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Wie arbeitet die systemische Organisationsberatung und welches sind die Voraussetzungen ihrer Wirksamkeit in der Praxis?

Autor: Lena Ahlborn
Fach: Wirtschaft - Personal und Organisation

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Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2004
Seiten: 33
Note: 1.0
Literaturverzeichnis: ~ 20  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 277 KB
Archivnummer: V45220
ISBN (E-Book): 978-3-638-42658-9
Anmerkungen :
Diese Arbeit stellt die theoretischen Hintergründe und das methodische Vorgehen der systemischen Organisationsberatung vor und bemüht sich um einen kritischen Blick auf ihre Wirksamkeit. Wie effektiv ist dieser Beratungsansatz, welcher in den letzten zehn Jahren eine ungeheure Konjunktur erlebt hat und die traditionelle Expertenberatung mehr und mehr verdrängt hat? Welches sind die Voraussetzungen für erfolgreiches systemisches Intervenieren? Im ersten Teil der Arbeit wird der systemische

Textauszug (computergeneriert)

Wie arbeitet die systemische Organisationsberatung und
welches sind die Voraussetzungen ihrer
Wirksamkeit in der Praxis?

von: Lena Ahlborn

 


Inhaltsverzeichnis

Einleitung i
Das Thema  i
Vorgehen  ii
Anmerkung ii

1. Ein systemtheoretischer Blick auf Organisationen 1

1.1 Systemtheorie als Grundlage für die Organisationsberatung  1
1.2 Merkmale organisationaler Systeme  2

1.2.1 Organisationen sind „Entscheidungs-Systeme“  2
1.2.2 Organisationen konstruieren ihre eigene Wirklichkeit  2
1.2.3 Die Organisation ist mehr als die Summe ihrer Mitglieder 3
1.2.4 Organisationsstrukturen als Reduktion von Komplexität 5

1.3 Folgerungen für die systemische Organisationsberatung 5

2. Systemische Organisationsberatung 7

2.1 Ziele und Grundannahmen 7

2.1.1 Prozessberatung 7
2.1.2 Erweiterter Blick durch den Beobachter zweiter Ordnung  7
2.1.3 Strukturelle Koppelung im Beratungssystem 8
2.1.4 Unterschiede, die Unterschiede machen 9
2.1.5 Ziele systemischer Beratung 10

2.2 Rolle und Haltung des Beraters  11

2.2.3 Die Haltung gegenüber dem Klientensystem 11
2.2.4 Balance von Nähe und Distanz 12

2.3 Das methodische Vorgehen 13

2.3.1 Erster Schritt: Komplexität begrenzen, Beratungssituation definieren 13
2.3.2 Interventionstechniken  14

3. Zur Wirksamkeit systemischer Organisationsberatung 19

3.1 Zur Wirksamkeit von Methoden aus der Familientherapie in Organisationen  19
3.2 Sind systemische Berater in ihren Methoden zu eingeschränkt?  22
3.3 Faktoren für Gelingen und Scheitern systemischer Organisationsberatung 23

4. Fazit  25

Literaturliste  28


 

Einleitung

Mein Anliegen in dieser Arbeit ist es, als Abschluss des Moduls „Kommunikative Kompetenzen in der Organisationsentwicklung“ eine Fragestellung aus dem im Seminar bearbeiteten Themengebiet zu vertiefen. Ich habe mich aus Interesse für systemtheoretische Ansätze dafür entschieden, die systemische Organisationsberatung vorzustellen und die Bedingungen ihrer Wirksamkeit zu untersuchen. Die Fragestellung, an welcher sich meine Ausführungen orientieren, lautet: Wie arbeitet die systemische Organisationsberatung und welches sind Voraussetzungen für ihre Wirksamkeit in der Praxis? Die Grundlagen und das Vokabular der Systemtheorie werden in dieser Arbeit als bekannt vorausgesetzt, da diese im Modul Kommunikationsentwicklung ausreichend behandelt wurden.

Das Thema

Struktur und Kultur vieler Unternehmen haben sich historisch in einer Umwelt entwickelt, die als überwiegend stabil und überschaubar angesehen werden konnte. Diese Zeiten sind vorbei: Heute haben es Organisationen mit einer turbulenten Umwelt zu tun. Die Zunahme der Informationsdynamik, der gesellschaftliche Wandel, die Globalisierung, der steigende Konkurrenzdruck, die Internationalisierung und Deregulierung führen zu einem stetigen Anwachsen der Umweltkomplexität. Dadurch sind die traditionellen Bearbeitungsformen und die Risikosteuerung von Organisationen nicht mehr ausreichend – sie sind gezwungen, sich an die rasch wechselnden Umweltfaktoren anzupassen. Auf diese Herausforderung antworten Organisationen mit einer Steigerung ihrer internen Komplexität: Dezentralisierte Entscheidungsstrukturen, die Delegation von Verantwortung nach unten, verstärkte Teamarbeit, beteiligungsorientierte Formen der Rationalisierung etc. bedeuten eine Ausdifferenzierung der Organisation, welche nicht nur neuartige interne Koordinierungs- und Kommunikationsprobleme zur Folge hat, sondern gleichzeitig eine hohe Angewiesenheit auf gelingende Kommunikation mit sich bringt. Hierbei wird oft externe Hilfe in Form von Organisationsberatung in Anspruch genommen. „Die Zusammenarbeit mit externen Organisationsberatern kann folglich als eine neuartige Form der Risikobewältigung komplexer Organisationen gesehen werden“ (Wimmer 1991: 57 zit. n. Scherf 2002: 48).

