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Termpaper, 2005, 25 Pages
Author: Benjamin Baum
Subject: German Studies - Linguistics
Details
Institution/College: Saarland University
Tags: Lebacher, Mundart, Eine, Dialektbeschreibung, Dialekte, Umgangssprachen, Deutschen
Year: 2005
Pages: 25
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 6 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-42517-9
ISBN (Book): 978-3-638-65780-8
File size: 170 KB
Die Arbeit gibt einen breiten Überblick über System und Soziologie der Mundart der saarländischen Stadt Lebach und deren Umgebung.
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Abstract
Das im Rahmen der vorliegenden Hausarbeit zu untersuchende Sprachgebiet erstreckt sich über die Stadt Lebach und die angrenzende Gemeinde Eppelborn. Daneben werden die zu Lebach gehörenden Ortschaften Aschbach, Dörsdorf, Eidenborn, Falscheid, Gresaubach, Knorscheid, Landsweiler, Niedersaubach, Steinbach und Thalexweiler untersucht. Alle diese Gebiete liegen zentral im Saarland, etwa 30 bis 40 Kilometer nördlich der Landeshauptstadt Saarbrücken. Der Dialekt innerhalb dieses Gebiets unterscheidet sich vor allem auf phonetischer Ebene sehr stark von den ansonsten weithin deckungsgleichen saarländischen Subdialekten. In der Literatur wird die Mundart von Lebach, Eppelborn (meist in Zusammenhang mit der ca. 7 Kilometer nord-westlich gelegenen Gemeinde Schmelz) häufig als „Inseldialekt“ bezeichnet. Im Vorfeld dieser Hausarbeit wurde jeweils einem genuinen Vertreter dieser Städte und Gemeinden das selbe Blatt mit je 40 Probesätzen vorgelegt, die von der Testperson in alltäglich gesprochenem Dialekt verlesen werden sollten. Eine Verfälschung des Resultats durch unnatürliche Anleihen aus der Standardsprache konnte durch gegebenenfalls mehrmaliges Wiederholen der betreffenden Sätze sowie Nachfragetests (die fraglichen Wörter und Wendungen wurden jenseits des Tests in anderem Kontext zur Sprache gebracht) weitgehend vermieden werden. Die vorab aufgestellte Theorie, bei den untersuchten Regionen handle es sich um eine Dialektgemeinschaft mit lediglich marginalen Differenzierungen ausschließlich auf phonetischer und in Ausnahmefällen auf lexikalischer Ebene, konnte durch Auswertung sämtlicher Testpersonen weithin bestätigt werden. Diesem engen Sprachhorizont entzieht sich am ehesten die Stadt Lebach. Hier und in der Nachbarstadt Eppelborn – die beiden Ortschaften unterscheidet dialektal lediglich die Wiedergabe des [r] (Eppelborn: gerollt, Lebach: einfach) - liegt das weitaus „progressivste“ Gebiet. Hier kommt die praktizierte Mundart der Standardsprache am nächsten. Mit derzeit rund 21.500 Einwohnern weist gerade Lebach weitaus deutlicher typisch urbane Charakteristika auf als die umliegenden, weitaus kleineren Ortschaften.
Excerpt (computer-generated)
Universität des Saarlandes
FR 4.1 Germanistik
PS: Dialekt und regionale Umgangssprachen des Deutschen
3. Semester
Lebacher Mundart. Eine Dialektbeschreibung
von: Benjamin Baum
- Inhalt -
1. Einleitung
1.1 Hochdeutsch oder Dialekt? - Eine Begriffbestimmung
1.2 „Die griin Lung vum Saarland“ - Eine Stadt und ihr Dialekt
2. Phonologie
2.1 Vokale
2.2 Diphthonge
2.3 Konsonanten
3. Morphologie
3.1 Substantive, Adjektive, Pronomen, Artikel
3.2 Verben
4. Syntax
5. Lexikon
6. Literaturangaben
1. Einleitung
1.1 Hochdeutsch oder Dialekt? - Eine Begriffbestimmung
Gemeinhin gilt es als notwendige Voraussetzung einer jeden wissenschaftlichen Arbeit, den jeweiligen Betrachtungsgegenstand zunächst genau zu bestimmen, ihn an einem festen Platz zu fixieren, ehe man damit beginnt, ihn zu beschreiben. Beim Dialekt allerdings macht bereits diese erste Prämisse grobe Schwierigkeiten. Bis heute liefert die Literatur zur Dialektologie zwar allerhand Informatives zu ihrem Gegenstand, jedoch keine weithi n akzeptierte Definition des Begriffs „Dialekt“.
