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Termpaper, 2005, 27 Pages
Author: Willfried Werner
Subject: Sociology - Social System, Social Structure, Class, Social Stratification
Details
Institution/College: University of Applied Sciences Dortmund
Tags: Einfluss, Wandels, Dienstleistungen, Unterstützung, Menschen, Deutschland, Soziale, Arbeit, Dienstleistungsgesellschaft
Year: 2005
Pages: 27
Grade: 1.0
Bibliography: ~ 11 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-42688-6
ISBN (Book): 978-3-638-65790-7
File size: 296 KB
Wie wird sich die Bevölkerungsstruktur in Deutschland verändern? Welche Auswirkungen (sowohl positive als auch negative) hat eine derartige Veränderung auf soziale Dienstleitungen für ältere Menschen (insbesondere im Bereich der Pflege)? Wie kann die Versorgung älterer Menschen auch künftig sichergestellt werden und zugleich würdevoll bleiben? Diese Arbeit nimmt eine ganzheitliche Perspektive ein und verfolgt zugleich eine ganz klare Zielsetzung. Viel Spaß beim Lesen!
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Abstract
Diese Arbeit geht der Frage nach, wie sich die Dienstleistungsgesellschaft in Deutschland vor dem Hintergrund des demographischen Wandels voraussichtlich weiterentwickeln wird. Daran schließt sich die Frage an, welche Schritte jetzt bereits zu unternehmen sind, um die Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft mit alternder Bevölkerungsstruktur sicherzustellen. Der Untersuchungsschwerpunkt liegt auf dem Bereich der Altenhilfe und dort in erster Linie auf den unterstützungs- und pflegebezogenen Dienstleistungen für ältere Menschen. Im Einzelnen geht es um die Klärung der folgenden Fragen: • Wie wird sich die Nachfrage nach unterstützungs- und pflegebezogenen Dienstleistungen durch alte Menschen entwickeln? • Bleiben die Menschen aufgrund medizinischer Verbesserungen eher fit und weitestgehend unabhängig oder ist von einem steigenden Hilfsbedarf im Alter auszugehen? • Welche Entwicklung ist hinsichtlich des Verhältnisses zwischen erwerbswirtschaftlich und privat erbrachten Hilfsleistungen anzunehmen? • Auf welche Weise kann die Versorgung älterer Menschen auch in Zukunft sichergestellt werden?
Excerpt (computer-generated)
Der Einfluss des demographischen Wandels auf
Dienstleistungen zur Unterstützung älterer Menschen in Deutschland
von: Willfried Werner
Inhalt
Einleitung 1
1. Der demographische Wandel in Deutschland 2
1.1 Rückgang der Bevölkerungsgröße 2
1.2 Demographisches Altern der deutschen Bevölkerung 4
1.3 Migration: Die dritte Determinante zur Bevölkerungsentwicklung 6
2. Unterstützungsbezogene Dienstleistungen für ältere Menschen 7
2.1 Nachfrageentwicklung nach unterstützungsbezogenen Dienstleistungen 8
2.2 Infrastruktur zur Versorgung Hilfs- und Pflegebedürftiger 10
2.2.1 Informelle Unterstützung 10
2.2.2 Professionelle Unterstützung 13
2.2.3 Einsatz von Unterstützungstechnologien 17
3. Fazit und Ausblick 20
4. Literaturverzeichnis 25
Einleitung
In dieser Arbeit werde ich mich mit der Entwicklung der Dienstleistungsgesellschaft in Zusammenhang mit dem demographischen Wandel in Deutschland befassen. Den Untersuchungsschwerpunkt lege ich dabei vor allem auf den Bereich der Altenhilfe und dort in erster Linie auf unterstützungs- und pflegebezogene Dienstleistungen für ältere Menschen. Zu dieser Thematik lassen sich m.E. nach viele Fragen formulieren, die in Bezug auf die Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft mit sich wandelnder Bevölkerungsstruktur (insbesondere eine Veränderung der Altersstruktur) von Bedeutung sind, wie z.B.:
• Wie wird sich die Nachfrage nach unterstützungs- und pflegebezogenen Dienstleistungen durch alte Menschen entwickeln?
• Bleiben die Menschen aufgrund medizinischer Verbesserungen eher fit und weitestgehend unabhängig oder ist von einem steigenden Hilfsbedarf im Alter auszugehen?
• Welche Entwicklung ist hinsichtlich des Verhältnisses zwischen erwerbswirtschaftlich und privat erbrachten Hilfsleistungen anzunehmen?
• Auf welche Weise kann die Versorgung älterer Menschen auch in Zukunft sichergestellt werden?
Scharfenorth hat – zu Recht wie ich finde - kritisiert, dass die bislang entwickelten Ansätze der Dienstleistungstheorie den Übergang in die Dienstleistungsgesellschaft in erster Linie an ökonomischen, soziologischen und sozialpsychologischen Einflussfaktoren festmachen. Sozialstrukturelle Veränderungen werden dagegen, wenn überhaupt, nur randständig abgehandelt. „Weder in der frühen Debatte [...] noch in den meisten aktuellen Arbeiten über die Entwicklung der Wirtschafts- und Gesellschaftsstruktur wird der demographische Wandel als wesentlicher Einflussfaktur für den Entstehungsprozess der Dienstleistungsgesellschaft bzw. -ökonomie angesehen.“ (Scharfenorth 2003: 23) Die vorliegende Arbeit unterteilt sich, auf grober Ebene, in drei Kapitel. Im Ersten stelle ich einige wesentliche Aspekte in Bezug auf den demographischen Wandel in Deutschland vor. Im Zweiten richte ich mein Augenmerk auf hilfs- und pflegebezogene Dienstleistungen für alte Menschen unter Berücksichtigung des Wandels der Bevölkerungsstruktur. Zu guter Letzt gilt es im dritten Kapitel dann, eine abschließende Reflexion durchzuführen, in die die zuvor gewonnen Erkenntnisse einfließen und zu einer Gesamtheit verknüpft werden sollen. Darüber hinaus geht es im letzten Schritt auch darum, Perspektiven und Ideen zur konstruktiven Gestaltung einer alternden Gesellschaft zu entwickeln.