Seit den 80er Jahren hat sich in der Beratungslandschaft der systemische Ansatz etabliert und mehr und mehr an Bedeutung gewonnen. „Systemische Organisationsberatung“ basiert auf den Erkenntnissen der neueren Systemtheorie und wendet die bereits im Rahmen der systemischen Familientherapie entwickelten Interventionstechniken in Organisationskontexten an. Diese Arbeit stellt die theoretischen Hintergründe und das methodische Vorgehen der systemischen Organisationsberatung vor und bemüht sich um einen kritischen Blick auf ihre Wirksamkeit. Wie effektiv ist dieser Beratungsansatz, welcher in den letzten zehn Jahren eine ungeheure Konjunktur erlebt hat und die traditionelle Expertenberatung mehr und mehr verdrängt hat? Welches sind die Voraussetzungen für erfolgreiches systemisches Intervenieren?

Vorgehen

Im ersten Teil der Arbeit wird der systemische Organisationsbegriff erläutert. Im Anschluss werden die Grundlagen der systemischen Organisationsberatung und ihre Interventionstechniken vorgestellt. Abschließend wird die an diesem Ansatz geübte Kritik dargestellt und die Bedingungen für ihre Wirksamkeit in der Praxis herausgearbeitet.

Anmerkung

Soweit nicht anders kenntlich gemacht, gibt der Inhalt die Meinung der Verfasserin wieder. In der männlichen Form angegebene Personengruppenbezeichnungen verstehen sich als geschlechtsneutral, so aus dem Kontext nichts anderes hervorgeht und sind ausschließlich der Sprachökonomie und Einfachheit halber verwandt worden. Ein systemischer Blick auf Organisationen

1. Ein systemtheoretischer Blick auf Organisationen

Die Systemtheorie ist eine metadisziplinäre Theorie, das heißt, sie beschränkt sich nicht auf eine bestimmte wissenschaftliche Disziplin, sondern versucht, Grundsätze so allgemein zu beschreiben, dass sie in jeder Disziplin auf bestimmte Sachverhalte angewandt werden können. Somit kann man Organisationen ebenso als Systeme betrachten, wie biologische Organismen oder technische Maschinen, auch wenn es sich dabei natürlich um verschiedene Arten von Systemen handelt. Die Attraktivität der Systemtheorie liegt gerade in dieser Metadisziplinarität, die einen Rahmen für den Austausch von Erkenntnissen verschiedener Disziplinen bildet. Durch ihr großes Abstraktionsvermögen und ihr breites Anwendungsfeld besitzt sie eine hohe Analogiekraft, so dass inzwischen unterschiedliche Disziplinen ihr Vokabular und ihre Betrachtungsweisen adaptiert haben und nach systemischen Ansätzen arbeiten.

1.1 Systemtheorie als Grundlage für die Organisationsberatung

Einer der aus der Systemtheorie hervorgegangenen Ansätze ist die systemische Organisationsberatung, welche sich in den 80er Jahren als eine theoretische Strömung in der Beratungsforschung in Anknüpfung an die jüngere Familientherapie und die neuere Systemtheorie entwickelte und sich im Laufe der 90er Jahre als eigenständige Form der Beratung etablierte (vgl. Hilse 2001: 323). Diese Form der Organisationsberatung ist eine Theorie jenseits klassisch ökonomischer und technischer Sichtweisen und unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht vom Ansatz der traditionellen Expertenberatung, allein dadurch, dass sie „systemisch“ vorgeht. „Systemisch“ nennen sich methodische Ansätze, welche sich auf die Systemtheorie berufen. Wie sich der Begriff „systemisch“ nun von „systemtheoretisch“ unterscheidet, ist schwer erkenntlich, die Begriffe werden meist synonym gebraucht. Was macht einen Ansatz systemisch? Ebert (2001: 87) beschreibt die systemische Betrachtungsweise eines Problems folgendermaßen: „Das Erkenntnisobjekt wird als Ganzes betrachtet und auf der Grundlage zahlreicher Rückkoppelungen zwischen den einzelnen Teilen der Grundgesamtheit (System) ist das Ganze viel mehr als die Summe seiner Teile und die Teile können nur in Verbindung mit dem Ganzen verstanden werden“. Das zu betrachtende „Ganze“ ist für die systemische Organisationsberatung folglich die Organisation als System. Bevor nun im Folgenden das Konzept der systemischen Organisationsberatung genauer erklärt und ihr Vorgehen diskutiert wird, sollen zunächst als Grundlage die Eigenschaften organisationaler Systeme beschrieben werden.

1.2 Merkmale organisationaler Systeme

Soziale Systeme sind autopoietisch und selbstreferentiell und erzeugen in einem rekursivgeschlossenen Prozess fortlaufend Kommunikation aus Kommunikation (vgl. Ebert 2001: 213). Sie sind in ihrem Handeln also primär an sich selbst orientiert und ihrem Wesen nach selbstregulativ. Nach der luhmannschen Sichtweise (vgl. Barthelmeß 2002:123) bestehen sie aus Kommunikation und nicht aus Menschen1. Diese Merkmale sozialer Systeme dürften einem Leser mit Grundkenntnissen der Systemtheorie bekannt sein. Was macht nun ein soziales System zur Organisation, bzw. zu einem organisationalen System? Welche weiteren Merkmale sind für die beraterische Tätigkeit relevant?

1.2.1 Organisationen sind „Entscheidungs-Systeme“

[...]


1 siehe dazu Punkt 1.2.3

Kommentare

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