neu zu präsentieren, seine Vor- und Nachteile zu zeigen, damit einem die Entscheidung für ein Lehrwerk leichter fällt. Es wird jedoch nicht bloß um dieses Lehrwerk gehen, sondern es sollten auch einige zentralen Fragen aus dem Fach erörtert werden, die unmittelbar als Hintergrundereignisse zur Konzeption des Lehrwerks anzusehen sind. Gemeint sind hier die Fragen hinsichtlich Landeskunde und literarischen Texten im Fremdsprachenunterricht, dazu kommen wir im späteren Teil der Arbeit.
Um die richtige Wahl zu treffen, sollte man sich zuerst mit einigen Lehrwerken etwas vertrauter machen. Zu diesem Zweck sollen hier einige Lehrwerkklassifikationen präsentieren werden. Es wurden im Deutsch als Fremdsprache bereits einige Klassifikationsversuche unternommen. Lehrwerke wurden z. B. nach ihrer Orientierung charakterisiert: sprachvermittlungs-, kulturvermittlungs-, kommunikationsorientierte Lehrwerke. Nach der Gestaltung der landeskundlicher Inhalte ist die Klassifikation der Lehrwerke nach Ammer (1988). Die fünf Gruppen unterscheiden sich gemäß der Präsentationsweise von Landeskunde. In der typisierend-imitatorischen werden konkrete Umstände gewissenhaft beschrieben, ohne jedoch Hintergrundinformationen anzugeben. Diese hat auch Tendenz zur Typisierung, Situationen werden als allgemein gültig vorgestellt. In den Anfangslektionen findet sich hoher Anteil an Landeskunde bedingt durch noch geringe Wortschatz- und Grammatikkenntnisse. Die normativ-dokumentatorische Präsentationsweise der Landeskunde vermittelt objektive Tatsachen als Hilfestellung bei Einfindung und Eingliederung in der landeskundlichen Informationen. In solchen Lehrwerken findet man oft Tabellen, Statistiken und Originaltexte. Bei der affirmativ-exlamatorischen Präsentationsweise beobachtet man den Phänomen "Der Außergewöhnlichkeit der Kultur", es wird nachdrücklich bestehenden Verhältnissen zugestimmt, was man bei den Lehrwerken aus der DDR sieht. Die problemorientierte Präsentationsweise der Landeskunde weist auf bestehende Probleme hin und soll zu Stellungnahmen, Meinungsäußerungen und Lösungsvorschlägen animieren. Bei der kritisch-emansipatorischen werden Sachverhalte und Probleme aus einer bestimmten Position bewertet, aus deren Sicht die Stellungnahme folgt. Das sollte zur Darstellung von Interessengegensätzen dienen. Präsentationsweise in den Lehrwerken der DDR wird in eine Extragruppe eingeordnet, welche den typisierend-imitatorischen, normativ-dokumentatorischen Darstellungsweisen ähnelt. In den Lehrwerken sind viele Texte im afirmativ-exlamatorischen Still gehalten und es fehlen kritisch-emansipatorische Texte. Diese Klassifikation hat, wie oben erwähnt, Präsentationsweise der Landeskunde als entscheidender Faktor, deswegen können manche Lehrwerke gleichzeitig zu mehreren Gruppen zugeordnet werden.
Ein anderer Klassifikationsansatz wurde von Götze (1994) vorgeschlagen. Er unterscheidet auf Grund der jeweiligen methodischen Ausrichtung fünf Lehrwerkgenerationen:
a) Grammatikorientierte Lehrwerke aus den Zeiten der Grammatik-Übersetzungsmethode, die das Wissen von Grammatikregeln in den Vordergrund stellte. Die Kommunikation in der Sprache spielte weniger Rolle als das Übersetzen von Texten aus Bereichen der Wissenschaft. Der Sprachunterricht beschränkte sich auf Lernen von Grammatik und Üben von Übersetzungstechniken. Als Prototyp wird auf die "Deutsche Sprachlehre für Ausländer" von Heinz Griesbach und Dora Schulz von 1955 verwiesen.
b) Generation der audiolingualen oder audiovisuellen Lehrwerken im Rahmen der audiolingualen Methode (1968) bevorzugte rigide Einsprachigkeit für den Sprachunterricht. Das Auswendig-Lernen von Kommunikationsmustern sollte mit Hilfe von pattern-drills Übungen ermöglicht werden. Als Vertreter dieser Generation wird "Vorwärts international" genannt.
c) Generation der pragmatischen Wende(1974) stellt die Sprache als Mittel des Handelns in unterschiedlichen Kommunikationssituationen dar. Im Unterricht sollte Sprachreflexion (Kenntnis über das Funktionieren von Sprache, Hinterfragung sprachlicher Normen) erworben werden. Kritisiert an der pragmatischen Linguistik wurde die Verkümmerung der Sprache zum reinen Informationsträger, die Reduzierung auf instrumentellen Charakter von Sprache. Diese Lehrwerkgeneration repräsentiert sich im "Deutsch aktiv" von Gerhard Neuner (1987 ff.).
d) Interkulturell ausgerichtete Lehrwerke im Gefolge der Bemühungen, die Selbst- und Fremdwahrnehmung im Unterricht zum Thema zu machen und Kulturbegegnungen zu ermöglichen. Einfluss darauf hatte Interkulturelle Germanistik (Wierlacher 1987), Dependenzgrammatik. Die Lehrwerke "Sprachbrücke" von Gudula Mebus (1989 f.) und "Sichtwechsel" von Martin Hog (1984) bzw. "Sichtwechsel neu" von Saskia Bachmann (1995 f.) können als Repräsentanten dieser Lehrwerkgeneration betrachtet werden. Auch die adressatenspezifische Lehrwerke waren neu zu dieser Zeit. Man kehrte nämlich von der ethnozentrischer Sichtweise ab, zur Entwicklung regionaler Lehrwerke.
e) Generation der mentalistischen Wende, die in starkem Maße kognitives Lernen ins Zentrum rückt. Psycholinguistische Erkenntnisse, Hirnhemisphärenforschung, Zweitspracherwerbforschung bilden Hintergründe dieser Lehrwerkgeneration. Als Beispiele sind hier "Wege" von Hans Jürg Tetzeli (1988) und "Die Suche" von Volker Eismann (1993 f.) anzusehen.
Trotz der Vielfalt der Lehrwerke findet man keine eindeutige Meinung hinsichtlich des richtigen Lehrwerks, das allen Anforderungen des modernen Sprachenlernens entspricht. Es ist weiterhin die Diskussion um einige Aspekte des Fremdsprachenunterrichts in der Literatur zu verfolgen. Man streitet sich über die Rolle bzw. Funktion der Landeskunde und der literarischen Texte im Unterricht. Dementsprechend findet man auch unterschiedliche Lehrwerke, die die gegensätzlichen Meinungen hinsichtlich der Frage "Landeskunde und Literatur im Fremdsprachenunterricht" vertreten.
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