Das Nachschlagewerk Brockhaus beschreibt den Dialekt als „[...] örtlich bedingte Sprachform innerhalb einer Sprachgemeinschaft“1, für Martin umreißt der Bergriff einfach „[...] die Sprache der schlichten Schichten der Völker“2. Diese Definitionsversuche eignen sich ob ihrer Beliebigkeit und Unschärfe natürlich nur bedingt dazu, als Leitfaden durch die wissenschaftliche Verwertung eines bestimmten Dialekts hindurch zu dienen. Löffler bringt es also auf den Punkt, wenn er schreibt: „Eine wissenschaftliche Disziplin, noch dazu eine der exakt sein wollenden Linguistik kennt offenbar ihren Gegenstand nicht.“3 Der Begriff „Dialekt“ stammt aus dem Griechischen. Dort half er, die verschiedenen landschaftlich geprägten Sprachvarianten, etwa das Attische, Jonische oder Phrygische, voneinander abzugrenzen. Im Deutschen ist das Wort „Dialekt“ zum ersten Mal im Jahre 1749 belegt, ebenfalls als Kennzeichnung einer ortsgebundenen, einheimischen Sprachvariante, etwa des Kölsch, des Münchnerischen oder des Fränkischen4.
Da nun weder die historische Genese des Dialektbegriffs noch dessen systematische Analyse eine präzise Definition hergeben, begnügt sich die Linguistik seit einiger Zeit mit einer möglichst genauen Abgrenzung des Dialekts von der Hochsprache anhand verschiedener Merkmale, die in gebündelter Form schließlich an die Stelle einer ausformulierten Definition treten sollen. Der Versuch, alle in der Literatur aufgeführten Abgrenzungsmerkmale aufzuführen, würde sicherlich den Rahmen dieser Arbeit sprengen, und so begnüge ich mich an dieser Stelle damit, die wichtigsten Unterscheidungskriterien zwischen Standardsprache und Dialekt aufzuführen und kurz zu erläutern.
1. Die Defekt-Hypothese (oder: linguistisches Kriterium)
Wie der Name verrät, handelt es sich hierbei um die Annahme, dass „[...] die Dialekte auf fast allen grammatischen Ebenen eine mangelhafte Ausstattung gegenüber der übergeordneten Kultursprache hätten.“5 Dürftige Besetzung aller grammatischen Ebenen, d.h. das Fehlen ganzer Kategorien wie zum Beispiel des Präteritums von Verben, ein stark reduzierter Wortschatz und ein geringes Maß an Möglichkeiten der logischen Strukturierung auf der Ebene der Syntax6 eröffnen dem Dialektbeobachter eine erste skalenartige Unterscheidungslinie zwischen Hochsprache und Dialekt.
2. Das Kriterium des Verwendungsbereiches
Als primär soziologisch motiviertes Unterscheidungsmerkmal zwischen Hoch- und Umgangssprache referiert das Kriterium des Verwendungsbereichs auf die familiär-intime Anwendung7 des Dialekts im Gegensatz zur weitgehend im öffentlich-überörtlichen Bereich praktizierten hochsprachlichen Form.
3. Das Kriterium der Sprachbenutzer
Eng mit dem Kriterium des Verwendungsbereiches verwandt, zielt dieses dritte Abgrenzungsmerkmal auf den Personenkreis ab, innerhalb dessen die abzugrenzende Sprachform dominiert. Dabei beschreibt Löffler, nicht ohne die recht fragwürdige Pauschalität zu erwähnen, die naturgemäß mit einer solchen Begriffsabgrenzung am Rande trivialsoziologischer Klischeebildung verbunden ist, den Dialekt als Sprache der Unterschicht, also der Arbeiter, Bauern, Handwerker, der kleinen Angestellten mit geringer Schulbildung, die Hochsprache hingegen als Sprache der Mittel- und Oberschicht, der höheren Beamten, Unternehmer und Akademiker mit höherer Schulbildung.8
4. Das Kriterium der sprachgeschichtlichen Entstehung
[...]
1 Brockhaus Enzyklopädie 13, 61
2 Martin [6], 5
3 Löffler 1974, 1
4 vgl. Löffler 1974, 2
5 ebd., 5
6 ebd.
7 vgl. Löffler 1974, 6
8 ebd.
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