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Leseentwicklung und Fremdverstehen

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 22 Pages
Author: Daphne Bruland
Subject: German Studies - Didactics

Details

Event: Verstehemsprozesse
Institution/College: University of Wuppertal
Tags: Leseentwicklung, Fremdverstehen, Verstehemsprozesse
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2005
Pages: 22
Grade: sehr gut
Bibliography: ~ 10  Entries
Language: German
Archive No.: V45185
ISBN (E-book): 978-3-638-42628-2
ISBN (Book): 978-3-638-90243-4
File size: 251 KB
Notes :
Im Rahmen der Leseentwicklung von Kindern, wird auf Kinder- und Jugendliteratur und ihre Verwendung im Unterricht eingegangen. Anschließend soll die Notwendigkeit der Förderung bzw. Erlernung von Fremdverstehen in einer mehr und mehr Multikulturellen Gesellschaftdurch aufgezeigt werden. Das Erlernen von Fremdverstehen durch Kinder- und Jugendliteratur wird schließlich erleutert und nahe gelegt.


Abstract

Angesichts der in der Pisa-Studie festgestellten Mängel beim Lesen, müssen das Buch und die Leseentwicklung meiner Meinung nach wieder einen erhöhten Stellenwert in der Schule einnehmen. Die Kompetenzen, die Kinder durch das Lesen erwerben, sind wichtig für ihr weiteres Leben. Lesen ist ein wichtiger Bereich des Lernens, der unter anderem für die Persönlichkeitsbildung von Bedeutung ist. Außerdem kann das Lesen von ausgewählten Texten Fremdverstehen und interkulturelles Lernen fördern, was meiner Meinung nach in einer multikulturellen Gesellschaft zunehmend an Bedeutung gewinnt. Durch das Einüben von Perspektivwechsel und Perspektivenübernahme kann das Empathievermögen und damit auch das Fremdverstehen gefördert werden. Aufgrund der Tatsache, dass viele Kinder von ihren Eltern nicht mehr an das Lesen herangeführt werden, kann insbesondere durch die Nutzung von Kinder- und Jugendliteratur in der Schule, ein Interesse an weiterführender (Erwachsenen-) Literatur geweckt werden. Da Kinder– und Jugendliteratur speziell die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen anspricht, die Phantasie anregt und vielerlei Möglichkeiten birgt, den Umgang mit literarischen Texten zu üben, scheint sie hierzu besonders geeignet.


Excerpt (computer-generated)

Leseentwicklung und Fremdverstehen

von: Daphne Bruland

Anglistik/Germanistik/Geschichte
9. Semester/9. Semester/2.Semester

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Leseentwicklung und Verstehensprozesse 4

2.1 Vorraussetzungen in der kindlichen Entwicklung 4
2.2 Die Kinder 5
2.3 Die Jugendlichen 7
2.4 Kritische Betrachtung der Entwicklungsstufen 8

3. Kinder- und Jugendliteratur (KJL) 10

3.1 Funktionen und Nutzen von KJL 11
3.2 Kinder- und Jugendliteratur in der Schule 13

4. Fremdverstehen durch literarische Texte 15

4.1 Perspektivenübernahme und Perspektivenwechsel 17
4.2 Zur methodischen Umsetzung 20

5. Zusammenfassung 21

Literaturverzeichnis 22



 

1. Einleitung

Angesichts der in der Pisa-Studie festgestellten Mängel beim Lesen, müssen das Buch und die Leseentwicklung meiner Meinung nach wieder einen erhöhten Stellenwert in der Schule einnehmen. Die Kompetenzen, die Kinder durch das Lesen erwerben, sind wichtig für ihr weiteres Leben. Lesen ist ein wichtiger Bereich des Lernens, der unter anderem für die Persönlichkeitsbildung von Bedeutung ist. Außerdem kann das Lesen von ausgewählten Texten Fremdverstehen und interkulturelles Lernen fördern, was meiner Meinung nach in einer multikulturellen Gesellschaft zunehmend an Bedeutung gewinnt. Durch das Einüben von Perspektivwechsel und Perspektivenübernahme kann das Empathievermögen und damit auch das Fremdverstehen gefördert werden. Aufgrund der Tatsache, dass viele Kinder von ihren Eltern nicht mehr an das Lesen herangeführt werden, kann insbesondere durch die Nutzung von Kinder- und Jugendliteratur in der Schule, ein Interesse an weiterführender (Erwachsenen-) Literatur geweckt werden. Da Kinder– und Jugendliteratur speziell die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen anspricht, die Phantasie anregt und vielerlei Möglichkeiten birgt, den Umgang mit literarischen Texten zu üben, scheint sie hierzu besonders geeignet.

2. Leseentwicklung und Verstehensprozesse

Bei der Auswahl von schülergerechte Texten im Literaturunterricht hat man sich lange Zeit an Stadien von Lesealtern in der Entwicklung von Kindern orientiert. Derartige Phasenmodelle gehen von den Leseinteressen aus und unterscheiden zum Beispiel das Märchenalter in der Primarstufe, das darauffolgende Robinsonalter, das Heldenalter in der Sekundarstufe I und das lyrische bzw. Romanalter in der Sekundarstufe II. (siehe Groeben 1982, S. 164) Es stellt sich jedoch die Frage, ob Kinder nicht in jedem Alter mit allen Literaturformen sinnvoll umzugehen lernen können bzw. ob das Alter überhaupt eine Rolle spielt für das Behandeln von Literatur. Demnach scheint es angemessener zu fragen, was Kinder in verschiedenen Altersstufen an poetischen Texten verstehen können. (siehe Ingendahl 1991, S. 15) Im Folgenden sollen die Vorraussetzungen und die verschiedenen Stadien der Entwicklung von Kindern für das Verstehen literarischer Texte mit Bezug auf Kohlbergs Moralentwicklung (Kohlberg 1976) und Piagets Phasenmodell (Piaget 1992) dargelegt werden.

2.1 Vorraussetzungen in der kindlichen Entwicklung

In Piagets Phasenmodell beginnt das Kind in der sensumotorischen Phase mit der Wahrnehmung über Motorik. Diese Phase umfasst den Zeitraum von der Geburt bis zum Alter von etwa drei Jahren, wobei die Altersgrenzen natürlich fließend und nicht eindeutig festlegbar sind. In der darauffolgenden Phase des Voroperationalen Denkens handelt es sich um eine Zeit unerhörter geistiger, emotionaler und sozialer Veränderungen, in der symbolisches, intuitives bzw. vorlogisches Denken entwickelt wird. Diese Phase ist vor allem durch die Entwicklung der Sprache sowie durch die Entfaltung der Phantasie gekennzeichnet. So vermag sich das Kind spielerisch mit seiner Umwelt auseinander zu setzen und sie - in Grenzen - zu meistern. Für den späteren Literaturunterricht ist es von großer Bedeutung, dass das Kind hier spielen lernt und der Phantasie freien Lauf lassen kann. Es entwickelt dabei auf sensumotorischen Wegen das symbolische Denken. (siehe Ingendahl 1991, S. 16) Im freien Rollenspiel setzt es seine Phantasie ein, um „eingebildete Situationen“ (Ingendahl 1991, S. 16) zu schaffen und Personen und Objekte umzudeuten. Hier lernt es Denkprozesse unabhängig von Wahrnehmungen und Handlungen durchzuführen, was notwendig für den Übergang in die Konkret Operationale Phase ist. Das Weltbild des Kindes ist in dieser Phase noch stark egozentrisch geprägt und wird anhand kausaler Zusammenhänge erklärt.

2.2 Die Kinder

[...]


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