1. Der demographische Wandel in Deutschland
In Deutschland vollzieht sich ein demographischer Wandel, der durch zwei Hauptmerkmale gekennzeichnet ist. Zum einen schrumpft die Größe der Gesamtbevölkerung / der Population. Zum anderen vollzieht sich eine Veränderung bzw. eine Verschiebung hinsichtlich der gesellschaftlichen Altersstruktur.
1.1 Rückgang der Bevölkerungsgröße
Nach Auskunft des Statistischen Bundesamtes leben heute etwa 82 Mio. Einwohner in Deutschland. Diese Zahl werde bis zum Jahr 2050 um 10 bis 15 Mio. Menschen abgenommen haben, je nachdem, ob man von einer langfristigen Zuwanderung von jährlich 100.000 oder 200.000 Migranten ausgehe1. Der Rückgang der Population ist auf ein niedriges Geburtenniveau2 zurückzuführen. Es werden derzeit in Deutschland 1,3 Kinder je Frau geboren. Um das Bestandserhaltungsniveau oder Ersatzniveau aufrechtzuerhalten, sprich die nachrückende Generation zahlenmäßig voll ersetzen, also die Reproduktion des Humanbestandes der Gesellschaft sicherstellen zu können, müsste jedoch jede Frau in Deutschland derzeit im Schnitt 2,1 Kinder zur Welt bringen (vgl. Roloff 2004: 14 f.).
Auch für die Zukunft ist von einem eher geringen Geburtenniveau auszugehen. Dafür spricht einerseits die bisherige Entwicklung. Das Geburtenniveau ist im Zeitraum von 1900 bis 2001 von 4,6 auf 1,3 Kinder je Frau gesunken. Bis auf wenige Ausnahmen (kurze Phase nach dem ersten Weltkrieg; geburtenfördernde Politik im Dritten Reich; hohe Heiratshäufigkeit und Familiengründung nach dem Zweiten Weltkrieg: ′age of golden marriage′) konnte das Bestandserhaltungsniveau seit 1916 nicht mehr erreicht werden. Dies ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil diese statistische Kennziffer keine feste unverrückbare Größe darstellt, sondern vielmehr von der durchschnittlichen Sterblichkeit jüngerer Menschen abhängig ist. Im ′Idealfall′ (bei einer Kindersterblichkeit von Null) müssten Frauen im Schnitt zwei Kinder (eine Tochter und einen Sohn) innerhalb ihres Lebens zur Welt bringen, um sich und den Vater des Kindes in der nachfolgenden Generation reproduzieren zu können. Obwohl sich in Deutschland das notwendige Ersatzniveau mit 2,1 Kindern je Frau dem ′Idealwert′ stark angenähert hat, liegt die tatsächliche Geburtenrate dennoch weit darunter. Dagegen konnte um 1900 das sehr viel höhere Ersatzniveau von 3,2 nicht nur erreicht, sondern sogar um 1,4 Kinder je Frau übertroffen werden (vgl. a.a.O.). Das Geburtenniveau wird vorerst vermutlich auch deshalb auf einem niedrigen Stand bleiben, weil es eine typische Begleiterscheinung fortschreitender Modernisierungsprozesse in entwickelten Ländern darzustellen scheint. So ist die niedrige Anzahl der geborenen Kinder nicht ausschließlich ein deutsches Phänomen, sondern vollzieht sich vielmehr (in mehr oder weniger starkem Ausmaß) in allen europäischen Staaten3. Diesbezüglich ist eine Vielzahl an Gründen anzuführen. „Grundsätzlich und umfassend ist zunächst festzuhalten, dass die Entscheidung für Kinder Stabilität und Sicherheit voraussetzt. Sind die Zukunftsperspektiven durch Unsicherheit und Instabilität geprägt, wird eher auf Kinder verzichtet. Unsere komplexe moderne und individualisierte Gesellschaft zeichnet sich eher durch Unsicherheiten und Instabilitäten aus als umgekehrt.“ (Lipinski / Stutzer 2004)
[...]
1 Statistisches Bundesamt. Mitteilung für die Presse zur 9. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung vom 19. Juli 2000, (vgl. http://www.destatis.de/presse/deutsch/pm2000/p2600022.htm)
2 Das Geburtenniveau wird anhand der zusammengefassten Geburtenziffer (statistische Kennziffer) berechnet. Hierdurch wird die durchschnittliche Zahl der Geburten von Frauen im gebährfähigen Alter (i.d.R. Von 15 bis 50 Jahren) in einem bestimmten Zeitraum (i.d.R. ein Kalenderjahr) angegeben. Das Geburtenniveau liegt in europäischen Staaten bei 1,4 und weltweit bei 2,8 Kindern je Frau (vgl. Roloff 2004: 14)
3 Irland und Frankreich weisen mit 1,9 die höchste und Spanien mit 1,2 die geringste Geburtenhäufigkeit (Kinder je Frau auf) (vgl. Lipinski / Stutzer 2004); siehe: http://www.statistik-bw.de/Veroeffentl/Monatshefte/essay.asp?xYear=2004&xMonth=06&eNr=01
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